Kitaria Fables – Katztastisches Action-Abenteuer auf dem Bauernhof

Über Kitaria Fables bin ich das erste Mal kurz nach Weihnachten 2020 gestolpert. Damals habe ich gerade mit meinen Recherchen zu den größten Farmsimulatoren 20/21 begonnen und bin per Zufall bei Steam auf das Spiel gestoßen. In meinem Artikel über Indie-Famsimulatoren hat es der Titel zwar nicht geschafft, dennoch konnte ich das Spiel nicht vergessen. Denn Kitaria Fables versucht sich auch an einer Revolution des Genres.

Im klassischen Sinne würde ich das Spiel eher weniger als Farmsimulator bezeichnen, vielmehr handelt es sich um ein storygetriebenes Action-Adventure. Der Farming-Aspekt ist tatsächlich eher eine nebensächliche Mechanik. Dennoch muss ich sagen, dass mir der Titel eigentlich ganz gut gefallen hat. Von dem Publisher PQube habe ich ehrlich gesagt aber auch nichts anderes erwartet.

Wenn ihr Interesse an Kitaria Fables habt, könnt ihr euch den Titel entweder digital über den Nintendo eShop herunterladen oder ihn bei diversen Einzelhändlern kaufen. Preislich ordnet sich die digitale Version des Spiels im Mittelfeld an, mit 19,99 € ist es nicht unbedingt teuer, als günstig würde ich es aber auch nicht einstufen. Für die physische Fassung müsst ihr noch etwas tiefer in die Tasche greifen, im Verhältnis zur digitalen Fassung müsst ihr 10 € drauf legen. Bei Amazon zahlt ihr aktuell 32,99 €, der UVP liegt bei 34,99 €.

Im Folgenden lege ich euch meine Meinung etwas genauer da. Viel Spaß beim lesen.

Die Story von Kitaria Fables

Würde ich Kitaria Fables beschreiben müssen, würde ich sagen, dass es sich um eine Mischung aus Story of Seasons, Rune Factory und Cat Quest handelt. Einen besonderen Charme erhält das Spiel durch seine zauberhaft schöne Optik, gepaart mit der interessanten Hintergrundgeschichte.

Eine alte Legende besagt, dass vor hunderten von Jahren das Land von Canoidera von einer mysteriösen Kalamität heimgesucht wurde. Das Land und seine Bewohner wurden von Monstern und anderen finsteren Kreaturen überflutet. Erst als es dem Königreich gelang, unter Aufbringung all seiner Macht und mit der Hilfe von Magiern, die Finsternis zu verbannen, kehrte langsam der Frieden in das Königreich zurück. Das ist lange her und kaum ein Bewohner kann sich noch daran erinnern. Doch langsam zeichnet sich ab, dass die Kalamität zurückkehren wird. Wieder ist es an dem Königreich, seine Bewohner zu schützen.

Unsere Aufgabe ist es, in die Rolle der jungen Heldin Nyan zu übernehmen. Zwar wissen wir am Anfang noch nichts davon, allerdings sind wir der Nachkomme eines mächtigen Magiers. Langsam, während wir unser Talent noch erforschen, spitzt sich die Lage immer weiter zu. Stets an unserer Seite ist dabei ein redefreudiger Marcaron. Stationiert sind wir in Pfotendorf und widmeten unser ganzes Leben dem Schutz der dort ansässigen Bewohner. Um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, bewirtschaften wir eine kleine Farm und versuchen, den Bewohnern alle Wünsche zu erfüllen und die Kalamität von ihnen fernzuhalten.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Kitaria Fables".
Auch die gewisse, dunkle Note darf in Kitaria Fables nicht fehlen

Das Gameplay

Erkunde die wunderschöne Welt von Kitaria Fables

Wie bereits eingangs erwähnt, spielt sich Kitaria Fables in dem eigentlich recht ruhigen Königreich von Canoidera ab. Unsere Hauptaufgabe ist es, im Auftrag des Kaisers ein kleines Dörfchen gegen die immer stärker werdenden Monster zu beschützen.

Um diesen Schutz gewährleisten zu können, ist es natürlich essenziell, dass wir unsere Kampffähigkeiten immer weiter ausbauen, stärkere Waffen und bessere Rüstungen schmieden und sowohl den effektiven Nahkampf als auch den Fernkampf beherrschen.

Man merkt dem Titel einfach an, dass viel Zeit und Liebe in die Grafiken gesteckt wurde. Die Weltkarte erinnert mich ein kleines bisschen an Sakuna: Of Rice and Ruin, sie ist unterteilt in verschiedene Bereiche, welche miteinander vernetzt sind. An jedes Gebiet schließt sich ein neuer, oder bereits bekannter, Abschnitt an. Immer neue und stärkere Monster stellen sich uns in den Weg, wir können Dungeons erkunden oder auch einfach nur in die nächste Stadt reisen.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Dungeon von "Kitaria Fables".
Endbosse sind ebenfalls mit von der Partie

Die einzelnen Gebiete lassen sich im Normallfall verschiedenen Themenbereichen zuordnen: So gibt es das friedliche Anfangsgebiet, welches mich ein wenig an eine Graslandschaft erinnert, den dichten und dunklen Wald oder auch eine eisige Berglandschaft.

Vom Design her passen sich natürlich auch die jeweiligen freien Monster den Gebieten an. Im Grasland treffen wir süße grüne Schleime und recht aggressive Bienen, im Wald sind eher baumähnliche Gestalten Zuhause. In den Übergangsbereichen findet man gerne auch beide Varianten.

Leider wirken besonders unser Heimatdorf und auch die näher gelegene Stadt in meinen Augen ziemlich leer. Klar, hier und da laufen ein paar NPCs rum oder haben ihre Stände aufgebaucht, es gibt teilweise auch Events mit speziellen Händlern oder dergleichen, aber meistens umgibt uns nur eine ziemlich schöne, aber auch recht stille Umgebung. Auch schade finde ich, dass man die meisten Gebäude nicht betreten kann, weswegen sie tatsächlich nur als Dekoration fungieren.

Das bIld zeigt den Ort Pfotendorf aus dem Spiel "Kitaria Fables".

Auf die Kämpfe, Fertig, LOS!

In einem Action-Adventure dürfen natürlich die Kämpfe nicht fehlen. Kitaria Fables verfolgt hierbei ein offenes, nicht rundenbasiertes Kampfsystem, welches einerseits auf dem Kampf mit dem Schwert oder Bogen setzt, andererseits aber auch auf Magie und diverse Fähigkeiten. Die Fähigkeiten unterteilen sich in sechs unterschiedliche Kategorien: Feuer, Wind, Wasser und Erdmagie, sowie Schwert- und Bogenfertigkeiten.

Alle Fähigkeiten müssen erst freigeschaltet werden. Das ist möglich, indem wir in Albys Hütte mit dem mürrisch aussehenden Eisbären reden oder uns mit seinem Kessel beschäftigen. In Kämpfen können maximal vier Fähigkeiten zur gleichen Zeit eingesetzt werden, welche wir auf „L“, „R“, „ZL“ und „ZR“ legen können. Wenn wir die Fähigkeiten ändern wollen, ist auch das bei unserem Freund Alby oder in unserem Haus möglich. Dort befinden sich auch Trainingspuppen, an welchen wir unsere Fähigkeiten austesten können.

Das Bild zeigt einige Kampfattribute.
Natürlich dürfen auch gewisse Attribute nicht fehlen

Kämpfen ist grundsätzlich immer und überall möglich. Sobald wir eine Waffe ausgerüstet haben, können wir mit Y wild auf unsere Gegner einschlagen. Ganz praktisch gemacht finde ich, dass durch das Drücken von X der nächstgelegene Gegner anvisiert wird, sodass wir nicht permanent mit dem Zielen beschäftigt sind. Besonders hilfreich ist das beim Einsatz von Fähigkeiten.

Die Waffen, Farmgeräte oder auch häufig benötigte Heilitems kann man auf Kurzwahltasten legen. Hierzu wurde das Steuerkreuz umfunktioniert. Leider muss ich sagen, dass ich das nicht so wirklich gelungen finde. Ich glaube zwar, ich kann nachvollziehen, warum es so gelöst worden ist, dennoch finde ich es in der Nintendo Switch-Fassung einfach nur unpassend. Die altbekannte Wechselfunktion über „L“ und „R“ fände ich wesentlich besser. Die Fähigkeiten hätte man dann auf dem Steuerkreuz platzieren können.

Farmarbeit und Quests

Das Bild zeigt den Obst- und Gemüsehändler.
Kiki, unser Häschen für Obst und Gemüse

Die Farmarbeit, welche im Vorfeld groß angepriesen worden ist, ist in meinen Augen die größte Enttäuschung. Erstens, es gibt insgesamt nur zwölf verschiedene Saatgüter. Zweitens kann jedes Saatgut immer angepflanzt werden, schließlich gibt es keine Jahreszeiten. Drittens ist die Farmarbeit recht aufwendig, lohnen tut sie sich aber nicht. Und die Steuerung gestaltet sich gelegentlich auch recht schwammig, besonders beim Gießen.

Zwar gibt es keine Jahreszeiten, dennoch haben die Entwickler daran gedacht, Wetterphänomene und einen Tageszyklus einzubauen. Neben regnerischen und sonnigen Tagen gibt es auch wolkiges Wetter, die Tageszeiten unterteilen sich – wie so üblich – in Tag und Nacht. Die Tageszeit kann man so unter anderem am Stand der Sonne ablesen.

Schlussendlich ist das Farming-Element also einfach nur überflüssig. Ein nett gemeintes Gimmick, um es für Freunde von Harvest Moon und Story of Seasons interessant zu machen, aber auch nicht mehr. Wie sagt man so schön: Gewollt und nicht gekonnt, oder sowas in der Art.

Das Bild zeigt die Farmarbeit von "Kitaria Fables".
Jeden Morgen ruft das Feld

Auch die Haupt- und Nebenquests finde ich teilweise sehr monoton gestaltet. Einerseits gefällt mir die Tatsache, dass man durch die Quests gezwungen ist, sich mit den NPCs zu unterhalten, andererseits geht es oft nur darum, irgendwelche Dinge zu sammeln oder ein Paket von A nach B zu bringen. Selbst die Hauptquests basieren großteils auf diesem Prinzip. Dadurch wird das Spiel auf eine durchschnittliche Spielzeit von etwa 30 Stunden für die Hauptquest gedehnt.

Die Performance auf der Nintendo Switch

Für viele von euch ist sicherlich die Performance von Kitaria Fables auf der Nintendo Switch interessant. Schließlich gibt es das Spiel auch für diverse andere Plattformen, darunter dem PC via Steam oder auch die PlayStation 4 und 5. Warum solltet ihr es da ausgerechnet für die Nintendo Switch kaufen?

Ich muss gestehen, dass die Performance eigentlich ganz passabel ist. Relativ betrachtet habe ich von sowas zwar wenig Ahnung, da ich noch nie eine andere Konsole besessen habe als welche aus dem Hause Nintendo. Dennoch merke auch ich, wenn ein Spiel sehr langsam läuft, sehr lange Ladezeiten hat oder total verbugt und verglitcht ist. Das ist bei Kitaria Fables zum Glück absolut nicht der Fall.

Zwar gibt es beim Wechsel der einzelnen Gebiete und beim Betreten von Gebäuden einen Ladescreen, es dauert aber nur wenige Sekunden, bis dieser wieder verschwindet und man weiterzocken kann. Ganz anders als bei Monster Harvest (→ zu unserem Test), um einmal einen Vergleich zu nennen. Gelegentlich ist auch die Steuerung etwas schwammig, was man aber zum Glück beim Kämpfen nicht merkt. Vorrangig merkt man dieses Problem bei der Farmarbeit.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel "Kitaria Fables".
Und zu guter Letzt: Hier noch ein Screenshot von unserem treuen Freund Macaron

Mein Fazit zu Kitaria Fables

Pros:

  • Zuckersüße, hochauflösende Grafik, sowohl im Handheld-Modus als auch auf dem Fernseher
  • Innovatives Kampfsystem, welches auch für Kinder zugänglich ist
  • Beruhigender, ausgeglichener Soundtrack
  • Schöne Genremischung
  • Gut ausgearbeiteter Zwei-Spieler-Modus
  • WIR SIND KATZEN!

Cons:

  • Monoton gestaltete Quests
  • Leer wirkende Städte
  • Schwammige Steuerungen bei der Farmarbeit
  • Kaum Post-Game-Content
Das Bild zeigt meine Wertung für "Kitaria Fables".

Ich glaube, mein Fazit zu Kitaria Fables fällt recht gemischt aus. Am ehesten kann man sagen, dass ich mir einfach etwas anderes von dem Spiel gewünscht habe, beziehungsweise etwas anderes erwartet habe. Ich fand es recht kurzweilig, dennoch handelt es sich gleichermaßen um einen Titel, welcher zum Entspannen und Verweilen einlädt. Von der Grafik können sich manch andere Spiele noch eine Scheibe abschneiden, das Gameplay könnte man von der Steuerung her eventuell noch mal etwas überarbeiten. Alles in allem handelt es sich aber um ein gutes Action-Adventure, welches besonders für Einsteiger und Kinder gut geeignet ist.

Das Testmuster wurde uns von PQube zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Caren Koch 1471 Artikel
Geboren im Jahre 1997 bin ich wirklich froh darüber, mich noch ein echtes 90er-Unikat nennen zu können.Geboren und aufgewachsen bin ich im Saarland, wohne und arbeite auch immer noch hier. In meinem Job als chemisch technischer Assistent habe ich sehr viel mit Zahlen und Rechnen zu tun, das Zocken ist daher ein nette Abwechslung für mich.Meine erste Konsole war eine NES. Ich besitze auch heute noch eine und liebe sie abgöttisch. Neben der NES habe ich noch zwei Nintendo 3DS-Systeme und natürlich eine Nintendo Switch. Meistens Spiele ich Jump`n`Run und Strategiespiele, bin aber allem gegenüber offen. Was ich nicht so mag sind Horror- und Actionspiele, wobei es auch hier natürlich Ausnahmen gibt. Auf der Switch ist mein aktuelles Lieblingsspiel Monsters 2, wobei ich auch für eine Partie Overcooked 2 mit meiner Schwester immer zu haben bin.

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