Super Mario Bros Wonder im Test: Ein wirklich wundervolles Meisterwerk

In der Direct-Ausgabe vom vergangenen Juni (→ zu unserer Zusammenfassung) kündigte Nintendo mit Super Mario Bros Wonder überraschend einen neuen 2D-Ableger mit unserem Lieblingsklempner an. Dabei war bereits in den ersten Trailern klar zu erkennen, dass wir uns auf viele innovative Spielideen und besondere Items würden freuen dürfen. Am 20. Oktober ist das neue 2D-Hüpfabenteuer endlich erschienen; sowohl digital im Nintendo eShop als auch physisch im Einzelhandel (→ zu Amazon). Die digitale Variante schlägt mit 59,99 € zu Buche und nimmt nur 3,6 GB eures Speicherplatzes ein. Bemerkenswert in der heutigen Zeit ist zudem, dass der Titel ohne Day-One-Patch auskommt – ihr könnt also auch die Version 1.0.0 vollkommen genießen!

Wir wollen euch nun nachfolgend aufzeigen, warum ihr dieses Spiel auf keinen Fall verpassen dürft!

Bowser und das Schloss verschmelzen…

Dieser Testbericht wurde federführend von Patrick Ernemann, Vorstand und Chefredakteur beim Big-N-Club e.V., verfasst. Von meiner Seite findet ihr neben einem eigenen Fazit nur hier und da hinzugefügte Anmerkungen, die ich nicht immer kennzeichne; größtenteils deckt sich meine Meinung mit der von Patrick.

Prinz Florian und das Blumenkönigreich

Was erwartet euch geschichtlich im neuen Super Mario-Abenteuer? Prinz Florian aus dem Nachbarkönigreich des Pilzkönigreichs, dem sogenannten Blumenkönigreich, hat Mario, Luigi, Prinzessin Peach und Daisy sowie die verschiedenen Toads zu einem Besuch eingeladen.
Es hätte so schön werden können, wäre da nicht Marios Erzfeind – der König der Koopas. Richtig gelesen, auch dieses Mal ist Bowser der Störenfried. Entgegen der allgemeinen Annahme entführt er aber keineswegs Prinzessin Peach, stattdessen stibitzt er sich eine Wunderblume und verschmilzt auf diese Weise mit dem Schloss von Prinz Florian. Das Ergebnis: Bowser treibt nun als fliegende Festung umgeben von furchteinflößenden Piranha-Pflanzen-Wolken sein Unwesen! Die Aufgabe von Mario und seinen Freunden ist somit klar: Bowser besiegen und die altbekannte Ordnung im Blumenkönigreich wiederherstellen.

Es gibt wieder zahlreiche Gebiete zu erforschen

Bevor wir uns in das große Abenteuer wagen, wählen wir zunächst unseren Charakter aus. Hier gibt es die erste Besonderheit: Abgesehen von Mopsie und Yoshi – auswählbar in vier verschiedenen Farben – unterscheiden sich die Charaktere lediglich optisch voneinander. Die beiden Ausnahmen hingegen nehmen im Spiel keinen Schaden und eignen sich dadurch perfekt entweder für jüngere Spieler oder solche, die bisher noch keine Erfahrung mit dem Genre gesammelt haben. Jedoch ist der Nachteil dieser Protagonisten, dass diese keine Power-Ups verwenden können.

Bei Super Mario Bros Wonder ist immer für Abwechslung gesorgt

Eine bunte Riege an Charakteren steht zur Verfügung!

Insgesamt warten sechs abwechslungsreiche und wundervolle Welten auf euch. Die einzelnen Welten werden durch die Blüteninseln, welche als Hub-Welt dient, miteinander verbunden. Werdet ihr zu Beginn noch gemächlich an die Hand genommen, werden die nachfolgenden Gebiete anspruchsvoller, wobei ihr in der semi-offenen Spielwelt die Reihe der zu absolvierenden Level zum großen Teil selbst auswählen dürft. Warum nur zum großen Teil? Weil einige Level (wie zum Beispiel Boss-Stages) nur mit einer bestimmten Anzahl an Wundersamen anwählbar sind, die wiederum die Rolle der Sterne und Monde aus vergangenen Mario-Abenteuern übernehmen. Semi-offene Welt bedeutet, dass ihr sowohl Gebiete bereist, in denen die Level durch eine fest vorgegebene Strecke verbunden sind (wie in den klassischen Titeln wie Super Mario Bros. 3) als auch frei begehbare, in denen ihr die Reihenfolge der Level nach Belieben auswählen könnt (wie in Super Mario 3D World).

Gameplaytechnisch erwartet euch mit Super Mario Bros Wonder eine wahre Spielspaßgranate, die Platforming per Excellence bietet! Im Prinzip rennt und springt ihr durch die Level, stets mit dem Ziel vor Augen, das Ende zu erreichen. Natürlich sammelt ihr auch Goldmünzen ein – und nicht nur diese! Mit den sammelbaren lilafarbigen Münzen dürft ihr auf der Weltkarte shoppen gehen und so zum Beispiel Extraleben einsacken.

Das Bild zeigt die verfügbaren Items in einem Laden von Super Mario Bros Wonder.
In den Geschäften dürft ihr nach Herzenslust shoppen

Ein aufregendes Abenteuer voller Wunder

Die Steuerung funktioniert tadellos und ist innerhalb weniger Minuten komplett verinnerlicht – mehr noch, man verschmilzt regelrecht mit dem Controller. Doch wer glaubt, dass Mario in seinem neuesten Abenteuer nur alte Tugenden vertritt, der irrt! Eine Neuerung stellt nämlich das Sammeln von Wundersamen dar, von denen ihr in jedem Level zwischen ein bis drei Stück einheimsen könnt. Einen erhaltet ihr zudem für das Auffinden einer Wunderblume, die zweifelsohne das große Highlight des Spiels darstellt. Berührt ihr diese, beginnt eine geniale Wunder-Sequenz, die das Level spielerisch und optisch komplett verändert.

So werdet ihr nicht nur von einer schnelleren Musik und quietschbunten Farben begleitet, sondern bekommt die Veränderungen auch direkt im Gameplay zu spüren. Dadurch kann es durchaus vorkommen, dass die sonst so gefährlichen Piranha-Pflanzen plötzlich ein Liedchen trällern oder ihr euch als rollende Kugel durch das Spiel bewegt. Die Fülle der ausgelösten Effekte ist groß und sorgt für riesigen Spielspaß – hier gebührt den Entwicklern ein besonderes Lob für eine derartige Kreativität. Insgesamt sollen bei der Ideenfindung zu möglichen Effekten über 2.000 Vorschläge aus dem Entwicklungsteam eingegangen sein – ein unvorstellbarer Wert, der den schier unglaublichen Ideenreichtum von Nintendo zeigt.

Das Bild zeigt singende Piranha-Pflanzen in Super Mario Bros Wonder.
Singende Piranha-Pflanzen – solch geniale Einfälle gibt es in Wonder zuhauf!

Törööö – Ein Mario im Elefantenkostüm!

Was wäre ein Mario-Spiel ohne Power-Ups? Richtig – ein Super Mario ohne Power-Ups! Daher darf unser Klempner auch in seinem neuesten Abenteuer auf seine klassischen Items zurückgreifen: Pilz, Feuerblume und der allseits beliebte Stern. Doch auch neue Power-Ups erwarten euch – allen voran ein apfelähnliches Elefantenkopf-artiges Item, das Mario in einen Elefanten verwandelt. In dieser Form ist unser Held um einiges stärker unterwegs, sodass ihr mit dem Rüssel Gegner und Blöcke zerstören könnt. Weiterhin könnt ihr mit zuvor aufgenommenem Wasser verwelkte Blumen zum Blühen bringen. Was ihr dafür bekommt? Das wollen wir euch an dieser Stelle nicht verraten – findet es am besten selbst heraus! Als weiteres neues Item steht euch in Super Mario Bros Wonder der Bohrkopf zur Verfügung, mit dem ihr euch durch die Decke oder das Erdreich bohren könnt. Da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, wartet mit der Seifenblume das dritte neue Item auf seinen Einsatz. Mit dieser ist Mario in der Lage, Seifenblasen zu verschießen und damit Gegner einzufangen, die ihr dann wiederum als Sprungbrett verwenden dürft. So schön die drei neuen Power-Ups das Gameplay ergänzen, beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass diese manche Levelpassagen deutlich erleichtern.

Das Bild zeigt Elefanten-Mario mit einem erhaltenen Königssamen in Super Mario Bros Wonder.
Auch als Elefant ist Mario unschlagbar!

Und wenn wir schon bei den Neuerungen sind, machen wir doch direkt weiter – mit den sogenannten Abzeichen. Diese könnt ihr nicht nur in bestimmten Läden kaufen, sondern auch in den verschiedenen Leveln verdienen – die sogenannten Abzeichen-Tests. Unterteilt werden die Abzeichen in drei Kategorien: Aktionsabzeichen, die euch aktive Fähigkeiten wie etwa den Schwebe-Hochsprung (lässt euch höher springen) bescheren. Als zweite Kategorie gibt es Stärkungsabzeichen, die als passive Verstärker dienen und euch zum Beispiel jedes Level mit einem Power-Pilz beginnen lassen. Als drittes Abzeichen im Bunde wären die Expertenabzeichen zu nennen, die sich – wie es der Name vermuten lässt – an die fortgeschrittenen Spieler richtet und Mario beispielsweise unsichtbar werden lässt. Auch wenn wir hier nur einige Beispiele genannt haben, so könnt ihr sicher sein, dass auf euch zahlreiche Abzeichen warten, mit denen ihr das Gameplay nach Belieben verfeinern könnt.

Eine wahre Multiplayer-Gaudi

Wer sich lieber mit Freunden ins wunderliche Getümmel stürzen will, der darf das wahlweise lokal oder online – und das sogar zu viert! Im lokalen Modus gibt einer der Spieler den Ton an, bedeutet, auf diesen fokussiert sich die Kamera, sodass sich das Scrolling mit dessen Bewegungen fortbewegt – zu erkennen an einer goldenen Krone über dem Kopf des Charakters. Das klappte in unseren Sessions erstaunlich gut und sorgte für viel Spaß. Eine große Neuerung stellt hingegen das Fehlen der Kollisionsabfrage zwischen den Spielern dar. Vergangene Situationen, in denen man seine Mitspieler (natürlich ganz zufällig) in den Abgrund stieß, gehören somit der Vergangenheit an – allerdings ebenso Hilfestellungen, indem man sich vom Kopf eines Mitspielers abstieß, um noch höher springen zu können. Dies mag zwar für den einen oder anderen schade wirken, allerdings hebt es das Team-Gefühl umso mehr hervor und sorgt dafür, dass ungewollte Aktionen im Chaos enden.

Seht, wie andere Spieler aus der ganzen Welt zeitgleich das Level absolvieren

Sofern ihr den Online-Modus aktiviert, seht ihr die Silhouetten („Geister“) anderer Mitspieler in Echtzeit durch die Level rasen. Insgesamt ist der Online-Modus gut gestaltet und lief bei unseren Tests stets flüssig und fehlerfrei. Besonders cool: Ihr dürft verschiedene Aufsteller in den Leveln platzieren, die anderen Spielern als Wiederbelebungspunkt dienen. Abgesehen davon hat der Online-Modus wenig mit „Mehrspieler“ zu tun, denn man erledigt das Level trotzdem allein. Hier hätte man gerne weitere Interaktionen mit anderen Spielern einbinden können.

So schön wie eine Wunderblume

Optisch kann das neue Mario-Abenteuer absolut überzeugen, was nicht zuletzt am neuen Grafikstil liegt, der sich deutlich von den vorherigen 2D-Ablegern unterscheidet und bunter sowie verspielter wirkt. Dies liegt vor allem an der Zusammenarbeit von Shiro Mouri und Koichi Hayashida: Mouri war sowohl für den letzten Ableger New Super Mario Bros. U sowie die Deluxe-Version als auch für Super Mario Bros Wonder als Director tätig, während sich Hayashida für das Spieldesign verantwortlich zeichnet. Letztgenannter arbeitete als Director für die 3D-Abenteuer Super Mario 3D World (→ zu unserem Testbericht) sowie Super Mario Odyssey und sollte seine Erfahrungen aus den 3D-Ablegern mitbringen, um diese auf das neueste 2D-Abenteuer anzuwenden.

Das Bild zeigt eine Wolkenlandschaft in Super Mario Bros Wonder.
Grafisch ist das neue Mario-Abenteuer eine Augenweide!

Technikfreunde dürften zudem über die Auflösung erfreut sein, die zwar dynamisch angelegt ist, die angepeilten 1080P (bzw. 720P im Handheld-Modus) in den Leveln aber stets erreicht. Einzig auf der Weltkarte wird die Auflösung im Dock-Modus in wenigen Ausnahmen auf 864P reduziert, was aber absolut verschmerzbar ist und kaum auffällt. Die unterschiedlichen Level sind thematisch grandios in Szene gesetzt und begeistern mit einem butterweichen Scrolling, das auch bei actionreichen Szenen stets flüssig und ohne Slowdowns abläuft – Dank einer Bildwiederholungsrate von 60 Bildern in der Sekunde. Ein weiteres Highlight sind die fantastischen Animationen von Mario und Konsorten, die euch immer wieder zum Schmunzeln bringen. Hier merkt man, dass Nintendo im Vergleich zu vorherigen Mario-Games deutlich mehr Budget in die Animationen gesteckt hat, wie der Spiele-Producer und Nintendo-Urgestein Takashi Tezuka kürzlich in einem Interview verriet. Dies spiegelt sich besonders in den Mimiken der Charaktere wider, die deutlich mehr Emotionen zeigen und dadurch lebendiger wirken. Besonders schön in Szene gesetzt sind zudem die Wunderanimationen, die einem nicht selten ein „Wow“ entlocken.

Ein Ohrenschmaus mit neuer Synchronstimme

Die musikalische Seite steht der optischen Brillanz in nichts nach – kein Wunder, schließlich hat auch der Altmeister Koji Kondo neue Musikstücke beigesteuert. Doch auch im Gesamten betrachtet kann die Musikuntermalung begeistern, regt sie doch zum fröhlichen Mitsummen an und untermalt das Abenteuer auf perfekte Art und Weise. Besonders gefallen hat uns auch die deutsche Sprachausgabe der Plauderblume. Diese ist perfekt vertont und sorgt mit ihren lustigen Aussagen nicht selten für Gelächter. Apropos Sprachausgabe: Nachdem vor einigen Wochen bekannt wurde, dass Charles Martinet unseren Klempner zukünftig nicht mehr seine Stimme leihen wird, wurde viel über den neuen Sprecher gemunkelt. Mit dem Release des neuen Mario-Abenteuers wurde das Geheimnis gelüftet: Kevin Afghani, der bereits seit dem Jahr 2020 als Synchronsprecher tätig ist und zum Beispiel den Charakter Arnold aus dem Spiel Genshin Impact vertont hat, leiht ab Super Mario Bros Wonder den beiden Klempner-Brüdern ihre Stimmen – diese klingen dabei jenen von Charles Martinet zwar ähnlich, was positiv zu bewerten ist. Jedoch fällt auch die fehlende Fülle der Stimme auf; sie klingt weniger enthusiastisch – im Vergleich zu der von Martinet.

Die Animationen sorgen immer wieder für ein Schmunzeln

Fazit zu Super Mario Bros Wonder

Pros:

  • Perfekte Spielbarkeit
  • Toller Soundtrack
  • Grafisch eine Augenweide
  • Kreative Ideen bei der Levelgestaltung
  • Neue und nützliche Items
  • Toller Humor
  • Genialer Mehrspieler-Modus

Cons:

  • Für Profis etwas zu einfach geraten
  • Wenig Abwechslung in den Bosskämpfen
  • Unzureichender Online-Multiplayer
Unsere Gesamtwertung (9,75)

Fazit Patrick Ernemann: Super Mario Bros Wonder ist ein wahres Fest – und das nicht nur für Mario- und Jump’n’Run-Fans! Es ist schier unglaublich, was Nintendo hier alles an Abwechslung und Ideenreichtum auffährt. Dabei glänz der Titel mit einer perfekten Spielbarkeit, die euch für viele Stunden an die Hybrid-Konsole fesseln wird. Gemeinsam mit der grandiosen Grafik und dem tollen Soundtrack ist das neue Abenteuer unseres Lieblingsklempners ein Must-Have für jeden, der auch nur annährend etwas mit Videospielen anfangen kann – vielen Dank Nintendo für dieses göttliche Stück Mario-Geschichte!

Fazit Marcel Eidinger: Das neue 2D-Abenteuer mit unseren Lieblingsklempnern und Co. zeigt eindrucksvoll, wieviel Liebe und Innovation BIG-N ins Mario-Universum steckt. Jedes Level wartet mit neuen Aspekten auf und versprüht die typische Nintendo-Magie! Super Mario Bros Wonder braucht sich vor den klassischen Größen wie Super Mario World nicht verstecken, denn es ist ähnlich charmant und abwechslungsreich gestaltet. Lediglich der unzureichende Online-Multiplayer und der immer wiederkehrende Boss in den Palästen der Welten trüben die sonst herausragende Spielerfahrung. Neben dem hochwertigen Gameplay wartet der Titel mit einem überragenden Soundtrack auf – wahrlich ein neues Meisterwerk!

Das Testmuster wurde uns von Nintendo bereitgestellt. Vielen Dank dafür!

Über Marcel Eidinger 1844 Artikel
Marcel ist im Jahr 1986 geboren, dem Jahr, wo seine Lieblings-Spielereihe ihren Ursprung hat: The Legend of Zelda. Mit seinen nun mehr als 30 Jahren Lebens- und ca. 25 Jahren Nintendo-Erfahrung versucht er euch mit Liebe und Leidenschaft auf dem Laufenden zu halten!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*