Trials of Mana – Spielkonzept gut gealtert?

Trials of Mana von uns unter die Lupe genommen!

Square Enix entwickelt mit Trials of Mana ein 3D-Remake des Seiken Densetsu 3, welches im Jahr 1995 erschienen ist. Wollt ihr etwas mehr über die Geschichte erfahren, so schaut euch gerne unseren Vorschau-Beitrag samt Video an.
In diesem Test beschreibe ich die Eindrücke meiner Reise und welche Stärken aber auch eindeutige Schwächen zum Tragen kamen.
An dieser Stelle betone ich ausdrücklich, dass ich das Original nicht gespielt habe und der Auffassung bin, dass auch ein Remake in gewisser Weise nach heutigem Maßstab bewertet werden sollte, da nicht nur ausschließlich Nostalgiker ihr Interesse bekunden.

Zu Anfang die Qual der Wahl

Direkt zu Anfang gibt es eine Besonderheit: Wir wählen aus sechs Charakteren unseren Hauptprotagonisten und anschließend seine zwei Begleiter aus. Jeder Charakter bietet einen individuellen Spielstart. Meine Wahl fiel beispielsweise auf Adlerauge, sodass ich in der Wüste startete und sein Dilemma rund um Falk, Jessica und Belladonna miterlebte.

Treffen wir in der Geschichte die ausgewählten Begleiter, haben wir die Möglichkeit, deren Prologe nachzuspielen, um die Figuren greifbarer zu machen. Genauso gut können wir diese Szenarien aber auch überspringen. Wir haben also stets die Wahl, wie ausschweifend wir spielen wollen.

Zwischen den sechs Charakteren existieren auch geschichtliche Überschneidungen, sodass bestimmte Helden-Kombinationen stimmiger ausfallen. Nichtsdestotrotz ist jede erdenkliche Zusammenstellung möglich.

Schaut euch doch gerne mal die Charaktere an:

Wie ihr sehen könnt, sind die Attribute in Stärke, Ausdauer, Intelligenz, Geist und Glück aufgeteilt. Die Helden unterscheiden sich also nicht nur optisch, sondern auch von ihrerer Geschichte und ihren Stärken sowie Schwächen.
Während Kevin in der Nacht zur stärkeren Bestie mutiert, ergattert der Dieb Adlerauge mehr Beute.

Ich habe mich für eine Kombination aus Adlerauge, Resi und Kevin entschieden:

Das Bild zeigt meiner Helden-Kombination aus "Trials of Mana".
Ein tolles Team!

Durch individuelle Zusammenstellungen erleben wir verschiedene Nuancen innerhalb der Geschichte. Insgesamt gibt es drei mögliche Antagonisten. Der Wiederspielwert ist also auf jeden Fall gegeben.

Unsere Motivation

Wir erleben eine Geschichte rund um das Manareich. Monster, die in Manasteinen versiegelt sind und von uns befreit werden wollen, damit sie uns helfen können… und das göttliche Manaschwert, welches das Böse zur Machterlangung missbrauchen will.

Und wir schlüpfen in die Rolle eines mutigen Heldentrios, das die Lande vor der dunklen Bedrohung um jeden Preis beschützen mag.

Die Geschichte in Trials of Mana ist sehr stereotyp und wohl auch dem Alter von 25 Jahren geschuldet. Zur damaligen Zeit waren Geschichten in der Regel weniger fein und tiefgründig geschrieben und stellten eher den Motor für die Bekämpfung des Unrechts dar. Wer hier also eine beeindruckende Geschichte erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Das Bild zeigt das Manaschwert aus "Trials of Mana".
Die Geschichte fällt eher zweckmäßig aus

An dieser Stelle sei die Inszenierung der Dialoge und Zwischensequenzen erwähnt. Diese wirken oftmals zu theatralisch und dadurch unfreiwillig komisch. Auch wenn die Sprecher einen meist einen soliden Job leisten, herrscht eine gewaltige Diskrepanz zwischen Animationen und Voice-Acting.

Mehrere Szenen wirken etwas plump oder bizarr

Sinnvolle Hotkeys

Trials of Mana bietet allerlei Items, die wir im Kampf und auch außerhalb gut gebrauchen können. Wir finden diese im Menü unter dem Punkt „Gegenstände“. Nun haben wir zwei Möglichkeiten der Verwaltung:

  • Kreismenü: Bis zu zwölf Items sind ablegbar. Aktivieren wir es per Steuerkreuz, hält das Spielgeschehen außerhalb an und wir haben alle Zeit der Welt, unsere Wahl in Ruhe zu treffen.
  • Hotkey: Bis zu vier Items sind ablegbar. Aktivieren wir es per R-Taste, läuft das Kampfgeschehen dynamisch weiter.

Es ist noch wichtig zu wissen, dass wir innerhalb der Gefechte nicht auf unser Menü zugreifen und weder das Kreismenü noch die Hotkey belegen können.
Außerdem sind die Items mit neun Einheiten begrenzt. Das gesamte Heldentrio greift kollektiv darauf zu. Es sind also nicht dreimal neun, sondern insgesamt neun von jedem Item innerhalb eines Kampfes einsetzbar. Nach den Kämpfen werden die Vorräte aufgestockt – vorausgesetzt wir haben genug in Reserve.

Des Weiteren existieren sogenannte Klassenangriffe, welche ebenfalls auf einen Hotkey mit viert Slots gelegt werden können. Diese setzen wir mit der L-Taste ein.

Die große Stärke: Das Kampfsystem

Das Kampfsystem in Trials of Mana ist extrem gut gelungen. Die Kämpfe fühlen sich sehr flott und direkt an. Wir haben die Möglichkeit zu laufen, zu sprinten, auszuweichen, Sprünge zu vollführen, Items einzusetzen, Angriffe zu starten und zu flüchten.
Das Ausweichen und Angreifen klappt auch in der Luft. Mit einem starken Angriff schleudern wir fliegende Gegner zu Boden.

Bei den Angriffen haben wir die Wahl zwischen mehreren Manövern.
Wir greifen entweder ganz normal an (A) oder stark (X). Die starken Angriffe (aufladbar) haben die Besonderheit, Schilde besser brechen zu können und KA-Punkte erscheinen zu lassen. Dies sind hellblaue Lichter, welche unsere KA-Kapseln füllen. Die Kapseln wiederum verbrauchen wir bei unseren Klassenangriffen, welche individuelle und mit einer Sequenz inszenierte Angriffe darstellen. Innerhalb der Kämpfe müssen wir recht nah an diese Lichter herantreten, damit sie zu uns kommen; nach erfolgreichem Kampfabschluss ziehen wir alle Gegenstände automatisch an, sodass wir direkt voranschreiten können.

Das Bild zeigt die Bestienform von Kevin während eines Klassenangriffs aus "Trials of Mana".
Kevin beispielsweise verwandelt sich während eines Klassenangriffs zu einem dreifachen Super-Sayajin!

Doch das war noch nicht alles. Die Helden können auch noch Aktionen mit dem Steuerkreuz (unten) einsetzen. Dies sind Fähigkeiten, die sie während der Levelaufstiege (Ausbildung) dazugewinnen. Dazu gehören Stärkungen, Schwächungen, Regeneration und Heilung oder auch Elementarangriffe.

Kombinationen der verschiedenen Angriffstypen (A+X) sind auch an Bord und äußerst praktisch. Je nachdem auf welcher Klassenstufe sich die Helden befinden, haben sie mehr oder weniger Manöver zur Auswahl.
Ein Stoppangriff, um gegnerische Aktionen zu unterbrechen führen wir auf A+X (hintereinander) aus. Außerdem sind Feinde danach kurz benommen. Wollen wir einen etwas stärkeren Angriff ausführen, so drücken wir A+A+X. Klassenaufstiege ermöglichen neue Kombos. Diese Vielfalt gestaltet die Kämpfe abwechslungreich und bietet für verschiedene Situationen die passende Lösung. Ebenfalls können wir gewisse Strategien für einzelne Helden festlegen – etwa, ob diese aggressiv angreifen oder eher vorsichtig agieren und heilen sollen.
Wir können Feinde auf Druck des rechten Sticks anvisieren. Diese Methode nutze ich selten, da wir dann die Kamera nicht mehr manövrieren können, ohne einen anderen Gegner anzuvisieren.

Großer Wehrmutstropfen: Der damals gefeierte Koop-Modus fehlt in der 3D-Neuauflage.

Das Bild zeigt einen Angriff von Adlerauge aus "Trials of Mana".
MP nutzen wir für Aktionen, TP stellen unser Leben dar und die Kapseln darunter unseren KA-Vorrat

Saubere Performance im Kampf

Was äußerst positiv auffällt, ist, dass die Kämpfe selten unter Performance-Problemen leiden. Bei den Ninja-Gegnern, welche gerne Elementar-Angriffe einsetzen, sinkt die Framerate gerne spürbar, doch abseits dessen bekommen wir hier ein tolles Kampferlebnis geboten.

Da wir die Gegner auf der Oberwelt von Weitem schon sehen, wissen wir, was auf uns zukommt. Manchmal erscheinen Gegner zwar auch überraschend, doch das frischt das Ganze eher auf. Betreten wir einen bestimmten Radius, startet der Kampf. Laufen wir nun weg, gelangen wir an eine Arealgrenze. Wollen wir flüchten, müssen wir nur kurz weiterlaufen und schon verlassen wir den Kampf. Für Gegner, die wir bereits besiegt haben, erhalten wir auch die Erfahrungspunkte. Es ist also nicht nötig, alle Gegner zu besiegen.

Das Bild zeigt eine Fluchtsituation aus "Trials of Mana".
So gestaltet sich die Flucht

Die ganzen Soundeffekte, das automatische Einsammeln, Aufleveln und direkte Voranschreiten fühlen sich insgesamt sehr befriedigend an.

Unsere Ausbildung

Wie im RPG-Genre üblich erhalten wir aus erfolgreich abgeschlossenen Kämpfen Erfahrungspunkte. Genug davon ergattert und schon steigen unsere Helden im Level, wodurch verschiedene Attribute im Wert steigen. Mit jedem Aufstieg erhalten wir allerdings auch noch sogenannte Lernpunkte. Anfangs sind es zwei, später dann drei. Diese Punkte investieren wir in unsere fünf Attribute und schalten dort Wertesteigerungen, passive Fähigkeiten und sogar weitere Aktionen frei. Unterstützung erhalten wir durch die acht Manamonster, welchen wir im Verlauf der Geschichte helfen – als Gegenleistung spendieren uns diese Bündnisse weitere Möglichkeiten, uns zu verbessern.

Das Bild zeigt die fünf Attribute samt einhergehenden, gemeinsamen Fähigkeiten sowie die benötigten Lernpunkte aus "Trials of Mana".
Investieren lohnt sich!

Die passiven Fähigkeiten erhalten wir also durch die Ausbildung. Einige Fähigkeiten sind Charakter-gebunden, während andere für alle zur Verfügung stehen oder sogar das ganze Heldentrio gleichzeitig betreffen, obwohl nur ein Held diese passive Fähigkeit ausgerüstet hat. Je höher eure Klasse desto mehr Slots stehen zur Verfügung.

Das Bild zeigt eine Liste an passiven Fähigkeiten aus "Trials of Mana".
Passt eure Helden individuell an!

Die passende Ausrüstung

Kaufen oder „craften“ wir Ausrüstung und legen diese an, verbessern sich die Werte der Charaktere. Bei der Auswahl ist stets einzusehen, um welchen Wert ein Attribut steigt. Meist ist es so, dass ein neuer Ort dann auch bessere Waffen und Rüstungen bereithält. Daher sollte man alte Sachen einfach verkaufen, um sich die neuen eher leisten zu können. Die Währung des Spiels nennt sich Lucre.
In der Spielwelt sind lauter goldene Kugeln verstreut, welche uns Iems und Geld spendieren.

Das Bild zeigt einen Zwergenhändler samt Angebot aus "Trials of Mana".
Investiert auf jeden Fall in neue Ausrüstung!

Die meisten Orte bieten jeweils einen Verkäufer für Waffen, für Rüstungen und für herkömmliche Items. Die Läden für Items sind schön eingerichtet und haben tatsächlich auch die Gegenstände ausgestellt – ein kleines, aber nicht selbstverständliches, Detail! Leider werden die Charaktermodelle im gesamten Spiel ziemlich oft recycelt.

Das Bild zeigt einige ausliegende Items im Item-Laden aus "Trials of Mana".
Schokolade, Bonbons und Engelskelche… alles steht aus

Wir finden in der gesamten Welt „Sachensamen“ in verschiedenen Wertigkeitsstufen. Diese können wir in Herbergen in magische Töpfe einpflanzen, um sogleich ein Item oder einen Ausrüstungsgegenstand zu erhalten. Tun wir dies häufig genug, steigt die Stufe des Topfs, was uns wiederum bessere Items aus weiteren gepflanzten Sachensamen bringt. Außerdem steigt die Rate der fallengelassenen Samen besiegter Gegner.
Herbergen können zusätzlich zum Speichern, Ausruhen und Vergehen der Tageszeit genutzt werden.

Steigt in der Klasse auf!

Innerhalb unseres Abenteuers können wir in der Klasse aufsteigen. Dies ist sowohl bei Stufe 18 als auch bei Stufe 38 möglich. Damit gehen neue Angriffskombinationen, neue Fähigkeiten, Klassenangriffe, Slots für passive Fähigkeiten und Wertesteigerungen einher.

Wir haben stets die Wahl zwischen zwei Kampfarten. Bei Kevin beispielweise können wir uns entscheiden, ob wir einen ausgeglichenen Mönch mit Angriffs- und Heiltechniken haben wollen oder doch eher einen Raufbold mit sehr hoher Angriffskraft bevorzugen.

Die Klasse wechseln wir an den Manakristallen, indem wir die Levelvoraussetzung erfüllt haben. Darüber hinaus bekommen wir einen neuen Look verpasst, um die jeweilige Klasse zu unterstreichen. Übrigens kann man zwar verschiedene Ausrüstung anlegen, doch ändert sich unser Aussehen nicht. Klassen und Outfits kann man aber später auch wieder ändern, sollte man nicht zufrieden sein.

Tageszeit mit Einfluss

In Trials of Mana erleben wir zwei Tageszeiten: Die Umbra- und die Puckzeit. Neben den optischen Veränderungen unserer Umwelt haben die Tageszeiten allerdings auch noch weitreichendere Auswirkungen.
Kevin beispielsweise verwandelt sich nachts in eine Bestie, um mehr Schaden auszuteilen. Doch auch der Nachtmarkt, öffnet logischerweise nur nachts.
Elementarangriffe und deren Wirksamkeit sind auch abhängig vom jeweiligen Wochentag. Einige Events triggern auch Tageszeit-bedingt.

Ab einem bestimmten Punkt verdunkelt sich der Bildschirm und man sieht, wie die Zeit umswitcht. Gut gelöst, da man so den smoothen Tagesrhythmus optisch sieht und während dieses Umschwungs die Anpassungen geladen werden können.

Das Bild zeigt einen Tageszeitenwechsel in "Trials of Mana".
Die Tageszeit und der Wochentag haben Einfluss auf verschiedene Faktoren

Gelungenes Artdesign

Square Enix stand vor keiner leichten Aufgabe, das Spiel von der zweiten in die dritte Dimension zu hieven. Doch ist es architektonisch und vor allem in puncto Artstyle sehr gut gelungen.
Die Schauplätze unterscheiden sich stark voneinander und strahlen – passend zur naiv-bunten Atmosphäre – in bunten Farben.

Passend dazu mag ich euch einige Impressionen präsentieren:

Was weniger gut gelungen und wohl auch dem Dimensionswandel geschuldet ist, sind die unsichtbaren Wände. Mal kann man über ein Hindernis springen und mal nicht. Es ist oftmals nicht ersichtlich, ob wir auch optionale Wege gehen können.

Eintöniges Missionsdesign

Kreative Aufgaben sucht man in Trials of Mana vergebens. Ganz selten streut Square Enix mal andere Nuancen ein, doch ist selbst dann wenig Kreativität dabei.
Wir bekommen auf der Karte unser Missionsziel mit einem Stern eingeblendet und laufen dann einfach dorthin. Auf dem Weg dahin und am Ziel angekommen, kämpfen wir eigentlich ausschließlich. Zu keinem Zeitpunkt meines Spieldurchlaufs musste ich nun wirklich überlegen, was ich als nächstes tun muss, um mein Ziel zu erreichen.

Rätsel, Kletterpassagen, Dialogoptionen etc. sind hier nicht existent. So ist es leider ebenso eintönig, immer wieder über gewisse Areale zu laufen und Backtracking zu betreiben. In diesen Punkten ist das gesamte Konzept nicht gut gealtert. Auch die Interaktion mit der Umwelt ist sehr minimalistisch. So bewegt sich die Flora nicht, wenn man hindurchschreitet und Helden werden nicht nass, wenn sie unter einem Wasserfall stehen. Dies sind nur zwei Beispiele dafür, dass die Umwelt recht starr daherkommt.
So sind auch Gespräche mit NPCs nicht sonderlich ausgeklügelt, sondern oft eher Einzeiler. Ebenfalls etwas seltsam ist die Tatsache, dass es Bars gibt, in denen auch jemand hinter dem Tresen steht und mit uns redet, gleichzeitig aber nichts zum Kauf anbietet.
Trials of Mana wirkt insgesamt in diesem Punkt recht „flach“.

Das Bild zeigt den Helden Adlerauge und einem kleinen Wasserfall aus "Trials of Mana".
So trocken wie Adlerauge, bleibt leider auch die Interaktion und die Abwechslung

Ein Ohrenschmaus und Schnellreise

Der Titel bietet einen sehr eindrucksvollen Soundtrack. Ständig musste ich mitgrooven und hatte gute Laune dadurch. Die Tracks unterscheiden sich dabei sehr stark voneinander und erzeugen Ohrwurm-Charakter! Löblich hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass wir zwischen dem originalen und einem überarbeiteten Soundtrack wählen können. So haben sowohl Veteranen als auch Neulinge stets die passende Option.

Wollen wir einmal schnell über die Lande reisen, so haben wir zwei treue Freunde, die uns unterstützen.
Zum einen eine riesige Schildkröte mit Taucherbrille und zum anderen ein junger Greif.
Während uns die Schildkröte zunächst über das Meer schwimmen lässt, steigen wir im späteren Spielverlauf mit dem Greifen empor in die Lüfte.
Beide Transporteure verfügen über eine Sprintfunktion.

Um die beiden zu rufen, besitzen wir zwei unterschiedliche Items.

Findet den Kaktusfratz

Innerhalb des Manareichs ist der sogenannte Kaktusfratz versteckt. Dieser belohnt uns immer dann, wenn wir ihn fünfmal gefunden haben. Die Belohnung ist ein Preis, welcher uns verschiedene Vorteile gewährt. Beispielsweise dauert es nur noch halb so lange, aus einem Kampf zu flüchten oder wir bekommen von Zeit zu Zeit doppelte Erfahrungspunkte. Insgesamt sind diese Preise weder zu wichtig noch zu unattraktiv. Der Kaktusfratz platziert sich gerne auch mal so, dass er in der Nähe anderer Pflanzen ein wenig getarnt ist und nicht sofort ins Auge springt. Dann wiederum sieht man ihn auf einem Vorsprung, wo es zu überlegen gilt, wie wir dort hingelangen. Doch in den meisten Fällen, stellt uns das vor kein großes Rätsel, da die gesamte Welt recht einfach aufgebaut ist.

Das Bild zeigt eine Übersicht der Kaktusfratz-Sichtungen samt der einhergehenden Preise aus "Trials of Mana".
Aufmerksamkeit wird belohnt!

Technik mit Luft nach oben

Bei der Switch-Version handelt es sich um die schwächste Revision des Spiels. Wir spielen unser Abenteuer lediglich in 30 FPS und beobachten immer wieder Pop-Ups und nachladende Texturen. Dies findet sich aber tatsächlich in allen Fassungen des Titels. Stellen wir die Kameraempfindlichkeit auf Stufe zehn, so imitieren wir am ehesten das 60 FPS-Feeling, auch, weil die Bewegungsunschärfe nicht so gravierend ausfällt.
Die Pop-Ups und die nachladenden Texturen störten mich stellenweise schon, weil es mich unweigerlich aus der Immersion herausschrie. Ich mag euch da gerne mal ein Video präsentieren:

Leider keine Seltenheit…

Auch sehen manche Texturen extrem matschig und detaillarm aus. Ich habe hier mal einige Beispiele zusammengestellt, welche veranschaulichen, dass man definitiv mehr hätte rausholen können:

Die Kämpfe laufen, wie erwähnt – bis auf Ausnahme einiger Ninja-Fähigkeiten – angenehm flüssig.
Die Ladezeiten fallen ein wenig lang aus – da wir später öfter am reisen sind, fällt dies ein wenig störend auf. Allerdings sind die Ladezeiten auf der Switch um ungefähr 20% kürzer als bei der Konkurrenz.

Was mich wirklich verwunderte, waren nachladende Texturen innerhalb der Zwischensequenzen. Dazu gesellten sich gelegentliches Bildstottern und roboterhafte Laufanimationen:

Technisch läuft Trials of Mana also rund, hat aber mit Einbußen zu kämpfen.

Bossfights und dezente Streckung gegen Ende

Trials of Mana bietet allerlei Bosskämpfe, die sich stark voneinander unterscheiden. Sowohl die Designs als auch die Kampftaktiken der mächtigen Widersacher bieten Varianz. Sollten euch bestimmte Kämpfe überfordern, könnt ihr entweder ein wenig leveln gehen oder den Schwierigkeitsgrad im Spiel – außerhalb von Kämpfen – dynamisch anpassen.

Gegen regulärem Spielende übertreibt es Square Enix allerdings ein wenig mit der Spielstreckung, indem man gewisse Bossfights einfach recycelt.

Das Bild zeigt einen Bossgegner in der Luft aus "Trials of Mana".
Das schreit nach einer Doppelköpfung!

Das gelungene Post Game und New Game+

An dieser Stelle versehen wir den Abschnitt mit einem Spoilerkasten, damit jeder die freie Wahl hat, sich im Spiel selbst damit vertraut zu machen oder sich hier vorab einen Eindruck zu verschaffen.

Spoiler

Im Post Game bekommen wir die Info, dass wir eine alternative Geschichte – vor dem Endkampf mit dem Erzdämon – spielen können. Dazu reisen wir in die königliche Bibliothek von Valsena. Dort angekommen sprechen wir mit dem Geist des Erzmagiers Grand Croix, welcher in ein Zauberbuch gespeist ist. Er berichtet uns von einer mächtigen Hexe namens Anise, welche die Welt ins Chaos stürzen will.

Das Bild zeigt das Zauberbuch, in welches der Geist des Erzmagiers Grand Croix aus "Trials of Mana" eingespeist ist.
Der große Erzmagier Grand Croix klärt uns über Anise und die vierte Klasse auf

Um uns perfekt für diesen Kampf zu rüsten, unterrichtet uns der große Erzmagier von der vierten Klasse. Doch können wir diese nicht einfach so erreichen: Wir müssen zunächst drei ganz bestimmte Gegenstände sammeln, welche wir nur ergattern, indem wir in die Startgebiete unserer drei Helden Reisen, um uns dort speziellen Kämpfen zu stellen. Dies beleuchtet die Charaktere um eine weitere Nuance und ist sauber umgesetzt. Nennen wir die drei Questgegenstände unser Eigen, können wir uns Klasse vier aneignen, um noch mal ordentlich an Kraft zu gewinnen. Nun sind alle Fähigkeiten-Slots frei und das KA-Maximum liegt bei 400% (vier Kapseln). Wertesteigerungen, neue Outfits sowie neue frische Klassenangriffe stehen ebenfalls bereit.

Das Bild zeigt die letzte Klassenstufe "Rächer" von Held Adlerauge aus "Trials of Mana".
Adlerauges letzte Klassenstufe!

Ein weiter Weg

Von nun an beginnt ein sehr langer Run zur Hexe Anise. Auf dem Weg können wir uns noch mal super leveln und kämpfen gegen viele unterschiedliche Gegner in uns bekannten – aber dennoch veränderten – Gebieten. Unser Heldentrio kommtentiert dabei seine Verwunderung.

Der Bosskampf teilt sich in zwei Phasen auf und belohnt uns nach erfolgreichem Abschluss mit ganz besonders starken passiven Fähigkeiten.
Insgesamt bietet man hier einen guten Umfang im Post Game. Kämpfen wir danach gegen den normalen Endboss der Standardgeschichte, triggert kein zusätzliches Ereigniss. Doch gibt uns das Spiel die Info, neue Kräfte erhalten zu können, wenn wir Anise an einer erneuten Auferstehung hindern.

Das Bild zeigt die Textinfo aus "Trials of Mana", dass man neue Kräfte erhalten kann, wenn man Anises Auferstehung verhindert.
Wie das wohl genau aussehen mag?

Wollen wir ein neues Spiel starten, können wir das mit unserem bestehenden Heldentrio oder einer neuen Zusammenstellung tun. Entscheiden wir uns für unsere Protagonisten aus dem ersten Spieldurchlauf, leveln wir ab der zuletzt erreichten Stufe und können insgesamt 120 Lernpunkte an jeden Helden verteilen. Außerdem behalten wir sämtliche passive Fähigkeiten.

Wählen wir ein neues Team, so starten die Charaktere bei Stufe eins, verfügen zwar über keine Lernpunkte, dafür aber über alle bisher erworbenen passiven Fähigkeiten.

Das Post Game ist eine gute, letzte Herausforderung!

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Hier könnt ihr euch gerne auch unser YouTube-Video dazu anschauen, in welchem wir das Kampfsystem und das generelle Gameplay veranschaulichen:

Gruselige Atmosphäre…

Fazit zu Trials of Mana

Pros:

  • Tolles Kampfsystem
  • Stimmungsvoller Soundtrack (Original/Remake) und nostalgische Soundeffekte
  • Üppiger Content mit gutem Post Game und New Game+
  • Gelungenes Gameplay
  • Schöner Artstyle
  • Hoher Wiederspielwert
  • Viele Individualisierungsmöglichkeiten
  • Zahlreiche Bosskämpfe

Cons:

  • Eindimensionales Missionsdesign
  • Backtracking
  • Relativ lange Ladezeiten
  • Leichte Spielstreckung gegen Ende
  • Technisch Luft nach oben
  • Interaktion mit der Umwelt kaum möglich
  • Diskrepanz zwischen Animationen und Voice-Acting
  • Geschichte sehr stereotyp
  • Theatralische Inszenierung
  • Fehlender Koop-Modus

Trials of Mana bietet genug Content in einer schönen Welt und punktet sehr stark mit seinem Kampfsystem und den vielen Individualisierungsmöglichkeiten. Allerdings merkt man dem Titel sein Ursprungsalter von 25 Jahren stark an!

Das Testmuster wurde uns von Square Enix zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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Über Justin Aengenheyster 235 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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