Sakuna: Of Rice and Ruin – Action kombiniert mit Farmleben

Das Bild zeigt das Testlogo von "Sakuna: Of Rice and Ruin".

Ich glaube, alle Mitglieder des n-Switch-on-Teams können ein Lied darüber singen, wie sehr ich mich auf den Release von Sakuna: Of Rice and Ruin gefreut habe. Wochenlang waren wir hinter einem Review-Code her und ich kann kaum in Worte fasse, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, als wir dann doch einen erhalten haben. Wer nicht dasselbe Glück hat wie ich für eine Gamingseite zu schreiben, der kann sich das Spiel digital über den Nintendo eShop herunterladen. Preislich handelt es sich allerdings nicht wirklich um ein Schnäppchen, mit 39,99 € müsst ihr doch ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

Allerdings erhaltet ihr für das Geld ein Spiel, welches in der Lage ist, euch wochen-, vielleicht sogar monatelang zu fesseln. Alles natürlich immer unter der Bedingung, dass die Story euch erreicht und ihr das Spiel in seiner Gänze verstehen könnt. Ich bin mir nicht genau sicher, woran es lag, aber bei mir trifft keines von beiden zu. Ich habe mich so unfassbar auf den Titel gefreut und bin wirklich bodenlos enttäuscht. Kein schönes Gefühl.

Gleich vorweg möchte ich daher erwähnen: Es ist meine Aufgabe ein neutral und objektiv bewertetes Review zu schreiben. Nur weil das Spiel mich persönlich nicht erreicht hat, heißt es also noch lange nicht, dass es tatsächlich ein schlechter Titel ist. Ich hoffe sehr, dass ich euch das im Rahmen dieses Reviews vermitteln kann.

Sakuna: Of Rice and Ruin – Japanische Mythologie trifft auf Havest Moon und Action

Ich habe mich auf Sakuna: Of Rice and Ruin gefreut, da es im Vorfeld oft mit Rune Factory oder auch Story of Seasons verglichen worden ist. Ich liebe es, entspannende Farmsimulationen zu zocken und mich gleichzeitig in abenteuerliche Kämpfe zu stürzen. Allerdings finde ich jetzt, da ich das Spiel gespielt habe, dass dieser Vergleich nicht so wirklich zutrifft.

Klassisch gesehen handelt es sich um einen Side-Scrolling-Platformer, welcher über einige Farmsimulationselemente verfügt. Im Kern dreht sich alles ums Kämpfen und den Anbau von Reis. Ich will das gar nicht schlecht machen, zumal der Anbau in Sakuna: Of Rice and Ruin deutlich detailgetreuer und komplizierter ist als in den meisten Farmsimulationen. Dennoch ist das Farmelement in gewissem Maße eine Nebensächlichkeit.

Das Bild zeigt die erste Jump`n`Run-Passage des Spieles "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Bereits in der Stadt der Götter werden wir mit jeder Menge Jump ’n‘ Run-Action konfrontiert

Außerdem fehlen viele andere Elemente, die wir aus Simulatoren kennen. Zwar können wir mit den, nennen wir sie mal Dorfbewohnern, interagieren, aber wir müssen keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Wir können zwar mit ihnen sprechen, aber es ist irrelevant, ob wir das tun oder nicht. Geschenke können wir ihnen so oder so nicht geben. Die Verbindung der einzelnen Personen baut sich im Laufe der Story einfach so auf.

Zudem ist es nicht möglich, romantisch zu interagieren. Wobei das eigentlich ein Punkt ist, den ich nicht allzu schlimm finde. Trotz allem fehlt es irgendwie, sich jemanden auszusuchen, mit dem man sich ein Leben und eine Beziehung aufbauen will. Nichtsdestotrotz sollten wir nicht vergessen, dass Sakuna eine Göttin ist und viel wichtigere Aufgaben hat als jemanden zum Verlieben zu suchen.

Das Bild zeigt Sakuna zu Befinn des Banquettes in dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Verwöhnt und verfressen: Sakuna weiß anfänglich gar nicht zu schätzen, wie gut sie es hat

Sakuna – Eine verwöhnte Erntegöttin

Kommen wir zur Story hinter Sakuna: Of Rice and Ruin. Diese finde ich eigentlich ganz interessant, schließlich verbindet sie japanische Mythologie mit dem Dämonenreich und der Welt der Sterblichen.

Wie bereits im Vorfeld erwähnt, schlüpfen wir in dem Spiel in die Rolle der jungen Göttin Sakuna. Sie ist die Tocher der Erntegöttin und des Kriegsgottes und vereint die beiden Fähigkeiten ihrer Eltern. Totz allem wird Sakuna selbst als Erntegöttin bezeichnet. Besonders am Anfang allerdings handelt es sich bei ihr um einen sehr verwöhnten, beinahe schon kindlich arroganten Charakter. Sie genießt in der Götterwelt ein hohes Ansehen aufgrund ihrer Eltern und wurde anscheinend ihr Leben lang verhätschelt. Dementsprechend verhält sie sich auch und nimmt vieles als selbstverständlich an, auch wenn es das nicht ist.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Bankett von "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Auf diesem Bankett trifft sich die Créme de la Créme des Götterreiches

Eines Tages, bei einem Bankett im Himmelsreich, schaut Sakuna etwas tief ins Glas. Als dann verängstigte Menschen auf der Himmelsbrücke auftauchen, sieht sie es als ihre Aufgabe an, diese wieder los zu werden. Zwar rettet sie die Menschen vor einem Angriff durch Banditen, allerdings sorgt sie auch dafür, dass sie in die Hauptstadt der Götter eindringen können. Bei ihrem Versuch, sie aus ebendieser zu vertreiben, setzt sie die Lagerhalle versehentlich in Brand und vernichtet so alle Opfergaben für die oberste Göttin.

Und so nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn anstelle sich bei der Erntegöttin zu entschuldigen, schiebt sie die Schuld einzig und allein auf die Menschen. Genauso wie man es auf den ersten Blick auch erwarten würde. Die Göttin lässt das allerdings nicht durchgehen und verbannt sowohl Sakuna, wie auch die fünf Sterblichen, auf die Insel der Dämonen. Die Insel ist das einzige Gebiet auf der Welt, über welches die Göttin noch keine Macht hat.

Das Bidl zeigt eine weinende und jammernde Sakuna.
Die Göttin soll ihr vergeben, allerdings zeigt ihr Finger ganz klar auf die Menschen als Schuldige

Sakunas Aufgabe ist es, die Insel von den Ungeheuern, Monstern und Dämonen zu befreien und gleichzeitig sich und die Menschen am Leben zu halten. Zum Glück befindet sich auf der Dämoneninsel die Hütte von Sakunas Mutter, welche über genug Platz für alle Verbannten, eine voll intakte Küche und ein Reisfeld mit sämtlichen landwirtschaftlichen Gegenständen bietet. Wir sind also bestens für das kommende Abenteuer gerüstet.

Reis – Das zentrale Element des Spieles

Wie der Titel bereits vermuten lässt, dreht sich in Sakuna: Of Rice and Ruin alles um Reis und Ruinen. Wobei das zentrale landwirtschaftliche Element natürlich von dem Reis gestellt wird. Dieser dient uns unter anderem als Nahrungsmittel, schließlich müssen wir irgendwie am Leben bleiben, für Sakuna selbst hat er aber eine viel weitreichendere Bedeutung. Denn als Erntegöttin ist Reis die Quelle ihrer Stärke und je mehr sie davon anbaut und je besser die Qualität ist, desto stärker wird sie.

Das Bild zeigt die Auswirkung der jährilchen Ernte auf die Fähigkeiten von Sakuna, die Protagonistin von "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Mein erstes Jahr lief wirklich alles andere als gut

Theoretisch könnte man annehmen, dass Sakuna als Göttin es nicht einsieht, den Reis, welcher an sie geopfert wird, selbst anzubauen. So ist es auch. Aber sie hat schlichtweg keine andere Wahl. Denn Tauemon, der sanftmütige Riese in unserem Team, weiß zwar theoretisch, wie man Reis anbaut und hat sogar Keimlinge dabei, allerdings ist er handwerklich so geschickt wie eine Kartoffel. Er braucht die Samen nur anblicken und schon sind sie vergammelt und zu nichts mehr zu gebrauchen.

Im Gegensatz zu anderen Farmsimulatoren haben sich die Entwickler von Sakuna: Of Rice and Ruin – das Entwicklerstudio Edelweiss steht hinter dem Spiel – sehr genau mit dem Anbau von Reis beschäftigt. Es erwartet uns also vielmehr als nur stumpfes Hacken, Säen, Gießen und Abernten. Die Herstellung von Reis ist auch im echten Leben ziemlich kompliziert und umfasst im allgemeinen sechs Schritte. Dazu kommen noch die Vorbereitung des Bodens und das Züchten der nächsten Generation.

All diese Schritte hat man auch in das Spiel implementiert. Zu Beginn des Jahres müssen wir den Boden auflockern, anschließend die Reispflanzen setzen, stetig darauf achten, dass das Feld ausreichend gewässert ist, das Unkraut entfernen, die Ernte einfahren, sie zum Trocknen aufhängen, den richtigen Moment zur Weiterverarbeitung abpassen, anschließend müssen sie noch gedrescht werden, wir müssen den Reis enthülsen, sortieren und dann noch Keimlinge für das nächste Jahr aussuchen. Mit diesem Salz mache ich Kleist alle Ehre glaube ich, er verkörpert aber auch gut die Komplexität des Prozesses.

Das Bild zeigt Sakuna, welche wie jeden Morgen im Reisfeld steht und den Reis kontrolliert.
Wir können den Reis gar nicht gut genug im Auge haben, schließlich ist er die Quelle unserer Macht

Wetter, Wasser, Unkraut, Trocknung

Besonders am Anfang ist das sehr zeitintensiv und ich bin mir nicht so ganz sicher warum, aber ich habe wirklich alles falsch gemacht, was nur geht. Es gibt nämlich einige Punkte, auf welche man beim Pflanzprozess achten muss. Auf manche hat man leider keinen Einfluss, dazu zählt unter anderem das Wetter, für wieder andere sind wir selbst verantwortlich.

Zum Beispiel ist es beim Ausbringen der Setzlinge sehr wichtig darauf zu achten, dass diese im immergleichen Abstand am besten quadratisch auf dem Feld gesetzt werden. Sonst ist die Qualität am Ende des Jahres minderwertig, beziehungsweise die Ernte fällt geringer aus.

Außerdem ist es wichtig, das Feld regelmäßig von Unkraut zu befreien – ich habe das immer morgens und abends gemacht – und darauf zu achten, dass der Reis in der ersten Wachstumsphase genug Wasser bekommt, in der zweiten Phase, kurz bevor er reif ist, aber nicht zu viel.

Außerdem muss das Wetter auch mitspielen. Wenn es zum Beispiel regnet, wenn der Reis trocknen soll, ist das sehr ungünstig. Außerdem darf es nicht zu feucht sein, wärend der Reis wächst, zu trocken mindert allerdings auch die Qualität des Produktes. Die Temperatur und die mittlere Luftfeuchtigkeit werden immer am rechten Bildschirmrand angezeigt, zudem kann man das Wetter, ebenso wie die Jahres- und Tageszeit in der oberen rechten Ecke ablesen.

Das Bild zeigt Sakuna beim Entspannen an einem Regentag. Es handelt sich um eine Suene aus dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Eigentlich ist es wirklich entspannend, dem Reis beim Wachsen im Regen zuzusehen

Vier Jahreszeiten gibt es an der Zahl

Wie auch im echten Leben gibt es auch in Sakuna: Of Rice and Ruin vier Jahreszeiten. Was ich ziemlich irritierend fand, ist allerdings die Tatsache, dass jede Jahreszeit nur drei Tage hat. Mittlerweile finde ich, dass es den Spielfluss nicht negativ beeinflusst, ihn sogar unterstützt, aber ich habe das anfänglich nicht verstanden. Warum die Jahreszeiten nicht länger sind, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Das hängt mit dem Wachstum des Reises zusammen, welcher nur ein Mal im Jahr geerntet und verarbeitet wird.

Da dieser essenziell für die Stärke von Sakuna verantwortlich ist und wir ja im Spiel auch vorankommen wollen, muss es regelmäßig und auch relativ schnell zu einem Jahreswechsel kommen. Kurz nach Release des Spieles war es nicht möglich, länger als 999 Jahre zu spielen, durch das letzte Update wurde die Spielzeit allerdings auf 9999 Jahre hochgesetzt. So schnell sind wir also nicht mehr mit dem Spiel durch.

Im Frühling bearbeiten wir den Boden und pflanzen unsere Setzlinge. Frühling und Sommer dienen dann der Überwachung der Ernte und der Reinigung des Feldes. Zudem können wir Dünger anbringen und den Wachstumsstatus unserer Pflanzen überwachen und kontrollieren. Im Herbst ist es dann an der Zeit, die ausgewachsenen Pflanzen zu ernten und sie anschließend zu trocknen. Hier müssen wir darauf hoffen, dass das Wetter mitspielt. Je trockener die Ernte ist, desto besser ist die Qualität des Endprodukts.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Sowohl brauner Reis als auch weißer Reis haben unterschiedliche Vorteile

Spätestens im Winter müssen wir den Reis wieder einsammeln, egal ob er noch pitschnass ist oder trocken. Danach gibt es einige Minispiele, durch welche wir den Reis aufbrechen, sortieren und dreschen können. Die Minispiele ansich sind nichts besonderes, allerdings finde ich es ganz nett gemacht, dass sich die Entwickler die Mühe gemacht haben, eine Funktion einzupogrammieren und nicht einfach nur die Zeit vergeht.

Ist unsere Ernte fertig eingefahren und gemahlen, gibt es eine Auswertung und wir sehen, wie viel Kraft Sakuna in diesem Jahr gewonnen hat. Je besser die Ernte, desto höher die Qualität des Reises und desto stärker steigen die einzelnen Werte von Sakuna an. Wir sollten uns also durchaus die Zeit nehmen, unsere Arbeit selbstständig und gründlich zu verrichten.

Das Bild zeigt das Logo von "New Rice Complete".
Die Reisernte ist beendet, nur leider in meinem Fall nicht sonderlich erfolgreich.

Keine Lust auf Landwirtschaft

Machmal wird die Zeit knapp sein und wir haben einfach keine Lust auf unsere alltäglichen Pflichten. Gut, dass ja noch andere Bewohner in unserem Dorf leben, welche uns unterstützen können. Allerdings, und das ist überhaupt nicht arrogant gemeint, macht niemand die Arbeit so gut wie wir. Übergeben wir also zu viele Pflichten an unsere Mitbewohner, leidet schlussendlich die Qualität unserer Ernte darunter. Wenn die Qualität unserer Ernte schlecht ist, kommen wir nicht so schnell vorran, wie wir wollen.

Vielleicht fragen sich jetzt einige von euch, ob man die Landwirtschaft nicht einfach sein lassen könnte. Geht ja schließlich in Story of Seasons und Harvest Moon auch. Die Antwort hierauf ist ein klares und deutliches Nein. Ohne Reis werden wir nicht stärker, und ohne stärker zu werden können wir die Insel nicht von Dämonen und Monstern befreien. Und damit können wir die Grundaufgabe nicht mehr erfüllen. Wobei es vielleicht ein interessanter Ansatz wäre für eine Challenge…

Auf in die Schlacht in Sakuna: Of Rice and Ruin

Das Bild zeigt Sakuna im Kampf mit verschiedenen Gegnern.
Die Feinde sind manchmal nicht sonderlich intelligent…

Kommen wir zum zweiten wichtigen Element von Sakuna: Of Rice and Ruin: Dem Kämpfen. Es gibt jede Menge 2D-animierte Side-Scrolling-Passagen, welche nur darauf warten, von Ungeheuern und Monstern gesäubert zu werden. Und glaubt mir, wenn ich sage, dass die Insel der Dämonen ihrem Namen alle Ehre macht.

Im Laufe der Story entdecken wir immer mehr Bereiche, in welchen wir unsere Kampffähigkeiten auf die Probe stellen können. Sakuna kämpft nicht mit einem Schwert oder etwas in der Art. Ganz im Stil des Spieles sind Gartengeräte unsere einzige Waffe. Hierbei unterscheidet man zwischen leichten und schweren Waffen. Wir können zwei leichte Waffen und eine schwere Waffe tragen. Als schwere Waffe zählt zum Beispiel die Hacke, als leichte Waffe gelten kleine Hämmer oder auch die Sichel.

Schwere Waffen verursachen höheren Schaden, allerdings kann man mit ihnen nicht so schnell hintereinander angreifen. Leichte Waffen sind wendiger, man kann daher öfters zuschlagen, allerdings fügen diese deutlich geringeren Schaden zu. Neben dem Reis, durch welchen Sakuna in ihrer Gesamtheit stärker wird, können wir auch unsere Waffen verbessern, beziehungsweise neue Waffen anfertigen.

Für die Verbesserungen müssen wir bestimmte Rohstoffe sammeln, welche wir wiederum durch das Erlegen von Monstern bekommen. Das Schmieden ansich nimmt keine Zeit in Anspruch. Wir kaufen so gesehen das neue Werkzeug, wenngleich wir eigentlich nichts kaufen können.

Rohstoffe

Das Bild zeigt einige Rohstoffe aus dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".

Durch das Erlegen von Gegnern erhalten wir unterschiedliche Rohstoffe. Zudem können wir in den unterschiedlichen Leveln auch einfach so bestimmte Rohstoffe gewinnen, unter anderem durch das Absammeln von Steinen und von Büschen. Welche Rohstoffe man in welchem Gebiet findet, kann man auf der Weltkarte sehen.

Rohstoffe werden dazu benötigt, Waffen zu verbessern und Essen zu kochen. Zwar können wir selbst nicht kochen, aber eine der Dorfbewohnerinnen kann dies übernehmen und versorgt uns alle jeden Abend mit Gerichten unserer Wahl. Aber natürlich nur, wenn sie genügend Rohstoffe hat. Sonst gibt es nur einfache Basiskost, welche zwar unseren Magen ein wenig füllt, aber sonst keine Vorteile mit sich bringt.

Im Laufe des Spieles, nachdem wir den Hund getroffen haben, können wir auch einen unserer Freunde in ein bestimmtes Gebiet aussenden, damit sie Rohstoffe für uns einsammeln. Das ist zwar sehr praktisch, allerdings sind wir selbst im Sammeln von Ressourcen meistens erfolgreicher.

Kampffähigkeiten

Das Bild zeigt das Menü des Spieles "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Im Reiter ‚Menü‘ können wir uns neben dem Status auch das Equipment und die Skills von Sakuna anschauen und einstellen

Gerade am Anfang kann das Kämpfen in Sakuna: Of Rice and Ruin sehr frustrierend sein. Wir verursachen kaum Schaden und die Gegner sind relativ stark, besonders in der Nacht. Dazu aber später mehr. Das Kampfsystem im Spiel basiert vor allem auf dem Abschließen von Kombinationen. Je weiter wir voranschreiten und je höher unser eigenes Erkundungslevel ist, desto bessere Kombinationen können wir abschließen.

Die unterschiedlichen Kampffähigkeiten müssen wir allerdings erst lernen. Das geschieht allerdings im Laufe des Spieles automatisch. Je mehr wir kämpfen und je höher unser Level wird, desto mehr Kampffähigkeiten beherrschen wir. Diese können wir über das Menü bestimmten Tasten zuweisen.

Was ich in diesem Bereich nicht wirklich gut geregelt finde ist die Tatsache, dass man sie nicht der „X“, „Y“ oder „A“-Taste zuweist. Diese haben bereits feste Funktionen, welche wir nicht verändern können. Die Fähigkeiten werden daher zum Beispiel folgendermaßen ausgelöst: Bevor man die „A“-Taste drückt, muss man mit dem Joystick in eine bestimmte Richtung zeigen. Oder man muss die „A“-Taste zweimal schnell hintereinander drücken.

Versteht mich nicht falsch, das Kampfsystem ist nicht wirklich schlecht, aber es dauert eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat. Besonders das Erzielen von Kombos ist am Anfang ein wenig knifflig, allerdings ist es sehr wichtig, ebendiese zu erzielen, da man so deutlich mehr Schaden verursacht. Man muss sich einfach ein wenig ins Kampfsystem reinarbeiten, bis man es schlussendlich so gut beherrscht, dass sich uns wirklich niemand mehr in den Weg stellen kann. Selbst den stärksten Dämon werden wir dann dem Erdboden gleich machen.

Das Tag- und Nachtsystem

Wie bereits im Vorfeld angedeutet, trennt sich in der Nacht die Spreu vom Weizen. Denn nur der stärkste und geschickteste Kämpfer schafft es, in der Nacht nicht umgebracht zu werden. Das hängt mit folgender Tatsache zusammen: Die Gegner sind in der Nacht deutlich stärker als am Tag. Auch diese Tatsache kann man auf der Weltkarte sehen.

So gibt es unter anderem Bereiche, in welchem die Monster eine Stärke von zwei am Tag aufweisen, in der Nacht hingegen sind sie gleich mehr als fünfmal so stark. Mit einer Stärke von elf machen wir den Gegnern anfänglich überhaupt keinen Schaden.

Und wenn gar nichts mehr geht

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Ein wenig absurd sehen die magischen Bänder ja schon aus

Und wenn wir mal in einer Situation gefangen sind, in welcher es weder vor noch zurück geht, müssen wir den Kopf auch nicht in den Sand stecken. Schließlich sind wir in der Rolle der Sakuna und Göttinnen und Götter haben immer noch ein Ass im Ärmel. In unserem Falle sind unsere Ärmel das Ass. Sie verfügen über magische Kräfte, welche es uns unter anderem erlauben, uns an Vorsprüngen hochzuziehen, wie eine Fledermaus an der Decke zu hängen und noch sonst jede Menge Schabernack zu treiben.

Besonders hilfreich ist auch die Möglichkeit, uns hinter den Gegner zu schwingen. Manche Monster müssen sogar von hinten besiegt werden. Je weiter unser Erkundungslevel steigt und je mehr Feinde wir auf der Insel der Dämonen besiegen, desto besser werden auch unsere Fähigkeiten. Dadurch wird es sogar im Laufe des Spieles möglich sein, Gegner zu uns zu ziehen, wodurch wir wiederum bessere Kombinationen erzielen können. Alle Aktionsmöglichkeiten sind also auch bereits in diesem Bereich perfekt aufeinander abgestimmt.

Das Dorf

Nicht nur Sakuna riskiert gerne Mal eine dicke Lippe.

Wie bereits im Vorfeld angedeutet, sind wir bei Sakuna: Of Rice and Ruin nicht wirklich auf uns alleine gestellt. Wir wurden gemeinsam mit fünf Menschen verbannt, welche es aus Verzweiflung gewagt haben, in die Götterwelt einzutauchen. Jeder von ihnen hat eine eigene Persönlichkeit und zeichnet sich durch spezielle Fähigkeiten aus.

So ist unter den Dorfbewohnern ein Mann, welcher zwar handwerklich und landwirtschaftlich total ungeschickt ist, der sich aber gut mit dem Anbau von Reis auskennt. Ein anderer Dorfbewohner wiederum – er ist zwar nur ein Junge, würde aber gerne wie ein Mann behandelt werden – kennt sich hervorragend mit der Schmiedekunst aus. Er hilft uns dabei, die einfachen Farmwerkzeuge zu verbessern und sie in immer stärkere Waffen zu verwandeln.

Das Bild zeigt die Schmiede in dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Kinta ist zwar jung, aber er beherrscht sein Handwerk.

Eine weitere Dorfbewohnerin ist eine wirklich talentierte Köchin. Sie braucht allerdings unsere Hilfe bei der Zutatenbeschaffung, da sie selbst keine Kämpferin ist. Sie ist nicht mal wirklich eine Sammlerin. Bei ihr können wir einstellen, was es zum Abendessen geben wird und wir können bei ihr ebenfalls das Dinner einleiten. Zudem können wir ihr sagen, welche Zutaten sie weiterverarbeiten soll, damit wir wiederum bestimmte Gerichte auf die Speisekarte setzen können.

Abendessen in der Gruppe

Das Bild zeigt Sakuna mit fünf Menschen gemeinsam beim Abendessen. Es handelt sich um eine Szene aus dem Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".
Beinahe könnte man meinen, wir sind eine Familie.

Ein wichtiges, alltägliches Event ist das Abendessen in der Gruppe. Neben einem sozialen Aspekt, welcher nur einen geringen Stellenwert im Spiel einnimmt, ist das Abendessen vor allem aufgrund der Sättigung wichtig. Sind wir gut gesättigt, haben wir mehr Kraft und sind deutlich widerstandsfähiger. Welche Effekte wir durch das Abendessen bekommen hängt von den servierten Gerichten ab. Diese können wir im Vorfeld einstellen, solange wir die richtigen Zutaten im Haus haben.

Das Abendessen kann bei einem Kampf über Leben und Tod entscheiden. Durch ebendieses können wir Effekte wie das Selbstheilen außerhalb des Kampfes aktivieren. Oder wir erhalten zusätzliche Buffs auf unsere Stärke und unsere Vitalität.

Wichtig zu wissen: Die Buffs halten nur einen Tag lang an und an diesem auch nur so lange, wie wir gesättigt sind. Ist unser Magen wieder leer, verschwinden die Buffs und wir müssen erneut etwas essen, um sie wieder hervorzurufen.

Zudem spulen wir beim Abendessen die Zeit bis zur Nacht vor. Wenn wir also auf dem Weg in eine nächtliche Mission sind, können wir so den Tag überspringen. Des Weiteren können wir nach dem Abendessen entscheiden, ob wir die Nacht überspringen und so direkt mit dem nächsten Tag weitermachen wollen. Ihr solltet also unbedingt vor einer großen Schlacht daran denken, noch ein letztes Abendessen einzunehmen. Ungesättigt ohne Buffs in die Schlacht zu ziehen macht das Spiel nur unnötig schwerer.

Mein Fazit zu Sakuna: Of Rice and Ruin

„Er ist immer noch pitschnass“. Diese Aussage beschreibt eigentlich den Verlauf meines ganzen ersten Jahres

Pros:

  • Vielfältiger Soundtrack
  • Sehr detailreiche Grafik, besonders in den 3D-Bereichen
  • Flüssiges und anspruchsvolles Kampfsystem
  • Detailgenauer Reisanbau
  • Liebevolle Charaktere
  • Humorvolle Dialoge
  • Ein wunderschönes Detail am Rande: Man kann verschiedene Tiere streicheln und schmusen, darunter unter anderem Katzen und Hunde

Cons:

  • Keine deutsche Lokalisierung
  • Kaum Story
  • Sehr kombolastiges Kampfsystem
  • Anfänglich sehr komplizierter und langwieriger Anbauprozess für den Reis
  • Kleine Einbrüche in der Bildrate, besonders wenn man sehr viel Reis angebaut hat
  • Sprünge müssen teilweise milimetergenau sein
  • Manchmal muss man ein Jahr bis zur nächsten Reisernte warten, um endlich weiter zu kommen
Das Bild zeigt meine Wertung für das Spiel "Sakuna: Of Rice and Ruin".

Ich habe mein möglichstes getan, euch das Spiel möglichst objektiv näher zu bringen. Es ist kein schlechtes Spiel und kann vor allem durch seine Action-Sektionen und das ruhige Dorfleben überzeugen. Allerdings hat es mich einfach nicht abholen können, einerseits, weil ich etwas vollkommen anderes erwartet habe, andererseits aber auch, weil es so wenig Story gibt und ich wirklich total beim Anbau vom Reis im ersten Jahr verkackt habe. Dennoch solltet ihr dem Spiel eine Chance geben, wenn ihr Side-Scrolling-Action gepaart mit ein wenig Farmleben sucht.

Das Testmuster wurde uns von Decibel-PR zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Caren Koch 657 Artikel
Geboren im Jahre 1997 bin ich wirklich froh darüber, mich noch ein echtes 90er-Unikat nennen zu können.Geboren und aufgewachsen bin ich im Saarland, wohne und arbeite auch immer noch hier. In meinem Job als chemisch technischer Assistent habe ich sehr viel mit Zahlen und Rechnen zu tun, das Zocken ist daher ein nette Abwechslung für mich.Meine erste Konsole war eine NES. Ich besitze auch heute noch eine und liebe sie abgöttisch. Neben der NES habe ich noch zwei Nintendo 3DS-Systeme und natürlich eine Nintendo Switch. Meistens Spiele ich Jump`n`Run und Strategiespiele, bin aber allem gegenüber offen. Was ich nicht so mag sind Horror- und Actionspiele, wobei es auch hier natürlich Ausnahmen gibt. Auf der Switch ist mein aktuelles Lieblingsspiel Monsters 2, wobei ich auch für eine Partie Overcooked 2 mit meiner Schwester immer zu haben bin.

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