Overcooked! All You Can Eat – Dem Kochen nie überdrüssig [Test]

Dass meine Schwester und ich wahnsinnige Fans von Kochspielen und der Overcooked-Serie sind, das müsstet ihr als treue Leser mittlerweile wissen. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich das bereits erwähnt habe (zuletzt vermutlich in meinem Test zu Cannibal Cuisine). Daher hat es mich umso mehr gefreut, als Overcooked! All You Can Eat Mitte Februar 2021 für die Nintendo Switch und diverse andere Konsolen angekündigt worden ist. Und dann auch noch der Release am 23. März 2021, meinem Geburtstag – traumhaft.

Endlich eine geeignete Fortsetzung für die Overcooked!-Serie, wie wir sie uns schon so lange gewünscht haben. Vielleicht fällt euch gerade auf, dass ich da eventuell etwas falsch verstanden habe. Keine Sorge, mir ist das auch ziemlich schnell aufgefallen. Obwohl, ganz offiziell zählt dieses Spiel als eigenständiger Titel, zumindest laut Team17. Trotzdem war ich dann erstmal wahnsinnig enttäuscht. Daher habe ich mich auch dazu entschlossen, den Titel nicht zu kaufen. Dennoch bin ich Team17 dankbar für den Code und die damit verbundene Chance, meine Erfahrungen mit euch zu teilen.

Nun aber genug zu meinen Gefühlen für das Spiel, kommen wir zurück zu unserem eigentlichen Test. Auf was ihr euch freuen könnt und warum man sich den Kauf von Overcooked! All You Can Eat genau überlegen sollte, lege ich euch im Folgenden dar:

Overcooked! All You Can Eat – Das verbirgt sich dahinter

Wie bereits oben erwähnt, ist Overcooked! All You Can Eat keine Fortsetzung im eigentlichen Sinne für die Overcooked!-Reihe. Vielmehr kann das Spiel als eine Art Complete-Edition angesehen werden. Team17 selbst spricht gerne von einem Remaster, mit einer besseren Auflösung und geringeren Ladezeiten. Nur auf der Nintendo Switch ist das nicht so deutlich spürbar, da diese technisch doch sehr limitiert ist. Der Titel vereint Overcooked!, Overcooked! 2, alle kostenpflichtigen DLCs und kostenlosen Updates in einem Spiel.

Wenn ihr euch für die Kochsimulation interessiert, könnt ihr sie physisch bei diversen Händlern oder auch digital über den Nintendo eShop erwerben. Preislich müsst ihr euch ohne Rabatt auf 39,99 € einstellen. Zum aktuellen Zeitpunkt läuft allerdings eine Rabattaktion im Nintendo eShop, durch welche sich der Kaufpreis um rekordverdächtige 50 % reduziert. Somit kostet der Titel nur noch 19,99 €. Da die Aktion noch bis zum Tag der heiligen drei Könige läuft – also dem 06. Januar 2022 – könnte man über ein (verspätetes) Weihnachtsgeschenk nachdenken. Falls ihr es zur Zeit physisch benötigt, bietet Amazon den Titel für 29,99 € an. ( zu Amazon)

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Overcooked! All You Can Eat".
Auf geht es in ein neu-altes Abenteuer!

Grundlegendes Spielprinzip

Die meisten von euch werden sicherlich das grundlegende Spielprinzip der gesamten Overcooked!-Serie kennen, allerdings gehört es für mich einfach zu einem Test dazu, kurz darauf einzugehen.

Prinzipiell dreht sich in der Simulation alles ums Kochen. Wir schlüpfen in die Rolle von zwei Köchen, welche im Auftrag des Zwiebelkönigs versuchen, die Welt vor dem Untergang zu retten. Schließlich verbindet nichts so sehr wie leckeres Essen. In jedem Level ist es unser Ziel, die eingehenden Bestellungen abzuarbeiten und möglichst viel Geld zu verdienen. Je mehr wir verdienen und je schneller wir arbeiten, desto besser ist unsere finale Beurteilung. Die beste Bewertung sind drei, beziehungsweise vier Sterne – sobald man alle Level mit drei Sternen beendet hat.

Wir steuern gleichzeitig zwei Köche, welche gemeinsam an den unmöglichsten Orten kochen. Durch Drücken von „L“ und „R“ können wir zwischen ebendiesen wechseln und sie unabhängig bewegen. Eigenständig agieren die Charaktere nicht, allerdings beenden sie angefangene Aktionen (zum Beispiel Schneiden).

In den einzelnen Runden erscheinen die Bestellungen oben links. Direkt über den Bestellungen befindet sich ein Balken, welcher die Geduld der Bestellenden, beziehungsweise die Ablauffrist des Gerichtes darstellt. Prinzipiell ist es egal, wann wir ein Gericht abgeben: Hauptsache es wurde abgegeben, bevor der erste Geduldsbalken abgelaufen ist. Für abgelaufende Menüs erhalten wir am Ende der Runde Minuspunkte (wir verlieren also Geld).

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Overcooked! All You Can Eat".
Einige Impressionen aus dem Einzelspieler-Modus von Overcooked!

Dennoch kommt es ab und an vor, dass wir ein Gericht „verlieren“. Passiert das, erneuert sich der Geduldsbalken, allerdings geht dann die Kombo verloren. Somit verdienen wir bei der Abgabe der nächsten Gerichte deutlich weniger Geld.

Eine Kombo bauen wir genauso auf, wie in allen anderen Spielen auch. Wir müssen die richtigen Gerichte möglichst schnell in der richtigen Reihenfolge abgeben. Jedes Menü bringt dann x-Mal so viel Geld ein wie ohne Kombo. Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass ihr die drei, beziehungsweise vier Sterne nicht erreichen könnt, wenn ihr nicht auf die Kombo achtet. Nur in den letzten Sekunden, falls noch ein Gericht der Warteliste fertig ist, lohnt es sich, die Kombo zu brechen.

Verschiedene Kochtechniken

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Overcooked! All You Can Eat".
Tee, der gute, alte Klassiker. Manchmal wird er mit Milch, manchmal aber auch mit Honig serviert!

Natürlich werden wir in Overcooked! All You Can Eat mit jeder Menge Kochtechniken konfrontiert. Darunter befinden sich Basistechniken wie das Schneiden von Gemüse, Obst und Fleisch, das Braten von Bratlingen und Steaks oder auch das Kochen von Nudeln. Aber auch komplizierte oder außergewöhnlichere Mechaniken dürfen nicht fehlen. So können wir zum Beispiel Pizza backen, mit einer Guillotine Lebensmittel zerkleinern, leckere Spieße über dem Feuer grillen oder Burritos zubereiten.

Welche Techniken wir anwenden müssen, ist bei den unterschiedlichen Gerichten vorgegeben. Genauso, wie die Lebensmittel zusammengestellt werden müssen. Wenn ihr euch Kreativität oder Improvisation wünscht, seid ihr also bei Overcooked! All You Can Eat falsch. Allerdings kann man sich darauf verlassen, dass gleiche Zutaten identisch zubereitet werden. Reis und Nudeln werden gekocht, Fleisch wird klein gehackt, gebraten oder gedämpft, Salat wird geschnitten. Und so weiter und so fort.

Unterschiedliche Charaktere

Das Bild zeigt die Charakterauswahl-

In Overcooked! All You Can Eat haben wir eine große Charakterauswahl zur Vefügung. Haben die Charaktere irgendwelche Attribute? Nein. Haben sie irgendwelchen Einfluss auf das Gameplay? Nein. Sind sie schrecklich süß oder einfach nur absurd? Ja.

Die Charaktere haben keine wirkliche Funktion. Sie dienen einfach nur dem Amüsement der Spieler, beziehungsweise helfen dabei, die Spieler auseinander zu halten, wenn man im Mehrspielermodus zockt. Im Einzelspielermodus sind beide Charaktere identisch.

Ihr solltet euch allerdings bewusst machen, dass viele der 61 Charaktere erst freigeschaltet werden müssen. Normalerweise geschieht das automatisch im Laufe der Story, beziehungsweise im Ablauf der DLCs, wenn wir ein bestimmtes Level erreichen.

Von eins bis vier und vieles mehr

Kurz vor dem Ende dieses Tests möchte ich euch noch etwas über die unterschiedlichen Modi des Spieles erzählen. Overcooked! All You Can Eat bietet dieselben Optionen, welche auch in Overcooked! und Overcooked! 2 enthalten sind (ist ja auch kein Wunder, es ist ja kein eigenständiges Spiel, sondern nur eine Collection).

Liebe Grüße vom Zwiebelkönig und Kevin

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Overcooked! All You Can Eat".
Wie ihr seht, hat Kevin sogar seinen eigenen Thron (© GDGTS)

Sowohl in Overcooked! als auch in Overcooked! 2 dreht sich die Story um den Zwiebelkönig, sein Reich und seinen Hund Kevin. Ungewöhnlichweise spielt letzterer tatsächlich eine recht große Rolle.

Im ersten Teil der Reihe reisen wir durch die Zeit, um unsere Kochkünste zu verbessern. Jede zeichnet sich hierbei durch ein besonderes Gericht aus. Je weiter wir in der Story fortschreiten, desto komplizierter und aufwendiger werden die Gerichte und desto höher werden die Anforderungen, um drei Sterne zu erhalten.

Im zweiten Teil der Reihe reisen wir nicht mehr durch verschiedene Jahrzehnte, sondern durch unterschiedliche Landschaften und Landschaftszüge. Neben dem normalen städtischen Leben gibt es einige Level auf einem Heißluftballon, wir bereiten Pommes und frittiertes Hühnchen auf einem Floß zu und am Ende landen wir sogar ganz weit außerhalb der Welt.

Stets zur Seite steht uns dabei unser treues Wohnmobil. Es ist robust, Sonne kann ihm nichts anhaben, im Wasser schwimmt das Gefährt, sogar fliegen kann es. Mehr als ein süßes Gadget ist es allerdings nicht.

Auch alle DLCs, egal ob sie kostenpflichtig oder kostenlos sind, verfolgen eine bestimmte Thematik. Sei es nun das Thema Camping (Camp Fire-DLC) oder Mexican Fiesta im kostenlosen Sun’s Out, Buns Out–DLC . Kostenlose Erweiterungen haben im Allgemeinen fünf Level, gebührenpflichtige Erweiterungen besitzen um die 15 Level.

Damit es nicht langweilig im Story-Modus wird: Neben den Hauptleveln gibt es die sogenannten Kevin-Level. Es handelt sich um Bonus-Stages, in welchen man meistens gedämpfte Gerichte zubereitet, wenn auch nicht ausschließlich. Um diese freizuschalten, müssen gewisse Voraussetzungen in bestimmten Leveln erfüllt werden. Zum Beispiel muss eine bestimmte Combo oder eine Anzahl von Punkten erreicht werden. Die Anforderungen sind im Mehrspieler teilweise andere.

Mehrspielermodus – Lokal oder online?

Overcooked! All You Can Eat kann sowohl lokal als auch online mit bis zu vier Personen gespielt werden. Im Einzelspielermodus werden beide Köche von uns gesteuert, zu zweit steuert jeder Spieler jeweils einen Koch und für den dritten und vierten Spieler wird ein zusätzlicher Charakter hinzugefügt. Jeder Spieler darf einen individuellen Charakter wählen, sodass man die einzelnen Spieler besser auseinanderhalten kann.

Und dann heißt es: Möge das Chaos beginnen! Aus Erfahrung kann ich sagen, dass, je mehr Spieler an einer Partie teilnehmen, desto besser wird ebendiese. Aber man schreit sich auch gerne mal an. Ich persönlich spiele den Titel besonders gern lokal mit meiner Schwester, überraschenderweise sind wir sogar sehr erfolgreich dabei. Nichtsdestotrotz geht immer mal wieder einiges schief, sei es nun ein Burger, der außerplanmäßig im Wasser landet oder auch eine furchtbar schlecht geworfene Banane.

Vielleicht ein kleines Detail noch am Rande: Durch den Mehrspielermodus wird das Spiel nur bedingt einfacher. Zwar sind die Köche zum Beispiel deutlich schneller im Schneiden, allerdings muss man für alle drei, beziehungsweise vier Sterne auch mehr Punkte sammeln. Nichtsdestotrotz sind die Vorgaben, wenn man sich halbwegs gut abspricht, deutlich einfacher zu erreichen.

Neben dem lokalen Mehrspielermodus gibt es auch einen Online-Modus. Wie bei der Nintendo Switch so üblich, braucht ihr, um diesen nutzen zu können, natürlich eine kostenpflichtige Nintendo Switch-Onlinemitgliedschaft. Ohne diese geht im Online-Bereich überhaupt nichts. Wobei ich mir immer noch zu 100 % sicher bin, dass ich am Anfang Overcooked! 2 online auch ohne Mitgliedschaft spielen konnte…

Krieg oder Frieden?

Sind unter meinen Lesern auch Fans von den Peanuts? Wenn ja, erkennt ihr das Filmzitat, welches sich hier eingeschlichen hat? Kommen wir nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Natürlich darf in keinem Teil der Overcooked!-Serie ein Versus-Modus fehlen. Zusammen zocken und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten macht viel Spaß, dennoch will man gelegentlich dem anderen einfach nur unter die Nase reiben, dass man das Spiel deutlich besser beherrscht.

Daher darf natürlich auch ein Versus-Modus nicht fehlen. Ich muss gestehen, dass ich die Versus-Level aus Overcooked! bedeutend besser finde als die aus Overcooked! 2. Irgendwie sind sie übersichtlicher gestaltet und wirken nicht so vollgestopft.

Der Versus-Modus gestaltet sich ähnlich wie der Einzelspielermodus. Jeder Teilnehmer hat zwei Charaktere zu Verfügung, welcher er getrennt steuern kann. Ziel ist es, mehr Gerichte fertig zu stellen als der Gegner. Gelingt uns das, erhalten wir einen Punkt. Um den Modus etwas interessanter zu gestalten, gibt es verschiedene Level, in welchen verschiedene Gerichte gefordert werden. Manche sind schwerer als andere.

NEU: Der Assist-Modus

Das Bild zeigt die unterschiedlichen Modis des Spiels.

Bei dem Assist-Modus handelt es sich um einen neuen und vorallem für Kinder geeigneten Modus, der das Spiel vereinfacht. Alle Veteranen unter euch wissen sicherlich, dass es ein paar sehr schwierige und herausfordernde Stages gibt, die mit der Zeit einfach nur frustrieren. Der Modus wirkt der doch sehr anspruchsvollen Lernkurve entgegen und entschärft die Herausforderungen ein wenig.

Aktivieren wir ihn, erhalten wir die Möglichkeit, das Zeitlimit der Spielrunden zu verlängern. Auch die einzenlen Gerichte laufen nicht mehr so schnell ab. Wenn man den Wunsch hegt, kann man sogar ein besonders schwieriges und kompliziertes Level einfach überspringen. Durch die Möglichkeit der Modulation der Schwierigkeit ist das Spiel also für deutlich mehr Personen zugänglich.

Mein Fazit zu Overcooked! All You Can Eat

Pros:

  • Endlich können alle Level in der Online-Küche gespielt werden
  • Neuer und optionaler Assist-Modus (besonders geeignet für Kinder)
  • Text-Varianten für Legastheniker, Modus für Farbenblinde
  • Plattformübergreifendes Spielen
  • Einige, wenn auch wenige, neue Level
  • Neues Achievement- und Trophäen-System

Cons:

  • Kaum neue Level
  • Teilweise immer noch recht lange Ladezeiten
  • Kaum Mehrwert und voller Preis für Veteranen
  • Spielstände können nicht importiert werden
  • Langweilige Story (egal in welchem Teil)
  • Gelegentlich problematische Steuerung
Das Bild zeigt meine Wertung zu "Overcooked! All You Can Eat".

Ich fand es schwierig, einen Test zu verfassen oder auch nur eine Wertung für Overcooked! All You Can Eat festzulegen. Eigentlich handelt es sich ja nur um eine etwas aufgemotzte Spielesammlung. Auf der Switch merkt man halt leider nur nicht so viel davon. Auch die paar neuen Level und die drei neuen Charaktere konnten meine Meinung in der Hinsicht nicht wirklich ändern. Ich wäre nicht bereit gewesen, noch mal 40 € für den Titel auszugeben. Daher auch nur eine gute, dennoch nicht sehr gute Bewertung von mir.

Das Testmuster wurde uns von Team17 zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Caren Koch 1470 Artikel
Geboren im Jahre 1997 bin ich wirklich froh darüber, mich noch ein echtes 90er-Unikat nennen zu können.Geboren und aufgewachsen bin ich im Saarland, wohne und arbeite auch immer noch hier. In meinem Job als chemisch technischer Assistent habe ich sehr viel mit Zahlen und Rechnen zu tun, das Zocken ist daher ein nette Abwechslung für mich.Meine erste Konsole war eine NES. Ich besitze auch heute noch eine und liebe sie abgöttisch. Neben der NES habe ich noch zwei Nintendo 3DS-Systeme und natürlich eine Nintendo Switch. Meistens Spiele ich Jump`n`Run und Strategiespiele, bin aber allem gegenüber offen. Was ich nicht so mag sind Horror- und Actionspiele, wobei es auch hier natürlich Ausnahmen gibt. Auf der Switch ist mein aktuelles Lieblingsspiel Monsters 2, wobei ich auch für eine Partie Overcooked 2 mit meiner Schwester immer zu haben bin.

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