Ashen – Ein feines Soulslike-Game

Ashen ist ein Soulslike-Game vom neuseeländischen Entwicklerstudio A44. Als dahinterstehender Publisher zeichnet sich Annapurna Interactive verantwortlich.
Zunächst erschien der Titel im Dezember 2018 für PC und Xbox One. Seit dem Dezember 2019 kommen auch Steam- und GOG-User sowie Nintendo Switch- und PS4-Spieler in den Genuss.
Im Folgenden erläutern wir euch, warum Ashen definitiv einen Blick wert ist.

Schaut doch gerne mal in den Announcement-Trailer rein

Die Geschichte von Ashen…

… schneiden wir, wie gewohnt, nur kurz in unserem Test an.
Der Ashen-Kosmos erwacht aus einer tausendjährigen Finsternis, welche eine dicke Ascheschicht über das Land legte. Das junge Licht ist direkt von seinem Kontrahenten – der Dunkelheit – bedroht, und so liegt es an uns, das Licht zu schützen, indem wir den Kampf gegen die Finsternis und dessen Stellvertreter auf uns nehmen.

So schließen wir auf unserer Reise verschiedene Kameradschaften und erfahren dadurch Unterstützung. Direkt zu Anfang von Ashen sehen wir eine schöne Intro-Sequenz, die das Licht der Welt inmitten der Finsternis zeigt. Wir starten nach der Charaktererstellung unser Abenteuer am Lagerfeuer umgeben von Ruinen. Die Welt um uns herum könnte finsterer kaum sein. Also irren wir umher, auf der Suche nach dem richtigen Pfad. Man fühlt sich zunächst etwas verloren, doch genau dieses Gefühl stärkt die Sehnsucht, wie eine Motte nach dem Licht zu trachten.
Ein riesiges Flugwesen, leuchtend grell, macht jede Karte und jeden Kompass überflüssig. Wir wissen: Da muss ich hin!

Das Foto zeigt eine Schlüssel-Szene im Anfangsgebiet von Ashen. Ein riesen FLugwesen erleuchtet den finsteren Raum.
Hm, wo geht es wohl lang?

Anders als bei der Inspirationsquelle Dark Souls erzählen uns die NPCs recht viel über die Welt von Ashen. Diese Kost ist leichter zu verdauen und durchschaubarer, da sie weniger kryptisch ausfällt. Die Lore ist weniger durch Architektur und Items erzählt.
Für die Geschichte arbeitete das Entwicklerteam von A44 eng mit dem berühmten Fantasy-Autor Mark Lawrence (Broken Empire-Trilogie) zusammen.

Insgesamt ist die Geschichte anschaulich erzählt und kreativ erdacht.

Befriedigende Entwicklung unseres Dorfes

Wie in vielen Videospielen erfüllen wir im Laufe unserer Reise Haupt- und Nebenquests. Ashen bietet hier allerdings nicht einfach nur Belohnungen wie Items oder Verbesserungen. Wir starten in einem Dorf, welches zunächst gar keines ist. Unser Wegleiter und Gründer der Gemeinschaft Bataran, ein sogenannter Horcher und ehemaliger Wächter des Großen Ashen, versorgt uns stets mit Informationen und wichtigen Quests.

Das Foto zeigt das Menü der Hauüt- und Nebenquests sowie die Weltkarte aus Ashen.
Haupt- und Nebenquests sowie die Weltkarte

Schließen wir verschiedene Quests ab, baut sich das Dorf immer weiter auf. Dem Lager schließen sich im Laufe der Zeit immer mehr Charaktere an. Gebäude und andere wichtige Plätze und Gegenstände werden gebaut. Der Spielfortschritt zeigt sich also nicht bloß in der Statistik, sondern auch in unserem Lager. Für mich persönlich war es ziemlich befriedigend, nach einer Quest wieder zum sogenannten Vaganten-Ruheplatz zurückzukehren, um den neuen Bau-Fortschritt des Dorfes zu bestaunen.

Das Foto zeigt einen Begleister aus Ashen. Im Hintergrund sieht man, dass sein Platz noch in der Bauphase ist.
In solch einem Zustand startet euer Lager

Natürlich zeigen wir euch noch keinen weiteren Entwicklungsstatus des Dorfes, da ihr das selbst entdecken sollt.

Vorteile des entwickelten Vaganten-Ruheplatzes

Je weiter wir das Lager entwickeln, desto mehr Möglichkeiten stehen uns offen. Das reicht vom Aufwerten verschiedener Waffen, über das Brauen von Tränken bis hin zum Verstauen unserer Gegenstände oder Herstellen einer Laterne. Ashen bietet somit viel Freiraum für die Planung einer Reise.

Es ist dem Spieler quasi selbst überlassen, wie anspruchsvoll er sein Abenteuer gestalten mag. Wir haben Lust auf härtere Kämpfe? Na gut, dann leveln wir unsere Heiltränke eben in Anzahl und Wirkung nicht so stark auf. Darüber hinaus benutzen wir schwächere Waffen oder versetzen sie weniger mit Asche. So bleiben die Werte weiter unten.
Wollen wir es richtig extrem, schalten wir sogar unseren AI-Begleiter aus.
Und wenn wir komplett lebensmüde sind, kombinieren wir das Ganze noch mit dem „Kinder von Sissna“-Modus, der uns das Spiel mit weniger Leben und Ausdauer neu starten lässt.

Uns ist das Spiel im Gegenzug zu knackig? Okay, geben wir uns die maximale Anzahl an Heiltränken, maximieren die Wirkung und ballern unsere Waffen auf das Maximum.

Das Foto zeigt den Spielcharakter vor einer Holzkiste, in welcher Items verstaut werden können.
Praktisch, wenn man Gegenstände lagern kann

Dazu benötigen wir Scoria

Allerdings gestaltet sich das nicht all zu einfach. Wir müssen dafür schon ein wenig Arbeit investieren. Die Währung des Spiels nennt sich Scoria. Sie ist vergleichbar mit den Seelen aus Dark Souls. Jede Aufwertung verlangt eine gewisse Menge davon. Diese wiederum erhalten wir durch das Abschließen der Quests und durch das Töten unserer Feinde.

Ashen schafft es mit Bravour, eine angenehme Balance beim Grinding herzustellen. Es dauert etwas, aber an sich auch nicht all zu lange, sodass kein Frust entsteht. Immerhin sind wir der Retter einer kalten Welt voller Finsternis und Verderben. Also sollten wir uns solch einen Komfort auch gefälligst erarbeiten. Interessant dabei ist, dass man stets gewzungen ist, in aktuellen Gebieten zu farmen. Denn anders als in Dark Souls verlieren ältere Gegner an Wertigkeit in Bezug auf den Scoria-Auschuss. Gut, „gezwungen“ ist der Spieler nicht, doch wäre das Farmen in alten Gebieten dann wirklich sehr langwierig. So bleibt der Nervenkitzel beim Bekämpfen stärkerer Mistkerle erhalten.

Das Foto zeigt, wie der Spielcharakter seine Scoria-Punkte wiedererlangt.
Uuuund durchatmen…

Denn, Souls-Veteranen ahnen es bestimmt schon, wir verlieren unsere gesamten Scoria nach einem Ableben. Allerdings haben wir genau wie beim Urvater die einmalige Möglichkeit, das verlorene Gut wieder zurückzuerlangen. An dem Punkt, and dem wir gestorben sind, erscheint ein sich drehendes Icon. Sammeln wir dieses ein, erhalten wir unsere Punkte zurück. Sollten wir allerdings auf dem Weg dahin erneut das Zeitliche segnen, straft uns Ashen mit dem permanenten Verlust ab. Das ist ein sehr wichtiges Feature in diesem Sub-Genre, da man stets am bangen ist und die Aufforderung erhält, konzentriert zu bleiben.

Kleiner Tipp am Rande: Sichert eure Scoria, indem ihr euch bei den Dorfbewohnern Scoria-Geldsäcke kauft. Diese sind zwar etwas teurer, sodass ihr etwas Verlust macht, doch verliert ihr diese nach einem Bildschirmtod nicht. Ist euch das zu soft, so lasst es halt.
Dorfbewohner verkaufen euch allgemein auch andere nützliche Vebrauchsgegensstände.

Minimalistisch aber schön

Ashen bietet weder ultrarealistische Grafiken, noch komplexe Texturen – ja nicht einmal Gesichter. Doch birgt dieser Minimalismus seinen Charme in sich. Solch ein Artstyle funktioniert meist nur dann gut, wenn sich die Welt dennoch lebendig anfühlt. Licht- und Schatteneffekte sind klasse. Auch, dass sich Bäume und Gräser im Wind bewegen, macht die Umwelt greifbarer. Partikeleffekte in Höhlen runden die mystische Atmosphäre weiter ab. Der Artstyle ist, nach Angabe der Entwickler, durch die Games Superbrothers: Sword Sworcery EP, Shadow of the Colossus und der The Legend of Zelda-Serie geprägt.
Ich mag euch gerne einmal im Folgenden mehrere Impressionen präsentieren:

Einen ähnlichen Effekt verströmt der Soundtrack, welcher von der renommierten Band Foreign Fields stammt.
Uns erwartet hier kein schallendes Effektgewitter. Es ist schade, wenn Musik dazu benutzt wird, mehr vorzugaukeln, als eigentlich stattfindet.
Die musikalische Untermalung unterstreicht in Ashen gekonnt die Einsamkeit und auch die Tristheit dieser bedrohten Welt. Die Klänge schweben unaufdringlich ins Gehör und berauben der Flora und Fauna nicht an dessen Authentizität.
Ein interessantes Detail sind die Klänge, die beim Aufbau des Vaganten-Ruheplatzes mit der Zeit dazukommen.

Ashen und sein Kampfsystem

Da wären wir. Beim Kern-Feature des Titels. Natürlich wollt ihr erfahren, wie sich dieser originelle Schnetzler denn nun spielt.
Auch hier kann man große Parallelen zu Dark Souls ziehen. Wer schnelle Krach-Bumm-Action erwartet, ist bei Ashen falsch aufgehoben.

Die Spielfigur bewegt sich mit einer gewissen Trägheit. Auf den beiden rechten Schultertasten führen wir einen Standardangriff und einen schweren Hieb aus. Drücken wir die Tasten erneut, vollführt der Charakter eine Kombination. Halten wir die Taste für den schweren Hieb gedrückt, laden wir den Schlag auf, wodurch er noch gewaltiger ausfällt. Halten wir die B-Taste gedrückt, sprinten wir. Auch dabei sind Angriffe möglich. Jeder Move sollte gut überlegt sein, da wir unsere Ausdauerleiste immer im Blick behalten wollen. Jeder Schlag, jedes Ausweichmanöver und auch das Sprinten, ja sogar das Parieren und Einstecken von Schlägen kostet uns wertvolle Ausdauer. Ohne Ausdauer können wir keine Aktion mehr ausführen und sterben einen schnellen Tod.
Schwimmen können wir nicht, weshalb wir im Wasser schnell ertrinken.

Mit den linken Schultertasten heben wir unseren Schild und schlagen auch mit diesem zu, um unsere Feinde zu schocken. Während wir den Schild hochhalten, regeneriert sich allerdings unsere Ausdauer nicht. Somit ist permanentes Blocken keine Option. Und das ist auch gut so!

Das Foto zeigt einen mächtigen Schlag der Spielfigur aus Ashen.
Bäm!

Wir schlagen, blocken, sprinten, springen und weichen aus. Darüber hinaus können wir auch noch Speere werfen. Falls ihr euch nun denkt, dass ihr immer bequem aus der Ferne töten könnt, liegt ihr falsch. Feinde bewegen sich umgehend (mit Ausnahme von Speerwerfern) in eure Richtung, um euch den Garaus zu machen. Zum Werfen muss der Speer ausgerüstet sein. Halten wir die ZR-Taste gedrückt, zielen wir damit.

Das Ausweichen funktioniert auf der B-Taste reibungslos und auch recht flott. Wir vollführen kurze, schnelle Sprünge nach hinten und zur Seite, um einen Gegenangriff einzuleiten. Eine Rolle führen wir aus, indem wir die B-Taste doppelt antippen. Damit vermeiden wir Treffer von Angriffen mit hoher Reichweite. Drücken wir den rechten Stick ein, nehmen wir unsere Gegner in den Fokus.

Allgemein kann man sagen, dass sich die Schläge sehr wuchtig anfühlen. Jeder erlegte Feind schafft Befriedigung. Das Kampfsystem funktioniert super!

Waffen, Schilde, Rüstungen, Items

Ashen bietet dem Spieler verschiedene Waffen. Diese sind in drei Kategorien eingeteilt: Einhandwaffen, Zweihandwaffen und Speere.

Das Foto zeigt das Ausrüstungsmenü aus Ashen.
Das simple Ausrüstungsmenü

Die Einhandwaffen ermöglichen uns zusätzlich das Tragen eines Schildes. So sind wir flexibel im Angriff und in der Verteidigung. Logischerweise richten Einhandwaffen nicht all zu viel Schaden an, sind aber schneller schwingbar.

Zweihandwaffen erlauben keinen Schild zu tragen. Schwingen wir diese Ungetüme, vergeht einiges an Zeit. Die Deckung ist meist weit offen, dafür richten Treffer massiven Schaden an. Sprintangriffe dagegen vollführen wir relativ geschwind.

Besonders Spaß gemacht, haben mir die weiten Sprünge, die der Charakter während des Sprints ausführt.

Löblich ist, dass die Waffen unterschiedliche Schlaggeschwindigkeiten und Animation zeigen.
Auch die Werte sind sehr unterschiedlich. Wir haben den Schaden, die Chance auf kritische Treffer und einen Schockerwert, der Gegner zurückweichen lässt. Somit ist „die“ beste Waffe schwierig auszumachen. Außerdem verbrauchen die Waffen beim Schwingen unterschiedlich viel Ausdauer und sind vom Timing verschieden.

Speere erhalten im Menü einen Extraslot. Auf der rechten Pfeiltaste unseres Controllers wechseln wir unsere Waffen. Für das Wechseln unserer Schilde und Laternen benutzen wir die linke Pfeiltaste. Unseren Begleiter rufen wir auf der oberen Pfeiltaste.
Zum Interagieren, klettern und springen nutzen wir die Y-Taste.

Die Laternen sind an dunklen Orten fast unabdingbar. Tatsächlich kann es passieren, dass uns die Laterne nach einer gewissen Zeit ausgeht und wir diese gegen Scoria wieder herstellen müssen.
Laternen können im Kampf auch abgestellt werden, sodass man auch in dunklen Gefilden mit einer Einhandwaffe und einem Schildkämpfen kann.

Das Foto zeigt das Ausrüstungsmenü samt der Attribute einer Einhandwaffe aus Ashen.
Achtet auf die verschiedenen Attribute

Ähnlich wie in Dark Souls nutzen wir ein festgelegtes Item zum Heilen. Dies sind die Purpursäfte. Uns stehen vier Slots an Hilfsitems zur Verfügung. Mit der unteren Pfeiltaste schalten wir diese durch. Oben rechts am Bildschirmrand ist das jeweilis atkive Item zu sehen. Drücken wir die X-Taste setzen wir diese ein. Links daneben ist unser Missionsziel angezeigt.

Der linke Slot steht für den Purpursaft. Die beiden mittleren Slots stehen für kleinere Items, die heilen oder die Ausdauerregeneration ankurbeln. Tränke, die wir brauen können, sind auf dem rechten Slot abgelegt.

Ganz unten findet ihr dann noch mal eine allgemeine Übersicht und könnt so Gegenstände zuordnen.

Schilde und Rüstungen haben feste Werte und lassen sich leider in keinster Weise beeinflussen.

Einhand- und Zweihandwaffen könnt ihr veredeln, indem ihr Scoria investiert und ab einer gewissen Stufe auch Items hinzufügt.

Das Foto zeigt den Vorgang der Waffen-Upgrades aus Ashen.
Upgrades zahlen sich aus

Talismane, Relikte und Artefakte

Ist euch noch nicht genug? Wie gut, dass wir unseren Charakter noch weiter spezialisieren können.

Talismane verschaffen uns verschiedene Vorteile im Kampf oder beim Reisen. So ist es mit dem Talisman „Einsiedler“ möglich, auch alleine Türen zu öffnen, die man sonst nur mit seinem Begleiter öffnen könnte.
Das Sprinten verbraucht uns zu viel Ausdauer und das stört? Gut, rüsten wir das Relikt „Zweiter Wind“ aus, verbrauchen wir 50% weniger Ausdauer dabei.
Uns stehen vier Slots zur Verfügung. Wollen wir einen Talisman ausrüsten, kostet dies 1.000 Scoria. Wir kaufen sie nicht permanent. Jeder Wechsel kostet erneut.

Das Foto zeigt Talismane aus Ashen.
Talismane lassen uns Spezialisierungen vornehmen

Relikte sind mächtige Effekte,von welchen wir deshalb auch nur einen zur selben Zeit ausrüsten können.
Sie sind mit 10.000 Scoria auch deutlich kostspieliger. Auch hier zahlen wir für jeden Wechsel. Man sollte sich also gut überlegen, wie man spielen mag. Zu Anfang des Abenteuers sind das noch hohe Preise. Später jedoch sind die erforderlichen Scoria schnell gefarmt.

Das Foto zeigt einige Relikte aus Ashen.
Überlegt gut, welches ihr haben wollt

Artefakte erhalten wir bei den vielen Quests. Dies sind Gegenstände, die uns mehr Details über die Spielwelt verraten.

Das Foto zeigt die Artefakte aus Ashen.
Information und Flavourtext

Ashen spendiert uns einen Begleiter

Anders als in Dark Souls reisen und kämpfen wir nicht alleine. Je nachdem, wessen Quest wir annehmen, begleiten uns andere Gefährte vom Vaganten-Ruheplatz. Anfangs störte mich die Gesellschaft tatsächlich, weil einige Kills nicht auf meine Kappe gingen. Nichtsdestotrotz erhalten wir stets die verdienten Scoria.

Das Foto zeigt den Spielcharakter un seinen Begleiter in der Wildnis.

Meine Skepsis löste sich schnell in Luft auf, da sich ein wenig Gesellschaft gut anfühlte. Mit den Begleitern kann man an Punkte klettern, die alleine unerreichbar wären. Auch bestimmte Türen sind nur gemeinsam zu öffnen. Doch der entscheidene Punkt ist das Kampfgeschehen selbst. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste mich alleine durch all die Gegner kämpfen, bekomme ich graue Haare. Oftmals ist es sehr hilfreich, wenn der Gefährte die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, damit wir im entscheidenen Moment zuschlagen können. Außerdem können wir einmal wiederblebt werden, bevor uns der Bildschirmtod peinigt. Genauso gut können wir unseren Begleiter einmal wiederbeleben. Verschwindet dieser durch den Tod, sind wir auf uns alleine gestellt.
Unser Support kann in keiner Weise gelevelt oder spezialisiert werden. Das Waffenniveau passt sich an unseres an.

Im Endeffekt war ich froh, Unterstützung und Gesellschaft an meiner Seite zu wissen.

Das Foto zeigt, wie der Begleiter dem Spielcharakter beim Klettern hilft.
Teamwork

Die wohltuenden Ritualsteine

Dark Souls hat seine Leuchtfeuer und Ashen seine Ritualsteine. Gelangen wir an solche Punkte, füllen sich unsere Lebensleiste und Purpursäfte wieder vollständig auf. Unser Begleiter ist ebenfalls wieder topfit und versorgt.
Der Ritualstein zieht einen gewissen Radius. Überlaufen wir die Grenze, setzt die Wirkung direkt ein. Interagieren wir mit dem Stein, so respawnen alle Gegner. Somit ist das Farmen recht unkompliziert.

Ab einem bestimmten Punkt in der Story können wir Schnellreisen unternehmen. Die Ziele sind jeweils ausgewählte andere Ritualsteine. Somit kann nicht jeder Stein als Ziel gewählt werden.

Das Foto zeigt einen Ritualstein aus Ashen.
Tut immer wieder gut, einen zu erreichen…

Bossfights in Ashen

In Ashen bestreiten wir nicht nur Kämpfe gegen Gegner, die uns einfach so entgegenkommen, sondern auch coole Bossfights. Während es recht einfach startet, nimmt der Schiwerigkeitsgrad im Laufe unserer Reise zu. Ich selbst habe den letzten Gegner noch nicht niedergestreckt.
Die Kämpfe werden mit einer kurzen Cut-Scene eingeleitet, welche auch überspringbar ist.
Bosskämpfe fallen in Ashen recht unterschiedlich aus, sodass Langeweile fernbleibt.
Interessant dabei ist, dass die Bosse mit dem Entwicklungsverlauf der Welt zu tun haben.

Das Foto zeigt einen Bossfigth aus Ashen.
Einmal bitte für die Kamera posen

Abwechslung und Schwierigkeitsgrad

Ashen bietet in seinen Kulissen genug Abwechslung. Wir reisen durch Sümpfe; Berge; Ruinen; Häfen; Schluchten und sogar Areale, die aufgrund der vielen Asche aussehen wie Schneegebiete. Wir kämpfen in Städten und sogar in einem Palast. Anfangs hatte ich diesbezüglich etwas Sorge, da alles wie aus einem Guss wirkte und ich eher eine monotone Welt erwartete.

Der Schwierigkeitsgrad ist an einigen Stellen schon knackig, aber beispielsweise niedriger als der von Dark Souls. Das liegt zum Einen daran, dass man stets einen treuen Gefährten an seiner Seite hat und zum Anderen die Bosse nicht so extrem reinhauen. Man verspürt nicht dieses Gefühl der absoluten Hilflosigkeit bei der ersten, jungfräulichen Begegnung mit einem Peiniger-Boss. Die Purpursäfte und Verteilung der Ritualsteine geben einem meistens ein Gefühl der Sicherheit. Zudem existieren auch noch Brunnen, an denen man die Purpursäfte einmalig auffüllen kann.

Das Gebiet um den Palast herum, ist mein absolutes Highlight. Zunächst traute ich mich kaum die ersten Meter zu gehen, doch mit der Zeit gewinnt man an Erfahrung und wird besser. Und diese Qualität ist eine große Stärke des Spiels. Man verbessert sich durch Erfahrung, nicht nur durchs simple Aufleveln. Der Charakter an sich verfügt übrigens über gar kein Level, erlangt aber durch Questabschlüsse mehr Gesundheit und Ausdauer sowie mehr Möglichkeiten, sich für die Reise zu rüsten. Wenn es dir unmöglich erscheint, irgendwo weiterzukommen, weil an jeder Ecke ein Feind lauert, dann solltest du nicht aufgeben! Das Analysieren der gegnerischen Moves sowie die Standorte der Feinde helfen uns bei unserer Taktik enorm weiter.

Außerdem ist die Architektur sehr ansprechend, sowohl was die Optik betrifft als auch die Möglichkeiten für Verstecke, Sprungpassagen und Klettereinlagen. Die Gegnervielfalt ist auch gegeben. Kurz: Ich liebe das Palastgebiet. Als ich dann den Palast betrat, war ich direkt noch beeindruckter.
Ashen schafft es sehr gut, durch seine Kulisse eine antike und bedrohte Welt zu zeichnen.

Das Foto zeigt den Palast aus Ashen.
Einfach herrlich…

Die Technik von Ashen

Hier ein kleiner Dämpfer. Leider wirkt das Game ein wenig wie eine Beta-Version. Es ist definitiv gut spielbar, dennoch fallen gewisse Schwächen sofort auf. Das Bild wirkt öfter recht unruhig durch Pop-Ups und nachladene Texturen. Vor allem sind die LOD-Elemente (level of detail) stark zu erkennen. Darunter versteht man Objekte, die ihre detailliertere Form erst dann annehmen, wenn man näher an sie herangeht.

Nur ein kleines von vielen Beispielen

Außerdem gerät die Framerate teils stark ins Schwanken, wenn man die Bereiche wechselt. Die Performance hat mich kaum bis gar nicht in den Kämpfen beeinträchtigt, da die Schwankungen eher in Bereichswechseln stattfinden. Die FPS fallen leider auch in den Zwischensequenzen ab, sodass es recht stockend ausschaut.

Nicht ganz flüssig

Auch schaut alles natürlich nicht so knackig aus wie beispielsweise auf dem PC, doch kaschiert dies der minimalistische Artstyle. Insgesamt schaut das Spiel schön aus, auch wenn sich einige Objekte, dadurch dass vieles wie aus einem Guss aussieht, nicht so gut voneinander abheben. Ich hatte anfangs Probleme, mich in der Welt zurechtzufinden.

Die Ladezeiten sind nicht gerade kurz aber auch nicht sonderlich lang.
Der Sound und die Soundeffekte sind an sich klasse, doch gibt es manchmal hakelige Übergänge bei Bereichswechseln; die Sprecher leisten meistens gute Arbeit. Doch leider ereilte mich im Palast gegen Ende ein fieser Soundbug, sodass bis zum Boss nichts mehr zu hören war. Hatte ich das Spiel über den Home-Button verlassen und bin wieder reingesprungen, war der Sound solange da, wie ich regungslos blieb. Mein Kollege Roger allerdings ist davon verschont geblieben.
Es beeinträchtigte mein Spielerlebnis in dem Moment stark, weil ich auf die Geräusche einer speziellen Gegnerart angewiesen war, um auf diese rechtzeitig zu reagieren. Der Gegner kommt aus der Finsternis angesprungen und greift mehrfach an, während der Charakter auf dem Boden liegt.

Ein weiterer Dämpfer ist die KI der Begleiter. Manchmal verschwinden die Gefährten; beleben einen nicht rechtzeitig wieder; helfen zu spät, wenn man am Boden liegt oder fallen ziemlich dämlich in Abgründe und sind dann auch nicht wiederbelebbar.

Ich bin dann mal weg

Insgesamt wirkt Ashen technisch nicht ganz rund, ist aber dennoch schön anzusehen und gut spielbar.

Umständlicher Koop-Modus

Wir können Ashen kooperativ mit anderen Spielern spielen. Leider ist diese Funktion etwas umständlich integriert. Zunächst einmal müssen wir das Dorf gegründet und die erste Quest abgeschlossen haben, sodass der Ritualstein erscheint und aktiviert ist.
Dann ist es wichtig, dass beide Spieler dieselbe Quest angenommen haben.

Wir gelangen mit der Minustaste in das Questmenü. Mit der R-Taste gelangen wir einen Reiter weiter zum Punkt „System“. Dort wählen wir den Multiplayer aus. Nun geben wir den Mehrspieler-Filtercode ein, der identisch mit dem unseres Koop-Patners sein muss. Wichtig ist, dass wir unseren AI-Begleiter deaktivieren, da dieser durch den Koop-Partner ersetzt wird. Der Multiplayer darf nicht deaktiviert und der Mulitplayer-Filter nicht aktiv sein. Wir müssen uns vom Vaganten-Ruheplatz entfernen und am besten einen Treffpunkt vereinbaren, damit man sich findet. Sehen wir dann die Erscheinung unseres AI-Begleiters, ist es der Koop-Partner. Wundert euch nicht: Ihr seht ihn nicht so, wie er sich bei seinem Spielstand gestaltet hat.
So könnt ihr Ashen gezielt mit einem Freund im Koop-Modus zocken!

Das Foto zeigt die Mehrspieler-EInstellungen aus Ashen.
Alle Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Es kann aber auch passieren, dass jemand Fremdes euren AI-Begleiter ersetzt. Dabei lasst ihr den Filtercode einfach unangetastet und schlatet euren AI-Begleiter aus. Mit ein wenig Glück trefft ihr euch in der Welt von Ashen.

Ashen und seine Probleme

Der Minimalismus ist auch abseits der optischen Präsentation zu spüren. Leider bietet das Spiel nicht all zu viele Gegnertypen.

Mit NPCs lassen sich selten tiefgreifende Gespräche führen. Außerdem ist die Lokalisation nicht wirklich geglückt. Die Sprachausgabe ist auf Englisch und die deutschen Texte sind nicht synchron in die Textbox integriert. Häufig passiert es, dass der Sprecher oder die Sprecherin vom Inhalt schon weiter ist als die Textbox. Klicken wir dann aber weiter, wird die nächste Passage eingesprochen. Das ist leider sehr schlampig umgesetzt und hat dazu geführt, dass ich die deutschen Texte nur überflogen und nicht selten ganze Dialoge einfach nur durchgeskippt habe.

Wir haben an sich keine Stats, die wir an unserem Charakter verbessern können. Alles ist auf die Waffen gerichtet. Schilde und Rüstungen können gar nicht angepasst werden.

Das Foto zeigt einen Dialog zwischen dem Spielcharakter in einem Dialog.
Textbox und Gesprochenes sind nicht selten asynchron

Zwar finden wir in der Welt Verstecke und bergen Items, Waffen und Rüstungen, allerdings fühlt sich das selten wirklich befriedigend an. Meistens findet man sich wiederholende Items. Wirkliche Geheimnisse gibt es nicht zu lüften. Obwohl man klettern kann, interagiert man kaum mit der Umgebung.

Die Quests sind recht eintönig. „Laufe dorthin, töte dies, finde das“. Ende. Dies zieht sich durch das gesamte Spiel. Kreative Aufgaben sucht man hier vergebens.

Die Schnellreise aktiviert sich erst nach dem zweiten Boss, was Frust durch lange Laufwege entstehen lässt. Dazu kommt, dass es stets eine Passage gab, durch die man laufen musste. Nicht selten stand ich vor einer Felswand und bin diese entlanggelaufen, bis ich die Passage fand. gerade zu Anfang, wenn man sich noch orientiert, ist das recht nervig und monoton.

Das Foto zeigt, wie unser Spielcharakter die Schnellreise auf einem Flugwesen unternimmt.
Erst nach dem zweiten Boss ist die Schnellreise möglich

Allgemein entsteht großes Frustpotenzial, wenn wir vor einem Boss zunächst eine gewisse Passage durchlaufen müssen. Ich bin beim Endboss des Spiels und muss nach meinem virtuellen Ableben jedes Mal aufs Neue durch die vorangestellte Höhle gehen. Die Gegner dort sind null Problem, es raubt somit einfach nur unnötig Zeit und zieht das Spiel künstlich in die Länge. Dies ist nur ein Beispiel von mehreren.

Wie bereits erwähnt, wirkt das Spiel durch das technische Gewand und Probleme bei der KI wie eine Betaversion.

Fazit zu Ashen

Pros

  • Schöner Artstyle
  • Gelungene musikalische Untermalung und gute Soundeffekte
  • Wuchtiges und motivierendes Kampfsystem
  • Ansprechende Geschichte kreativ verpackt
  • Tolle Kulissen und Ausblicke
  • Spielfortschritt im Dorf sichtbar
  • Fairer und fordernder Schwierigkeitsgrad
  • Koop-Modus
  • Vielseitig spielbar
  • Gute Balance beim Grinding
  • Reise sollte gut geplant sein

Cons

  • Unausgereifte Technik
  • KI-Patzer
  • Lange Laufwege zur Streckung, teils seltsame Speicherpunkte
  • Eintönige Quests
  • Nicht so viele Gegnertypen
  • Schilde und Rüstungen nicht aufwertbar
  • Kaum Geheimnisse und oft lahme Beute
  • Wenig Interaktion mit der Umwelt
  • Textboxen mit Gesprochenem oft asynchron
  • Koop-Modus umständlich integriert

Ashen ist für all jene geeignet, die eine stemmbare Soulslike-Herausforderung suchen, die aber dennoch knackig ausfällt.
Durch den schönen Artstyle und der unaufdringlichen Musik sticht der Titel definitiv hervor.
Sowohl die Geschichte, das Kampfsystem, die Kulissen und die Spielbarkeit sowie die audiovisuelle Präsentation wissen zu überzeugen.
Leider mangelt es dem Titel in einigen Bereichen an Abwechslung und wirkt in punkto Technik etwas unausgereift. Durch einige Designentscheidungen wirkt Ashen künstlich gestreckt.
Wer sich an den langen Laufwegen, den Technikpatzern und dem generellen Minimalismus abseits der Optik nicht stört, kann gerne einen Punkt auf die Wertung draufsetzen.

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß mit dem Titel!

In einem seperaten Beitrag von Kollege Roger lest ihr mehr zum Koop-Modus und dem DLC Nightstorm Isle.

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Über Justin Aengenheyster 126 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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