Wreckfest im Test – brillanter Port auf der Switch

Wow, da hat der Entwickler Bugbear mit dem Arcade-Racer Wreckfest einen klasse Port auf die Nintendo Switch gezaubert. Am 21. Juni 2022 veröffentlichte THQ Nordic das dreckige Actionfest endlich auf der Hybrid-Konsole. Erstmalig erschienen ist der Titel am 14. Januar 2014 mit einer 4-jährigen Early-Acces-Phase. Die Vollversion veröffentlichte der Publisher am 14. Juni für Steam. Am 27. August 2019 folgten dann die Versionen für PlayStation 4 und Xbox One. Umso überraschender ist es, dass der Titel nicht nur für die Switch erscheint, sondern Bugbear auch noch mit einem tollen Ergebnis punktet.

Das brachiale Autofest ist bereits ab sechs Jahren freigegeben und fordert ungefähr 10,7 GB eures Speichervolumens. Offline spielt ihr lediglich alleine ohne Splitscreen, online dafür aber mit 2–16 Spielern aus der favorisierten Region. Der Titel ist im Nintendo eShop und auf Amazon für jeweils 39,99 € zu erwerben.

Des Weiteren sollen zwei DLCs erscheinen, welche allerdings (noch) nicht im Nintendo eShop gelistet sind:

  • „Season 1“-Paket: 20 verrückte und kultige Fahrzeuge, 20 abgefahrene Dachdekorationen sowie ein Fahrzeug-Anpassungspaket mit neuen Panzerungen, Felgen und mehr
    • Preis: 14,99 €
  • „Season 2“-Paket: 12 zusätzliche Autos
    • Preis: 12,99 €

Schaut euch doch gerne einmal den offiziellen Gameplay-Trailer von THQ Nordic an:

Hier geht es heiß her!

Wreckfest – Üppiger Content

Falls ihr euch nach dem mageren Inhalt von Mario Strikers: Battle League Football (→ zu unserem Testbericht) fragt, ob ihr dem Braten bei Wreckfest trauen könnt: Aber sowas von! Inhalte gibt es zu Genüge.

Zunächst einmal wäre da die Karriere. Diese ist in fünf verschiedene Schwierigkeitsklassen unterteilt. Es gilt, verschiedene Herausforderungen zu bestehen, um im Meisterschaftsfortschritt voranzuschreiten. Zur Verfügung stehen gleich mehrere Herausforderungen, welche nicht alle bestritten werden müssen. Das Ziel ist es, eine vorgegebene Punktzahl zu erreichen. Die Challenges umfassen „normale“ Rennen; Zerstörungskämpfe, indenen es darum geht, andere einfach nur zu Schrott zu fahren und spezielle Rennen, in denen wir Spezialfahrzeuge wie Busse, Mähdrescher oder auch extrem kleine Gefährte steuern.

An dieser Stelle ist es interessant zu erwähnen, dass Wreckfest keine einzige Fahrzeuglizenz bietet. Alle Fahrzeuge sind liebevoll selbst designt. Falls ihr euch also mal fragt, welche Marken dahinterstecken, wisst ihr nun, dass alles Marke Eigenbau ist.

Bei all diesen Heausforderungen existieren optionale Bonusziele. Diese bestehen meist darin, andere Fahrer zum Schleudern zu bringen, Schadenspunkte zu ergattern oder Gegner mit größtem Genuss zu zerstören! Schließen wir einen Actiontrip ab, so erhalten wir zum einen Erfahrungspunkte, welche uns im Spielerlevel steigen lassen. Und zum Anderen erhalten wir Karrierepunkte, mit denen wir allerlei an Fahrzeugen und Upgrades kaufen können. Mit jedem neuen Level schalten wir weitere Inhalte frei. Langzeitmotivation ist also gegeben.

An dieser Stelle sei allerdings auch erwähnt, dass ihr für eine wirkliche Herausforderung die KI-Stärke hochstufen solltet. Außerdem bestehen einige Herausforderung in einem Mini-Turnier lediglich darin, dreimal denselben Kurs zu fahren, nur mit immer höherer Rundenzahl. Dies ist etwas stupide und zieht sich dann auch. Bestimmte Challanges setzen bestimmte Fahrzeuge voraus, die man nicht immer direkt zur Verfügung hat.

Wreckfest und dessen Mehrspieler

Im Mehrspieler-Menü finden wir folgende Möglichkeiten:

  • Schnelles Spiel: Sucht einfach ein beliebiges Event, ohne viel zu suchen oder einzustellen
  • Gemischt: Hier finden wir gemischte Events vor
  • Rennen: Wir fahren lediglich Rennen
  • Spezial: Spezialfahrzeuge und nichts anderes!
  • Derby: Pure Zerstörung

Außerdem können wir Server suchen sowie Private und öffentliche Matches erstellen.

Es ist schade, dass es kein Skill-basiertes Matchmaking samt bedeutsamer Progression ins Spiel geschafft haben. Wir werden also beliebig in virtuellen Listen zusammengewürfelt. Dies passt zwar zur chaotischen Prämisse des Spiels, ist aber dennoch schade.

Allgemein trübt es dezent, dass bestimmte Ausstattungsvarianten nicht speicherbar sind. Immer wieder wählt man sich erneut durch die Menüs. Darüber hinaus kann man Fahrzeuge und Upgrades sehr schlecht miteinander vergleichen. Man switcht hin und her und erduldet jedes Mal eine zwar nur sehr kurze Ladezeit, doch stört diese an der Stelle zum direkten Vergleich.

Wie ihr den Tabellenbildern unterhalb entnehmen könnt, scheint die Online-Community noch deutlich ausbaufähig zu sein. Schön ist, dass es dedizierte Server gibt und ihr euren Freunden Einladungen schicken könnt.

Erstellt eure eigenen Events

Ebenso ist es möglich, benutzerdefinierte Events zu erstellen. Ihr wählt aus einem großen Pool an Strecken und Fahrzeugen, legt Regeln und Schwierigkeit und einiges mehr fest. Da es immer wieder einmal gewisse Regeln in anderen Modi geben kann, die einen stören, ist dieser Modus natürlich Freiheit pur und eine nette Abwechslung abseits der Vorgaben.

Die spaßigen Turniere bieten weitere Herausforderungen

Bei den Turnieren handelt es sich um eine Herausforderungsserie. Je nachdem, wie gut wir abschneiden, erhalten wir einen Bronze-, Silber- oder sogar Goldpokal. Die Pokale stehen stellvertretend als Schwierigkeitsgrade. Hier können wir lediglich unser Fahrverhalten vorher justieren. Fahrzeuge samt Leistung sind vorgegeben, damit das Balancing stimmt und alle unter gleichen Bedingungen antreten. Hier finden wir alle Arten von Herausforderungen von Rennen, über Zerstörungskämpfe bis zu speziellen Rennen. Ergattern wir Pokale, erhalten wir Ruhmpunkte. Diese investieren wir dann im Turniershop für neue Lackierungen und Fahrzeuge. Dort stehen für jede Preisklasse richtig interessante Gefährte zur Verfügung.

Somit dürfte auch an dieser Stelle für Langzeitmotivation gesorgt sein. Wem Prestige wichtig ist, schaut, wo er in der Bestenliste steht und kämpft sich immer weiter empor. Die Turniere sind in Saisons unterteilt. Momentan befinden wir uns in mit „Racing Legends“ in Saison 20, Mai–Juni. Steht eine neue Saison an, so ändern sich die Herausforderungen.

Dieses Bild zeigt das Cover des aktuellen Turniermodus aus dem Arcade-Racer Wreckfest.
Immer wieder zeitlich begrenzt und neue Herausforderungen!

Mir persönlich bereitet dieser Modus echt viel Spaß, da alle unter gleichen Bedingungen spielen und man stets den Anreiz hat, immer besser zu werden. Ich habe ein komplettes Turnier – also jede Herausforderung – einmal abgeschlossen, wenn auch nicht überall mit einem Silber- oder Goldpokal. Ein Detail, das mir gut gefällt, ist der Zwang, den Wagen zurückzusetzen, wenn man einfach eine Abkürzung abseits der Straße nimmt. Es ist in Ordnung, wenn man nicht perfekt auf der Route bleibt, dies liegt in der Natur der Sachen eines solch chaotischen Rennspiels, aber die Entwickler haben an die „Schummler“ gedacht.

Ich habe bei einer extrem steilen Kurve abgekürzt – dies wird sanktioniert!

Besonders witzig finde ich die Herausforderung, in der man eine Karosserie aufs Dach befestigt bekommt und dann im Rennen antritt. Der Clou: Durch die Verlagerung des Schwerpunktes muss man in Kurven noch mehr aufpassen, um sich nicht zu überschlagen. In einem anderen Event fuhr ich mit einem kleinen Kart durch eine Arena und musste möglichst viele Gegner demolieren. Sogar einen Bus bin ich gefahren, um sogenannte Supervans zu zerstören – andersherum fuhr ich mal einen Supervan, um zwischen Bussen zu manövrieren. Leute, ich schreibe es euch: Das macht Spaß!

Die Werkstatt und die vielen Einstellungsmöglichkeiten

Natürlich wollen wir neu erspielte Teile auch verbauen. Dies erledigen wir in der Werkstatt. Nachdem wir ein Auto ausgewählt haben, können wir die Leistung unserer liebsten Gefährte verbessern. Dabei ist zu bedenken, dass besonders gute Teile ein bestimmtes Spielerlevel voraussetzen. Daher lohnt es sich gleich doppelt, viel Zeit auf der Piste und in den Arenen zu verbringen!

Allerdings bieten nicht alle Teile eine Verbesserung bzw. anderes Feeling. Manchmal sind neue Teile obsolet. Außerdem ist teurer stets gleich besser. Verschiedene Eigenschaften können wir mit neuen leistungssteigernden Autoteilen also leider nicht anpassen.

Dieses Bild zeigt ein Auto in der Werkstatt im Upgrade-Menü aus dem Arcade-Racer Wreckfest.
Teuerer gleich besser!

Aber! Was sehr löblich ist, ist, dass wir die Fahreigenschaften unserer Fahrzeuge separat in vier Punkten anpassen können. Dazu gehören Federung, Getriebeübersetzung, Differential und Bremsbalance. Für jeden Bereich erhalten wir ausführliche Erklärungen, sodass wir genau wissen, was es damit auf sich hat. Wer neben den Fahreigenschaften auch noch das Steuerungsfeeling anpassen mag, kann sich in den Einstellungen unter dem Reiter „Fortgeschritten“ einmal austoben und Aspekte wie Lenkgeschwindigkeit-Empfindlichkeit, Lenksättigung und mehr nach dem eigenen Gusto anpassen.

Ganz wichtiger Punkt fürs Fahrgefühl sind für viele Racing-Gamer analoge Trigger. Warum? Je tiefer man die Schultertasten eindrückt, desto mehr beschleunigt ein Fahrzeug. Offizielle Nintendo Switch-Controller verfügen lediglich über digitale Trigger. Dies bedeutet, dass es nur Stillstand oder Vollgas gibt. Aber! In den Steuerungsoptionen existieren neun Voreinstellungen. Option vier bietet uns die Möglichkeit, mit dem rechten Analogstick Gas zu geben und zu bremsen. Damit ist zumindest ein Kompromiss implementiert!

Dieses Bild zeigt eine Voreinstellung der Steuerungsoptionen aus dem Arcade-Racer Wreckfest.
Ein guter Kompromiss zu analogen Triggern ist das Beschleunigen mit dem rechten Analogstick

Darüber hinaus passen wir die Optik in der Lackiererei in Bezug auf Stil, Design und Farbe an. Wichtig für unsere Rennen, in denen es heiß hergeht, ist zudem unsere Panzerung. Auch diese lässt sich in der Werkstatt anpassen. Hier ist stets abzuwägen, wei viel an Leistung man durch das erhöhte Gewicht einbüßen mag. Beispielsweise kommen mit dem Rammbügel weitere 100 Kilogramm auf die Waage, was zwar den Wert „Robustheit“ erhöht, dafür aber die Werte „Beschleunigung“ und „Kurvengeschwindkeit“ senkt. Autos sind übrigens in Klassen von A–C eingeteilt, wo A die beste Klasse darstellt.

Der Markt mit allerlei Angeboten

Neben dem bereits vorhin erwähnten Turniershop, in dem man seine Ruhmpunkte für neue Designs und Boliden ausgibt, existiert auch der Markt. Hier investieren wir unsere Karrierepunkte. Wir kaufen neue Fahrzeuge aller drei Klassen A–C, sind anfangs aber natürlich durch unsere schmale Geldbörse limitiert. Umso besser fühlt es sich an, wenn wir uns dann endlich mal das Gefährt unserer Begierde leisten können. Generell sind die Autos in Wreckfest nicht günstig, aber so fühlen sich diese wenigstens wertig an. Und keine Sorge: Mikrotransaktionen und/oder Lootboxen existieren hier nicht.

Hier haben wir Einsicht in unser Spielerlevel, unseren einhergehenden Titel und unsere Erfahrungs- und Karrierepunkte. Außerdem sehen wir stets, aus welcher Region der Wagen stammt, welcher Antrieb innewohnt sowie den Karosserietyp bezüglich der Größe. Im Bild unterhalb seht ihr den Typ „Groß“.

Dieses Bild zeigt das Hotspot-Fahrzeug in dem Markt aus dem Arcade-Racer Wreckfest.
Gebe ich mehr als die Hälfte meiner aktuellen Karrierepunkte aus? Hm…

Das rasante Gameplay und der Spielspaß

Ich bin nun wirklich kein Autonarr und bei Rennspielen beschränke ich mich seit vielen Jahren auf Fun- und Future-Racer wie Mario Kart und F-Zero(-esque Spiele), aber hui… Wreckfest macht gut Laune! Das liegt zum einen an dem tollen Fahrgefühl, dass sich zwar präzise, aber niemals überladen anfühlt. Für anspruchsvollere Rennfans lässt sich das manuelle Schalten und vieles mehr anpassen. Es ist ein so unfassbar gutes Gefühl, durch die Kurven zu driften und dann wieder massiv zu beschleunigen. Ich zeige euch gerne mal zwei Beispiele:

Haarscharf neben der Bande!
Na, wer von euch dachte ich reiße das Schild mit?

Zum anderen liegt es natürlich an dem herrlichen Chaos – sowohl in den Rennen als auch in den Kampfarenen. Jemanden einfach wegzurammen, wie man Bock drauf hat, befriedigt das Gemüt ungemein. Zum Stressabbau ist Wreckfest also eine Überlegung wert! So richtig dreckige Fahrmanöver dürfen natürlich auch nicht fehlen. Im folgenden Video habe ich beispielsweise jemanden herrlich penetrant vor einen Baum gelotst:

Seht ihr, wie ich extra noch abbremse?

Mit die größte Stärke des Spiels ist die gesamte Physik. Egal, ob Fliehkräfte beim Fahrverhalten, weggeschleuderte Hindernisse oder vor allem das realistische Schadensmodell. Hier kann alles am Gefährt zerstört werden. Eine Gummiband-KI konnte ich nun nicht feststellen, also, dass man keinen nennenswerten Vorsprung aufbauen kann oder Gegner immer wieder künstlich zurückfallen.

Und Leute… Zerstörung ist gut… Zerstörung macht Spaß! Es gibt vier verschiedene Schadensbereiche, die uns eingeblendet werden. Jeder Fahrer zeigt eine Zustandsleiste über sich an. Es gibt verschiedene Bereiche, in denen man Punkte ergattern kann. Beispielsweise für Zusammenstöße, Blechschäden, Demolierhilfen oder die Demolierung/Zerstörung an sich. Hier mal ein kleines Beispiel mit einer Limousine:

Ouh yeah! – Demolieren… mit Stil ~

Selbst der eigene Schaden kann Freude bereiten!

Verdammt, es bereitet sogar Freude, wenn man voll aus der Bahn fliegt und sich mehrfach überschlägt. Es ist eine schöne Mischung aus dem Bestaunen der Physik, der Action und dem Comedy-Faktor der übertriebenen Situation an sich. In einem Rennen fuhr ich relativ harmlos neben anderen Rennteilnehmern, nur um dann Folgendes zu erleben und zu bestaunen:

Das ist keine Seltenheit!

Immer wieder kommt es Dank dem Aufbau verschiedener Schauplätze zu purem Chaos. Insgesamt sind satte 45 (!) Strecken ins Spiel eingebaut. Doch bitte stellt euch nun nicht irgendwelche sterilen Rennstrecken vor. Nein, hier gibt es zwar auch klassische Rennparcours, aber auch dreckige Pisten in der Natur, Kampfarenen und vieles mehr. Jede Strecke hat seinen eigenen Vibe. Schaut euch nur mal diese masochistische Strecke an, in welcher Kollisionen geradezu provoziert werden – das war das einzige Mal, dass ich einen Schutzengel hatte:

So viel Glück hatte ich genau einmal…

Ihr mögt es total skurril? Nun, auch solche Gemüter hat Entwickler Bugbear bedacht. Wir fahren mit Rasenmähern und Mähdreschern umher und versuchen uns gegenseitig plattzumachen. Es kann sich immer mal wieder lohnen, auch rückwärts zu fahren – nämlich dann, wenn unsere Front schon stark beschädigt ist. Ihr könnt euch ein Szenario mit den genannten Gefährten nicht vorstellen? Okay, hier zwei Beispiele für euch:

Okay, die Physik der Menschen schaut nicht ganz so beeindruckend aus, wie der Spin am Ende
Stellt euch den theatralisch wegfliegenden Fahrer mit dem ikonischen Wilhelmschrei aus Hollywood vor

Wreckfest in technisch starkem Gewand

Entwickler Bugbear hat hier echt einen herausragenden Job geleistet. Der actionreiche Arcade-Racer ist ein gelungenes Downgrade zu Versionen auf deutlich stärkerer Hardware – nicht aber beim Spielspaß. Natürlich fahren wir auf der Nintendo Switch mit einer Framerate von maximal 30 Bildern pro Sekunde durchs Bild, welche nicht immer komplett stabil ist, was allerdings nie wirklich störend auffällt. Auch sind viele Texturen um einiges unschärfer oder angepasst, damit das Ganze hier performant über die Bühne geht. Beispielsweise sehen Autos von ganz Nahem, das Publikum, Rasenflächen und die Fauna generell nun nicht so berauschend aus, doch im Großen und Ganzen ergibt sich ein tolles Bild.

Die Autos zeigen viele Details, die Skybox versprüht richtigen tollen Charme, gerade bei Sonnenlicht und die Fahruntergründe schauen ebenso detailliert aus. Erfreulicherweise gibt es keine Einsparnisse bei den Schadensmodellen. Hier kracht es genauso ausufernd wie auf den anderen Systemen. Das Sounddesign ist herrlich wuchtig und die Ladezeiten angenehm kurz, wenn man bedenkt, dass Rennen mit bis zu 16 Teilnehmern in dieser Optik geladen werden. Ihr braucht euch auch keine Sorgen, um viele Pop-Ins oder dergleichen zu machen. Das Bild mag nicht immer perfekt sein und hier und dort zuckt ganz leicht etwas, aber hier hat Bugbear sauber optimiert!

Wie den Entwicklern dieser Kunstgriff mit Wreckfest gelungen ist, ist vielen noch ein Rätsel. Daran sieht man wieder einmal: Es liegt häufig nicht ausschließlich an der Hardware, sondern auch am Entwickler und Publisher.

Ein kleines Manko kann man dann allerdings doch ausmachen und zwar die blurry Optik im Handheldmodus. Hier sieht man schon einen nennenswerten Qualitätsunterschied.

Wuhuu, gekämpft und abgestaubt!

Verwirrungen beim Preis und den DLCs

Wir Spieler auf der Switch sind es ja mittlerweile gewohnt, einen Aufschlag im Vergleich zu anderen Systemen zu zahlen. In dem Fall von Wreckfest zahlen wir für alles oben Beschriebene mehr als andere Complete Editions auf anderen Systemen kosten.

Bei den DLCs blicke ich offengestanden gar nicht durch. Im Spiel selbst sah ich eine Werbung für das Monster Car Pack. Ich klickte drauf und landete im Nintendo eShop, wo mir angezeigt wurde, dass derzeit keine Artikel veröffentlicht werden. Im Hauptmenü findet man die Schaltfläche „DLC-Store“. Klickt man darauf, passiert das Gleiche. Es scheint zwei Season-Pakte zu geben. Doch wann diese verfügbar sind oder waren, entzieht sich zum jetzigen Zeitpunkt meiner Kenntnis.

Dieses Bild zeigt Werbung für das Monster Car Pack aus dem Arcade-Racer Wreckfest.
Öhm… nö…

Nachtrag am 01. Juli 2022: Mitllerweile (seit gestern) sind die oben erwähnten DLCs im Nintendo eShop erwerbbar. Daneben stehen zehn DLCs für 3,99 €, ein DLC für 1,99 € und ein weiterer DLC für 0,99 € im Angebot zur Verfügung.

Fazit zu Wreckfest

Pros:

  • Technisch sehr sauberer Port
  • Üppiger Content
  • Langzeitmotivation vorhanden
  • Tolles Fahrverhalten und insgesamt gelungene Physik
  • Viele Spielmodi und Einstellungsmöglichkeiten
  • Dedizierte Server
  • Actionreiche Atmosphäre samt passendem Sound/-track

Cons:

  • Offline lediglich alleine spielbar/kein Splitscreen
  • Kein Skill-basiertes Matchmaking und wenig bedeutende Progression
  • Einige Events in der Karriere unschön gestreckt
  • Im Handheldmodus grafisch recht blurry
  • Für Liebhaber echter Marken keine Lizenzen
  • DLCs nicht vorhanden, trotz Ingame-Werbung
  • Bestimmte Ausstattungsvarianten nicht speicherbar
  • Autos und Upgrades schlecht vergleichbar

Entwickler Bugbear hat mit Wreckfest einen richtig tollen Port auf der Nintendo Switch abgeliefert. Sowohl technisch als auch was den Spielspaß angeht, kommt man hier auf seine Kosten. Es ist extrem befriedigend, sich stets erneut in den Kampf auf den Rennstrecken und abseits dessen in den Arenen zu messen. Die Langzeitmotivation ist mit all den freischaltbaren Upgrades und Fahrzeugen sowie all den Einstellungsmöglichkeiten bezüglich des Gameplays und der Server definitiv gegeben.

Schade bleibt, dass der Titel offline lediglich alleine gespielt werden kann und online strukturell ausbaufähig ist. Für den Karrieremodus hätte ich mir etwas elegantere Turniere gewünscht.

Nichtsdestotrotz ist Wreckfest eine gute Empfehlung für Gamer, die einen actionreichen und chaotischen Arcade-Racer suchen, welcher Zerstörung zelebriert, wie kein anderes Spiel.

Das Testmuster wurde uns von THQ Nordic zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Justin Aengenheyster 318 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*