Star Wars Jedi Knight: Jedi Academy – Möge die Nostalgie mit Dir sein!

Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxis, als Star Wars Jedi Knight: Jedi Academy das Licht der Wert erblickte. Zu einer Zeit, als Jedi Knight 2: Jedi Outcast uns zum allerersten Mal so richtig in die Rolle eines Lichtschwertschwingers gesetzt hatte und wir gespannt auf mehr Jedi-Action hofften. Mit richtig meine ich hier “vernünftig spielbar”. Jedi Outcast war damals in dieser Richtung wegweisend gewesen, sodass ein Nachfolger unausweichlich schien. Dieser erfreute sich ebenfalls großer Beliebtheit, wobei sich die Fans einig waren, dass der zweite Teil das Highlight dieser Serie darstellte.

Vor kurzem kamen sowohl Jedi Outcast, als auch Jedi Academy auf die Nintendo Switch, sodass wir einen Blick auf die Vergangenheit werfen durften, um gleichzeitig zu sehen, wie weit sich die Videospielwelt inzwischen weiterentwickelt hat.

Die Story von Jedi Academy

Während ihr in den ersten Jedi Knight-Teilen immer in die Rolle des ehemaligen Offiziers des Galaktischen Imperiums, Kyle Katarn, geschlüpft seid, hat dieser in Jedi Academy lediglich eine Mentor-Funktion für euch. Ihr schlüpft in die Rolle des aufsteigenden Jedi in Ausbildung – Jaden Korr.

Auf dem Weg zur namensgebenden Akademie stürzt euer Raumschiff ab. Ihr untersucht den Ort und trefft auf jemanden, der scheinbar die Macht des Ortes mithilfe eines Stabs aussaugt. Damit ist die Rahmenhandlung auch schon abgehakt: Luke Skywalker und Kyle Katarn versuchen im Laufe des Spiels mit eurer Hilfe herauszufinden, wer dahintersteckt.

Jedi Academy: Auf diesem Bild seht ihr Kyle Katarn und Luke Skywalker in einer Zwischensequenz reden
Luke Skywalker wurde sogar von Original-Synchronsprecher vertont

Das Gameplay

Missionen und Aufwertung

Bevor ihr loslegt, könnt ihr euren Charakter selbst erstellen, was für damalige Verhältnisse ziemlich gut war. Aussehen, Geschlecht, Rasse, sogar euer Lichtschwert könnt ihr nach eurem Geschmack anpassen!

Das Spiel ist in Missionen unterteilt. Ihr könnt jeweils aus einer Reihe Missionen wählen, deren Reihenfolge ihr beliebig abarbeiten könnt, bevor die Story stärker vorangetrieben wird und die nächste Reihe Missionen startet. Mal müsst ihr Gefangene retten, mal müsst ihr auf einem fahrenden Zug bis in die Führerkabine gelangen oder in einer Raumstation mehrere Bomben entschärfen. Die Missionen scheinen zwar ziemlich unterschiedlich, spielen sich aber relativ ähnlich. Hauptsächlich lauft ihr herum und tötet alles, was auf euch schießt.

Bevor ihr eine neue Mission startet, könnt ihr euch zwei Waffen und eine Granate aussuchen, die ihr mit in die Schlacht nehmt. Des Weiteren könnt ihr eine eine eurer Machtfähigkeiten um eine Stufe erhöhen. Ihr dürft frei zwischen der hellen oder dunklen Seite der Macht wählen. Auf der hellen Seite finden sich nützliche Fähigkeiten wie Heilung oder die Gedankenmanipulation, um Gegner kurzzeitig auf eure Seite zu ziehen, während ihr auf der dunklen Seite die Klassiker wie den Würgegriff oder Blitze habt, mit denen ihr gleich mehrere Gegner auf einmal brutzeln könnt. Es gibt auch eine Reihe neutraler Machtfähigkeiten, die sich automatisch um eine Stufe erhöhen, wenn ihr mit der Story voranschreitet.

Habt ihr eine Mission abgeschlossen, gibt es eine Nachbesprechung samt Übersicht, wie viele Gegner ihr ausgeschaltet und welche Machtfertigkeiten ihr wie oft eingesetzt habt.

Nah- und Fernkampf

Ihr könnt jederzeit zwischen den Waffen wechseln, die ihr mitgenommen habt. Sollten Gegner ihre Gewehre fallenlassen oder ihr unterwegs neue Ausrüstung finden, so könnt ihr sie für dieses Kapitel ebenfalls verwenden. Aber sind wir mal ehrlich – wer will schon mit einer Wookie-Armbrust oder einem Disruptor schießen, wenn er ein Lichtschwert zur Hand hat?

Tatsächlich liegt der Fokus des Spiels natürlich auf der Verwendung des Lichtschwertes und der Macht. Es gibt nur wenige Situationen, in denen ihr zu einer Schusswaffe greifen müsstet, nämlich wenn Gegner irgendwo auf einem Dach oder anderweitig komplett außerhalb eurer Reichweite stehen und nerven. Dann heißt es schnell die umstehenden Truppen schnetzeln, Gewehr raus und dem Schützen einen Laserstrahl zwischen die Augen verpassen. Im Schwertkampf schaut ihr eurem Charakter grundsätzlich über die Schulter, während ihr beim Schießen auch die Ego-Shooter-Perspektive wählen könnt.

Auf diesem Bild seht ihr den Anfang von Jedi Academy. Der Charakter hat ein Lichtschwert in der Hand
So spielt man am besten

Mit der Zeit spielt ihr neben dem mittleren Kampfstil für das Schwert auch den schnellen oder den schweren Kampfstil frei. Alle drei spielen sich unterschiedlich, wobei ich persönlich den schweren Stil am besten finde, weil er am meisten Schaden verursacht. Weiterhin spielt ihr noch weitere Lichtschwerter frei, sodass ihr mit zwei Schwertern gleichzeitig, oder mit dem gefürchteten Lichtschwert mit zwei Klingen kämpfen könnt. Das ist das beste Feature des Spiels und macht einfach nur Laune.

Nostalgischer Charme

Kommen wir zu einem Punkt, der die Gemüter spaltet: Man merkt dem Spiel sein Alter an.

Die einen können problemlos darüber hinwegschauen und dies als nostalgischen Charme abtun, während die anderen sich über die altbackene Grafik, die hässlichen Menüs und das schlauchartige Spiel aufregen.

Ich persönlich musste mich auch erst an die Grafik, die auf der Quake-Engine basiert und damals nicht schlecht war, gewöhnen. Die Figuren bewegen sich teilweise roboterhaft, die KI ist vereinzelt dumm wie eine Scheibe Wurst. Die Erzählweise der Geschichte ist heutzutage so nicht mehr denkbar, aber daran erkennt man auch, wie sich Spiele mittlerweile weiterentwickelt haben. Schaut euch zum Vergleich einfach mal Star Wars Jedi: Fallen Order an. Das ist quasi das Jedi Academy der Neuzeit.

Ich habe keine Ahnung, was ich hier mache

Die Kämpfe in Jedi Academy fühlen sich unkoordiniert an. Zielen ist schwammig, die Hitboxen sind teilweise zu klein. Mit dem Lichtschwert wird man die ersten paar Stunden nur hilflos rumfuchteln und hoffen, dass man die Sith damit besiegt. Glücklicherweise sind die Computer-Gegner genauso hilflos wie ihr – und im Online-Multiplayer seht ihr ebenfalls, dass nicht jeder mit der Steuerung der Schwerter zurecht kommt.

Trotzdem versprüht dieses Spiel von vorne bis hinten Charme. Die Grafik ist altbacken, aber stilvoll. Die Missionen sind teilweise zu schlauchig, teilweise aber sehr gut inszeniert. Die Lichtschwertkämpfe machen Spaß, egal wie ziellos man vor sich hinfuchtelt. Ich feiere, wenn sich ein Gegner durch einen gezielten, aufgeladenen Schuss aus dem Disruptor in seine Partikel auflöst. Die Zwischensequenzen sind grafisch immer noch in Ordnung. Wenn man sich auf das Spiel einlässt und im Hinterkopf behält, dass man hier einen Klassiker zockt, dann macht es richtig Spaß. Lediglich der Umstand, dass die meisten Fähigkeiten quasi als Belohnung fürs Vorankommen freigeschaltet werden, statt durch natürliche Entwicklung, weil man sie häufig benutzt, finde ich alles andere als immersiv. Aber so war das damals eben.

Jedi Academy – Das Fazit

Pros:

  • Ihr seid ein Jedi!
  • Ihr seid ein gottverdammter Jedi!
  • Original-Synchronsprecher von Luke Skywalker ist dabei
  • Der Einsatz eurer Machtfähigkeiten wirkt sich auf das Ende aus
  • Das Kämpfen mit Lichtschwertern ist genauso spaßig wie früher

Cons:

  • Die Grafik ist sichtbar alt
  • Fähigkeiten entwickeln sich nicht durch Benutzung weiter
  • Eine Karte oder eine Markierung, wo man hin muss, sucht man vergebens.
  • Die Steuerung ist ziemlich schwammig, was beim Zielen stört.

Star Wars Jedi Knight: Jedi Academy muss man als Fan mal gespielt haben. Die Story ist durchschnittlich und zählt leider nicht zum Kanon. Man merkt dem Spiel sein Alter an, aber es macht dennoch Spaß, in die Haut eines Jedi zu schlüpfen und mit der Macht zu spielen. Es ist heutzutage sicherlich nicht mehr so fesselnd wie damals, schlicht, weil man inzwischen besseres gewohnt ist, aber wer Lust hat, mit einem Lichtschwert herumzufuchteln und keine Möglichkeit hat, das in allen Punkten bessere Jedi: Fallen Order zu spielen, der kann ruhigen Gewissens zugreifen.

Das Testmuster wurde uns von aspyr zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Roger Hogh 707 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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