Am 12. März 2026 erschien das von Team Ninja entwickelte Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake unter anderem für die Nintendo Switch 2 sowohl im Einzelhandel als auch digital im Nintendo eShop. Es nimmt 27,3 GB Speicherplatz ein und schlägt mit 49,99 € zu Buche.
Dies ist ein Gast-Artikel von Ruben Esch, Redakteur des Big-N-Club e.V.
Die Fatal Frame-Reihe – anfangs bei uns auch bekannt als Project Zero (→ zu unserem Testbericht von Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers)– konnte bereits mit fünf Ablegern Geistergrusel im japanischen Setting den Spielern das fürchten Lehren! Das durch Dead or Alive bzw. Ninja Gaiden bekannte Entwicklerstudio Team Ninja durfte sich an das Remake des für viele (auch meiner Meinung nach) besten Teiles ransetzen und bringt mit neuen Inhalten sowie moderner Grafik eine interessante Neuveröffentlichung für die Nintendo Switch 2 heraus.
Eine nie enden wollende Finsternis
Die Zwillingsschwestern Mio und Mayu besuchen ein wunderschönes Waldstück aus ihrer Jugend, da dieses Gebiet für Baumaßnahmen geflutet werden soll. Jedoch wird Mayu von einem rotleuchtenden Schmetterling hypnotisch tiefer in den Wald geführt, was der Spieler als Mio versucht zu verhindern. Die Schwestern scheinen jedoch einen magischen Schutzwall durchquert zu haben, da sie sich plötzlich in tiefer Dunkelheit vor einem verlassenen Dorf wiederfinden – dem Dorf der Götter. Dieser Ort kann nicht mehr verlassen werden, weshalb Ihr als Spieler versucht, mit beiden Figuren einen Weg zur Flucht zu finden. Leider ist das Gebiet von Geistern verseucht, denen ihr euch mit der schnell gefundenen Kamera Obscura erwehren könnt.

Die Geschichte wird mit der Zeit vielschichtiger, auch bezüglich der beiden Hauptfiguren und Ihrer Familie. Es erwarten euch viele Texte, auch von anderen gestrandeten Opfern, die ihre Erlebnisse schriftlich hinterlassen haben. Diese ziehen euch ins Erlebnis mit hinein und sind so klasse geschrieben, dass man gebannt nach weiteren Schriftstücken sucht, um mehr von diesen Geschichten zu erfahren. Auch wurde das Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake um weitere Texte erweitert, weshalb auch Veteranen des Originales neue Erkenntnisse erhalten! Dazu gesellen sich zu den bekannten Enden, auch aus den späteren Neuveröffentlichungen, noch ein komplett neues mögliches Ende hinzu.
Ghosty Survival Horror in Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake
In den Grundzügen erwarten mutige Geisterjäger klassische Survival-Horror Kost. Ihr streift durch gruselige Ortschaften und versucht die dortigen Herausforderungen zu bestehen; sei es per Kampf (dazu später mehr), schleichend oder auch durch nette Rätsel, welche weitere Wege für den Spieler öffnen. Denn die Spielwelt in Fatal Frame 2 ist auf Metroidvania-Light getrimmt, öffnet sich somit fortlaufend bis zum Finale. Dabei dürfen rar gesäte Heilitems bzw. Munitionsfilme nicht fehlen, sodass ihr euch die Ressourcen genre-typisch einteilen solltet. Dazu kann nur an bestimmten Stellen gespeichert werden. Das Schöne ist, dass durch verschiedene Schwierigkeitsgrade die spieltechnische Hürde auf Wunsch gering gehalten werden kann, welches die Kämpfe und Ressourcen-Ausschüttung für den Spieler anpasst.
Wer braucht schon Waffen?
Natürlich darf das einzigartige Kampfsystem der Reihe nicht fehlen: Die Kamera Obscura! Denn dieses magische Ablichtungsgerät ist die einzige Möglichkeit, sich vor Geistern bzw. Nachtmahren zu wehren! Denn je nachdem, wie euer Fokus auf den Gegner ausgerichtet ist, oder ihr auch im Moment des Angriffes (Gruselig, wenn der Gegner direkt vor euch steht) ein Foto schießt, erhalten die Gegner mehr Schaden. Wer besonders gut ist, kann so in kurzer Zeit besonders viel Schaden anrichten. Dazu erlangt ihr mit der Zeit verschiedene Filter, welche beispielsweise bei kürzerer Reichweite mehr Schaden anrichten können etc.

Außerdem gibt es endliche Spezialfilme, die auf Mehrkosten von eurer Geisterkraft Ressource Gegner wegstoßt bzw. lähmt. Jedoch wird eure Kraft zu schnell durch solche Spezialattacken geleert, was euch teilweise nach einem „Schuss“ bereits hilflos vor dem Gegner stehen lässt, da selbst das Ausweichen Kraft kostet. Somit habe ich mich meist ohne diese Ressourcenfresser durchgekämpft, weil es die komplette Ausdauermechanik bricht und Kämpfe anstrengender macht.
Nerviger ist jedoch der auftretende Rage Mode mancher Gegner in Fatal Frame 2, was hier und da passieren kann. Dann macht der Gegner besonders viel Schaden und kann sich noch dabei heilen! Hier heißt es dann nur, besonders aufzupassen und so viel Schaden wie möglich zu machen. Packen sie euch, kippt ihr gerne um, müsst dann bei wackelnder Kamera schnell angreifen, um der Situation wieder zu entfliehen – in einer langsamen Aufstehanimation. Diese Dinge sind in dem Remake neu hinzugefügt worden und passen nicht zu dem eher langsamen Spielablauf, den die ganze Reihe aufgebaut hat. Hier war wohl etwas zu viel Ninja-Gaiden-DNA bei den Entwicklern dabei.

Pimp my Cam!
Macht ihr gute „Kampf-Fotos“, erhaltet ihr Punkte, die in Upgrades eurer Kamera investiert werden sollte, wie z.B. Angriffskraft oder Fokusverbesserung. Dazu findet oder erwerbt ihr Talismane, die euch verschiedene Boni geben wie mehr Heilung etc. Etwas unwichtiger und gerade anfangs nicht zu empfehlen sind kaufbare Sticker bzw. Kostüme, die man als freispielbare Extras besser platziert hätte, anstatt Kaufobjekte…
Dank neuer „Filter“ im Remake wird auch mögliches, zielloses Rumlaufen unterbunden, indem man dank Geisterpfade an wichtige Spots geleitet werden kann. Gute Idee!
Moment, schleichen?
Ebenfalls neu im Fatal Frame 2-Remake sind Schleichpassagen, welche erst in den späteren Fatal Frame-Teilen eingeführt wurden. Das bringt Abwechslung, jedoch merkt man, dass dieser Titel sowie der Weltaufbau nicht für dieses Gameplay gedacht war. Die Versteckmöglichkeiten sind limitiert. Überhaupt sind die Bereiche nicht darauf ausgelegt, um die theoretisch spannende Idee auch spielerisch interessant zu halten. Somit ist es ein nettes Gimmick für alte Hasen, die sich jedoch nicht einfügen möchte.

Hübscher, wackeliger Grusel
Dank gründlicher Überarbeitung sieht Fatal Frame 2 so schön aus wie noch nie! Die dunkle Umgebung erstrahlt in aktueller Auflösung, sehr detaillierter Szenerie und großartigem Licht bzw. Nebeleffekten. Das boostet die Atmosphäre und saugt einen, bei abgedunkeltem Raum, regelrecht in die Spielwelt. Dazu die hervorragenden Geister-Animationen, die teilweise so anorganisch wirken, dass es teilweise schon unangenehm ist in ihrer Nähe zu sein! Leider ist die Performance noch auf wackeligen Beinen, da des Öfteren die angepeilten 30 fps nicht erreicht werden und somit unangenehme Ruckler entstehen. Das darf, auch auf der Switch 2, nicht sein und wird hoffentlich in zukünftigen Patches beseitigt bzw. stark abgemildert!
Filmreifer Sound
Gar keine Blöße muss sich die Sound-Abteilung geben. Der Soundtrack ist japanisch schön melancholisch komponiert und wird durch die genialen Soundeffekte zu einem audiophilen Erlebnis. Egal, ob knarzige Böden, knallendes Holz aufgrund Windböen oder die grausigen Geräusche aus dem Hinterzimmer, alles passt perfekt zu der Situation und hilft ebenfalls stark, die besondere Atmosphäre durchgehend aufrecht zu erhalten.
Fazit zu Fatal Frame 2: Crimson Butterfly Remake
Pros:
- Geniale Atmosphäre im gruseligen Setting
- Sehr gute, spannende Story
- Sehr schöne Optik
- Großartiges Sounddesign
- Einzigartiges Gameplay durch die Kamera Obskura
Cons:
- Ruckelnde Performance (Patch-Stand April 2026)
- Neue Kampfelemente eher nervig
- Schleichpassagen unnötig

Ein gutes, aber nicht hervorragendes Remake. Während Optik und Sound fast durchgehend zu Gefallen wissen, schießen Design- bzw. Gameplay-Neuerungen negativ gegen den Klassiker.
Trotzdem bekommen Fans des Vorgängers, aber auch Neueinsteiger, einige Stunden sehr atmosphärischen sowie einzigartigen Gruselspaßes.
Das Testmuster wurde uns von Koei Tecmo zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Marcel ist im Jahr 1986 geboren, dem Jahr, wo seine Lieblings-Spielereihe ihren Ursprung hat: The Legend of Zelda. Mit seinen nun mehr als 30 Jahren Lebens- und ca. 25 Jahren Nintendo-Erfahrung versucht er euch mit Liebe und Leidenschaft auf dem Laufenden zu halten!
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