Voice of Cards: The Isle Dragon Roars – Erster Eindruck

Im Laufe der September-Direct von Nintendo am 24. September 2021 präsentierte uns der sympathische Konzern aus Kyoto ein kartenbasiertes Rollenspiel. Dieses trägt den Namen Voice of Cards: The Isle Dragon Roars, dessen Entwicklerstudio kein geringeres als Square Enix ist. Erscheinen soll der ungewöhnliche Titel bereits am 28. Oktober auf Steam, der PlayStation 4 und der Nintendo Switch für 29,99 €.

Außerdem stehen verschiedene herunterladbare Inhalte zur Verfügung, welche für ungefähr weitere 7 € erschwinglich sind. Erfreulich war die Ankündigung, dass eine kostenlose Demo direkt im Anschluss an die heiß erwartete Präsentation im Nintendo eShop bereitsteht.

Schaut doch gerne einmal in folgenden Trailer rein:

Ich habe einmal die Möglichkeit beim Schopfe gepackt und mich in die fantastische Welt der Karten begeben. Im Folgenden versuche ich euch ein klein wenig teuflischsüßen Honig ums Maul zu schmieren – möge der klebrige Akt beginnen:

Wie sicherlich nicht wenige von euch wissen, sind Karten in der Videospielwelt ziemlich beliebt. Es gab eine Zeit, in der die Implementierung der virtuellen Papierrechtecke geradezu einen Boom auslöste. Und nun erzähle ich euch im Jahre 2021 von einem „ungewöhnlichen“ Titel.

Ein seltsames Videospiel. Ja, wirklich. Fast alles besteht aus Karten. Die Charaktere; Gebäude; Fähigkeiten; ja sogar die Karte, also die Umgebung der Welt, die wir bereisen. Solltet ihr also eine Abneigung gegen Karten haben, so zieht eventuell ein originell aufbereitetes Abenteuer an euch vorbei!

Eine vermeintlich bekannte Geschichte, aber dann…

Unser Abenteuer beginnt mit drei Protagonisten, bei denen man der Vermutung unterliegt, sie könnten aus einer x-beliebigen Fantasywelt stammen. Wunderschöne Heilzauberin, alter, weiser Magier mit starken Schadenszaubern und ein mundfauler Ritterhühne mit starkem Angriff und einer ebenso starken Verteidigung.
Das Dreiergespann findet geforderte Audienz bei der Herrscherin des Reiches, um eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Dabei handelt es sich um das Aufspüren eines Diebes. Leider fiel diesem Langfinger eine essenzielle, heilige Flüssigkeit in die Hände. Und unsere erste Quest besteht darin, das Diebesgut wieder zurückzuerlangen.
Nach Erfüllung dieser wichtigen Mission tritt ein Ereignis ein, dass dem Titel des Spiels alle Ehre macht. Natürlich unterlasse ich an dieser Stelle unerhörte Spoiler! – Nur so viel sei verraten: ROAAARRR!

Voice of Cards – Ein fähiger Sprecher

Sieht man einmal vom generischen Plot zu Anfang ab, so bietet Square Enix gleich mehrere Kaufanreize.
Direkt erwähnen, mag ich den grandiosen englischsprachigen Sprecher Todd Haberkorn. Er spricht… alles. Sowohl als Erzähler als auch als Sprecher der verschiedenen Charaktere stellt er seine Sprechkünster unter Beweis. Square Enix scheint allgemein ein gutes Händchen für fähige Sprecher zu besitzen. An dieser Stelle sei aber auch angemerkt, dass lediglich eine englische Sprachausgabe vorliegt; die Texte sind aber natürlich in deutscher Sprache.
Aufgefallen ist allerdings eine nicht immer korrekte Übersetzung. Allgemein klingt die deutsche Fassung etwas „vernünftiger“.
Ein Videospiel in diesem Stil wäre ohne einen großartigen Sprecher undenkbar. Haberkorn leistet hier mit verschiedenen Facetten ganze Arbeit!
Im Japanischen übernimmt Hiroki Yasumoto die Sprecherrolle. Ich persönlich habe die Demo mit englischer Sprachausgabe gespielt.

Weitere Anreize

Rundenbasierte Kämpfe. Einige lieben, andere hassen sie. Eure Kämpfer verfügen über veschiedene Werte für Angriff, Verteidigung und Leben. In jeder Runde entsteht ein Juwel, welches das Äquivalent zum Mana aus anderen Spielen darstellt. Mit den besagten Juwelen lassen sich stärkere Fähigkeiten aktivieren. Der Zauberer der Gruppe beispielsweise besitzt die Fähigkeit, ein zusätzliches Juwel zu erschaffen.
Selbstverständlich dürfen diverse Schwächen der Gegner für Elemente und kritische Treffer nicht fehlen. Einige Fähigkeiten erhalten einen Schadensbonus. Wodurch? – Die Augenzahl, die ihr würfelt. Ja, richtig gelesen! Eine kleine Portion Glück ist gleich mit von der Partie. Zumindest in der Demo störte mich dies keineswegs, es stellte einfach ein weiteres, willkommenes Feature dar.
Ebenfalls dabei sind verschiedene Items samt verschiedenen Fähigkeiten, die euch im Kampf unterstützen. Eure Widersacher beherrschen unterschiedliche Schwächungs-Fähigkeiten, sodass man stets seinen Itemvorrat checken sollte.

Städte bieten allerlei Kaufstätte an. Darunter beispielsweise Waffen- und Itemläden sowie Apotheken. Es ist natürlich immer befriedigend, seine Charaktere mit immer stärkeren Ausrüstungsgegenständen auszustatten.

Was wäre ein Rollenspiel ohne das Looten und Leveln? Nach euren erfolgreich abgeschlossenen Kämpfen erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Gold. Auch Schätze wollen von euch gefunden werden! Beliebte Suchtmechanismen sind also an Bord.

Nette Details und ansprechende Atmosphäre

Ein nettes Detail: Immer wieder bewegen sich unsere Charakter-Karten. Die Animationen fallen angepasst auf die Situation in Kämpfen und Gesprächen unterschiedlich aus. In Kämpfen beispielsweise wirbeln sie umher. Während der Audzienz bei der Königin in der Burg Präludus verbeugen sich sogar unsere Protagonisten unterschiedlich. Diese unterschiedlichen Nuancen werden oftmals lediglich durch die Bewegung der Karten unterstrichen.

Insgesamt bietet Voice of Cards: Isle of Dragon Roars eine tolle Atmosphäre. Dies liegt am stimmigen Soundtrack und immersiven Soundeffekten, wunderschönen Artdesigns und der ruhigen Erzählweise. Dass die gesamte Welt aus Karten besteht, hat seinen ganz eigenen Charme, welcher schwierig in Worte zu fassen ist.
Außerdem schaut der Titel schön aus und läuft angenehm flüssig und flott.

Individuelle Reise durch Entscheidungsfreiheit

Besonders gefallen, haben mir die Entscheidungen wie Handlungen und Gesprächsoptionen. Derlei Freiheiten gestalten unsere Reise individueller und spannender. An dieser Stelle ein kleines Beispiel: Ich blicke bei einem besonderen Ereignis durch ein Fernrohr und sehe vage einen Beutel. Ich entscheide mich für ein Anschleichen und finde eine gegnerische Kreatur, die allerdings vergiftet ist und leidet. Ich entscheide mich dafür, eines meiner giftneutralisierenden Items zu teilen. Das Monster verschwindet. Später treffe ich es wieder. Es kämpft nicht, sondern legt es nieder und zieht sich zurück. Ich erhalte ein wertvolles Item. Das hätte bei anderer Entscheidung ganz anders ausgehen können. Meine Güte resultierte in eine Belohnung, klasse!
Das macht Voice of Cards: The Isle Dragon Roars spannender und motivierender.

Die Künstler hinter dem Werk

Wer genau ist den nun verantwortlich für diesen Kartentrip?

Creative Director: Yoko Taro (Drakengard-Serie, NieR-Serie)
Executive Producer: Yosuke Saito (NieR-Serie)
Music Director: Keiichi Okabe (Drakengard 3, NieR-Serie)
Character Designer: Kimihiko Fuhisaka (Drakengard)
Scenario Wirter: Yuuki Matsuo (NieR-Serie)
Director: Maasa Mimura

Square Enix engagiert vielversprechende Talente für dieses Projekt!

Probiert es doch gerne mal aus!

Abschließend kann ich euch zumindest mal eine Empfehlung für die kostenlose Demo aussprechen. Was habt ihr zu verlieren? Außer eventuell Zeit. Die Demo dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Je nachdem, wie hoch ihr euch leveln wollt. Das Level-Maximum liegt bei zehn. Je besser ihr euch vorbereitet, desto leichter ist eure Reise. Später könnt ihr euren Spielfortschritt in die Vollversion übertragen.


Voice of Card: Isle of Dragon Roars wird zunächst rein digital angeboten.

Seid ihr bereit, „Voice of Cards: The Isle Dragon Roars“ einmal auszuprobieren? Was spricht euch an und was weniger? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Bild: © Nintendo

Über Justin Aengenheyster 294 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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