Monster Harvest – der Versuch eines Farmabenteuers

Meine lieben Freunde, ich mache diesen Job als Testerin und Schreiberling nun ja schon etwas länger. Aber in letzter Zeit habe ich irgendwie nicht wirklich Glück mit den Spielen, die ich mir zum Testen traurigerweise auch noch selbst aussuche. Als ich den ersten Artikel zu Monster Harvest gelesen habe, war ich voller Hoffnung. Ich habe gedacht: „Ja, die Spielidee klingt wirklich nicht schlecht, daraus kann man viel machen“. Hätte man gekonnt ja, ist halt nur nicht wirklich etwas draus gemacht geworden. Das ist meine traurige Wahrheit und wenn ich mich so umschaue, war das bei vielen anderen wohl auch der Fall.

Kürzlich erst habe ich einem guten Freund vom Kauf dieses Titels abgeraten. Das war das allererste Mal, dass ich solch eine Warnung ausgesprochen habe, so gut fand ich das Spiel. So, nun aber genug von meiner eigenen, nicht sehr objektiven Meinung. Im Folgenden erzähle ich euch, was genau sich hinter Monster Harvest verbirgt und warum man sich das Spiel zulegen sollte (oder auch nicht).

Wenn euch der Titel auch nach dem Test noch interessiert, könnt ihr ihn digital über den Nintendo eShop erwerben. Bis zum 6. November 2021 läuft dort noch eine Rabattaktion, aufgrundessen das Spiel nur 13,99 € anstelle von 19,99 € kostet. In meinen Augen ist leider beides zu viel. Ansonsten kann das Spiel auch als physische Fassung bei diversen Händlern erworben werden.

Die Story von Monster Harvest…

In Monster Harvest trifft Farmleben auf Pokémon

Beworben wird Monster Harvest damit, dass es sich um eine Kombination aus Pokémon und Harvest Moon handeln soll. Das bedeutet, dass das entspannte Farmleben, welches wir alle durch Klassiker wie Story of Seasons oder dem All-Time-Favorit meiner Schwester Stardew Valley kennengelernt haben, durch spannende Kämpfe (okay, die gibt es in Stardew Valley auch, wenngleich „spannend“ dort nicht immer das richtige Wort ist) und die Aufzucht von Monstern erweitert wird.

Bereits zu Beginn habe ich die ersten richtigen Story of Seasons-Vibes gespürt. Wie auch bei dem Klassiker werden wir von einem Verwandten gebeten, seine etwas verwahrloste Farm zu übernehmen und zu retten. Schließlich haben wir schon immer Interesse an der Farmarbeit gezeigt. Ganz nett finde ich an dieser Stelle, dass unser Verwandter ausnahmsweise mal nicht tot ist – ja, unser Großvater, bei dem wir jede Menge schöne Sommer verbracht haben, ist nicht schon wieder gestorben. Diesmal übernehmen wir die Farm von unserem Onkel, einem mehr oder weniger berühmten Forscher namens Professor Sparks, welcher in Pflanzheim residiert.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".

Seine Entwicklung ist beinahe skandalös: Im angrenzenden Dungeon hat er eine neue, mysteriöse Substanz entdeckt, den sogenannten Schleim. Durch den Einsatz in der Landwirtschaft können damit drei unterschiedliche Arten von Tieren erschaffen werden: Die Pflanztiere, die Reitpflanztiere und die Nutzpflanztiere. An dieser Stelle sind wir dann bei Pokémon angekommen.

Monster Harvest – Wilkommen in Pflanzheim

Planzheim selbst ist ein nettes, kleines Dorf. Wir leben etwas abseits auf unserer Farm, die Dorfbewohner selbst leben natürlich direkt im Ort. Von Beginn an gibt es drei Gebiete, welche erst noch freigeschaltet werden müssen. Zahlen wir den benötigten Betrag, werden die störenden Steine aus dem Weg geräumt.

Außerhalb der Stadt können wir auf wilde Schleime treffen und Obst und Blumen sammeln. Die sammelbaren Objekte hängen von der jeweiligen Jahreszeit ab. Was bei Stardew Valley das Gemeischaftszentrum ist, ist in Monster Harvest auf dem Dorfplatz ein Brett, auf welchem wir Sammlungen vollenden können. Diese haben mit dem Verkauf des jahreszeitabhängigen Obstes und der Blumen zu tun. Eigentlich sind sie ziemlich unspannend.

Zudem können wir natürlich mit den Charakteren in Pflanzheim interagieren, mit ihnen sprechen und uns anfreunden. Ich finde leider die Erscheinungsbilder der NPC auf der Overword teilweise richtig schrecklich. Die Charakter-Artworks sind dagegen eigentlich ganz süß animiert, sie passen halt teilweise nur nicht zur Erscheinung auf der Overworld. Oft fand ich es auch sehr schwer, dort männliche und weibliche Charaktere auseinander zu halten. Ein paar Pixel mehr wären hier nicht schlecht gewesen.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".
Misty (wer dieses Easter Egg nicht erkennt, der gehört erschossen) hat es besonders schlimm erwischt

Haben wir uns mit den Charakteren etwas angefreundet, können wir dadurch (angeblich) Prämien und Vorteile erhalten. So sollten bei ausreichender Freundschaft mit dem Gemischtladenbesitzer die Preise des Saatgutes sinken. Der Stand der Freundschaft kann an der Färbung des Herzens des jeweiligen Charakters abgelesen werden. Ich konnte das allerdings nicht beobachten. Ist aber auch egal, die Hälfte der Zeit konnte ich kein Saatgut kaufen, weil das Spiel nicht auf das Drücken von „A“ im Kaufmenü reagiert hat. Amüsanterweise passierte das aber nur beim Gemischtwarenhändler.

Gegen die wilden Schleime können wir mit unserem Schwert vorgehen. Dieses bekommen wir von Onkel Sparks – wie eben alles andere auch. Ein Hieb und der Gegner – der uns eigentlich aber auch nicht schaden kann – ist down. Als Belohnung können wir Schleim der jeweiligen Farbe einsammeln.

Das war es dann im übrigen auch mit dem Rollenspiel-Element „Kämpfen“. Traurig, aber wahr. Ein wenig sinnfreies, schlecht animiertes Gefuchtel mit dem Schwert, mehr haben uns die Entwickler nicht zugestehen wollen.

Unsere Farm ist unser Paradies

Charakterindividualisierung und Spielstart

Dreh- und Angelpunkt eines jeden Landwirtschaftssimulators, selbst wenn es sich nicht um einen reinen Simulator handelt, ist die Farm. Dort leben wir, dort arbeiten wir, dort gründen wir vielleicht sogar unsere eigene Familie.

Insgesamt können wir zu Beginn des Spieles, noch vor der eigentlichen Einleitung, aus vier unterschiedlichen Charaktermodellen wählen. Von diesen vier Modellen sind zwei eher weiblich, die zwei anderen eher männlich. Jeweils einer der Charaktere weist einen etwas dunkleren Hautton auf, bei den anderen beiden handelt es sich um typische Europäer. Amüsant finde ich ein kleines Detail bei den Männern: Mit seiner roten Mütze und dem farblich passenden Oberteil erinnert der eine Protagonist doch etwas an Ash Ketchum, den Protagonisten der Pokémon-Serie. Solche Parallelen fallen aber noch häufiger im Spiel ins Auge.

Was ich eher weniger gelungen finde, ist die Tatsache, dass die männlichen Charaktere einen Bart im Gesicht haben, welcher aufgrund seiner Farbgebung aber ziemlich undefinierbar aussieht. Den hätten sich die Entwickler besser gespart oder einfach einige Pixel mehr pogrammiert, damit der Bart besser aussieht.

Ash? Bist du es? Den blauen Bart solltest du wirklich dringend los werden!

Erste Bugs und Glitches in Monster Harvest

Schlussendlich dürfen wir uns selbst und unserer Farm natürlich noch einen Namen geben. An dieser Stelle hätte ich das Spiel am liebsten zum ersten Mal an die Wand geknallt. In drei von fünf Fällen öffnet sich die Tastatur zur Eingabe des Namens einfach nicht. Man kann zwar Buchstaben eingeben, sieht aber ja nicht, auf welchem Feld man gerade ist. Daher heißt die Farm meiner Schwester „xxx“.

Ich habe das Spiel also einige Male neustarten müssen, bis ich endlich eine Tastatur gesehen habe. Damit aber nicht genug. Selbst wenn die Tastatur erscheint, sieht man nicht wirklich, auf welchem Buchstaben man sich befindet. Wer auch immer auf die Idee kam, den verwendeten Buchstaben auf einer grau-braunen Tastatur einfach nur eine Nuance dunkler zu hinterlegen, den sollte man feuern.

Was denkt sich die schlaue Caren: Versuchen wir es doch einfach über den Touchscreen. Das sollte doch auf jeden Fall gehen. Nein… nein. Ganz großer Fehler. Danach hat das Spiel auf Computersteuerung (?) umgeschaltet, mir eine weiße Maus angezeigt und überhaupt nichts mehr ging. Mehrfacher Neustart des Spieles hat den Fehler nicht behoben, erst nachdem ich die Konsole selbst mehrfach neugestartet habe ist der Fehler verschwunden. Und keine Sorge: Dieser Fehler ist keine einmalige Erscheinung, der tritt häufiger auf. Ein Bug-freies Spiel ist ja auch total überbewertet. Man erkennt den Fehler daran, wenn ein weißer Mauszeiger auf dem Touchscreen auftaucht.

Hallo Onkel Sparks

Wenn man es endlich geschafft hat, sich einen Hof zu erstellen, werden wir von unserem Onkel begrüßt. Auch diese Stelle erinnert wieder etwas an Pokémon, denn ganz im Stil von Professor Eich erhalten wir eine kurze Einführung in das Spiel. Zudem bekommen wir unser erstes Farm-Werkzeug.

Unsere neue Heimat heißt Pflanzheim, eine Stadt, welche sich rund um das Labor unseres Onkels gegründet hat. Hier gibt es einen Gemischtwarenladen, einen Arzt, einen Saloon und einen Laden für Schmiedekunst und Schleimprodukte. Und natürlich das Labor von unserem Onkel, einige Wohnhäuser, einen Laden für Angelbedarf, einen Festplatz und ein Möbelhaus.

Ein guddes Bier lasse ich mir nicht entgehen

Pflanzheim macht der aus dem örtlichen Dungeon gewonnene Schleim so besonders. Er kann dazu verwendet werden, Pflanztiere zu züchten und zwar aus ganz normalen Feldfrüchten. Abhängig von der Sorte des Schleimes entstehen unterschiedliche Tierarten, von Kampftieren, über Nutzpflanztiere, bis hin zu knuddeligen Reitpflanztieren.

Wie es die Tradition so will, bekommen wir unseren ersten Schleim und auch unser erstes Pflanztier vom Professor, ergo unserem Onkel. Allerdings geschieht das erst nach einigen Tagen, bis dahin müssen wir uns mit Farmarbeit und anderen Dingen über Wasser halten.

Neben der Entdeckung der Pflanztiere hat unser Onkel auch einen Automaten entwickelt, welcher in der Lage ist, verschiedene Sorten von Saatgut miteinander zu verschmelzen. In meinem Beruf spricht man dann von Hybridisierung. Ausgewachsen bringen die Früchte von hybridisierten Feldfrüchten deutlich mehr Geld. Einziges Manko: Sie können nicht durch die Zugabe von Schleim beeinflusst werden. Daher kann man aus ihnen auch keine Pflanztiere züchten.

Die Farmarbeit in Monster Harvest

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".
Trautes Heim, spärliches Glück alleine

Natürlich nimmt in Monster Harvest, trotz des Kämpfens in dem Dungeon und dem minimalen Maß an Story, die Farmarbeit einen sehr großen Stellenwert ein. Ähnlich wie bei Stardew Valley befindet sich das Feld direkt vor unserer Haustür. Anfänglich sieht es ziemlich wüst aus, überall stehen Bäume und Baumstümpfe rum, zusätzlich blockieren Steine das Feld.

Diese können wir entfernen, indem wir einige Male mit der Axt auf die Bäume einschlagen, beziehungsweise die Steine mit der Spitzhacke bearbeiten. Von Ersteren erhalten wir Holz, von Zweiterem erhalten wir Steine. Die Anzahl der Materialen, welche wir bekommen, ist variabel.

Unser erstes Werkzeug bekommen wir, wie schon weiter oben erwähnt, von Onkel Sparks. Er schenkt uns eine alte Axt, eine Spitzhacke, eine Hacke und auch eine Gießkanne. Zusätzlich bekommen wir auch ein wenig Saatgut. Was ich persönlich besonders schade finde, ist die Tatsache, dass es pro Jahreszeit genau vier Sorten Saatgut gibt. In meinen Augen ist das ziemlich traurig, besonders wenn man bedenkt, dass der Release des Spieles mehrfach nach hinten geschoben wurde aufgrund von zusätzlichem Inhalt.

Das „Grund“-Saatgut kann durch die Hybridisierung – welche allerdings recht teuer ist – aufgestockt werden. Zudem gibt es im Dungeon die Möglichkeit, hybridisiertes Saatgut bei einem reisenden Händler zu kaufen. Dieser hat normalerweise drei Sorten im Angebot.

So müssen wir das Saatgut immerhin nicht selbst züchten

Zum Anbauen des Saatgutes müssen wir das Feld zuerst flüggen, danach können wir das Saatgut ausbringen (eine Saat pro Packung), welche wir anschließend täglich gießen müssen. Im Laufe des Spieles ist es zudem möglich, einen Bunker und Bewässerungsanlagen freizuschalten. Der Bunker hat den Vorteil, dass wir alle Pflanzen jahreszeitunabhängig anbauen können.

Ich muss ehrlich gestehen, dass die Farmarbeit mich ziemlich schnell gelangweilt hat. Sobald man den Dreh raus und genug Bewässerungsanlagen gebaut hat, hat man nichts mehr zu tun. Dann muss man nur noch pflanzen und ernten. An dieser Stelle hätte ich mir etwas mehr Vielfalt gewünscht, etwas mehr Ideenreichtum. Zudem wäre es schön gewesen, wenn die Bewässerungssysteme schwieriger herzustellen wären. Außerdem sehen alle herangewachsenen Pflanzen irgendwie gleich aus und haben etwas vom Beerensträucher-Design aus Pokémon.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".
Unsere Farm ist am Anfang so süß

Ausdauer, Erfahrungspunkte und Crafting

Für alle Tätigkeiten, sei es nun für das Bestellen des Felds, das Gießen, das Hacken mit der Axt oder auch die Anwendung der Spitzhacke, verbrauchen wir Ausdauer. Je besser unsere Werkzeuge sind, desto weniger Ausdauer verbrauchen wir bei der Anwendung. Die Ausdaueranzeige befindet sich in grün oben links in der Ecke. Haben wir die ganze Ausdauer aufgebraucht, fallen wir allerdings nicht um. Wir können uns dann weiterhin bewegen und durch die Gegend laufen, allerdings können wir keine Arbeit mehr verrichten.

Direkt unter der Ausdaueranzeige befindet sich die Erfahrungsanzeige. Wenn wir Holz hacken, Pflanzen ernten oder auch Erze farmen, erhalten wir Erfahrungspunkte. Diese helfen unserem Charakter dabei, sich weiterzuentwickeln. Bei jedem Levelaufstieg (oder zumindest bei den meisten) erhalten wir neue Crafting-Rezepte. Ich glaube, dieses Levelsystem soll einerseits ein wenig an Stardew Valley erinnern, andererseits ist es ein minimales Rollenspiel-Element. Schließlich gibt es sonst eigentlich kaum RPG-Elemente.

Wie bereits angesprochen ist ein Ziel von Monster Harvest das Freischalten aller Crafting-Rezepte. Durch diese sind wir in der Lage, bestimmte Gegenstände, wie zum Beispiel eine Truhe, herzustellen. Des Weiteren können wir zum Beispiel auch Vogelscheuchen, Schleime oder auch Bewässerungsanlagen herstellen. Für jedes Rezept wird eine bestimmte Menge eines oder mehrerer Materialien verlangt, welche im Inventar liegen müssen. Tolle und aktuell auch sehr beliebte Idee, dennoch denke ich, man hätte es etwas interessanter umsetzen können. Die Notwendigkeit zur Herstellung von Items ist einfach nicht so wirklich gegeben.

Keine Sorge Leute, auch die Steuerung in diesem Menü ist echt furlchtbar

Monster Harvest – Drei Jahreszeiten und keine Tageszeiten?

Was ich etwas irritierend fand ist die Tatsache, dass es einerseits nur drei Jahreszeiten gibt und andererseits keine zeitliche Tagesbegrenzung. Ich habe sehr lange nach einer Uhr gesucht. Grundlegend finde ich es eigentlich ganz cool, dass es in Monster Harvest überhaupt keinen zeitlichen Druck gibt. Man kann seine Tage genießen, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Trotzdem fehlt so aber auch irgendwie das Ziel und man neigt dazu, seine ganze Ausdauer bereits am Vormittag zu verbrauchen.

Eigentlich stimmt es auch nicht, dass es überhaupt keine Tageszeiten gibt. Es wird schon zwischen Tag und Abend unterschieden. Allerdings gibt es keinen automatischen Übergang in den Abend. Um diesen einzuleiten, müssen wir ins Bett gehen. Erfreulicherweise regeneriert sich durchs bis zum Abend Schlafen auch die Ausdauer etwas.

Jahreszeiten gibt es drei an der Zahl. Warum man nicht bei den klassischen vier Jahreszeiten geblieben ist, kann ich euch nicht sagen. Dennoch bricht Monster Harvest im Allgemeinen mit einigen Farm-Traditionen, darunter halt auch Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die drei Jahreszeiten heißen: Trockenzeit, Regenzeit und Dunkelzeit. Jede Jahreszeit besitzt 21 Tage und bietet ein paar Events. Unter anderem zählt dazu das wöchentliche Pflanztierduell im Gemeinschaftszentrum.

Auch hier an dieser Stelle hat man wieder das Gefühl, dass das Konzept des Spieles angeschnitten worden ist, aber dann fallen gelassen wurde. Als hätte man mit der Entwicklung angefangen und dann plötzlich vergessen, um was es bei dem Titel wirklich gehen soll.

Pflanztiere?

Ein zentrales Element in Monster Harvest, welche dem Spiel das gewisse etwas verleihen soll, sind die Pflanztiere. Hierbei unterscheidet man verschiedene Kategorien.

Normale Pflanztiere kann man am ehesten mit Pokémon vergleichen. Wir können sie „erzeugen“, indem wir unsere normalen Feldpflanzen mit einem rosa-farbenen Schleim behandeln. Diesen können wir entweder kaufen, herstellen oder erlegen.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".

Ohne die Pflanztiere dürfen wir die Höhle, bei welcher es sich um den Dungeon des Spiels handelt, nicht betreten. Man kommt also nicht drum herum, Pflanztiere zu züchten. Jedes Pflanztier kann bis zu drei Attacken lernen, die sich automatisch durch Levelaufstiege freischalten.

Levelaufstiege haben noch einen weiteren Vorteil: Durch ebendiese werden unsere Pflanztiere stärker. Sie erhalten mehr Gesundheits- und Skillpunkte. Erstere sind selbsterklärend nehme ich an, Zweitere benötigen wir, um angreifen zu können. Wie viele wir pro Angriff verbrauchen, hängt wiederum von der Attacke ab. Da sich auch die Skillpunkte nach dem Kampf nicht zurücksetzen, verbraucht die erste Attacke keine Skillpunkte.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".
Mein kleines taperes Radiekreuz hat die Schlacht leider nicht überlebt

Wie auch beim Rest erhalten wir unser erstes Pflanztier einige Tage nach Spielbeginn von unserem Onkel (*hust* Professor Eich lässt grüßen *hust*). Einen kleinen Geheimtipp habe ich noch für euch: Mit welchem Level ihr euer Pflanztier erhaltet, hängt von dem Bodenlevel eurer Farm habt. Dieses könnt ihr erhöhen, indem ihr Herzen sammelt und anschließend mit dem herzförmigen Schild neben dem Feld sprecht.

Nutzpflanztiere

Nutzpflanztiere können erzeugt werden, indem wir unsere Pflanzen mit einem blauen Schleim versetzen. Diesen können wir gewinnen, indem wir einen wilden Schleim erlegen, einen herstellen oder ihn im Laden kaufen. Diese Sorte von Pflanztieren kann nur gehalten werden, wenn auf dem Hof eine Scheune vorhanden ist.

Jedes Nutzpflanztier sollte täglich gefüttert und gestreichelt werden. In regelmäßigem Abstand können wir von ihnen Produkte erhalten, welche zum Kochen oder auch zum Verkaufen geeignet sind.

Leider machen aber auch die Scheune und der Reitstall einige Probleme. Teilweise wird sie einfach nicht gebaut, selbst wenn man den benötigten Betrag und die notwendige Menge an Holz und Steine bereitstellt. Selbst wenn sie dann doch endlich irgendwann gebaut wird – ich glaube, ich habe vier Versuche gebraucht – kann man die Tiere teilweise nicht streicheln, nicht füttern oder keine Produkte ernten. Die Problematik mit dem Streicheln und Füttern kann noch umgangen werden. Schlussendlich ist es möglich, dies alles zu automatisieren, aber das sollte doch nicht das Ziel sein. Zumal man dann teilweise immer noch keine Produkte von den Farmtieren erhält, weil es halt einfach nicht funktioniert. Erfreulicherweise wurde ein Großteil der Fehler mittlerweile durch Updates behoben, die anfängliche Kritik und der Frust bleiben aber dennoch erhalten.

Dungeons und Erze

Natürlich darf auch die klassische Mine in einem von Harvest Moon inspirierten Titel nicht fehlen. In Falle von Monster Harvest handelt es sich allerdings nicht um eine normale Mine, sondern vielmehr um einen Dungeon. Dieses wird prozedural generiert, es gleicht also kein Besuch dem Vorangegangenen.

Die Höhle ist nicht direkt verfügbar, sie wird erst am vierten oder fünften Spieltag zugänglich. Davor blockiert Onkel Sparks den Eingang und weist uns ab (in sehr schlechtem Deutsch, was ich an dieser Stelle mal erwähnen möchte). Da es sich um einen Dungeon handelt, dürfen wir ihn natürlich nicht ohne ein Pflanztier betreten. Nur so können wir uns gegen die freilebenden Pflanztiere schützen.

Onkel Sparks, dein Deutsch ist einfach richtig toll! Ich bin begeistert…

Anfangs dürfen wir nur in der Dämmerung in die Höhle. Einerseits ist das ganz praktisch, da wir so etwas Ausdauer durch das Schlafen regenerieren können, andererseits finde ich es auch irgendwie unlogisch. Wir dürfen tagsüber nicht in die Mine, weil die Monster dann zu stark sind. In der Dämmerung sind sie dann weniger aktiv und schwächer? Das widerspricht jeglichen Pokémon-Regeln. Ich bitte euch.

Das wenig gelungene Kampfsystem von Monster Harvest

Diese Überschrift habe ich bewusst wertend gewählt. Das hat damit zu tun, dass es sich bei dem Kampfsystem eigentlich um das Alleinstellungsmerkmal des Titels handeln sollte. Leider ist aber das Kampfsystem auch der Hauptkritikpunkt in meinen Augen. Man kann es eigentlich nicht so wirklich als Kampfsystem bezeichnen.

Wir treffen in den einzelnen Räumen der Dungeons auf verschiedene Arten von Gegnern. Einerseits treffen wir auf frei lebende Pflanztiere, andererseits aber auch auf Gegner, welche wir nicht selbst züchten können. Der Kampf wird eröffnet, indem wir in einen Gegner hineinlaufen oder er in uns. Schaffen wir es, den Gegner im Vorfeld des Kampfes mit dem Schwert zu erwischen, dürfen wir zuerst angreifen. Wenn nicht, landet der Gegner zu Kampfbeginn einen Schlag. Leider greifen die Gegner teilweise schon beim Wechseln in den nächsten Raum an, sodass man sich manchmal gar nicht wehren kann.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".
Oben rechts in der Ecke, knapp unterhalb der Karte, rollt unser augenförmiger Gegner durch die Gegend

Vom Kampf selbst gibt es nichts zu berichten. Es gibt keine tolle Kampfmusik, es gibt keine schönen Grafiken für die Attacken, eigentlich ist es nur stumpfsinniges draufkloppen. Es gewinnt derjenige, der die Lebenspunkte des Gegners zuerst auf 0 reduziert hat. Wenn unsere Gesundheitspunkte auf 0 reduziert werden und wir noch ein weiteres Pflanztier im Team haben, wird dieses automatisch eingewechselt. Selbstständig das Pflanztier im Kampf wechseln können wir nicht. Haben wir keine kampffähigen Pflanztiere mehr, fallen wir um und wachen beim Arzt wieder auf.

Es gibt einfach kaum Optionen, das ist das traurigste. Was mir ebenfalls negativ aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass wir negative Gesundheitspunkte haben können. Man hat sich beim Pogrammieren also nicht mal die Mühe gemacht, die 0 als Minimum zu definieren.

Ein weiteres Problem, welches mich besonders am Anfang häufiger gequält hat, ist die Tatsache, dass man sich im Dungeon nicht heilen kann. Zu Beginn sind die eigenen Pflanztiere noch sehr schwach und können höchstens ein oder zwei Gegner besiegen, bevor sie sterben. Wenn sie sterben, sind sie tot, verlieren sich im unendlichen Nichts und geben uns einige Herzen. Die Anzahl der Herzen entspricht dem jeweiligen Pflanztierlevel, sie können verwendet werden, um den Farmboden aufzuwerten.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Monster Harvest".
Drei Attacken, nicht mehr und auch nicht weniger. Langweilige Animationen sind auch mit von der Patie, jeder Kampf fühlt sich identisch und langweilig an. Teilweise wird nicht mal mehr die Attacken-Leiste angezeigt, was die Kämpfe besonders interessant macht

Erze

In der Mine können wir mit unseren Pflanztieren in Kämpfen Erfahrung sammeln. Außerdem ist es möglich, dort Erze, Steine oder auch Holz zu farmen. Alles, was wir erhalten, können wir zum Bauen oder auch zur Herstellung von verschiedenen Objekten nutzen.

Besonders wertvoll hierbei ist Titan, welches für automatische Bewässerungsanlagen genutzt werden kann. Ein Hinweis hier am Rande: Titan erhält man vor allem auf den unteren Ebenen. Zudem bekommt man dies teilweise beim Kampf gegen den Endgegner einer jeden Ebene und bei den Turnieren im Gemeindezentrum.

Als Erze kann man unter anderem Gold, Blauer Kristall, Roter Kristall und Grüner Kristall erhalten. Die Kristalle können wir zum Synthetisieren von Schleim nutzen.

Dungeon-Steuerung

Im Dungeon steuert sich unser Charakter genauso wie überall sonst auch. Allerdings gibt es in der oberen rechten Ecke eine Dungeon-Karte, auf welcher wir erkennen können, in welchem Raum wir uns befinden. Mehr Details kann man auf dieser Karte allerdings nichts ausmachen.

Des Weiteren gibt es eine nicht weiter erklärte Möglichkeit, den Dungeon zu verlassen, ohne in den Anfangsraum zurückzulaufen. Und zwar kann man hierzu ins Menü gehen, dort befindet sich oben rechts ein Button, welcher den Spieler auf direktem Weg aus dem Dungeon heraus befördert. Ich konnte diesen leider aber nicht aktivieren – noch so ein ganz toller Bug.

Zudem habe ich noch einen weiteren Hinweis für euch. Es ist nicht möglich, von einer höheren Ebene in eine tiefere zu gelangen. Sind wir im Startraum der zweiten Ebene und laufen nach draußen, verlassen wir die Höhle. Eine Rückkehr noch am selben Tag ist nicht mehr möglich.

Beliebter Bug im Dungeon: Man betritt einen Raum und gleitet über das Wasser. Da man dieses normal nicht betreten kann, kommt man auch nicht mehr von dem Wasser runter. Entweder man verlässt die Höhle oder startet den Tag neu. Zum Glück wurde der Fehler mittlerweile behoben.

Mein Fazit zu Monster Harvest

Pros:

  • Kein Zeitdruck beim Zocken
  • Solides Farmingsystem
  • Wunderschöne 16-Bit-Grafik
  • Neues Prinzip der Monsterzucht (mit Schleim)

Cons:

  • Total viele Bugs, Glitches und Fehler
  • Überhaupt keine Story
  • Unterdurchschnittlich schlechte Performance
  • Grausames Kampfsystem
  • Fehlerhafte deutsche Übersetzung
  • Schlechtes Design von Monstern und Charakteren auf der Overworld
  • Extrem kompliziertes Menü
  • Alles wirkt irgendwie unfertig
  • Rekordverdächtige Ladezeiten – teilweise bis zu fünf Minuten beim Spielstart

Ich habe mich so unfassbar auf diesen Titel gefreut. Daher ist meine Enttäuschung um so größer, weil ich es einfach nur grausam finde. Einerseits hatte der Titel etwas, weswegen ich ihn gerne gespielt habe, andererseits fand ich es aufgrund der Bugs total unspielbar.

Immer wieder wurde der Release verschoben, aufgrund von zusätzlichem Content, welchen man nur leider im Spiel so überhaupt nicht findet. Wie war es denn ursprünglich geplant? Mit nur einer Jahreszeit und nur einem Saatgut-Typ? Von mir bekommt der Titel leider einen Daumen runter. Eine ähnlich schlechte Wertung habe ich sonst nur Ary and the Secret of Seasons gegeben.

Das Testmuster wurde uns von Marchsreiter zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Caren Koch 1146 Artikel
Geboren im Jahre 1997 bin ich wirklich froh darüber, mich noch ein echtes 90er-Unikat nennen zu können.Geboren und aufgewachsen bin ich im Saarland, wohne und arbeite auch immer noch hier. In meinem Job als chemisch technischer Assistent habe ich sehr viel mit Zahlen und Rechnen zu tun, das Zocken ist daher ein nette Abwechslung für mich.Meine erste Konsole war eine NES. Ich besitze auch heute noch eine und liebe sie abgöttisch. Neben der NES habe ich noch zwei Nintendo 3DS-Systeme und natürlich eine Nintendo Switch. Meistens Spiele ich Jump`n`Run und Strategiespiele, bin aber allem gegenüber offen. Was ich nicht so mag sind Horror- und Actionspiele, wobei es auch hier natürlich Ausnahmen gibt. Auf der Switch ist mein aktuelles Lieblingsspiel Monsters 2, wobei ich auch für eine Partie Overcooked 2 mit meiner Schwester immer zu haben bin.

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