Aerial_Knight’s Never Yield – Angespielt: Was taugt der Indie-Freerunner?

Während der Nintendo Indie World-Präsentation vor ein paar Tagen (→ zum Übersichtsartikel) wurde unter anderem Aerial_Knight’s Never Yield vorgestellt. Es handelt sich hierbei um einen “Selbstläufer”, bei dem ihr automatisch von links nach rechts rennt und Gegenständen ausweichen müsst. Direkt nach der Ankündigung wurde eine Demo im Nintendo eShop veröffentlicht.

Wie sich das spielt, könnt ihr in der neuesten Angespielt-Folge sehen:

Der Indie-Entwickler Neil aus Detroit, alias Aerial_Knight, sprach in der Indie World-Präsentation darüber, dass er gerne in die Reihen der erfolgreichen Entwickler aufgenommen werden wollte und deshalb sein eigenes Spiel erstellt hat. Wer sich ein wenig mit Amerika beschäftigt, der weiß, dass Detroit nicht mehr die berühmte boomende Motor City von einst ist. Heutzutage zählt Detroit eher zu den Ghettos und Orten, denen man lieber fern bleibt oder von denen man wegzieht, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet. Sein Bestreben, es zu etwas zu bringen sollte also durchaus lobend erwähnt werden.

Wie spielt sich Aerial_Knight’s Never Yield?

Leider ist das Produkt dieses Bestrebens bestenfalls halbgar. Aerial_Knight’s Never Yield bietet spielerisch kaum Abwechslung. Ihr habt mit dem Steuerkreuz vier mögliche Bewegungen und einfach nur im richtigen Moment die richtige Aktion ausführen, um dem auftretenden Hindernis auszuweichen. Das kennt man von Freerunner-Games auf dem Handy, doch selbst diese sind meist besser umgesetzt als der vorliegende Titel. Die Animationen wirken steif und unrealistisch, die Kollisionsabfrage ist quasi nicht vorhanden, außer man rennt direkt in den Gegenstand hinein und beim Short-Hop (links) gibt es gerade einmal drei unterschiedliche Sprunganimationen, von denen zwei völlig zufällig und eine nur beim Sprung durch Glasscheiben verwendet wird.

Grafisch bin ich absolut zwiegespalten. Es ist nicht per se hässlich, sondern hat einen Stil, der gut zum Hintergrund des Entwicklers und zu Detroit passt. Man sieht auch, dass der Entwickler einige gute Ansätze hat. Wechselnde Kameraperspektiven, explodierende Tanks oder Verfolgungen von Wächter-Drohnen sind alles keine schlechten Ideen. Aber wenn der Charakter dann ein paar Stockwerke nach unten fällt und buchstäblich einfach irgendwie auf die andere Plattform gezogen wird, wo er ohne irgendeine Landeanimation einfach weiter rennt, dann fühlt sich das einfach unausgegoren an. Eine simple, ordentliche Rolle um den Schwung abzufangen hätte ausgereicht, damit es natürlicher wirkt.

Das Bild zeigt eine Spielszene aus Aerial_Knight's Never Yield
Welcome to Ghetto-Detroit-Tokyo

Auch der Mechanismus der Slow-Motion ist unausgegoren. Auf Easy verlangsamt Aerial_Knight’s Never Yield ziemlich stark und viel zu früh vor den Hindernissen und während der Aktion, sodass der Flow komplett gestört wird. Auf Hard scheint die richtige Balance zu liegen, da ich dort direkt weniger Schwierigkeiten hatte. Das fühlte sich dann doch zumindest in Ordnung an.

Von der Story, die während der Präsentation noch angesprochen wurde, habe ich nichts mitbekommen.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass mir Aerial_Knight’s Never Yield schon während der Indie World hauptsächlich durch den fetzigen Hip Hop Soundtrack aufgefallen ist. Dieser stammt aus der Feder von Daniel Wilkins, der ebenfalls in Detroit ansässig sein soll. Das ist auch der einzige Teil, an dem ich wirklich nichts auszusetzen habe.

Ich empfehle euch dennoch, euch die Demo einfach selbst herunterzuladen. Der Entwickler hat sich stets Mühe gegeben und wer weiß, vielleicht bin ich auch einfach überkritisch, weil ich durch Mobile-Games wie Vector bereits wesentlich besser Vertreter des Genres kennengelernt habe.

Wie ist euer Eindruck zu “Aerial_Knight’s Never Yield“? Werdet ihr dem Titel eine Chance geben?

Über Roger Hogh 715 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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