Rune Factory 5 – Farmarbeit tifft auch Fantasy [Test]

Ich muss sagen, ich habe mich wahnsinnig auf den Release von Rune Factory 5 gefreut. Es ist nichts neues, dass ich ein Fan des Farmsimulatoren-Franchises bin, wenige wissen allerdings, dass meine Liebe mit dem ersten Teil der Rune Factory-Serie damals auf dem Nintendo DS begann.

Alles in allem kann man sagen, dass Rune Factory 5 den Wurzeln der Reihe treu geblieben ist. Es gibt Echtzeitkämpfe, jede Menge Farmarbeit, diverse Feste, zahlreiche liebenswürdige Charaktere und noch vieles mehr. Aber auch neue Features werden verwendet, zum Beispiel die Farmdrachen, das sehr praktische Warp-System und jahrzeitenübergreifendes Saatgut. Dennoch komm ich leider nicht umhin, auch einige Fehler zu sehen, weswegen meine Wertung letztlich vielleicht etwas überraschend sein wird. Aber fangen wir ganz am Anfang an, zu viel vorgreifen möchte ich natürlich nicht.

Falls ihr Interesse an dem Spiel habt, könnt ihr es sowohl physisch bei diversen Händlern wie auch digital über den Nintendo eShop erwerben. Neben der Standardversion existiert noch eine Deluxe-Edition. Was genau diese zu bieten hat, erfahrt ihr in unseren Artikeln rund um die Limited Edition und die digitale Deluxe-Edition.

Rune Factory 5 – Die Storyline

Im Gegensatz zu Harvest Moon und Story of Seasons ist die Rune Factory-Serie für ihre recht interessante Storyline bekannt. Denken wir zurück an Rune Factory 4 Special, so konnte dort die Hintergrundgeschichte durchaus mit einigen Wendungen und diversen Höhepunkten überraschen. Rune Factory 5 versucht ebenfalls, diesen Weg zu beschreiten, allerdings ist es dabei weniger erfolgreich. Die Story wirkt teilweise etwas flach und ideenlos, die größte Wendung ist bereits ziemlich früh zu erahnen, sodass das große Finale nur bedingt eine Überraschung ist. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht unbedingt eine schlechte Storyline, aber irgendwie habe ich einfach mehr erwartet. Nach etwa 35 Spielstunden erscheinen die Credits.

Wir beginnen unsere Reise nahe der verschlafenen Grenzstadt Rigbarth, welche sich mitten in einem Umbruch befindet. Das Gleichgewicht zwischen den Menschen und der Natur hat sich verschoben. All das liegt an den Runen, welche durch mysteriöse Ereignisse negativ beeinflusst werden. Beinahe scheint es so, als würden sie langsam aber sicher verschwinden. Als neuster Rekrut der Friedensorganisation SEED ist es unsere Aufgabe, die Harmonie im bedrohten Königreich Norad aufrechtzuerhalten. Das einzige Problem: Wir haben – wie auch schon in einigen anderen Teilen der Reihe – keine Erinnerungen an unsere Vergangenheit.

Das Bild zeigt eine der ersten Szenen aus dem Spiel "Rune Factory 5"

Zudem haben wir als Neuling nicht den einfachsten Stand im Dorf, schließlich müssen wir uns erst einmal das Vertrauen von allen verdienen. Daher gilt es, den Menschen in Rigbarth dabei zu helfen, dass ihre Stadt weiterhin gedeiht und sie sich wohl fühlen. Wir werden in der Lage sein, Freundschaften zu schließen, vielleicht sogar die große Liebe zu finden. Eventuell können wir uns sogar bei SEED einen Namen machen. Werden wir das Geheimnis rund um das verschobene Gleichgeweicht der Welt lösen können?

Die wichtigsten Elemente

Rune Factory 5 besitzt so unendlich viele Elemente, über die ich euch etwas erzählen könnte. Allerdings würde das den Rahmen dieses Reviews sprengen, daher werde ich versuchen, mich kurz zu fassen und die allerwichtigsten Features grob zu skizzieren.

Willkommen auf unserer Farm

Das Bild zeigt das Feld auf einem Farmdrachen.
Hier bin ich gerade auf meinem Farmdrachen unterwegs

Nach unserer Ankunft in Rigbarth kommen wir bei dem Hauptmann der ortsansässigen SEED-Niederlassung unter. Er stellt uns ein Zimmer zur Verfügung, welches wir im Laufe der Zeit beim Schreiner erweitern können. Zudem dürfen wir den Garten benutzen, in welchem sich ein großes Feld befindet. Am Anfang war ich ein wenig verwirrt, weil das Feld nicht so groß war, wie in den vorangegangenen Teilen. Aber keine Panik. Durch Farmdrachen und dergleichen kann die mögliche Anbaufläche erweitert werden.

Es lässt sich schwer beschreiben, aber ich hatte im Allgemeinen das Gefühl, dass Rune Factory 5 nicht sonderlich viel Wert auf die Landwirtschaft liegt. Wir können uns mit dieser ein gutes Zubrot verdienen, allerdings ist es nicht unbedingt notwendig, unendlich viel Gemüse anzubauen, um voranzuschreiten.

Jedes Feld ist ausgestattet mit einer Versandbox und einem Brunnen. An dem Brunnen können wir unsere Gießkanne auffüllen, die Verdandbox wird jeden Tag um 8 Uhr geleert. Der Inhalt wird verkauft, das Geld erscheint wie von Zauberhand auf unserem Konto. Ganz nett finde ich, dass man in diesem Teil auch wieder zu jeder Zeit auf alle Inhalte der Versandbox zugreifen kann. Falls wir mal versehentlich etwas hineingeworfen haben, können wir es also noch einmal retten. Im Laufe des Spiels kann die Versandbox zudem um zusätzliche Slots erweitert werden. Und ja, die Box ist irgendwann voll, was vor allem dann nervt, wenn wir ziemlich viele nicht stapelbare Gegenstände verkaufen (z.B. Werkzeuge, gekochte Speisen oder auch Waffen und Schilde).

Das Bidl zeigt das Startfeld.
Hier mal ein Bild des Startfeldes, bei dem die Grafik nicht richtig geladen hat

Das Jahreszeitensystem in Rune Factory 5

Ich bin an dieser Stelle nicht so ganz sicher, ob ich das Jahreszeitensystem richtig verstanden habe. Es gibt immer noch die vier klassischen Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Jede Jahreszeit besitzt 28 Tage, es gibt Events, die wir ausrichten können und jeder wichtige Charakter hat irgendwann Geburtstag.

  • Das Bild zeigt den Kalender von "Rune Factory 5".
  • Das Bild zeigt den Kalender von "Rune Factory 5".
  • Das Bild zeigt den Kalender von "Rune Factory 5".
  • Das Bild zeigt den Kalender von "Rune Factory 5".

Was mich etwas irritiert hat, war die Tatsache, dass die Saatgüter nicht mehr an eine Jahreszeit gebunden sind. War das in Rune Factory 4 Special auch schon so? Ich weiß es, um ehrlich zu sein, nicht mehr so wirklich, vielleicht habe ich einfach nie aktiv drauf geachtet. Nun denn, in Rune Factory 5 stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar: Es gibt zu Beginn des Spiels nur eine Sorte Saatgut, die restlichen Sorten müssen wir freischalten.

Die meisten Saatgüter können jahreszeitenübergreifend gepflanzt werden. So bevorzugen zum Beispiel die Rüben den Sommer und Herbst (laut der Beschreibung im Inventar), aber auch im Frühling kann man sie problemlos züchten und anbauen. Wichtig ist natürlich, sie täglich zu bewässern, sonst vertrocknen die Pflänzchen, und eventuell ab und an Dünger zu verwenden. So erhaltet ihr Gemüse der besten Qualität. Zudem solltet ihr manchmal, anstelle des Erntens des reifen Gemüses, es mit der Sense absensen. So erhaltet ihr Saatgut mit einem höheren Level, welches beim Verkauf wiederrum mehr Geld bringt.

Wichtig zu wissen ist, dass nach dem Ernten pro Feld gepflanzte Rübe nicht nur eine Rübe geerntet werden kann. Im Durchschnitt erhaltet ihr zwei bis vier Exemplare derselben Sorte, wenn ihr richtig Glück habt, erhaltet ihr sogar ein Saatgut. Gelegentlich erscheinen auch Runen, welche eure Energie wieder auffüllen, sodass ihr noch mehr Gemüse pflanzen könnt.

Werkzeuge und Waffen

Das Bild zeigt einen Endgegner des Spiels.
Die Designs der Endbosse können sich schon sehen lassen

Wie immer nimmt natürlich auch das Craften einen wichtigen Platz in Rune Factory 5 ein. Durch den Kauf von verschiedenen Lizenzen sind wir in der Lage, Kochtische oder auch eine eigene Schmiede zu erwerben. An diesen können wir mit Rezepten, welche allerdings nicht zwingend notwendig sind, verschiedene Dinge produzieren. Darunter fallen Waffen, aufgewertetes Werkzeug, Medizin, verschiedene Schmuckgegenstände oder auch Wappen/Schilde.

Ohne Rezept zu arbeiten kann ich euch eher weniger empfehlen, denn das geht in den meisten Fällen einfach nur in die Hose. Daher ist es umso wichtiger, im Idealfall täglich in der Bäckerei vorbeizuschauen. Dort kann man täglich zwei Brote erwerben, zum Beispiel Waffenbrot oder auch Medizinbrot. Essen wir das Brot, erlernen wir im Durchschnitt ein bis zwei Rezepte, immer abhängig vom Level der entsprechenden Fertigkeit. Das Level der Fähigkeit und auch die Menge der gelernten Rezepte kann im Menü nachgelesen werden.

Das Bild zeigt einen Reiter aus dem Menü von "Rune Factory 5".
Alles hängt schlussendlich von unserem Fertigkeitenlevel ab; und alles hat ein Fertigkeitenlevel!

Je mehr Rezepte wir erlernen und je mehr Gegenstände wir schmieden, desto besser werden unsere Fertigkeiten und desto mehr und aufwendigere Rezepte können wir lernen. Haben wir alle Rezepte bis zu einem bestimmten Level gelernt, können wir kein Rezeptbrot mehr essen. Es wird dann auf die mangelnde Erfahrung hingewiesen. Brote können auf Vorrat im Inventar oder auch in einem Kühlschrank gelagert werden.

Zum Craften selbst brauchen wir natürlich einige Items. Darunter befinden sich klassische Sachen wie Eisen, Bronze oder auch Äste. Gelegentlich brauchen wir aber auch außergewöhnliche Materialien wie spezielle Obstsorten (Äpfel oder auch Orangen) oder bestimmte Blumen (z.B. Spielkraut). Gewisse Dinge können wir selbst anbauen, andere wiederum müssen wir von Monstern farmen. Da sag ich nur: Auf in die Schlacht!

Diverse Dungeons und das Kampfsystem

Rune Factory 5 besitzt ein ausgeklügeltes Dungeon- und Kampfsystem. Grundlegend hat sich im Hinblick auf das Kampfsystem nicht sonderlich viel geändert. Es handelt sich immer noch um ein Echtzeit-Kampfsystem mit verschiedenen Waffen, wodurch wir uns sowohl auf Nah-, als auch auf Fernkampf oder Magieangriffe spezialisieren können. Leider muss ich gestehen, dass ich das Kampfsystem bereits seit dem ersten Teil nicht wirklich gelungen finde. Die Steuerung ist teilweise sehr unpräzise, besonders wenn viele Feinde gleichzeitig angreifen. Außerdem hat mich die dynamische Kamera richtig in den Wahnsinn getrieben. Anfänglich wurde mir von dieser so schlecht, dass ich nicht mehr weiter spielen konnte und heftige Kopfschmerzen bekommen habe..

Ich habe das Spiel im Schwierigkeitsgrad auf Normal eingestellt, ich suche nicht wirklich eine Herausforderung, zu leicht möchte ich es allerdings nicht haben. Die Schwierigkeit kann zu jeder Zeit im Spielverlauf variiert werden. Dennoch fand ich das Spiel besonders zu Beginn etwas zu einfach. Man muss sich nicht wirklich auf die Dungeons vorbereiten, selbst bei den Endgegnern ist keine Strategie notwendig. Einfach draufhauen mit einer halbwegs guten Waffe löst im Normalfall schnell das Problem. Was man dem Titel allerdings zugute halten muss: Es gab noch nie so viele unterschiedliche Dungeons. In dieser Hinsicht kann keiner der anderen Teile Rune Factory 5 das Wasser reichen. Allerdings sind die Dungeons teilweise recht renundant.

Kleiner Tipp von mir noch am Rande, da ich diese Frage in einigen Gruppen gelesen habe: Ihr könnt eure Waffen und auch die Rüstung bis Level 10 verbessern. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, mit welchem Material die Ausrüstung aufgewertet wird. Abhängig vom Material ändern sich die immer nur bestimmte Werte. Manche passen den Angriff an, andere die Defensive. Das heißt also im Umkehrschluss: Nur weil eine Rüstung Level 10 ist, muss sie nicht sonderlich abwehrstark sein. Es könnte sein, dass man versehentlich den Angriff anstelle der Abwehr gesteigert hat.

Das Dorfleben in Rune Factory 5

Das Bild zeigt das Zimmer, in welchem wir leben.
Unser Zimmer beim SEED-Außenposten

Wie immer ist das Dorfleben in Rune Factory 5 einfach nur traumhaft. Es gibt jede Menge interessante Charaktere, die wir treffen können. Darunter zum Beispiel Scarlett, eine doch sehr harsch rüberkommende Halb-Elfe, die als SEED-Hüterin arbeitet. Anfänglich ist sie uns gegenüber eher misstrauisch, mit der Zeit versteht sie allerdings wie alle anderen auch, dass wir nur helfen wollen.

Auch interessant finde ich Murakumo, den Wer-Mann, welchen wir durchaus auch heiraten können. Er besitzt einen heiteren und sorglosen Charakter und betreibt das Gästehaus „Blauer Mond“. Dieses Haus ist ein Tempel der Ruhe, dort können wir anfänglich kostenfrei, später gegen Geld unsere Energie wieder herstellen.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Badehaus "Blue Moon" von "Rune Factory 5".
Ein kleiner Eindruck vom Badehaus

Wo wir uns befinden können wir zu jeder Zeit auf der Karte sehen. Diese befindet sich in der oberen linken Ecke des Bildschirms und kann mit ZR vergrößert werden. Wenn auch die vergrößerte Ansicht nicht reicht, können wir die ganze Karte über die „-„-Taste aufrufen. Dort können wir uns mit Hilfe des Joy-Sticks bewegen. Was ich wirklich gut gelungen finde ist die Tatsache, dass es eine Schnellreiseoption zu verschiedenen Orten gibt. Des Weiteren können wir zu jeder Zeit sehen, wo sich die einzelnen Charaktere befinden. ENDLICH! Nie wieder muss ich jemanden gefühlt drei Stunden suchen, nur um mit ihm zu sprechen.

Im Menü selbst können wir im Reiter „Freund-St.“ den Freundschaftsstatus einsehen. Zudem sehen wir dort unsere Beziehungen zu den gezähmten Monstern. Je besser wir mit diesen befreundet sind, desto effektiver helfen sie uns. Sie können uns bei der Feldarbeit zur Seite stehen (Felder gießen oder auch reifes Gemüse ernten) oder sie ziehen mit uns in die Schlacht. Auch Dorfbewohner können uns im Kampf begleiten. Jeder von ihnen besitzt andere Werte, welche wir im eingangs genannten Menü nachlesen können.

Ob man einen Charakter heiraten kann oder nicht, sieht man ebenfalls in diesem Menü. Heiratskandidaten, oder wie man heute gerne sagt Bachelors und Bachelorettes, besitzen eine Herzleiste, die sich Level um Level füllt. Je nachdem, wie weit wir sind, können wir Herzevents auslösen, die schlussendlich vielleicht in einer Ehe münden. Eheschließungen sind geschlechtsübergreifend möglich, in Rune Factory 5 sind also homosexuelle Beziehungen kein Problem. Müsste ich mich für eine Ehefrau entscheiden, hätte ich definitiv Fuuka genommen, auch wenn ihr „Gestammel“ manchmal ziemlich anstrengend war. Allgemein kann man sagen, dass die Interaktionsmöglichkeiten verbessert worden sind.. Es ist also nicht wie in den vorangegangenen Teilen, in denen man bereits nach wenigen Tagen alle drei Sätze gehört hatte. Dadurch sind die Gespräche auch auf lange Sicht, oder zu mindest im ersten Jahr, interessant.

Das Bild zeigt den Charakter Fuuka.

Unser Leben als SEED-Rekrutin

Direkt vor unserem Zuhause befindet sich eine Anschlagstafel. Dort bringen die Dorfbewohner Aufträge an, welche sie gerne erledigt wüssten. Gelegentlich bitten sie uns auch in Gesprächen um Gefallen. Man könnte sagen, dass die Anschlagstafel als eine Art Tutorial fungiert. Über diese schalten wir neues Saatgut frei, generieren Geld oder erhalten andere Belohnungen wie Kleidungsstücke oder auch Möbel. Am wichtigsten sind allerdings die SEED-Punkte.

Mit jenen Punkten können wir unsere Items verbessern. So können wir zum Beispiel die Aufbewahrungstruhe, unseren Rucksack oder auch den Kühlschrank erweitern. Des Weiteren können wir dann Events ausrichten, darunter den Kochwettbewerb oder auch das Bohnenwurffest. Am Ende eines jeden Festivals erhalten wir, im Falle eines Sieges, Geld oder andere Belohnungen. Auch die Dorfbewohner nehmen daran teil; wir können über die Events somit auch unser Verhältnis zu diesen verbessern.

Und sonst heißt es: Arbeiten, Monster bekämpfen, Monster zähmen, Aufträge erledigen, Feld bestellen und noch vieles mehr.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Tutorial von "Rune Factory 5".
Das Tutorial zum Thema Aufträge!

Rune Factory 5 – Schlechte technische Performance

Was wir bereits aus Japan wissen, hat sich leider auch bei der westlichen Fassung von Rune Factory 5 bestätigt. Die technische Performance kann man bestenfalls als nicht gelungen bezeichnen, schlimmstenfalls könnte man sogar von misslungen sprechen. Die Framerate ist wirklich richtig grausam, selbst mit 30 fps läuft das Spiel nicht stabil. Ständig sieht man irgendwo Dinge nachladen, insbesondere bei Kräutern ist mir das negativ aufgefallen. Man sieht das Schimmern, ein Hinweis darauf, dass dort ein einsammelbarer Gegenstand auf der Map liegt. Der Gegenstand selbst erscheint aber erst, wenn man den Blick drauf richtet.

Zudem ruckelt es, und das permanent. Ich bin in dieser Hinsicht wirklich abgehärtet, aber es ist so nervig, wenn man gefühlt keine drei Schritte machen kann, ohne dass irgendwas hängt. Insbesondere wenn man Gebäude betritt oder verlässt machen sich die Lags bemerkbar. Zwei mal hat das Spiel bei mir ganz aufgegeben, einmal war sogar ein harter Neustart der Switch notwendig. Ich kam nicht mal mehr zurück ins Home-Menü.

Das Bild zeigt eine fragwürdige Grafik.
Wo, um himmelswillen, kommt das Wasser her und warum kommt es unten nicht im Fluss an?

Auch anstrengend waren die langen Ladezeiten. Besonders, wenn man das Spiel startet oder auch zu Beginn eines neuen Tages ruckelt es und lädt echt lange. Wobei in dieser Hinsicht kein Spiel so schlimm war wie Cris Tales.

Als weiterer Kritikpunkt könnte die Grafik angeführt werden. Die Zwischensequenzen sind wirklich liebevoll gestaltet, die Charakterportraits, die immer eingeblendet werden, wenn wir mit jemandem sprechen, sind einfach nur wunderschön. Nur der Rest ist halt einfach nur… na ja… Nintendo Switch-like. Aber tatsächlich stört mich die Grafik recht wenig, sie mindert das Spielgefühl und die Lust am Zocken von Rune Factory 5 nicht.

Nun gibt es nur noch ein Thema, das ich unbedingt ansprechen muss: Die Steuerung. Ich glaube, die richtige Bezeichnung für die Steuerung ist schwammig und umständlich. Besonders bei der Feldarbeit oder beim Einsammeln von Items ist mir immer wieder aufgefallen, wie unpräzise die Steuerung ist. Außerdem ist sie streckenweise recht kompliziert. Drücken sie erst diese drei Knöpfe, anschließend weitere zwei und dann siehst du, wie viele Herzen du hast. So hat es sich teilweise angefühlt. Bestimmte Aspekte der Steuerungen werden zudem nicht erklärt, wodurch ich den Schnellzugriff zum Menü erst sehr spät gefunden habe (was mich echt geärgert hat, denn das hätte vieles ziemlich einfach gemacht). Rückwirkend habe ich herausgefunden, dass der Schnellzugriff in einem Tipp auf dem Ladebildschirm erwähnt wird.

Das BIld zeigt den Menüreiter Tasche des Spiels "Rune Factory 5"-
Das Hauptmenü mit jeder Menge Taps und Einstellungsmöglichkeiten

Auch zu nennen ist das platzieren von Möbeln. Es gibt kein richtiges Raster dafür, daher muss man die Möbel freihand positionieren, was aber mehr schlecht als recht funktioniert. Mir blutet richtig mein Perfektionistenherz, wenn ich an die krumm und schief aufgestellten Gegenstände in meinem Zimmer denke.

Mein Fazit zu Rune Factory 5

Pros:

  • Jede Menge Aufgaben, sodass man alle Dinge, die man erledigen muss, fast nicht in einen Tag gequetscht bekommt
  • Wunderschöner Soundtrack (wenn auch nicht so weltbewegend, wie in anderen Teilen der Serie)
  • Viele Wege zum Ziel
  • Mehr Dungeons als jemals zuvor
  • Hübsche Charaktermodelle
  • 35 Spielstunden für die Storyline

Cons:

  • Teilweise schwammige Steuerung
  • Dungeons und Endbosse benötigen keine spezielle Strategie
  • Lags, so unendlich viele Lags
  • Lange Ladezeiten, insbesondere bei Starten des Titels und auch beim Übergang in einen neuen Tag
  • Unschöne Grafik außerhalb der Charaktermodelle
  • Möbel zu platzieren gestaltet sich schwierig
  • Niedrige Frame-Rate
  • Gelegentliche Abstürze
Das Bild zeigt meine Wertung zu "Rune Factory 5".

Alles in allem kann man Rune Factory 5 durchaus als gelungenes Spiel bezeichnen. Das möchte ich auch nicht leugnen. Aber es ist irgendwie nicht die Fortsetzung, auf die ich gewartet habe. Ich hätte mir gewünscht, dass die technischen Probleme, die aus der japanischen Fassung bereits bekannt gewesen sind, in der europäischen Version nicht so extrem zu Tage treten.

Außerdem ist die Steuerung wirklich anstrengend, besonders das angepriesenen Feature der „Dynamischen Kamera“ kam bei mir gar nicht gut an. Zum Glück kann diese, ebenso wie die Farmkamera, ausschalten. Dennoch bietet das Spiel viele Anreize zum Zocken. Teilweise hat man so viel zu tun, dass man es nicht immer schafft, alle Sachen, die man sich vorgenommen hat, zu erledigen. Auch gefallen hat mir, dass die Interaktionsmöglichkeiten mit den Dorfbewohner besser geworden sind. Es macht Spaß, sich mit ihnen zu beschäftigen und man hat nicht nach wenigen Tagen bereits alles gehört, was sie zu sagen haben.

  • Das Bild zeigt eine Szene aus dem Intro von "Rune Factory 5".
  • Das Bild zeigt eine Szene aus dem Intro.
  • Das Bild zeigt eine Szene aus dem Intro von "Rune Factory 5".
  • Das Bild zeigt eine Szene aus dem Intro.
  • Das Bild zeigt eine Szene aus dem Intro von "Rune Factory 5".
Über Caren Koch 1401 Artikel
Geboren im Jahre 1997 bin ich wirklich froh darüber, mich noch ein echtes 90er-Unikat nennen zu können.Geboren und aufgewachsen bin ich im Saarland, wohne und arbeite auch immer noch hier. In meinem Job als chemisch technischer Assistent habe ich sehr viel mit Zahlen und Rechnen zu tun, das Zocken ist daher ein nette Abwechslung für mich.Meine erste Konsole war eine NES. Ich besitze auch heute noch eine und liebe sie abgöttisch. Neben der NES habe ich noch zwei Nintendo 3DS-Systeme und natürlich eine Nintendo Switch. Meistens Spiele ich Jump`n`Run und Strategiespiele, bin aber allem gegenüber offen. Was ich nicht so mag sind Horror- und Actionspiele, wobei es auch hier natürlich Ausnahmen gibt. Auf der Switch ist mein aktuelles Lieblingsspiel Monsters 2, wobei ich auch für eine Partie Overcooked 2 mit meiner Schwester immer zu haben bin.

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