Bayonetta 3 im Test – Hexen in Topform!

Action-Fans haben lange Zeit drauf gewartet: Bayonetta 3 ist nach langer Wartezeit seit dem 28. Oktober 2022 endlich exklusiv auf der Nintendo Switch verfügbar! Während Nintendo als Publisher fungiert, zeichnet sich der Kultentwickler Platinum Games für die Entwicklung verantwortlich. Es handelt sich hierbei um einen Einzelspieler ab 16 Jahren, welcher ungefähr 14 GB eures Speichers beansprucht.

Warum der Titel locker überzeugen konnte, erfahrt ihr in diesem Testbericht. Bayonetta 3 ist aktuell für 59,99 € digital im Nintendo eShop und für 49,99 € als Cartridge auf Amazon erhältlich.

Schaut euch doch gerne (noch einmal) den Veröffentlichungstrailer zum Hexen-Spektakel an:

Die volle Ladung skurriler Action!

Eine generische aber zweckdienliche Geschichte

Die Welt und insbesondere die Umbra-Hexe Bayonetta selbst ist bedroht. In Teil 3 der Actionreihe ist die Quelle der Gefahr allerdings weder Paradiso noch Inferno. Es handelt sich bei unseren Widersachern um von Menschenhand geschaffene Biowaffen namens Homunkuli. Die Besonderheit des dritten Ablegers liegt in dessen wirre Verstricktheit der Zeiten, Dimensionen und Epochen. Früh wird klar, dass unsere Aufgabe darin besteht, fünf sogenannte Chaos-Getriebe zu ergattern, damit wir frei zwischen den Dimensionen umherreisen können. Bei dieser abgedrehten Odyssey stoßen wir auf unser Abbild in jeweils anderen Dimensionen und versuchen uns einem scheinbar übermächtigen Gegner gegenüberzustellen, wobei wir bezüglich unseres wahren Feindes noch eine Überraschung erleben sollen.

Als frischer Charakter erhält die Hexe Viola Einzug ins Team. Hexenfreundin Jeanne, der charismatische Waffenschmied und Barbesitzer Rodin, der vom Pech verfolgte Informant Enzo sowie der charmante, freiberufliche Journalist Luka sind ebenfalls wieder mit an Bord. Bei Viola handelt es sich um eine Nachwuchs-Hexe, welcher man ihre Sprösslingsnatur noch stark anmerkt. Bewaffnet mit einem Katana und in Begleitung ihres Katzen-Dämonen Cheshire stellt sie allerdings eine starke Gefährtin und zugleich willkommene Abwechslung dar.

Das Bild zeigt die Umbra-Hexe Viola aus dem Spiel Bayonetta 3.
Jung, ungestüm, aber talentiert!

Gameplay können sie einfach

Wofür der Entwickler Platinum Games bekannt ist? – Na für ihr ausgezeichnetes Gameplay. Auch mit Bayonetta 3 zeigt das populäre Studio unter Hideki Kamiya, dass es in diesem Bereich in der Oberliga mitspielt. Teil 3 überbietet dabei dessen Vorgänger, indem man zwei Punkte anpasst. Zum einen ist die junge Hexe Viola spielbar, die sich mit ihrem Katana deutlich von Bayonetta abhebt. Neben den vielen Kombinationsangriffen, die hier nun nicht in Gänze aufgedröselt werden – da ich hier dann morgen noch tippen würde – ist eine der wichtigsten Kampfaktionen definitiv das Ausweichen. Weicht Bayonetta nämlich kurz vor dem Angriff eines Gegners aus, aktiviert sich die bereits bekannte Hexenzeit. Dies führt dazu, dass sich die Zeit drastisch verlangsamt und wir unsere Feinde mit ordentlich Gegenwehr malträtieren können.
Bei Viola verhält es sich allerdings etwas anders. Sie hat die Fähigkeit mit ihrem Katana zu blocken. Blockt sie also einen Angriff kurz vor dem Aufprall, so aktiviert sich bei ihr die erwähnte Hexenzeit. Da die Tasten zum Blocken eine andere als die zum Ausweichen (das kann sie natürlich auch) ist, muss man sich schon ein wenig daran gewöhnen.

Zum anderen wären da all die Dämonen, die man beschwören kann. Dies ist ein vielbeworbenes Feature und auch ordentlich in Bayonetta 3 implementiert. Eine Leiste unten links am Bildschirm zeigt uns an, wie viel Dämonenenergie wir gesammelt haben. Ab einer gewissen Markierung können wir einen Dämonen beschwören. Im Falle von Bayonetta selbst fängt sie auf der Stelle an zu tanzen und wir initiieren Attacken mit den normalen Angriffstasten. Da die Dämonen extrem wuchtig daherkommen, sind die Angriffe entsprechend träger, dafür aber deutlich stärker. Auch hier sind Kombinationen möglich. Bayonetta selbst nimmt in dieser Situation nicht mit eigenen Angriffen am Kampf teil und ist daher verwundbar, kann aber dennoch ausweichen.
Damit wir nicht einfach die ganze Zeit mit Dämonen kämpfen, sinkt die Leiste einigermaßen schnell. Außerdem können besonders starke Gegner diese Dämonen mit einer gezielten Attacke für eine gewisse Zeit außer Gefecht setzen. Bayonetta findet im Laufe der Reise zahlreiche Dämonen, wovon alle ihre Stärken und Schwächen besitzen.

Viola hingegen besitzt lediglich einen Dämonen (Cheshire), welcher auch anders funktioniert. Nimmt das Katzen-Ungetüm am Kampf teil, kann Viola hingegen ganz normal mit attackieren und ändert sogar ihren Kampfstil vom Katana hin zu Boxattacken.

Das Bild zeigt die tanzende Bayonetta, wie sie einen Dämonen steuert aus dem Spiel Bayonetta 3.
Während Bayonetta tanzt, greifen die Dämonen effektiv an

Spaßige Fortbewegung und hohe Waffenvielfalt

Das Schöne an den Dämonen ist, dass sie nicht nur ihre eigenen Kampfstile mitbringen, sondern auch unsere Fortbewegung beeinflussen. Drücken wir zweimal die Ausweichtaste, wechseln wir in den Sprintmodus. Dabei verwandeln wir uns, je nachdem welchen Dämonen wir gerade ausgerüstet habe. Insgesamt kann man drei gleichzeitig ausrüsten und fließend zwischen ihnen wechseln. Eine riesige Spinne beispielsweise lässt uns selbst zur Spinne werden, was uns die Fähigkeit verleiht, an Wänden emporzukrabbeln. Ein anderer Dämon lädt einen starken Boost in der Luft auf und schleudert uns vorwärts; dabei rennt er animalisch auf allen Vieren über den Boden. So gibt es verschiedene Fortbewegungsmittel und viele verschiedene Waffen, von Bayonetta Standard Pistolen, über eine wuchtige Kanone für Nah- und Fernangriffe bis hin zu kreisenden Klingen an einer Kette und einigem mehr. Auch die Waffen können im Kampf fließend gewechselt werden, wobei die Komboherzen einiger Hack & Slay-Fans höher schlagen dürften.

Insgesamt fühlt sich das Kampfgeschehen zwar fordernd (Schwierigkeit normal), aber niemals unfair an. Ich empfehle an dieser Stelle, den Kameraabstand in den Optionen auf „4“ zu stellen, da die Kamera standardgemäß schon sehr nah hinter den Hexen positioniert ist.

Der Dämon Cheshire ist schon liebenswürdig ~

Abwechslungsreiche Kulissen

Dadurch, dass wir in verschiedene Dimensionen reisen und Bayonetta in verschiedenen Versionen sehen, bereisen wir auch ganz unterschiedliche Orte. Zu den Settings gehören unter anderem die Straßen Tokios, die Berge Chinas, eine staubtrockene Wüste, geheimnisvolle Höhlen und vieles mehr. Mir hat es gefallen, diesem Mix an optischer Vielfalt ausgesetzt zu sein. Allerdings gibt es schon einige Orte, die man immer wieder mal sieht. Auch die Farbgebung der Gegner ist leider recht eintönig. Fast alle Gegner (Homunkuli) sehen weiß-grünlich aus. Auch wenn jeder neuer Gegner schön präsentiert wird, so konnte ich diese schon schnell nicht mehr so richtig voneinander unterscheiden. An dieser Stelle vermisse ich die Kreativität, die in anderen Bereichen untergebracht ist. Zum Beispiel der Präsentation!

Das Bild zeigt Viola in Paris.
Und plötzlich landen wir mit Nachwuchs-Hexe Viola im romantischen Paris

Bayonetta 3 ist ein einmaliger Trip

Ehrlich Leute: ich glaube entweder man steht drauf oder man findet es eher nervig. Die Rede ist von der unfassbar freakigen Präsentation, die gewollt sowas von over the top ist, dass man nur lachen oder weinen kann. Sowohl die Choreografie der Kämpfe, welchen man nicht immer ganz genau folgen kann, die vielen bewusst lasziven Anspielungen, die Gags, die Situationskomiken, Easter Eggs und vieles mehr schreien uns förmlich ins Gesicht: ICH WILL FREAKY SEIN! Und ja, das ist es – wie ich finde im Positiven. Ich gebe euch an dieser Stelle mal ein kleines, fast noch harmloses Beispiel zu Anfang des Spiels:

Riesenwelle, Waffenschmied mit Bus, Waffen aus Pizzakarton (wie erwähnt: noch harmlos)

Zu meiner Freude erledigt die neue englische Synchronsprecherin Jennifer Hale ihren Job grandios. Zuvor war meine Haltung, dass Helena Taylor unersetzlich für diese Rolle ist, da sie Bayonettas persönlich extrem mitformte. Aber: nein, ich habe sie in Bayonetta 3 als Sprecherin nicht vermisst. Auch Hale gelingt es, Bayonetta lasziv, provokativ, elegant und einfach typisch Bayonetta-esque zu verkörpern – klasse!

An dieser Stelle sei natürlich auch geschrieben, dass Viola als neue Hexe super funktioniert und das eben nicht nur bezüglich ihres Kampfstils. Sie versucht in jeder Situation cool zu wirken, scheitert dabei aber oft maßlos. Insgesamt ist es erfrischend zu sehen, dass Platinum Games die typische Inszenierung weiblicher Charaktere völlig ignoriert und Viola unfassbar oft in männlich-klischeebehaftete Situationen wirft. Beispielsweise brennt ihr in einer Situation der Hintern, sie kassiert Schläge ins Gesicht und steht oft als naiver, unsicherer Dummkopf dar. Aber all das ist in seiner Gesamtheit liebenswürdig verpackt, denn immerhin ist sie sehr wichtig für die Geschichte und glänzt natürlich auch in verschiedenen Szenen. Doch auch hier wieder nicht immer. Manchmal, wenn man denkt, sie reißt nun das große Ding… versagt sie doch erneut. Diese Unvorhersehbarkeit konnte mich gut unterhalten.

So klingt Jennifer Hale als Bayonetta

Fotomodus, Training, Shop und generelles Kompendium

Bayonetta 3 bietet uns einen coolen Fotomodus. Hier können wir Momente einfrieren, die Kamera drehen, bewegen, rotieren und vieles mehr. Wir schrauben an der Helligkeit, der Schärfe, implementieren abwechslungsreiche Effekte, bauen Embleme ein und können so tatsächlich echt stylische Schnappschüsse kreieren. Einzig negativ aufgefallen ist mir die Unschärfe der Charaktere ab mittlerer Distanz. Dies ist aber zu verschmerzen. Ich zeige euch gerne mal ein Beispielbild:

Das Bild zeigt den Fotomodus.
Uns stehen viele Anpassungsoptionen zur Verfügung

Wollen wir einmal die neuen Techniken trainieren, so ist dies abseits der Hauptstory ganz einfach möglich. Schön ist, dass wir unsterblich sind, Eingaben angezeigt und gezielte Techniken geübt werden können. Wir bestimmen dabei sogar, wann wir gegen welchen Gegner kämpfen wollen.

Das Bild zeigt den Trainingsmodus.
Das praktische Training

Beim Waffenschmied Rodin können gegen zwei verschiedene Währungen unterschiedliche Dinge wie Items für Kämpfe, Schätze, Zubehör und einiges mehr gekauft werden. Wichtig hierbei ist: der Anreiz zum Sammeln von „Geld“ ist auf jeden Fall gegeben.

Das Bild zeigt den Shop von Rodin.
Derlei Lutscher heilen uns oder boosten bestimmte Werte im Kampf

Der Aspekt „Kompendium“ beschreibt, wie herrlich aufgeräumt und umfangreich sämtliche Informationen zum Spiel sind. Das klingt nun banal, ist aber eine super Möglichkeit, um viele Informationen zur Spielwelt in Ruhe nachzuschauen. Dazu zählen die Charaktere, Dämonen, Gegnertypen, Waffen und einiges mehr. Im Spiel verteilt finden sich immer wieder spezielle Sammelgegenstände, die Extras wie zum Beispiel Artworks freischalten. Hier wurde ganze Arbeit geleistet (ich liebe so etwas).

Das Bild zeigt das Kompendium.
Lest sämtliche Infos zu allem Möglichen nach

Bayonetta 3 und dessen meisterhaftes Pacing

Oha, selten habe ich ein Videospiel gespielt, dass so viel Abwechslung, fast ohne nervige Längen bietet wie Bayonetta 3. Die Kämpfe an sich sind meist nicht zu lange, bevor wir in eine ansprechende Cutscene entlassen werden, nur um direkt im Anschluss eventuell mit einem Riesendämonen eine Art Überlebensrennen zu absolvieren, um danach einen anderen Charakter zu spielen, zwischendurch seichte Rätsel zu lösen oder in der Spielwelt auf die Suche nach Geheimnissen zu gehen. Wow, einfach wow! Ich habe mich beim Spielen fast nie gelangweilt und mich zwischendurch gefragt, was die Entwickler wohl eingeworfen haben. Zwar fühlen sich dann einzelne Passagen wie ein Tutorial an, da sie so kurz sind und so nicht mehr vorkommen, aber wir können ja nach Belieben alle Abschnitte immer wieder spielen, um uns zu verbessern.

Das Bild zeigt ein Überlebensrennen mit einem Dämonen.
Derlei Überlebensrennen mit Dämonen sind jedes Mal spaßig, wenn auch simpel gehalten

Apropos verbessern: in Bayonetta 3 bekommen wir für alles Mögliche in den Kämpfen und Überlebensrennen Punkte. Beispielsweise für die gebrauchte Zeit oder abwechslungsreiche Kombos. Dafür gibt es für jeden Kampfabschnitt und dann noch mal am Ende eines jeden Kapitels eine Wertung in Form einer Trophäe. Cool ist auch, dass die Entwickler spielinterne Erfolge eingebaut haben, was wohl viele Gamer freuen dürfte!

Das Bild zeigt die Wertung eines Kampfes.
Reinplatin ist die bestmögliche Wertung: kleiner Flex am Rande

Um einmal zum Umfang zu kommen: Man kann Bayonetta 3 leicht in circa sieben Stunden durchspielen, aber! Dann verpasst man so einiges. Immer wieder könen wir bestimmte Herausforderungen annehmen, bei denen spezielle Voraussetzungen gelten. Zum Beispiel alle Gegner besiegen, wobei wir aber nur Schaden während der Hexenzeit verursachen. Dafür werden wir reichlich mit Items belohnt, die beispielsweise unsere Lebensleiste verlängern.

Das Bild zeigt die Anzeige zu einer Herausforderung.
Sind wir aufmerksam, finden wir immer wieder Herausforderungen

Außerdem sind in jedem Level jeweils drei Tiere versteckt: Ein Frosch, ein Rabe und eine Katze. Diese Wesen müssen wir fangen, um erneut belohnt zu werden. Schaffen wir es, alle drei Tiere zu fangen, so können wir eine alternative Version des Kapitels spielen. Es gestaltet sich manchmal als ganz schön knifflig, den Jäger zu spielen.

Das Bild zeigt Bayonetta und eine Katze.
Yay, ich habe die Katze gefangen!

Haupt- und Nebenkapitel

Insgesamt erwarten uns 15 Hauptkapitel und 4 Nebenkapitel. In diesen Nebenkapiteln spielen wir die Hexe Jeanne in einem komplett losgelösten Modus. Das ist der Grund, weshalb ich vorhin „fast“ ohne nervige Längen schrieb. In diesem Modus bewegen wir uns in 2D-Manier durch verschiedene Räume und müssen einen Ausgang finden. Die Besonderheit: Wir haben begrenzt Leben und sollten uns überlegen, ob wir nicht das ein oder anderen Mal lieber schleichen wollen. Überall gibt es Türen, Schächte, Duschen (alles klar…) et cetera, wo wir unsere Stealth-Triebe ausleben können.
Wir aktivieren bestimmte Schalter, wechseln die Ebene mit Leitern sowie Fahrstühlen und müssen quasi den Ausgang finden. All dies steht unter einem Zeitlimit, welches aber fair bemessen ist. Im Kampf vollführen wir simple Attacken, Sprünge und können unsere Pistole einsetzen. Wir finden auch neue Waffen, die sich zeitweise einsetzen lassen und stets recht stark reinhauen. Auch wenn der Puls dabei gut in die Höhe getrieben werden kann und dies eine nette und super inszenierte Abwechslung ist, so gefielen mir diese Passagen eher weniger, weil es sich doch eher klobig spielt und stets mit Druck verbunden ist.

Das Bild zeigt die Silhouette von Jeanne im Rot-Schwar-Look.
Jeanne als Geheimagentin

Loben mag ich aber die Präsentation. Anfangs sieht man die Silhouette von Jeanne in einem Rot-Schwarz-Look im kultigen Agentenstil. Das Wort „Nebenkapitel“ mag eventuell so klingen, als seien diese Agentenmissionen optional, aber nein: sie sind Pflicht. Sie leiten geschickt in eine parallele Handlung ein. Und zwar gilt es Dr. Sigurd zu finden, damit dieser uns mit unseren gesammelten fünf Chaos-Getrieben das Tor zum Alphaversum öffnet. Die letzte der vier Nebenmissionen war wiederum eher eine Art oldschool 2D-Motorradkampf mit Boss am Ende. Hier ist die Verstrickung mit der Hauptgeschichte als Nebenstrang mit fließendem Übergang von der Präsentation her super gelungen.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus den Nebenkapiteln.
Nette Abwechslung, aber spielerisch hakelig

Die Mammutkämpfe und Fähigkeitenbäume

Stellenweise kämpfen wir mit einem kolossalen Dämonen in 2D-Manier gegen ein anderes Ungetüm. Dabei stehen uns einige wenige Kampfaktionen zur Verfügung, wie zum Beispiel Blocken, Schlagen oder Sprinten. Diese Kämpfe unterstreichen die großzügige Abwechslung von Bayonetta 3 und fühlen sich spielerisch wie ein Kontrast zum schnellen und actiongeladenen Gameplay an. Derlei Kämpfe muten fast wie rundenbasierte Schlachten an, wo es mehr auf eine gute Taktik ankommt. Definitiv eine nette Idee, wenn auch eventuell aufgrund der Trägheit nicht jedermanns Sache.

Das Bild zeigt den Kampf zweier Riesendämonen.
Hier gibt es richtig hart aufs Maul!

Wie ihr euch eventuell denken könnt, stehen Bayonetta nicht sofort sämtliche Techniken zur Verfügung. In Bayonetta 3 können wir mit einer Währung, die wir aus Kämpfen erhalten sowie bestimmten Errungenschaften, zahlreiche Techniken und Attribute für Bayonetta, Viola und die Dämonen freischalten. Einige Dämonentechniken setzen allerdings den Einsatz einer bestimmten Anzahl an durchgeführten Techniken voraus. Neben den Angriffaktionen schalten wir allerdings auch noch Attribute, wie beispielsweise mehr Lebensenergie frei. In den Fähigkeitenbäumen können wir Techniken allerdings auch deaktivieren, um uns auf ausgewählte Manöver zu fokussieren. Damit bietet das Spiel einen weiteren Anreiz. Ich habe im ersten Spieldurchlauf bei Weitem nicht alle Waffen, Techniken et cetera ausprobiert. Somit kann ein hoher Wiederspielwert bescheinigt werden!

Das Bild zeigt den Fähigkeitenbaum.
Wir schalten viele Techniken und Attribute frei

Bayonetta 3 und die Technik

Die Technik von Bayonetta 3 ist schlecht auf einen Punkt zu bringen. Der Titel spielt sich flott und dabei stets flüssig. Optisch sehen Charaktere und Gegner hübsch aus; die Umgebung allerdings ist oft extrem simpel gehalten. Nicht wenige Bereiche werden von Rauch/Nebel verdeckt, welcher auch noch unschön aussieht. Pop-Ins sieht man immer wieder und teils unschöne Texturen sind keine Seltenheit. Einige Gebiete sind recht simpel gehalten. Die 30 fps machen sich vor allem in den hektischen Cutscenes bemerkbar. Einerseits sind die Choreografien stellenweise nicht ganz nachvollziehbar und andererseits hilft es dabei nicht, wenn Kameraschwenks etwas schwammig wirken oder manchmal auch Unschärfe reingebracht wird. Ich persönlich komme mit der Optik gut klar, verstehe aber jeden, der sich mehr erhofft hätte.

Die Ladezeiten sind relativ kurz und der Sound ist super. Oh, generell: die Musik weiß einerseits durch actionreiche Beats zu pushen und andererseits emotionale oder stylische Momente gekonnt zu unterstreichen. An dieser Stelle muss ich noch mal auf die Präsentation zurückkommen: die Animationen und Choreografien bei den Tänzen sind der Wahnsinn in Bayonetta 3. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Show aus Tanzeinlagen so sehr genieße. Ich mag euch hier einmal eine unfassbar geniale Szene zeigen, mit Verweis darauf, dass sie sehr unerwartet kommt und ihr diese eventuell lieber selbst im Spiel sehen wollt:

Mein persönliches Highlight!

Freischaltbares nach dem ersten Spieldurchgang

Haben wir Bayonetta 3 einmal durchgespielt, schalten wir einige Extras frei:

  • ultimativer Schwierigkeitsgrad
  • Jeanne in der Charakterauswahl
  • Verwendung von Schusswaffen
  • neue Klamotten und Kostümwechsel, erwerbbare Spezial-Items zur Freischaltung
  • wenn drei Blutstränen Umbras (Frosch, Rabe, Katze) gesammelt: Gegenstück eines Kapitels
  • neue Gegenstände im Shop bei Rodin
  • Prüfungen der Umbra (Reihe herausfordernder Kämpfe namens Hexenprozesse)

Fazit zu Bayonetta 3

Pros:

  • Super flüssiges und vielseitiges Gameplay
  • Viola als gelungene Nachwuchs-Hexe
  • Meisterhaftes Pacing
  • Viel Abwechslung
  • Intelligente Splittung der Handlung in Haupt- und Nebenkapiteln (Jeanne)
  • Tolles Kompendium und spaßiger Fotomodus
  • Die Welt bietet genug Anreize, sie zu erkunden
  • Vier Schwierigkeitsgrade
  • Faire Rücksetzpunkte
  • Jennifer Hale macht einen klasse Job als Bayonetta-Sprecherin
  • Extrem starke Präsentation (Tanzeinlagen!)
  • Ansprechende Musik
  • Emotionales Ende

Cons:

  • Optisch nicht immer auf der Höhe, Gebiete oft simpel gehalten
  • 30 fps machen sich in hektischen Cutscenes bemerkbar
  • Fulminante Choreografien nicht immer nachvollziehbar
  • Nebenkapitel spielerisch etwas zäh
  • Spielzeit nicht unbedingt lang
  • Der Charakter Enzo wurde links liegen gelassen
Das Bild zeigt die Wertung des Spieles "Cook, Serve, Delicious! 3?!".

Mit Bayonetta 3 hat Platinum Games einen richtigen Kracher abgelegt! Ein Action-Spektakel, in dem solch ein tolles Pacing mit so viel Abwechslung und spielerischer Tiefe geboten wird, findet sich selten. Die neue Umbra-Hexe Viola mit ins Boot zu holen, ist super gelungen und lässt freudig in die Zukunft blicken. Die thematisierten Schwächen sind bei all den Stärken locker zu verkraften. Dass die Spielwelt Erkundung und Herausforderungen belohnt und nach Abschluss so viele Extras spendiert werden, erhöht den Wiederspielwert gekonnt. Bayonetta 3 tanzt die beiden Vorgänger locker vom Parkett und ist insgesamt ein ausgezeichneter Action-Titel geworden!

Das Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Justin Aengenheyster 324 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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