Kirby Air Riders im Test: Kampfknödel Kirby kann’s!

Vor ca. einem Jahr gab Masahiro Sakurai bekannt, dass er seit zwei Jahren an einem neuen Spiel arbeitet. Während der Switch 2-Präsentation im April 2025 wurde dann klar, worum es sich handelt: Kirby Air Riders. Der Nachfolger zum 2003 erschienenen Kirby-Funracer auf dem GameCube feierte am 20. November 2025 seine Veröffentlichung. Der Titel ist sowohl im Einzelhandel (→ AmazonMediaMarktSaturnMy Nintendo StoreOtto) als auch digital im Nintendo eShop erhältlich. Letztere Version nimmt ca. 25 GB Speicherplatz eurer Switch 2 in Anspruch.

Dies ist ein Gast-Artikel von Andi Hammerl, Redakteur des Big-N-Club e.V.

Wer hätte gedacht, dass jemals ein Nachfolger zum GameCube-Geheimtipp Kirby Air Ride veröffentlicht werden würde? Auf der Nintendo Switch 2 ist dieses Wunder tatsächlich nun Realität geworden und dürfte nicht nur der treuen Fanbase des Originals Freude bereiten.

Kirby-Chaos: Häufig ist auf dem Bildschirm extrem viel los

Kirby Kart? Oder nicht?

Gleich zu Beginn eine Klarstellung: Kirby Air Riders ist definitiv nicht vergleichbar mit Funracern Marke Mario Kart, denn der Knödel-Kumpane verfolgt gameplaytechnisch einen völlig anderen Ansatz. Die Rennen auf Warp-Stern und Kuller-Konsorten spielen sich kampflastig, chaotisch und überladener als bei anderen Genrevertretern. Tatsächlich fühlt sich das Geschehen eher wie ein „Super Smash Bros.-Racer“ an; schließlich verantwortet Kirby-Erfinder Masahiro Sakurai beide Spielereihen. 

Die Steuerung ist auf den ersten Blick erstaunlich simpel: Die Fahrer bewegen sich ohne Eingabe von selbst. Um abzubremsen, sich aufzuladen und per Drift scharfe Kurven zu schneiden, genügt ein simpler Knopfdruck. Jeder Charakter verfügt zudem über eine Spezialleiste, die sich nach ausgeteiltem oder erlittenem Schaden füllt und mit Y seine Superattacke auslöst. Das war´s auch schon in Sachen Steuerung! 

Dafür bieten die zahlreichen Fahrzeuge allesamt einen eigenen Kniff und spielen sich komplett anders: Es gibt Allrounder, auf den Flug spezialisierte Maschinen, „Auf Knopfdruck-Stehenbleiber“ und etliche andere Varianten, die dem Geschehen Komplexität verleihen. Das scheint zwar ungewöhnlich, ist aber deswegen auch ziemlich spaßig und ein Alleinstellungsmerkmal! Auf den Strecken tummeln sich, neben anderen Fahrern, allerlei Gegner. Durch Besiegen derselben ergibt sich ein Geschwindigkeits-Boost. Spezifische Halunken lassen sich Kirby-typisch einsaugen und deren Fähigkeit kurzzeitig übernehmen.

Alte und neue Spielmodi in Kirby Air Riders

Wer das Original kennt, fühlt sich auf den ersten Blick gleich kugelwohl: Kirby Air Riders bietet klassische Rennstrecken, von denen es neben neun brandneuen auch alle neun Kurse des Vorgängers ins Spiel geschafft haben. Auf den ersten Blick mag die Anzahl der Kurse gering erscheinen, die unterschiedliche Herangehensweise aufgrund der Fahrzeug-Steuerung gleicht dies jedoch etwas aus. Die Strecken sind generell recht eng und das allgemeine Spieltempo ist hoch, wodurch das Spielgeschehen doch recht schnell unübersichtlich wird. 

Top Ride bietet neun weitere Strecken an, diesmal aus der Vogelperspektive, was an Klassiker wie Micro Machines erinnert und sich tatsächlich ähnlich spielt. Statt den sechs Fahrern in Kirby Air Ride sind hier sogar bis zu acht Fahrer erlaubt. Der dritte Modus nennt sich City Trial und stellt, wie auch schon im Vorgänger, das Herzstück des Spiels dar. Eine große Stadt mit zahlreichen Orten zur Erkundung dient bis zu 16 Air Ridern als Spielwiese. Es gilt, innerhalb eines Zeitfensters, möglichst viele Statusverbesserungs-Items einzusammeln, welche sich in Kisten, Verstecken, während abwechslungsreichen zufälligen Events und bei gegnerischen Fahrern aufhalten.

Verteilt in der Landschaft befinden sich, neben allerlei Kampf-Items, auch andere Fahrzeuge, die sich durch das eigene auswechseln lassen – oder man erkämpft sich den Untersatz eines Gegenspielers! Dieser Modus mag vielleicht zuerst ziellos und pur chaotisch wirken, es macht jedoch immer wieder Spaß, sich zu bekämpfen und allerlei Status-Booster aufzusammeln. Nach Ablauf der Zeit gilt es, das aufgebesserte Fahrzeug dafür zu nutzen, in einem der vielen Abschluss-Minispiele als Sieger hervorzugehen. Ob Massenkampf, Weitflug, kurze Rennen oder andere Disziplinen: City Trial IST Kirby Air Riders! Alle drei Spielmodi sind auch online spielbar. Zum Launch-Zeitraum liefen die Matches flüssig, jedoch dauerte es häufig recht lange, bis die Lobbys gefüllt waren.

Im City Trial gilt es, seine Statuswerte möglichst hochzuleveln

Ein Road Trip für Solisten

Auf Einzelspieler ausgelegt ist der neue Road Trip-Modus, der mit wirklich hübschen und deutsch vertonten Zwischensequenzen aufwartet. Besonders alte Fans von Kirby´s Fun Pak werden hierbei auf ihre Kosten kommen! Unsere rosa Knutschkugel muss während seiner Reise stets zwischen mehreren möglichen Aufgaben, zusammengewürfelt aus allen vorherigen Spielmodi, wählen, die es zu meistern gilt. Nach abgeschlossenen Missionen winken Status-Boni und die gelegentlichen Bosskämpfe enden mit dem Erhalt rätselhafter Kristallsplitter.

Sammelleidenschaft und Technik

Es gibt abseits dieser Spielmodi noch viele andere Dinge zu entdecken. Jäger und Sammler werden hier fündig! Sticker, Kostümteile, Musikstücke, Fahrzeuge, Fahrer und mehr lassen sich erspielen und mit Ingame-Währung erkaufen oder werden durch eine der 750 Missionen, die es zu erfüllen gibt, freigeschaltet. Die Technik des Renners betreffend werden grafisch keine Bäume ausgerissen. Dafür läuft das Geschehen auch bei heftigen Auseinandersetzungen Kirby-rund. 60 Bilder pro Sekunde erfreuen das Gamer-Auge, ab drei Spielern an einer Konsole reduziert sich die Bildrate jedoch auf 30. Schade nur, dass es überraschend viele und verhältnismäßig lange Ladezeiten gibt. Dafür ist der Soundtrack, seriengetreu, mal wieder klasse.

Zeitgleich zum Spiel wurden die ersten beiden amiibo-Figuren zum Kirby-Flitzer veröffentlicht. Kirby sowie Waddle Dee-Assistent samt Fahrzeugen machen hierbei den Anfang und kosten jeweils 39,99 €. Im März 2026 soll Meta Knight folgen, während, noch ohne Termin, sowohl König Dedede als auch Chef Kawasaki in den Regalen landen. Die Figuren stechen durch ihre Übergröße hervor, erlauben, Fahrer und Fahrzeuge untereinander auszutauschen, und lassen sich zu starken CPU-Gegnern trainieren.

Das Bild zeigt die unterschiedlichen neuen amiibo zu Kirby Air Riders.

Fazit zu Kirby Air Riders

Pros:

  • Tolle Fortsetzung, die das Original komplett übertrifft 
  • Sehr viel freizuschalten 
  • Großartiger Soundtrack 
  • Road Trip ist ein spaßiger Modus für Solisten

Cons:

  • Grafisch nicht besonders eindrucksvoll 
  • Manchmal sehr chaotisch und überladen 
  • Überraschend viele Ladezeiten

Kirby Air Riders ist die definitive Version der Spielidee eines „Kirby-Derby“ und dürfte Fans des Originals komplett zufriedenstellen. Wer einen Mario Kart-ähnlichen Titel erwartet, wird jedoch eher enttäuscht werden. Das hektische, unübersichtliche und sehr kampflastige Spielgeschehen steht hier eindeutig über regulären Renn-Matches.

Wem der Gedanke eines Super Smash Bros.-Titels auf Warp-Sternen gefällt und überhaupt dem Kirby-Chaos der Vorlage erlegen ist, schlägt im wahrsten Sinne des Wortes zu!

Das Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Marcel Eidinger 1918 Artikel
Marcel ist im Jahr 1986 geboren, dem Jahr, wo seine Lieblings-Spielereihe ihren Ursprung hat: The Legend of Zelda. Mit seinen nun mehr als 30 Jahren Lebens- und ca. 25 Jahren Nintendo-Erfahrung versucht er euch mit Liebe und Leidenschaft auf dem Laufenden zu halten!

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