Xenoblade Chronicles 3 – Im Mosaik strahlend hell

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In diesem Testbericht geht es um das Mammut-JRPG Xenoblade Chronicles 3 aus der Entwicklerschmiede Monolith Soft. Während der zweite Teil bereits im ersten Jahr der Nintendo Switch am 01. Dezember 2017 erschienen ist, startet der Nachfolger seit dem 29. Juli 2022 nach fast einer halben Dekade später durch! Auch bei diesem Triple A-Projekt fungiert Nintendo erneut als Publisher.

Es handelt sich bei diesem Titel um einen Einzelspieler, welcher ab zwölf Jahren freigegeben ist und ungefähr 14 GB eures Speichers einfordert.

Xenoblade Chronicles 3 könnt ihr im Nintendo eShop in der Standardverision für 59,99 € und mit dem Erweiterungspass für 89,98 € kaufen. Auf Amazon erhaltet ihr das Spiel in der Standardversion momentan für 48,99 € und mit dem Erweiterungspass für 78,98 €. Somit liegt der Zusatzcontent bei 29,99 €.

Schaut euch gerne (noch) einmal den Veröffentlichungstrailer zu Xenoblade Chronicles 3 an:

Eine emotionale Reise!

Die Geschichte von Xenoblade Chronicles 3

Zwei Nationen… zwei Königinnen… Krieg. Im Land Aionios kämpfen die Fraktionen Keves und Agnus einen ewigen und bitterlichen Kampf. Beide Seiten gieren nach der Lebensenergie der anderen, um ihre sogenannten Flammenuhren zu füllen. Aufgeteilt in Kolonien ziehen unzählige Soldaten lediglich für ein Ziel in den Kampf und letzten Endes für den Tod: Die Heimkehr. Unter diesem „erstrebenswerten“ Ritual versteht man die Rückkehr eines Überlebenden nach zehn Jahren zur jeweiligen Königin. Voller Ehrfurcht und stolz spenden die „jungen“ Krieger ihre Lebensenergie. Es ist ihr Schicksal, lediglich für zehn Jahre – im Spiel „Intervalle“ genannt – zu leben, um sich anschließend voller Hingabe zu opfern. Wieso die Charaktere im Spiel dann allerdings älter aussehen, mag ich an dieser Stelle nicht verraten.

Die sechs Hauptprotagonisten sind zunächst in zwei Feindeslager gesplittet – drei aus Agnus und drei aus Keves. Auf jeder Seite spielt jeweils ein Wegweiser Melodien für Gefallene, um sie ins Jenseits zu führen. Wie es das Schicksal so will, treffen die sechs Kämpfer schon bald aufeinander. Dies geschieht natürlich nicht friedvoll, sondern mit der Intention zu töten.

Es vergeht nicht viel Zeit, bis die Gruppen während eines aufreibenden Kampfes von einer mysteriösen Person gestoppt werden. Ein älterer Veteran wirft Fragen bezüglich des Sinnes des ewigen Krieges auf und löst somit Zweifel aus. Wer ist der wahre Feind? Warum soll ein ewiger Kampf stattfinden? Wo könnte das tatsächliche Ziel liegen? Ihm ist daran gelegen, dass die sechs Soldaten aus Keves und Agnus zusammenarbeiten und stattet sie mit der überwältigenden Macht der Ouroboros aus. Von da an beginnt eine gemeinsame Odyssey, welche die Welt verändern wird…

Das Bild zeigt eine Szene des Rituals der Heimkehr bei der Königin aus dem Spiel Xenoblade Chronicles 3.
Die Heimkehr stellt eine Opferung dar

Der Achterbahn-Verlauf

Der Verlauf der Geschichte in Xenoblade Chronicles 3 ist ziemlich durchwachsen. Während der Anfang stark einleitet, flacht die Handlung bis zum vierten Kapitel erst einmal auf ein gewisses Niveau ab. Dies liegt an dem immergleichen Rhythmus dessen, was wir tun und was erzählerisch passiert. Jedes Mal geht es um eines: Eine Kolonie entdecken, Missstände feststellen, ein paar Aufgaben zur Hilfe absolvieren, Kampf gegen einen Konsul – oberster Befehlshaber einer Kolonie und keiner Fraktion unterstellt – im Anschluss Flammenuhr zerstören und weiter helfen. So ging es stundenlang. Es kam der Punkt, an dem ich mich fragte, ob sich dies nun bis kurz vor Ende durchzieht. Wäre dem so gewesen, wäre Enttäuschung der emotionale Zustand gewesen, mit dem dieser Testbericht nun geschrieben würde.

Glücklicherweise spendierte Monolith Soft im weiteren Verlauf doch ein gewisses Maß an Abwechslung. Ab einem bestimmten Punkt nimmt Xenoblade Chronicles 3 narrativ ordentlich an Fahrt auf und die Spannung steigt. Die Anzahl der Konsuln ist enorm hoch, sodass man irgendwann den Überblick verlieren kann. Leider sind auch nicht alle Auftritte ähnlich gut inszeniert. Bei zwei Konsuln wunderte ich mich darüber, keine Szene nach dem Kampf zu sehen. Man kann sich das so vorstellen, dass man sie bekämpft, der Kampf vorbei ist und einfach… nichts… passiert. Es wirkt auf mich, als habe man es eventuell vergessen oder zu wenig Entwicklungszeit gehabt.

Darüber hinaus mag ich euch eine Szene zeigen, die recht flach ausgefallen ist. Zur Erklärung: Wir kämpfen gegen einen richtigen Taktiker, der Fallstricke vorhersieht und stets den nächsten Schritt bedenkt. Wir hängen an einem Abgrund und er lässt sich alle Zeit der Welt, nur um von einem Mitglied von hinten „überrascht“ zu werden. Darüber hinaus dreht er sich extrem langsam um. Schnitt, wir stehen auf einmal vor ihm, obwohl dies nicht einmal gezeigt wurde und starten eine recht mager aussehende Attacke und er ist besiegt und wirkt extrem überrascht. Anhand dieses Beispiels (nicht Hauptstory) mag ich verdeutlichen, welch unterschiedliche Qualität sich durch Xenoblade Chronicles 3 in Bezug auf die Inszenierung zieht. Hier einmal die Szene:

Hier stimmt in der Inszenierung einfach nichts

Was noch sehr wichtig ist: Auch wenn es mehrere Missionen oder Szenen geben kann, die flacher wirken, so bieten sie doch jede Menge Hintergrundinformationen und gestalten die Welt von Aionios greifbarer. Je mehr man über die Charaktere und ihre Geschichten und Eigenheiten erfährt, desto verbundener fühlt man sich im weiteren Verlauf. Nicht selten hatte ich dieses: „Ach schau mal an, da ist er/sie ja wieder“-Gefühl, was mich dann doch gefreut hat. Es ist am Ende das Gesamtbild, das überzeugt, weil es mir Aionios und dessen Bewohner nahebringt.

Die Charaktere bilden ein stimmiges Team

Zu den Charakteren kann ich folgendes schreiben:

  • Keves
    • Noah: Ein ruhiger Wegweiser, der eigentlich gar nicht kämpfen möchte. Er ist ein ruhiges Gemüt und sehr nachdenklich
    • Lanz: Der Muskelprotz, der nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Auch wenn er immer tough wirkt, ist der Kern weicher, als man denkt. Als Verteidiger agiert er für seine Freunde ohne zu Fragen als Schild
    • Eunie: Die Frau, die sagt, was sie denkt – also kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie liebt es zu provozieren, hat aber eine sehr fürsorgliche Seite an sich. Dies passt zu ihrer Heilerrolle
  • Agnus
    • Mio: Eine Wegweiserin mit ähnlichen Charakteristika wie Noah. Auch sie mag eigentlich gar nicht kämpfen und ist stets sehr nachdenklich. Ihre Lebenszeit ist am weitesten fortgeschritten, weshalb man sich um sie besonders sorgt – und sie sich selbst natürlich auch. Sie ist extrem flink und agil
    • Taion: Er ist der kluge Stratege des Agnus-Trios und bewahrt meistens einen kühlen Kopf. Er kämpft mit stylischen Papier-Mondos und agiert als Heiler
    • Sena: Der Kraftprotz der drei agnischen Soldaten. Sie redet nicht all zu viel und ist oft unsicher. Dafür teilt sie enorm aus und ist eine gute, wenn auch naive Seele. Sie übernimmt die Angreiferrolle

Natürlich existieren noch viele weitere Charaktere, doch mit diesen startet ihr eingangs nach kurzer Zeit im Verbund. Zunächst einmal wirken sie wie typische JRPG-Klischee-Charaktere, doch ist es die Länge der Reise, die sie einzigartig macht – vor allem als Team. Es ist wie mit den ganzen Nebenaufgaben: Am Ende zählt das Ensemble und die Chemie untereinander. Es entstehen einfach viele witzige Momente und nach und nach freunden sich die Charaktere immer weiter miteinander an, weil sie mehr und mehr von sich preisgeben. Außerdem stehen sie mutig füreinander ein und wollen alle die Geheimnisse der Machenschaften der Konsuln und der Welt Aionios lüften.

Ein tolles Team!

Das Questdesign fällt spielerisch wenig abwechlungsreich aus

Nun, wer die vorherigen Ableger der Reihe gespielt hat, weiß, dass die Xenoblade-Spiele leider nicht mit abwechslungsreichen Quests ausgestattet sind. Diese Aussage bezieht sich allerdings ausschließlich auf den spielerischen Aspekt. Im Wesentlichen existieren nur weniger Questtypen: Zu Punkt X laufen und Gegner besiegen; mit verschiedenen Leuten reden; Items sammeln; Spuren/Fährten folgen. Auf erzählerischer Ebene und die Art, wie es inszeniert ist, gibt es natürlich schon starke Unterschiede. Doch auch in diesem Aspekt wiederholen sich gewisse Elemente teils sehr oft; Stichwort: Vorräte sind knapp.

An Rastplätzen können wir Informationen besprechen, um Missionen freizuschalten

In Xenoblade Chronicles 3 stehen uns drei Questtypen zur Auswahl. Die Hauptmissionen betreffen natürlich die Hauptstory. Nebenmissionen behandeln viele kleine Geschehnisse und Heldenmissionen schalten Helden frei oder erweiteren dessen Klassenrang-Maximum, doch dazu später mehr.

Es kann passieren, dass wir uns wundern, warum gewisse Missionen nicht triggern. Dies kann daran liegen, dass der benötigte Held nicht ausgewählt ist. Sobald wir in der Heimat des Helden mit diesem herumlaufen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwo auf der Karte ein Fragezeichen erscheint.

Mehrere Nebenmissionen können wir freischalten, wenn wir Gesprächen lauschen, die in einer gelben Dialogbox angezeigt sind. Ein Ausrufezeichen macht auch aus der Ferne aufmerksam darauf. Es kommt immer wieder mal vor, dass wir dazu mehrere Dialoge hören müssen, damit wir alle Informationen parat haben.

Einige Quests fordern aber auch zuvor abgeschlossene Aufgaben. Leider existieren auch Sammelquests, bei denen man Materialien sammeln muss, deren Zielort nicht angegeben ist. Da heißt es dann entweder auf gut Glück suchen, sich vorher alles notiert oder gemerkt haben oder das beliebte Internet fragen und dann hoffen, dass die Information bereits vorhanden ist. Zum Glück halten sich derlei Missionen in Grenzen. Absolut nervige Quests findet man in Xenoblade Chronicles 3 eigentlich kaum.

Viele Quests starten wir durch Besprechungen

Das deutlich verbesserte Gameplay in Xenoblade Chronicles 3

Möglicherweise habt ihr es schon häufiger über Xenoblade Chronicles 2 gehört: „Mir ist das Kampfsystem einfach zu kompliziert.“ Und ja, Teil zwei verlangt dem Spieler so einige Aufmerksamkeit und Experimentierfreude ab. Das Manko damals war, dass sämtliche Erklärungen lediglich einmal eingeblendet wurden und dann nicht mehr auffindbar waren. So war man fast gezwungen, über YouTube-Tutorials herauszufinden, was man da eigentlich im Kampf tun muss, um effektiv agieren zu können.

An dieser Stelle eine dicke Entwarnung für Xenoblade Chronicles 3. Zum einen ist das Kampfsystem nicht ganz so kompliziert, aber dennoch komplex. Und zum anderen können wir jede Erklärung im Menü noch einmal nachlesen und sogar Übungen dazu absolvieren. Was meine ich nun mit „kompliziert“ und „komplex“: Ersteres impliziert eher etwas, das unnötig undurchdringbar und/oder unkomfortabel gestaltet ist, während Letzteres aussagt, dass etwas umfangreich ist. Xenoblade Chronicles 3 bietet sehr viele Mechaniken, die für sich genommen aber nicht schwer zu verstehen sind. Die Komplexität entsteht einfach durch die Gesamtheit der Elemente, die sinnvoll miteinander verbunden werden wollen.

Dass es sowas in Teil zwei nicht gab, ist schon sonderbar

Wir kämpfen aktiv mit sechs Charakteren

Oh Leute, das ist echt cool! Uns stehen im Kampf gleich sechs Charaktere zur Verfügung, zwischen denen wir wechseln können und das unkompliziert und schnell. Kurz die ZL-Taste gedrückt halten und dann mit L oder R umschalten. Das ist deshalb ein Zugewinn, weil es die Dynamik im Kampf unfassbar aufwertet. Allerdings können wir auch den Charakter außerhalb der Kämpfe wechseln. Nach erfolgreichen Kämpfen erhalten wir Erfahrungspunkte (steigern Spielerlevel), Klassenpunkte (erhöhen Klassenränge), Bonus-EP (zum optionalen Leveln an Rastpunkten) und Seelenpunkte (schalten Fähigkeiten für Ouroboros frei). Außerdem erhalten wir verschiedene Materialien und andere Items.

In Xenoblade Chronicles 3 stehen uns verschiedene Klassen zur Verfügung. Die drei generellen Rollen sind „Angreifer“, „Verteidiger“ und „Heiler“. Die Klassenbezeichnungen hingegen geben Aufschluss über weitere Eigenschaften. Der Thaumaturg zum Beispiel ist sozusagen ein Angriffsheiler. Dieses Prinzip zieht sich durch alle Klassen. Und woher kommen die Klassen? Durch die Helden!

Die Helden wiederum sind spezielle Charaktere in der Welt von Aionios. Damit wir diese rekrutieren können, ist es notwendig Heldenmissionen zu absolvieren. Diese erkennt man an den gelben Ausrufezeichen auf der Karte oder bei den Besprechungen an Rastplätzen. Bei dieser Art Mission erlebt man meist etwas längere Aufträge mit sehr interessanten Informationen. Darüber hinaus sind sie voll vertont und belohnen mit einem zusätzlichen Kampfmitglied. Wie der Überschrift zu entnehmen ist, kämpfen wir zwar lediglich mit sechs Charakteren aktiv, aber ein Held kann darüber hinaus auch noch dem Kampf beiwohnen – allerdings steuern wir diesen nicht. Somit nehmen insgesamt sieben Personen an Kämpfen teil.

Zu sechst oder siebt kann es schon mal chaotisch zugehen

Zu den Klassen sei noch geschrieben, dass jeder Charakter andere Affinitäten hat. Das bedeutet, dass beispielsweise Noah als Angreifer ein höheres Potenzial bei Angriffsklassen entfaltet. Dies wiederum bedeutet, dass er dort schneller levelt, also mehr Klassenpunkte erbeutet als Charaktere, die eine niedrigere Affinität haben. Steigt der Klassenrang, können wir auch Techniken meistern und diese Meistertechniken dann auch mit anderen Klassen als Sekundärtechniken ausrüsten. Das Gleiche gilt auch für Talente.

Klassen werden nach dem Schmea S>A>B>C>D in folgenden Bereichen bewertet: Schwert = Angriff, Schild = Abwehr, Herz = Heilung, Spielfigur = Komplexität.

Jede Klasse bietet unterschiedliche Stärken

Technik über Technik

Ja, Xenoblade Chronicles 3 bietet einiges an Mechaniken, welche durchdrungen werden wollen. Für sich genommen sind sie aber alle leicht zu verstehen. Generell sei geschrieben, dass unsere Charaktere automatisch Auto-Attacken ausführen. Bei den Soldaten aus Keves füllen sich bei jedem Schlag die Ränder um die primären Techniken – Quadrate auf der rechten Seite. Bei Soldaten von Agnus füllen sich diese mit der Zeit, auch ohne, dass Auto-Angriffe passieren.

Als Technik bezeichnet man in Xenoblade Chronicles 3 die Angriffe, die sich schnell füllen und via den Knöpfen X, Y und B auslösen lassen. Dies sind stärkere Angriffe mit verschiedenen Effekten. Spezialtechniken wiederum liegen auf dem Kreis ganz rechts bei den Attacken. Immer dann wenn wir die Aufmerksamkeit eines Feindes mit unseren Angriffen auf uns ziehen, füllt sich der Rand des Kreises. Geben wir den Befehl einer Technik, während ein Auto-Angriff stattfindet, so können wir schneller und härter angreifen – das bedeutet, dass wir durch gezieltes Timing Aktionen miteinander verbinden können (bis man Technik an Technik anschließen kann, vergeht unerklärlicherweise zu viel Zeit). Machen wir davon Gebrauch, so füllt sich die Spezialtechnik schneller und der Kampf in Xenoblade Chronicles 3 wird allgemein dynamischer. Die Spezialtechnik ist ein besonders starker Angriff.

Bei den Techniken gibt es neben Effekten wie erhöhter Krit.-Rate auch noch Schadensboni, wenn wir aus der geforderten Richtung angreifen. Einen Seitenangriff sollte man daher seitlich am Monster ansetzen. Die Positionierung im Kampf spielt also auch eine Rolle. Drücken wir den rechten Analogstick ein, so vollführt der aktive Charakter einen Hechtsprung in die gewünschte Richtung (linker Stick) aus. In welcher Richtung wir uns gerade zum Gegner befinden, zeigt ein Pfeil über den Techniken stets an.

Vereinzelt lösen wir kleinere Rätsel

Fusionstechniken, Ouroboros und Synchronisationslevel

Im Laufe des Spiels können wir auf ein Angriffsrepertoire der jeweils anderen Fraktion zurückgreifen, sodass wir drei Angriffe haben, welche Techniken mit jedem Schlag auffüllen und drei Angriffe, welche Techniken nicht mit jedem Schlag auffüllen, weil sich diese (wie oben beschrieben) automatisch mit der Zeit füllen. Somit haben wir ganze sechs Techniken zur Verfügung. Die jeweils neuen drei Techniken lösen wir mit dem Steuerkreuz (oben, links, unten) aus.

Fusionstechniken können wir auslösen, indem wir die ZR-Taste gedrückt halten und dann aus drei Möglichkeiten wählen. Bei diesen Techniken kombinieren wir eine Agnus- mit einer Kevestechnik, wodurch der Angriff an Stärke dazugewinnt und auch Effekte kombiniert werden. Damit dies gelingt, müssen zwei parallel zueinander stehende Techniken (siehe Foto) voll aufgeladen sein.

Erspielt den Mysteriösen

Durch den Einsatz von Fusionstechniken wiederum erhöht sich unser Synchronisationslevel. Dieses kann von eins bis drei steigen. Sehr früh in der Handlung von Xenoblade Chronicles 3 erhalten wir die Fähigkeit, Soldaten von Keves mit Soldaten aus Agnus zu synchronisieren. Somit verbinden sich zwei Kämpfer zu einem mächtigen Überwesen namens Ouroboros. Auch in dieser Form greifen wir mit Auto-Attacken, Techniken und Spezialtechniken an. Je höher allerdings unser Synchronisationslevel ist, desto höheren Schaden teilen wir aus und desto schneller füllt sich unsere Spezialtechnik. Im späteren Verlauf des Spiels könnt ihr eine besondere Technik erst auf Stufe drei kurz vor Überhitzung ausführen.

Überhitzung? – Ja, während wir in dieser Form kämpfen, fangen die Ouroboros an, zu überhitzen. Wir verweilen also nicht ewig in dieser Form, sondern haben ein Zeitlimit. Zur Sonchronisation gehören zwei Charaktere und somit existieren sogar zwei verschiedene Ouroboros-Formen eines Duos. Wir können mit dem Steuerkreuz oben zwischen diesen Versionen wechseln. Sowohl das Design als auch die Angriffe verändern sich stark. Die Ouroboros aus Keves sind violett, während die aus Agnus weiß gehalten sind.

Immer wieder witzige Situationen

Kettenangriffe

Kettenangriffe sind möglich, wenn die dazugehörige Leiste (oben rechts über der Meistertechnik) gefüllt ist. Kombinieren wir verschiedene Techniken klug miteinander, füllt sich die Leiste. Auf der Plus-Taste steigen wir dann in einen Kettenangriff ein. Bei dieser Angriffsaktion wählen wir die verschiedenen drei Rollen der Kampfteilnehmer aus und vollziehen Angriffe mit verschiedenen Effekten. Beispielsweise ignorieren wir zu einem gewissen Prozentsatz die gegnerische Verteidigung oder schwächen dessen Ätherresistenz um 50 % – auch Heilungen für Mitstreiter sind möglich. Doch zuvor starten wir normale Angriffe, um dann diesen starken Angriff auszulösen. Dabei sammeln wir Trefferpunkte (TP). Am Rand zeigt man uns eine Prozentanzeige.

Schaffen wir es auf mindestens 100 %, so lösen wir den Angriff des zuvor gewählten Charakters samt Effekt aus. Je nachdem wie weit wir über die 100 % gekommen sind, reaktivieren wir eine bestimmte Anzahl an zuvor ausgewählten Charakteren für die Angriffe. Dabei gilt: 100 % bis 149 % – gut – eine Reaktivierung / 150 % bis 199 % – sehr gut – zwei Reaktivierungen / ab 200 % – exzellent – drei Reaktivierungen.

Je nachdem welche Rolle den starken Angriff am Ende einer Runde (eines Kettenkomandos) ausführt, gibt es einen Effekt. Beispielsweise kann ein Heiler die Prozentanzeige nicht über 100 % bringen. So ist es also möglich auf 99 % zu kommen, um dann mit dem nächsten Kommando die 150 % oder die 200 % eher knacken zu können. Helden bieten immer spezielle Effekte wie zum Beispiel Valdi der Kriegsheiler, welcher einen 50 %-TP-Bonus bei Maschinengegnern spendiert. Derart Effekte können sehr hilfreich sein. Die Heiler unter den Helden überschreiten allerdings die 99 %-Marke.

Kettenangriffe sind sehr mächtig

Auch Ouroboros können an Kettenangriffen teilnehmen. Entweder man bindet sie direkt ein, indem man mit einem Ouroboros in der dritten Synchronisationsstufe einen Kettenangriff initiiert oder man kombiniert geschickt einen normalen Angreifer mit seinem Synchronisationspartner am Ende eines Kettenkomandos. Dies wäre eine Form der Synchronisation.
Außerdem können wir die TP-Ausschüttung dadurch beeinflussen, ob wir mehrere Charaktere einer Fraktion nacheinander angreifen lassen.

Darüber hinaus maximieren wir mit unseren Aktionen sowohl das Ausmaß an Erfahrungspunkten als auch des Schadenmultiplikators.

Bei Kettenangriffen gibt es noch einiges mehr zu bedenken, aber an dieser Stelle soll das Grundgerüst erst einmal ausreichen, um euch die Vielfalt an Möglichkeiten zu offenbaren.

Wer ist dieser mysteriöse Mann, der immer wieder gezeigt wird?

Der Support im Kampf

Sollte ein Charakter mal im Kampf fallen, so kann man diesem wieder aufhelfen. Diese Aufgabe können allerdings nur Heiler übernehmen (es sei denn, ihr besitzt ein sehr wertvolles Item). Dazu ist es nötig, zu dem gefallenen Soldaten zu rennen und den A-Knopf gedrückt zu halten. Praktischerweise können auch mehrere Kämpfer die Aktion ausführen, damit die Aktion schneller ausgeführt wird.

Weitere Unterstützung passiert über Fähigkeiten, die Kreise erscheinen lassen. Beispielsweise schafft ein Verteidiger einen Kreis, in dem man seine eigene Abwehr erhöhen kann. Den Bonus erhält man allerdings nur, wenn man sich auch in das Feld hineinstellt. Auch können sich Effekte überlappen, wenn sich die Kreise überschneiden. Dies macht die Positionierung noch einmal wichtiger. Heilitems – wie in Xenoblade Chronicles 2 – müssen wir nicht mehr einsammeln. Generell sammeln wir keine Items fernab vom Loot der Gegner mehr auf.

Er hat Recht: Man muss auch mal relaxen können…

Initiierung und Flucht

In Xenoblade Chronicles 3 starten wir Kämpfe, indem wir unsere Waffen ziehen und Gegner angreifen oder schlichtweg, indem wir uns in die Nähe von aggressiven Gegnern begeben, dessen Level nicht viel niedriger ist als das unsere. Ja, Monster scheuen den Kampf, wenn sie sehen, dass wir überlegen sind. Woran sie dies erkennen, bleibt wohl ein Geheimnis – es muss unsere mächtige Aura sein. Einzig und allein nervig sind bestimmte vergrabene Gegner, die auf das Überraschungsmoment setzen und uns immer angreifen, sobald wir in der Nähe sind.

Wollen wir aus einem Kampf fliehen, so müssen wir lediglich unsere Klinge wegstecken und… rennen. Meistens gelingt bei gewissem Abstand eine Flucht. Da uns Gegner währenddessen noch immer angreifen können, kann es passieren, dass sie uns besiegen und der Bildschirm schwarz wird. Dabei setzt das Spiel uns lediglich zum letzten Reisepunkt zurück, ohne dass wir an Items et cetera einbüßen.

Witzigerweise endet ein Kampf sofort, wenn wir anfangen zu klettern. Auch wenn dies keinen Sinn ergibt, so wollte Monolith Soft wahrscheinlich Frustmomente minimieren. Allerdings bietet dies auch Möglichkeiten, gewisse Passagen nicht wie vorgesehen zu übergehen. Ich konnte beispielsweise ein mächtiges Item erlangen, indem ich einen besonders starken Gegner mit diesem Kniff einfach ausgesetzt habe:

Tja, so war es wohl nicht vorgesehen…

Die Kämpfe in Xenoblade Chronicles 3 sind wenig taktisch

Mit hoher Wahrscheinlichkeit erntet diese Überschrift nun gehöriges Stirnrunzeln. Wie kann denn das Kampfsystem bei all den Elementen wenig taktisch sein? Nun, ein klein wenig Taktik gehört schon dazu. Zunächst einmal mag ich in semantischer Mission zwei Begriffe voneinander abgrenzen:

  • Taktik: Darunter ist situativ kluges Handeln zu verstehen
  • Strategie: Damit ist die Planung auf lange Sicht gemeint

Es ist schon richtig, dass man erst einmal viele Elemente verstehen muss und mit richtigem Timing agieren sollte, aber Strategie fällt schon mal raus. Bleibt die Taktik. Brauche ich die wirklich? Im Grunde genommen kaum. Beachtet man folgende Dinge, wird man schnell merken, dass man stetig erfolgreich ist:

  • Lege am besten zwei Angreifer, zwei Verteidiger und zwei Heiler fest. Bei Schwierigkeiten nutze einen weiteren Heiler oder Verteidiger
  • Achte darauf, nicht unterlevelt zu sein. Optimal ist mindestens das empfohlene Level oder noch besser: einige Level Vorsprung
  • Vergiss nicht für jeden Charakter und jede angewandte Klasse Ausrüstung und Juwelen anzulegen. Juwelen sollten zwischendurch immer mal aufgewertet werden
  • Setze Talente und Meistertechniken ein; achte darauf, dass genug Optionen für die Kombos vorhanden sind
  • Setze Fusionstechniken ein und nutze Ouroboros erst in höheren Synchrostufen
  • Achte auf dein Timing und verbinde einzelne Techniken für mehr Geschwindigkeit und Schaden miteinander
  • Achte darauf, nicht mit einer Klasse niedrigen Ranges in wichtige Kämpfe zu gehen und bedenke Potenziale
  • Befolge die Tipps des Spiels

Die Liste sieht nun lang aus, aber all das sind Dinge, die uns das Spiel zuvor genaustens einpaukt, sogar detailliert zeigt, wo wir wie und was im Menü einstellen. Darüber hinaus können wir alles genau nachlesen und sogar Übungen absolvieren. Befolgt man mindestens einen Punkt gar nicht, so ignoriert man schlichtweg die Spielempfehlungen. Befolgt man sie und kämpft relativ flüssig und gewinnt viele Kämpfe, dann nicht weil man großer Taktiker ist, sondern einfach nur weil man das Spiel auf die normal angedachte Art und Weise spielt.

Sieht taktischer aus, als es eigentlich ist

Denn die KI von Xenoblade Chronicles 3 handelt nicht dumm. Fällt beispielsweise ein Gegner, so rennt sofort ein Charakter zum gefallenen und hilft ihm auf. Auch Heilungen zuvor werden akurat ausgeführt. Darüber hinaus kann man „Taktiken“ sogar einfach auswählen. Dazu zählen die verschiedenen Kombos, konzentrierte Angriffe auf ein Ziel, Fusionstechniken und das Versammeln an einen Punkt. Kleinere Kniffe kann man natürlich ausbessern. Beispielsweise agiert die KI als Ouroboros nicht optimal, da die Techniken nicht effizient aneinandergereiht werden.

Dies gilt zunächst für die Haupthandlung und viele Quests des Spiels. Es gibt spezielle Gegner in Xenoblade Chronicles 3, die tatsächlich etwas Planung voraussetzen. Aufgrund der hohen Level sollte dort vieles einfach passen. An diesen Stellen ist etwas Taktik gefragt. Deshalb schreibe ich von „wenig taktisch“, da diese Kämpfe lediglich einen minimalen Teil des Spiels ausmachen.

Wer aufpasst und Spielhinweise befolgt, sollte super klarkommen

Talente, Fähigkeiten, Ausrüstungsgegenstände und Mode

In Xenoblade Chronicles 3 gibt es natürlich auch wieder viel Mikromanagement. Der Begriff bezeichnet die Feinjustierung detallierter Elemente, die man manuell vornimmt. Im Falle der Xenoblade-Reihe betrifft dies die Talente, Fähigkeiten, Ausrüstungsgegenstände und die Mode. Eigentlich existieren noch weitere Punkte, aber diese sind die relevantesten.

Um unsere Soldaten individuell zu gestalten, steht uns eine Vielzahl an Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung. Dazu zählen zum einen drei Ausrüstungs-Sockel und zum anderen drei Sockel für Juwelen. Zu Anfang des Spiels nutzen wir aus beiden Kategorien lediglich einen Sockel. Erreichen wir bestimmte höhere Level (30 und 50), schalten wir die anderen Sockel frei. Ausrüstung verbessert logischerweise unsere Werte. Zu beachten ist allerdings, dass nicht zweimal der gleiche Effekt ausgewählt werden kann. Wir können dem Verteidiger Lanz zum Beispiel nicht zwei Items geben, die seine maximale TP erhöhen.

Maximal drei Sockel für Ausrüstung

Neben der klassischen Ausrüstung existieren Juwelen. Diese schmieden wir an bestimmten Lagern und benötigen dafür allerlei Materialien (Sammelgegenstände). Darunter fallen zum Beispiel Edelsteine, Nahrung, technische Komponenten und Ätherzylinder. Hat man die geforderten Materialien nicht parat, so kann man auch Goldmünzen der Nopon verwenden. Die Juwelen sind in vier Kategorien (Verteidigung, Angriff, Heilung, Speziell) unterteilt und können bis Stufe zehn aufgelevelt werden. Auch die Juwelen verbessern unsere Werte.

Eines gilt es zu beachten: Rüsten wir einen Charakter mit Ausrüstung und Juwelen aus, so gilt dies lediglich für die aktuelle Klasse. Wechseln wir diese, sind wir quasi wieder blank – haben also nichts ausgerüstet. Ich hatte das einmal nicht bedacht und mich gewundert, warum ich so schwach bin. Es wäre allerdings gut, wenn man zumindest die Option hätte gewisse Sets zu speichern und bei Bedarf zu kopieren. Zwar besitzen verschiedene Klassen verschiedene Schwerpunkte, aber ein Heiler hat oft mehr Heilkraft und ein Verteidiger oft eine höhere Blockrate. Praktisch ist, dass Juwelen stets automatisch mit einer besseren Version ausgetauscht werden, sobald diese geschmiedet ist. Allgemein können wir auch die Auto-Ausrüstung wählen, wobei passende Sets ausgerüstet werden. Wo wir schon bei „automatisch“ sind: Drücken wir den linken Analogstick ein, laufen wir von alleine.

Juwelenschmieden fordert viele Materialien oder goldene Noponmünzen

Talente und Fähigkeiten differenzieren die Charaktere noch weiter aus. Im Verlauf des Spiels erlernen wir immer mehr Talente (passive Fähigkeiten) und aktive Fähigkeiten. Damit sind unsere Techniken und Meistertechniken, sowohl als Soldat als auch als Ouroboros gemeint. Es kann sehr relevant sein, was wir auswählen, da wir stets verschiedene Kombos im Hinterkopf behalten sollten.

Die beiden bekannten Kombos „Schwanken, Umwerfen, Schleudern, Schmettern“ und „Schwanken, Umwerfen, Ohnmacht, Explosion“ sind Aktionen, die besonders effektiv im Kampf sind. Unsere Angriffaktionen haben manchmal genau diese Nebeneffekte, beispielsweise Schwanken. Setzen wir eine Aktion mit diesem Effekt aus, verfällt der Gegner eventuell für eine gewisse Zeit in diesen Zustand. Während ein Timer läuft, haben wir Zeit, den nächsten Zustand auszuführen. Aufgrund dieser effektiven Kombos ist es ratsam, auch alle Komponenten in den Fähigkeiten vertreten zu haben.

Zu guter Letzt hätten wir da noch die Mode. Unsere Charaktere können verschiedene Kleidung anlegen. Diese schalten wir nach und nach frei. Tatsächlich existieren viele unterschiedliche Designs, sodass jeder auf seine Kosten kommen dürfte. Der Erweiterungspass beinhaltet unter anderem auch eine neue Farbvariante der Standardoutfits, was ein wenig unspektakulär erscheint, wenn man sich die anderen Outfits anschaut. In den Zwischensequenzen wird das Outfit übrigens mit bedacht, allerdings nicht immer. Rein modisch bietet Xenoblade Chronicles 3 also einiges an Abwechslung und somit an Individualisierung.

Im Titan-Jaguar-Stil schaut Wegweiser Noah fast wie ein Schurke aus

Die Kolonien in Xenoblade Chronicles 3

Kolonien sind Soldatenstationen, die in der ganzen Welt von Aionios verteilt sind. Bevor wir hier viel machen können, befreien wir die Soldaten zunächst einmal von der zugehörigen Flammenuhr. Diese fordert stetig, dass die Soldaten der jeweiligen Kolonie töten, damit die Uhr mit Lebensenergie gefüllt wird. Je fleißiger man ist, desto höher ist der Rang einer Kolonie. Je höher der Rang, desto bessere Versorgung und Ausrüstung steht zur Verfügung. Ist die Flammenuhr zerstört, entfällt der Tötungszwang und die Kolonien können sich viel freier entfalten. Meistens kämpfen wir gegen einen Konsul, bevor wir eine Flammenuhr zerstören.

In einer Kolonie lernt man viele Charaktere und deren Geschichten kennen. Kolonien werden von Kommandeuren angeführt. Diese dürfen wir meist als Helden rekrutieren. Wir können hier in der Regel Materialien und Ausrüstung kaufen, kochen und essen, Juwelen schmieden, Besprechungen durchführen und Container mit nützlichen Items finden. Für jede Kolonie gibt es ein Harmonie-Diagramm. Dies gibt Aufschluss über sämtliche Beziehungen innerhalb der Stützunkte. Wir sehen darin, wer wie zu wem steht und können kleinere Informationen einsehen. Dies ist lediglich dazu gedacht, eventuell noch tiefer in die Welt einzutauchen, hat aber nun keinen spielerischen Einfluss.

Die Kolonien in Xenoblade Chronicles 3 sind doch sehr unterschiedlich und bieten alle etwas Eigenes. Allein optisch und bezüglich der Probleme sowie Stärken und Schwächen gleicht keine Kolonie der anderen. Schaffen wir es durch unsere Hilfen ein gutes Harmonielevel aufzubauen, erhalten wir Harmonie-Boni.

Je höher die Harmonie-Level desto besser fallen die Harmonie-Boni aus

Wir können neben den vielen Quests auch noch auf andere Art Hilfe für die verschiedenen Kolonien leisten. In Xenoblade Chronicles 3 gibt es sogenannte Kollektion-Karten. Auf diesen können wir Charaktere und dessen Bedarf einsehen. Dazu zählen Materialien, die wir im Laufe unserer Reise sammeln. Geben wir ein Paket der geforderten Materialien ab, erhalten wir sowohl Erfahrungspunkte als auch Harmonie-Punkte für die jeweilige Kolonie. Darüber hinaus spendiert man uns beim ersten Mal Items. Haben wir bereits einmal ein Paket zugesandt, so können wir auch Nopon-Münzen nutzen.

Fernab der Kolonien

Nicht jede Gemeinschaft gehört einer Fraktion (Keves, Agnus) an. Es existiert ein großer Ort in Xenoblade Chronicles 3, welcher unabhängig ist. Hier treffen wir sehr viele Charaktere und tatsächlich im weiteren Verlauf auch Personen, die wir zunächst an anderen Orten kennengelernt haben. Somit stellt diese Gemeinschaft einen guten Kontrast zum Rest von Aionios dar. Tatsächlich ist dieser Ort unfassbar relevant für die gesamte Geschichte, weshalb ich nicht näher darauf eingehen mag.

Nur so viel: Durch unsere Oruoboros-Kräfte werden wir recht früh als Feinde von ganz Aionios gebrandmarkt und es könnte sein, dass dieser Ort nicht zum Ziel hat, uns zu töten und eine eigene Einstellung innehält.

Die Macht der Ouroboros

In Xenoblade Chronicles 3 gibt es allerlei zu sammeln

Ja, die Welt von Aionios bietet Sammlern viele Möglichkeiten, sich ihrem Sammeltrieb herzugeben. Überall sind Materialien verschiedener Typen verteilt. Wir sehen sie aus der Ferne zunächst als leuchtende Punkte, bevor sie sich dann als gewisser Materialen-Typ identifizieren lassen. Gerade zu Anfang war ich doch sehr bestrebt darin, alles Mögliche einzusammeln, denn: Man könnte es ja irgendwann mal gebrauchen und ja, dem ist tatsächlich so. Xenoblade Chronicles 3 verlangt euch nämlich nicht selten ab, für verschiedene Quests fernab der Haupthandlung, viele Materialen anzuschaffen. Es ist ein erfreuliches Gefühl, wenn man diese bereits besitzt und direkt abgeben kann. Aber verkaufen lassen sich die Materialien ebenfalls. Oder man verwendet sie – wie weiter oben erwähnt – zum Juwelenschmieden.

Immer wieder stoßen wir auf sogenannte Ätherkanäle. Diese Quelle können wir anzapfen, um Ätherzylinder zu sammeln, welche wir ja ebenfalls zum Juwelenschmieden benötigen. Außerdem aktivieren wir damit Ferronis-Wracks. An diesen Wracks erscheinen Verkäufer-Nopon, bei denen wir einkaufen können. Außerdem stellen wir fortan Materialien her, indem wir die Werkbänke nutzen. Dafür benötigen wir lediglich Gold (die Währung im Spiel). Als direkte Belohnung befinden sich meist zwei Container am Wrack. Darin sind nützliche Items wie unter anderem Silbermünzen, Goldmünzen und Edelsteine enthalten. Ätherzylinder benötigen wir aber auch schon mal für verschiedene Quests.

Davon findet man extrem viele

Die eben erwähnten Container findet man aber auch fernab der Ferronis-Wracks. Sie sind in der gesamten Welt von Aionios verteilt und gerne mal gut versteckt oder an den Rändern platziert, sodass man überall hinlaufen sollte.

Monster in Form von Pippits finden wir ganz selten mal. Diese belohnen uns mit seltenen Items.

Ursprungsfragmente sind seltene Items, mit denen wir unsere Klingen aufwerten können.

Im Grunde genommen „sammeln“ wir auch Helden, welche man nicht alle automatisch bekommt, wenn man das Spiel durchspielt. Es kann gut sein, dass wir einige gar nicht finden; verpassen kann man sie allerdings nicht. Der Aspekt ist auch deutlich besser gelöst, als noch das nervige Kristall-Farmen in Xenoblade Chronicles 2, was Ewigkeiten gedauert hat.

Später im Spiel treffen wir auf einen besonderen Helden, welcher Seelenkontrolleur-Fähigkeiten von einzigartigen Gegnern kopieren und einsetzen kann.

Es gibt noch um einiges mehr, aber es sollte klar geworden sein, dass Sammler mit Xenoblade Chronicles 3 ihre Freude haben sollten! Container und Ätherkanäle werden auch auf der Karte angezeigt.

Die Spielwelt von Xenoblade Chronicles 3

Nun, hier mag ich verschiedene Aspekte beschreiben. Die Welt von Aionios bietet auf jeden Fall viel Abwechslung an unterschiedlichen Settings von grünen Steppen, über Wüsten und Eisgebieten, das weite Meer samt Inseln, Wäldern, Höhlen und einigem mehr. Auf dieser Ebene hat Monolith Soft echt tolle Arbeit geleistet.

Was mir allerdings weniger gefällt, sind die ganzen Unsauberkeiten in Bezug auf Kanten und Monstern. Mit Kanten meine ich zum einen grafische Übergänge, die nicht elegant sind. Oftmals ist es in der virtuellen Landschaftsentwicklung so, dass man neben dem Terraforming auch 3D-Objekte ineinander zieht. Das ist an sich völlig normal, allerdings sollte es nicht so stark ersichtlich sein, sprich: Übergänge sollten nicht zu markant sein. In Xenoblade Chronicles 3 allerdings sieht man viele dieser markanten Übergänge. Besonders extrem ist mir dies im Schneegebiet im hinteren Teil des Spiels aufgefallen. Dies wirkt oft überhastet und kann die Immersion ein Stück weit rauben.
Zum anderen meine ich mit Kanten viele nicht einschätzbare Vorsprünge, an denen man nicht hochspringen kann und dann seltsam „herumglitcht“. Ich mag euch an dieser Stelle einmal Beispiele zeigen:

Oft schwer einschätzbar, wo man nun hinaufkommt und wo nicht
Selbst wenn man weiß, dass man hier nicht hochkommt, so sollte es anders visualisiert werden
Schön geht anders

Kommen wir nun zu den Monstern, bei denen es positive und negative Aspekte gibt. Ich starte mit zwei negativen und schließe dann mit einem positiven Aspekt.

Monster einer gewissen Größe bewegen sich extrem träge. Allerdings nicht mit einer Trägheit, wie sie schiere Größe oder Gewicht verständlicherweise mitsichbringen würden, sondern eher einer unbegreiflichen Zeitlupe. Schaut es euch gerne einmal an:

Alle großen, laufenden Monster zeigen dieses Phänomen

Ein Aspekt, der mich aber leider wirklich rausreißt, ist der, dass Monster oftmals gegen ein Hindernis laufen oder fliegen. Das erweckt einen sehr unglaubhaften Eindruck und schreit mir als Spieler ins Gesicht: „Das ist nur ein Spiel und hier haben wir schlampig programmiert!“ Dafür bekommt ihr gleich mehrere Beispiele:

Und eines gilt es zu bedenken: Das sind lediglich ein paar Beispiele meiner Aufnahmen. Davon gibt es noch mehr und selbst dann sieht man das im Spiel ja noch häufiger. Das finde ich doch sehr schade, weil es einen ungeschliffenen Eindruck vermittelt.

Ebenfalls schade finde ich, wenn man Wasserregionen implementiert, sich das Wasser aber kaum bis gar nicht bewegt, wenn gigantische Monster sich darin bewegen. Da denke ich unfreiwillig zurück an Pokémon Schwert und Pokémon Schild (→ zu unserem Testbericht), wo ein Garados in der Naturzone im Wasser für keinerlei Wasserreaktion gesorgt hat. Ich zeige euch mal, was ich meine:

Da tut sich gar nichts

Auch bei Pfützen sieht man eine reine Textur ohne Dynamik. Wirklich nass werden die Charaktere ebenso nicht. Fußspuren sieht man lediglich in Schnee und Sand, allerdings in unpassendem Abstand. Witzigerweise kann man sich an Rastplätzen allerdings waschen. Die Entwickler haben die Funktion implementiert, dass wir mit der Zeit schmutzig werden können und die Kleidung dann auch ein wenig davon gezeichnet ist. Das Feature an sich ist relativ nutzlos und soll wohl eher ein Ausdruck von Stolz der Entwickler darstellen. Hier einmal das Beispiel mit der Pfütze:

Das Wasser bewegt sich nicht und Fußspuren hinterlassen wir auch nicht

Der positive Aspekt hingegen sind Monster, die sich wiederum glaubhaft in ihrer Umwelt verhalten. Ich finde es toll, wenn ich die Lebewesen dabei beobachten kann, dass sie zum Beispiel wie Insekten an Wänden hängen oder verschiedene Dinge ausgraben oder sogar Essen wegschmeißen. Auch hier mag ich euch mehrere Beispiele zeigen:

Da gräbt er mir fleißig Materialien aus
Die ultimative Kopfnuss
Dass er sein Futter wegwirft, kam unerwartet
Schön, dass sie wie richtige Insekten auch mal einfach an Wänden verharren

Im Vergleich mit Xenoblade Chronicles 2 hat sich auch einiges getan: Charaktere gleiten nun nicht mehr seltsam über den Boden. Das Schwimmen schaut zwar noch immer etwas seltsam aus, da die Bewegungen nicht mit dem stetigen Vorankommen übereinstimmen, aber zumindest wird im Wasser mit den Beinen gestrampelt. Sprünge funktionieren insgesamt besser und sehen besser aus. Was mir gerade noch einfällt: Es kommt nicht selten vor, dass es sich so anhört, als wenn die Charaktere hinter uns extrem schnell trampeln, was ein kleiner Bug zu sein scheint. Ich hatte da auch eine Aufnahme von gemacht, finde diese aber nicht mehr.

Immer wieder finden wir Leitern und Fanghaken. Die Leitern stellen meist Abkürzungen dar, während Fanghaken darüber hinaus auch noch neue Bereiche erschließen lassen. Für beides blendet das Spiel jedes mal die immergleiche Sequenz ein, welche wir aber überspringen können. Gerade durch die Fanghaken lohnt es sich, alte Bereiche erneut zu erkunden. Es sei angemerkt, dass Aionios viele Schnellreisepunkte bietet, sodass enorm lange Laufwege kein Thema sind.

Allgemein sei erwähnt, dass wir gewisse Dinge als „Spezialtalente“ erst einmal lernen müssen, um uns besser in der Welt bewegen zu können. Wir können zu Anfang zum Beispiel nirgends hochklettern, bis wir Kommandeur Valdi von Kolonie 30 treffen. Oder das Hochrennen von steilen Terrain („Bergaufspurt“) beherrschen wir auch erst, nachdem Kommandeur Sydow es uns lehrt. Das Gleiten auf einem Seil beherrschen wir auch nicht sofort. Zu guter Letzt wäre da noch eine Immunität gegen Umweltgifte. Es gibt vereinzelt Bereiche, in denen Giftflüssigkeiten liegen. Dort kann man, wenn man nicht schnell genug ist, sterben, sofern man nicht immun ist. Also folgende Fähigkeiten müssen zunächst erlernt werden:

  • Wände erklimmen
  • Seilrutschen
  • Bergaufsprint
  • Umwelt-Immunität

Anfangs wunderte ich mich, ob ich etwas verpasst hätte, doch findet man die Fähigkeiten ganz gut.

Übrigens setzt uns auch Xenoblade Chronicles 3 viele Gegner vor, die ein deutlich höheres Level haben als wir – wir sollten also stets aufpassen, wo wir uns bewegen!

Hier noch mal ein wunderschöner Ausblick während eines Seilgleitens, der mich überraschte:

Auf zum Jurassic Park!

Im Großen und Ganzen bietet Xenoblade Chronicles 3 eine schöne Spielwelt, wenn auch mit einigen Schwächen. Was ich im Jahre 2022 etwas schade finde, ist die geringe Interaktivität. Man kann kaum mit der Umwelt – fernab der Monster, NPCs, Fanghaken, Leitern, Kletterranken und Wasser – interagieren. Dadurch wirkt die Spielwelt inklusive der aufgezeigten Unsauberkeiten sehr statisch. Im Grunde genommen tut man nicht viel in der Welt. Man kämpft und sammelt größtenteils. Auch wenn es viel zu sammeln gibt, so ist es doch oft das Gleiche. Statisch wirkt die Welt auch in Bezug auf Pflanzen, da sich diese kein Stück bewegen, man entweder durch sie hindurchlaufen kann oder sie wie Steine wirken, wenn man gegen sie läuft. Ein kleines Geräusch oder eine Regung würden diese Statik auflockern – oder zumindest ein Wehen im Wind. Hier fungiert vieles schlichtweg als Kulisse. Da bieten andere Genre-Vertreter weitaus mehr.

Ein schöner Ausblick!

Gelungene Navigation und Menüführung

Wer den Vorgänger gespielt hat, erinnert eventuell die eher dürftige Navigation. Zu Anfang zeigte ein Kompass lediglich in die richtige Richtung, ohne also Höhen zu navigieren. Dies bereinigte später ein Patch, doch war das Problem damit nicht gänzlich behoben. Oft landete man vor einer riesigen Wand und umlief ganze Berge, nur um eine schmale Passage zu finden.

Diese Probleme existieren in Xenoblade Chronicles 3 so nicht mehr. Ihr könnt den Navigator aktivieren, welcher euch den kürzesten Pfad zum Ziel zeigt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich diesen nur sehr selten nutzte und mich dennoch ganz gut orientieren konnte.

Durch Drücken von ZL und Y wird der kürzeste Weg angezeigt

Die Menüführung in Teil drei ist super. Alles ist verständlich und wird zuvor ja auch vom Spiel erklärt. Es nötigt uns sogar bei allen neuen Funktionen einmal im Menü die vorgegebenen Elemente anzuklicken, damit wir damit vertraut werden. Mag nun eventuell etwas nervig klingen, aber dies ist schnell getan und zieht sich nicht durchs gesamte Spiel. Nebenbei bemerkt schaut das Menüdesign richtig gelungen aus!

Hier kümmern wir uns um Charaktere, Helden, Klassen, Talente, Ausrüstung, Juwelen, Missionen, die einstellbare Uhrzeit, die Karte (auf der Markierungen gesetzt werden kann) und vieles mehr. Im System können wir den Schwierigkeitsgrad des Spiels jederzeit anpassen. Ebenso verwalten wir hier auch die Ouroboros samt Fähigkeitenbaum. Einmal schalten wir Fähigkeiten frei und dann können wir noch bis zu zwei Fähigkeiten unseres Synchropartners koppeln.

Amiibo, Nopon-Münzen, Scharmützel, besondere Gegner und Klingenaufwertung

Auch in Xenoblade Chronicles 3 können amiibo eingesetzt werden. Wir können täglich bis zu drei Figuren einscannen, um verschiedene Items zu erhalten. Dabei ist es egal, welche wir nutzen. Doch gibt es ein besonderes amiibo, das ein kosmetisches Extra freischaltet: Shulk aus Xenoblade Chronicles. Scannen wir ihn ein, schalten wir das berühmte Monado für die Standard-Angreiferklasse frei.

Im Spiel finden wir haufenweise Nopon-Münzen. Davon existieren zwei Arten und zwar goldene und silberne. Die Nopon-Silbermünzen erhält man aus den vielen Containern und in Scharmützeln in den Gebieten.

Kleiner Einwurf: Scharmützel. Dies sind Begegnungen mit zwei kämpfenden Parteien. Sobald wir in der Nähe sind, können wir uns für eine Fraktion entscheiden und sehen auch bereits vorab, welche Belohnung welche Seite bereitstellt. Man entscheidet sich immer entweder für Kolonie-Harmonie und Erfahrung oder für Nopon-Silbermünzen (mein Tipp: nehmt immer Letzteres).

Dies ist das erste Scharmützel, sonst gibt es immer zwei unterschiedliche Belohnungen

Nopon-Goldmünzen erhält man selten auch aus Containern, aber viel häufiger nach Kämpfen mit besonderen Gegnern. Sowohl Silber- als auch Goldmünzen kann man an einem Ort in der Wüste gegen verschiedene Items eintauschen. Ich wünschte, ich hätte den Eingang früher entdeckt, weil überflüssige Nopon-Münzen verkauft werden. Ich habe auf diese Weise extrem viele Silbermünzen „verloren“ und zu viele Goldmünzen in Juwelen gesteckt. Hätte ich den Ort früher gekannt, hätte ich diese besser und überhaupt anders investieren können. Schade ist auch, dass man massenweise Gold verdient, es aber keine wirklich attraktiven Einsatzmöglichkeiten gibt. Wir kaufen davon zwar Ausrüstung, aber wirklich gut ist die nicht immer und selbst dann bleibt noch viel Gold übrig. Da hätte ich mir größere Ziele gewünscht mit meiner Goldmenge von über zwei Millionen.

Apropos besondere Gegner: In Xenoblade Chronicles 3 gibt es mehrere Gegnerarten:

  • Standardgegner: Dies sind die normalen Gegner
  • Starke Gegner: Diese Gegner haben mehr TP und teilen mehr Schaden aus. Um den TP-Balken sind blaue Zeichen
  • Einzigartige Gegner: Diese Gegner tragen alle einen personalisierten Namen, sind größer, stärker und widerstandsfähiger als starke Gegner. Um den TP-Balken sind orange-farbene Zeichen. Bossgegner und einzigartige Gegner haben eine Flamme im TP-Balken. Ist diese Grenze überschritten, drehen sie noch mal richtig auf
  • Seltene Gegner: Diese Gegner geben mehr und seltenere Materialien. Bei ihrem Namen ist ein Funkeln zu erkennen
„Gerondon der Geile“ will bezwungen werden!

Wir können unsere Klingen aufwerten. Eine ziemlich lange Zeit sammeln wir Ursprungsfragmente, ohne überhaupt zu wissen wofür. Erst recht spät erzählt uns ein Nopon, dass er mit der Hilfe anderer Nopon unsere Klingen aufwerten kann. Somit lohnt es sich, die besonderen Gegner zu besiegen, denn von genau diesen erhalten wir die Ursprungsfragmente als Belohnung. Außerdem sind sie an einigen Stellen in der Welt versteckt, meist etwas abgelegen. Auf der Karte werden sie allerdings nicht angezeigt, damit eine kleine Entdecker-Challenge erhalten bleibt.

Die Atmosphäre und die Technik von Xenoblade Chronicles 3

Atmosphärisch hat der dritte Teil der Xenoblade-Reihe einiges zu bieten. Angefangen beim wieder einmal meisterhaft gelungenen Soundtrack, welcher zwischen elf und zwölf Stunden lang ist. Die einzelnen Tracks klingen doch sehr unterschiedlich und unterstreichen die Szenerie richtig gekonnt. Ich persönlich wurde vom Soundtrack aus Teil zwei mehr gefesselt, da dieser meiner Meinung nach ikonischere Tracks bietet und etwas abwechslungsreicher ist. Gerade die Tracks des irischen Nationalchors, die Arcadesounds sowie die Kampfmusik boten einen bunten Mix.
Nichtsdestoweniger verwöhnt auch Xenoblade Chronicles 3 unsere Ohren mit allerlei wundervollen Stücken, wenn diese auch mit einigen Ausnahmen ein Stück weit generischer klingen für meine Ohren. Schön ist erneut, dass wieder Tag- und Nachtversionen einzelner Tracks komponiert wurden.

Was mir hingegen nicht gefallen hat, war die schiere Präsenz der Flötenmusik. Sie klingt echt schön, wird aber leider inflationär eingesetzt. Bei jeder Wegweisung, wo es kurze, aber auch lange gibt, ertönt der Flötenklang und Melodien wiederholen sich sehr oft. Die längeren Passagen kann man überspringen, die kurzen allerdings nicht. Und auch innerhalb der Zwischensequenzen hört man sie immer und immer wieder. Da wäre weniger mehr gewesen.

Hört doch gerne einmal rein:

Ein opulentes und tolles Werk!

Die Spielwelt mit all dessen Settings bietet immer wieder Abwechslung und zeigt schöne Panoramen. Es lohnt sich, einfach mal die Kamera rotieren zu lassen, um sich Aionios in Ruhe anzuschauen. Erneut schade ist die Tatsache, dass sich weit entfernte Lebewesen mit sehr wenigen Frames bewegen, was selbst in der fiktiven Welt unglaubhaft erscheint. Eine kleine Verbesserung zum zweiten Teil ist hier die Begrenzung, ab welcher der Untergrund detaillierter angezeigt wird. Der Radius wurde erweitert.

Allgemein lässt sich objektiv feststellen, dass Xenoblade Chronicles 3 deutlich besser als sein Vorgänger aussieht, sowohl im Dock- als auch im Handheldmodus. In Letzterem allerdings noch immer klar unschärfer. Erfreulicherweise gilt dies nicht nur für die Optik, sondern vor allem auch für die Performance. Obwohl man mit sieben Kämpfern antreten kann und immer wieder auch gegen größere Gegnerhorden antritt, läuft der Titel meist stabil. Dies gewährleistet die erneut zum Einsatz kommende dynamische Auflösung. Sobald viel auf dem Bildschirm passiert, skaliert das Spiel die Texturenqualität runter. Man merkt den Unterschied teils stark, aber es ist in einem ordentlichen Rahmen. Wichtiger ist, dass sich Xenoblade Chronicles 3 immer noch geschmeidig spielen lässt. Der Vorgänger sah teils unfassbar pixelig aus und lief selbst dann mit wenigen FPS. Tolle Steigerung!

Das Abenteuer lässt sich wahlweise in englischer wie auch in japanischer Sprachausgabe genießen. In beiden Sprachen leisten die Sprecher einen klasse Job, zumindest meistens. Die Sprachausgabe lässt sich unkompliziert im Menü umstellen.
Was die Atmosphäre dann allerdings trübt, sind einige abgehackte Soundclips. Zumindest im Englischen werden in mehreren Szenen Silben und sogar ganze Wörter verschluckt.

Ebenso fällt auf, dass Monolith Soft in Sachen Animationen bei NPCs eventuell einmal aufwerten sollte. Teilweise bewegen sich Charaktere extrem steif, gerade wenn sie sich drehen und loslaufen. Leider kam es auch nicht selten vor, dass Charaktere an gewissen Stellen hängen geblieben sind oder seltsam anfangen zu zucken, wenn man in der Nähe ist:

Die Welt ist in mehrere große Segmente aufgeteilt. Glücklicherweise erwarten uns hier keine langen Ladezeiten. Einige aufwendigere Zwischensequenzen laden schon eine gewisse Zeit, aber da sprengt nun nichts den Rahmen. An die Ladezeiten aus Teil zwei kommt Xenoblade Chronicles 3 allerdings nicht heran. Wobei der Vorgänger auch damit getrickst hat, dass Texturen nach Ankunft noch nachluden.

Die Texturen fallen insgesamt schöner aus und LoD-Elemente (Level of Detail, also Objekte, die ihre Form verändern, wenn sich die Distanz ändert) weniger penetrant. Auch Pop-Ups sind reduziert im Vergleich zum Vorgänger und die Weitsicht somit verbessert. Ich mag an dieser Stelle einige schöne Ausblicke aber auch unschöne Texturen präsentieren. Fangen wir mit dem Unschönen an:

Und dann wären da natürlich noch die schönen Ausblicke:

Doch zur Atmosphäre gehört auch das generelle Treiben in den Ortschaften. Hier ist auf jeden Fall gut was los. Auch wenn einige Charaktere seltsam laufen, wenn man in der Nähe ist, so fühlt man sich in lebendigem Geschehen. Gerade in Kolonien hört man oft, dass beispielsweise Schweißarbeiten stattfinden und sieht generell, dass die NPCs oftmals beschäftigt sind.

Ein unfassbar wichtiger Aspekt sind natürlich die ganzen Zwischensequenzen und Leute… hier gibt es nur wenig zu meckern. Ja, vereinzelt stechen einige heraus, weil sie etwas flach oder unspektakulärer sind, aber der Großteil ist wirklich fantastisch gelungen. Hier trumpft Monolith Soft mit der großen Stärke des Studios auf: Actionreiche, emotionale und epische Inszenierung!

Dies geschieht früh in der Geschichte, andere Szenen mag ich ungerne enthüllen

Insgesamt fallen Atmosphäre und Technik in Xenoblade Chronicles 3 also sehr gut aus!

Spezielle Waffen, Stufen absenken und Helden ausrüsten

Nach dem ersten Spieldurchgang ist es nun möglich, spezielle Waffen auszurüsten. So kommt man auch ohne die Shulk-amiibo an das berühmt berüchtigte Monado.

Außerdem kann man nun an Rastpunkten auch Stufen absenken, um dann die entsprechende Menge Bonus-EP zu erhalten.

Darüber hinaus ist es nun möglich, auch Helden auszurüsten. Das mag nun unspektakulär klingen, aber bis dato ist es so, dass diese automatisch ausgerüstet sind und wir die Ausrüstung nicht anpassen können.

Szenenauswahl und Neues Spiel +

Vor Spielbeginn können wir uns im Menü alle wichtigen Zwischensequenzen der Haupthandlungen und Nebenhandlungen der Hauptprotagonisten sowie die der Heldenmissionen anschauen. Praktischerweise sind die Szenen sogar nach Kategorien geordnet. Es gibt einen Extrabereich für „Favoriten“. Diese Sammlung stellt eine tolle Zusammenstellungen der bedeutsamsten Szenen zur Verfügung.

Ich blende aus Spoilergründen extra nicht die Haupthandlung ein

Das Neue Spiel + steht zur Verfügung, sobald wir die Haupthandlung von Xenoblade Chronicles 3 erstmalig durchgespielt haben. Dabei gibt es einige coole Besonderheiten:

  • Alle Charakterfortschritte werden beibehalten
  • Angriffsketten und Synchronisationen müssen erneut freigeschaltet werden. Allerdings fallen sämtliche Tutorials weg. Tipps können wir natürlich immer noch im Menü einsehen
  • Das Inventar wird bis auf wichtige Items übernommen. Ursprungsfragmente, „Die Kunst des Anschlusses“ sowie Nopon-Münzen bleiben erhalten
  • Besiegte einzigartige Gegner werden wiederbelebt. Besiegen wir sie erneut, können wir Rekorde aus dem ersten Spielstand sehen. Seelenkontrolleur-Fähigkeiten werden übernommen

Wie ihr seht, ist das Neue Spiel + richtig gut durchdacht und lädt zu einem erneuten Spieldurchgang geradezu ein!

Auf ein Neues!

Der Erweiterungspass für Xenoblade Chronicles 3

Nintendo bietet für 29,99 € einen Erweiterungspass an, welcher an vier Daten bis Ende nächsten Jahres neuen Content bietet. Hier sollen die Inhalte einmal aufgelistet werden:

  • 29. Juli 2022 (Releasetag):
    • Nützliche Items
    • Farbvarianten für Outfits
  • 31. Dezember 2022:
    • Kampfprüfung
    • Neuer Held/neue Missionen
    • Neue Outfits
  • 30. April 2023:
    • Kampfprüfung
    • Neuer Held/neue Missionen
    • Neue Outfits
  • 31. Dezember 2023:
    • Brandneue Handlung

Das Fazit zu Xenoblade Chronicles 3

Pros:

  • Klasse Inszenierung
  • Abwechslungsreiche Spielwelt mit vielen Settings
  • Technik zum Vorgänger stark übertroffen
  • Gelungene Tutorials
  • Sehr strukturierte Menüführung und tolles Design
  • Wunderschöner Soundtrack
  • Komplexes Kampfsystem
  • Tolle Atmosphäre
  • Praktische Navigation
  • Kompetente Synchronsprecher in zwei Sprachen
  • Unfassbar viel Content
  • Mehrere Schwierigkeitsgrade
  • Witziges und tolles Reise-Ensemble
  • Die Nopon-Sprache!
  • Fantastische Einleitung, emotionale Mitte und großartiges Ende
  • Referenzen an beide Vorgänger-Titel
  • Wiederspielwert durch gelungenes Neues Spiel +

Cons:

  • Haupthandlung stellenweise repetitiv und vom Pacing nicht ganz optimal
  • Teils unschöne Texturen, starke dynamische Auflösung und abgehackte Soundclips
  • Spielwelt wenig interaktiv
  • Mehrere unsaubere Spielaspekte (siehe Test)
  • Kämpfe wenig taktisch
  • Einige nervige Quests, bei denen man auf gut Glück sucht
  • Mehrere Konsuln ohne anschließende oder flache Szenen
  • Wenig spielerische Abwechslung bei den Quests
  • Anschlüsse von normalen Techniken relativ spät im Spiel
  • Keine attraktive Möglichkeit für Geldinvestition
  • Letzte Gebiete etwas unspektakulär

Xenoblade Chronicles 3 ist ein würdiger Nachfolger zum zweiten Teil geworden und insgesamt ein tolles Spiel. Die Geheimnisse der Welt von Aionios schreien danach, gelüftet zu werden. Ich habe den Abspann nach über 120 Spielstunden gesehen und noch immer sehr viel zu tun, was bedeutet, dass der Titel unfassbar viel Content bietet.

Die schönen und abwechslungsreichen Settings, die Vielzahl der Charaktere sowie die gelungene Atmosphäre durch den meisterhaften Soundtrack und die grandios inszenierten Zwischensequenzen wissen zu überzeugen.

Leider überzeugen das Pacing, die spielerische Abwechslung sowie die magere Interaktivität der Spiel nicht vollends.

Technisch ist zwar noch einiges an Luft nach oben, gerade was die ganzen Unsauberkeiten angeht, aber insgesamt zeichnet Monolith Soft ein stimmiges Bild – genauso bei den ganzen Aufgaben und Charakteren: Für sich genommen, mag nicht jedes Element überzeugen, doch als Mosaik präsentiert sich Xenoblade Chronicles 3 strahlend hell!

Das Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Justin Aengenheyster 321 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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