Operencia: The Stolen Sun – Unverschämt unbekannt

Der Geheimtipp Operencia: The Stolen Sun im Test!

Was für eine Schande. Und zwar dass dieser Titel noch relativ unbekannt ist in der Gamer-Landschaft. Schon mal vorab: Mein Abenteuer hat mir bisher verdammt gut gefallen. Falls ihr wissen wollt warum, so lest gerne weiter.

Bei dem verantwortlichen Entwicklerstudio handelt es sich um Zen Studios, welches gleichzeitig als Publisher fungiert. Die unabhängige Entwicklerschmiede mit Hauptsitzen in Budapest, Ungarn und den Vereinigten Staaten ist vor allem bekannt für diverse lizensierte Pinball-Spiele der Pinball FX und der Zen Pinball-Serie und dem Tower-Defense-Spiel CastleStorm.
Und urplötzlich überrascht der Entwickler mit Operencia: The Stolen Sun.
Einem First-Person-Dungeon-Crawler mit rundenbasiertem Kampfsystem.

Gelungener Spielstart

Wie gewohnt reiße ich maximal die Prämisse der Geschichte an, da ich ungerne Spannendes vorwegnehme. Operencia ist ein wunderschönes Fantasyreich, das durch die Entführung von Sonnenkönig Napkiraly in Dunkelheit getaucht ist. Unsere Aufgabe ist es, mit einem Protagonisten, den wir anfangs erstellen, mystischen Visionen nachzugehen und dem Reich seine titelgebende gestohlene Sonne wiederzubringen.

Das Bild zeigt den Ladescreen des Prologs samt Textbox, welche die Geschichte von "Operencia: The Stolen Sun" erläutert.
Der Prolog ist kurz und zeigt die Katastrophe auf

Auf unserer Reise treffen wir auf insgesamt sieben andere Gefährten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Das Prägnante an dem Dungeon-Crawler ist die von ungarischen Volksmärchen inspirierte Welt. Dabei bedienen sich die Entwickler ansatzweise der Mythologie und transferieren historische Orte wie die Burgen Deva oder Balvanyos in diese fantasievolle, virtuelle Welt. Auch werden historische Figuren wie Attila oder die sieben Heerführer der Magyaren eingebunden. Damit lädt das Spiel gekonnt zu weiteren Recherchen dieser Geschichten und Mythen ein.

Wir starten mit einem bereits entwickelten Team in einem kleinen, idyllischen Hafen nahe eines Waldes. Dort erfahren wir, dass ein riesiges Tor zur Unterwelt ins operencianische Reich geöffnet ist. Dies führt dazu, dass eine Armee der Finsternis über das Land hereinbricht. Wir befinden uns in der Rolle von König Attila, welcher in weiblicher und kampferprobter Begleitung einen Drachen bekämpft. Direkt zu Anfang stimmt der Titel auf ein Abenteuer ein, welches verschiedene Rätsel für unsere Helden bereithält. Ebenso dient dieser Prolog als Tutorial, das uns unter anderem mit dem Kampfsystem vertraut macht.

Schwierigkeitsgrade für jedermann

Operencia: The Stolen Sun bietet für viele Spielertypen das richtige Erlebnis. Nach dem Prolog entscheiden wir uns für einen Schwierigkeitsgrad in vier unterschiedlichen Bereichen. Durch diese Segmentierung können wir viel genauer einstellen, wie wir das Abenteuer bestreiten wollen.

Wir nehmen Einstellungen an der Karte und dessen Symbolen vor (Kartenzeichner), bestimmen über das Speichern und die Nutzung von Lagerfeuern (Schlachtgehärtet), wählen aus, ob wir mit Permadeath spielen wollen (Permadeath) und bestimmen, wie stark unsere Feinde sind (Betyár).

Bei allen Bereichen stehen uns jeweils die Optionen „Normal“ und „Hart“ zur Verfügung.

Die Fortbewegung und das gelungene Kampfsystem

Wir bewegen uns in Operencia: The Stolen Sun in einem Kachelsystem. Das bedeutet, dass die Karten in Quadrate aufgeteilt sind. Was sich anfänglich ungewohnt anfühlt, geht recht schnell in Fleisch und Blut über. Somit ist direkt erkenntlich, welche Bereiche wir erkunden können, um die Karte systematisch aufzudecken. Da wir anfangs zunächst gut geschriebenen Dialogen lauschen und ein wenig Zeit zur Orientierung haben, können wir uns Stück für Stück einfinden, indem wir Kartenabschnitte aufdecken, mit Gegenständen interagieren und uns im Menü austoben.

Das Bild zeigt einen Hafen, den ersten Ort nahe des Waldes, wo das Tor zur Unterwelt geöffnet ist. Zu sehen sind zwei Häuser aus Bambus und Bäume.
Die Orte sind in Kacheln eingeteilt

Die hilfreiche Karte

Die Karte ist auf der Minus-Taste aufrufbar und versorgt uns mit einem guten Überblick des Levels. Dort sehen wir auch, was uns alles in dem Level an Hotspots erwartet. Eine Legende links und Ziele rechts helfen uns auf die Sprünge; beide Bereiche können wir ausblenden und in die Karte reinzoomen.

Das Bild zeigt die Karte aus "Operencia: The Stolen Sun".
Eine gute Übersicht der Umgebung

Allerdings hält das Game uns Spieler nicht lange hin und schmeißt uns innerhalb der ersten fünf Minuten in einen Kampf gegen Monster aus der Unterwelt. Dabei erklärt man uns, dass wir Vorteile im Kampf in Form von Präventivschlägen erhalten, wenn wir uns von hinten an die Gegner anschleichen. Genauso gut können aber auch wir selbst zum Opfer eines solchen Hinterhaltes werden, sollten wir unachtsam sein. Treffen sich die Blicke, startet der Kampf normal.

Das Bild zeigt einen Feind von hinten samt Textbox, welche uns den Tipp gibt, sich am besten hinter Feinden anzuschleichen.
Von hinten anschleichen lohnt sich!

Die Kämpfe finden quasi in „Arenen“ statt, welche in drei Kampflinien unterteilt sind. Diese Grenzen markieren die drei Wirkungsbereiche des Kampffeldes. Eine gelbe, eine grüne und eine blaue Linie zeigen uns die jeweilige Distanz zum Ziel an.

Jeder Held verfügt über drei Standardaktionen: Nahkampf- und Distanzangriff sowie Verteidigung. Darüber hinaus können wir jeweils sechs Spezialaktionen ausführen, welche bis auf kleinere Überschneidungen individuell sind. Wie üblich in diesem Genre gibt uns ein roter Balken Aufschluss über unser Leben, während ein blauer Balken die Energiereserven darstellt. Spezialaktionen sind nämlich nicht einfach immer wieder einsetzbar, sondern verbrauchen unsere Energie und sind durch Abklingphasen nicht direkt hintereinander auszuführen.

Je nachdem, auf welcher Kampflinie sich unsere Feinde befinden, sind gewisse Manöver wirkungsvoller als andere. Der Nahkampfangriff ist somit effektiver bei Feinden auf der vorderen gelben Linie als bei entfernteren Widersachern auf der hinteren blauen Linie. Bei Distanzangriffen verhält es sich andersherum. Die Trefferchancen sind stets eingeblendet.

Das Bild zeigt den Kampfbildschirm samt zwei Drachen-Elite-Berserkern auf der vorderen, gelben Kampflinie.
Der letzte Slot ist Tränken vorbehalten

Weitere Feinheiten des Kampfsystems

Wie auf dem oberen Bild zu sehen ist, sehen wir auf der linken Seite die Bilder der Kampfteilnehmer. Dies ist die Aktions-Reihenfolge, bestimmt durch den jeweiligen Initiative-Wert. Flinke Kämpfer greifen natürlich früher an.

Wie ebenfalls in diesem Genre üblich, verfügen Aktionen über eine Chance, kritische Treffer zu erzielen oder zu verfehlen. Ebenso vertiefen Ausweich- und Blockmanöver das Kampfgeschehen weiterhin. Und als wäre dies noch nicht genug, kommen noch Resistenzen, Immunitäten und Widerstände obendrauf. Wirken wir beispielsweise einen Eiszauber auf einen Feind, sollten wir seine Fähigkeiten überprüfen. Ist der Feind resistent gegen Eis, widersteht er den Folgen der Verlangsamung. Ist er hingegen sogar immun, so richten wir nicht mal Schaden an.

Oh, eine Sache habe ich noch für euch: Die Schadensreflexion, den Gegenangriff und die zusätzliche Angriffschance. Gegner können einen gewissen Teil des erlittenen Schadens gegen uns reflektieren. Hat man noch ein wenig mehr Pech, so leitet man einen direkten Gegenangriff gegen uns ein. Eine zusätzliche Angriffschance entsteht allerdings nur, wenn man selbst aktiv am Zug ist. Natürlich können wir ebenfalls Schaden reflektieren und Gegenangriffe einleiten.
Je nach Gegner und je nachdem, welche Attribute wir geskillt haben, sind solche Chancen besser oder schlechter ausgeprägt.

Ab einem gewissen Punkt im Spiel sind zudem noch Gruppenaktionen verfügbar. Spezialaktionen sind einem gewissen Typ zugehörig, welches durch das darüberstehende Smybol gekennzeichnet ist. Setzen wir unsere speziellen Aktionen nun häufiger ein, laden sich die Gruppenfähigkeiten (fünf insgesamt) des entsprechendes Typs auf. Dabei handelt es sich um besonders mächtige Manöver, die jedes Party-Mitglied ausführen kann.

Das Bild zeigt den Kampfbildschirm mit fünf Pilzgegner und eine Textbox, welche die Gruppenfähigkeiten erklärt.
Wirke mächtige Gruppenfähigkeiten mit Bedacht

Kämpfe mit Tiefgang

Wie ihr eventuell schon rauslesen konntet, fallen die Kämpfe in Operencia: The Stolen Sun sehr taktisch aus. Das gesamte System ist anschaulich erklärt und eingängig. Es fällt somit zwar umfangreich, aber nicht unnötig kompliziert aus.

Als kleines Manko empfand ich eine besondere Fähigkeit. Mit der Spott-Aktionen ist es möglich, Gegner zu provozieren und einen bestimmten Charakter zum Spotlight der kommenden Angriffe über einen gewissen Zeitraum zu machen. Feinde beherrschen diese Fähigkeit ebenfalls und nutzen diese für meinen Geschmack ein wenig zu inflationär. Wir können den Spott zwar mit ein paar Gegenmaßnahmen neutralisieren, doch sind diese ziemlich rar und durch die Abklingzeiten auch nicht oft in Kämpfen einsetzbar.
Auch wenn dadurch eine gewisse Taktik ins Spiel kommt, ist es nicht selten schlichtweg nervig, nur ein Ziel mit einem normalen Angriff anvisieren zu können. Es nimmt uns ein Stück der Freiheit. Dies ist aufgrund der Existenz einiger Gegenmaßnahmen und Massenangriffen allerdings zu verschmerzen. Darüber hinaus existieren auch Zauber, welche auf andere Feinde überspringen können.

Allgemein haben wir viele Möglichkeiten, die Unterwelt-Armee in die Knie zu zwingen. Während Eiszauber, wie oben erwähnt, verlangsamen, fügen Feuer- und Giftzauber zu wiederkehrendem Schaden über mehrere Runden hinweg. Blitzzauber können betäuben und andere Aktionen einschüchtern oder Gegner am Ausweichen hindern. Doch natürlich ist dies nur ein kurzer Einblick – es gibt noch weitere Möglichkeiten. Allerdings können unsere Feinde uns auf die gleiche Art und Weise zermürben.

Auf der Minustaste könnt ihr sämtliche Status-Effekte aller Kampfteilnehmer einsehen.

Das Bild zeigt den Kampfbildschirm und die Anzeige der Status-Effekte.
Es kann nicht schaden, hin und wieder zu schauen, welche Effekte aktiv sind

Aufgepasst! Falls ihr das Kampfsystem einmal in Aktion sehen wollt, so schaut euch doch gerne einmal unseren YouTube-Beitrag dazu an:

Wir hoffen, es gefällt euch!

Erstelle deinen Charakter

Nachdem der Prolog nach kurzer Zeit abgeschlossen ist, finden wir uns in einem versunkenen Schloss wieder. Dort treffen wir auf unseren ersten Gefährten – den Dieb Jóska. Doch zuvor erstellen wir unseren eigenen Charakter.

Zunächst bestimmen wir eine Klasse für unseren Protagonisten. Dadurch verschiebt sich die Auslegeung der Attribute und der Pool an Talenten. Ich habe mich für einen Jäger entschieden.

Wir bestimmen anschließend unser Geschlecht und Ethnie. Einen ausgeprägten Charakter-Editor gibt es hier nicht. Alle Designs sind vorbestimmt und auch nicht all zu zahlreich. Löblich ist hier allerdings, dass wir selbst auch vertont sind. Das bedeutet, dass es sowohl einen männlichen als auch einen weiblichen Voice Actor gibt und Texte leicht angepasst sind. Ich selber habe mich für einen männlichen, asiatisch-aussehenden Helden entschieden.

Das Bild zeigt die Auswahlmöglichkeiten des Geschlechts und der Ethnie des selbsterstellten Charakters.
Der Erste hat einen leichten Chuck Norris-Touch

Weiter geht es mit der Bestimmung der Herkunft. Diese legt unsere erste passive Fähigkeit fest und verteilt verschiedene Boni auf unsere Attribute. Die jeweiligen Beschreibungen der Orte veranschaulichen gekonnt, wieso wir bestimmte Fähigkeiten mitbringen, wenn wir aus diesen Gegenden stammen. Ein kleines aber feines Detail, das beweist, wie bedacht die Entwickler ihre Welt mit Leben füllen.

Das Bild zeigt die Auswahl der Herkunft des selbsterstellten Charakters.
Vier Herkunftsorte erklären unsere passiven Fähigkeiten

Werte und Talente

Es folgt die Verteilung von zehn Attributpunkten auf fünf verschiedene Attribute: Stärke, Agilität, Intelligenz, Weisheit und Vitalität. Jedes Attribut bildet verschiedene Stärken aus. Bei jedem Levelaufstieg erhalten wir drei solcher Punkte dazu, die wir frei verteilen dürfen.

Das Bild zeigt die Attribute und sämtliche Werte/-steigerungen.
Mein Ziel war es, einen agilen Fernkämpfer zu erstellen

Zu guter Letzt haben wir erneut die Qual der Wahl bei den Talentpunkten. Wir können uns zwei von vier aussuchen. Doch keine Panik, sollten sie uns in der Praxis dann doch nicht so gefallen, können wir diese ganz einfach anpassen.

Und genau diese Flexibilität ist eine riesige Stärke von Operencia: The Stolen Sun. Sowohl die Talent- als auch die Attributpunkte sind jeder Zeit, außer natürlich während den Kämpfen, anpassbar. Dafür klicken wir einfach auf „Neu Verteilen“. Dies hat den Vorteil, dass wir viel experimentieren und sämtliche Fähigkeiten ausprobieren können, ohne Gefahr zu laufen uns zu „verskillen“. Kommt ihr mal nicht weiter, so überlegt euch genau, was euch helfen könnte und was im Gegenzug überflüssig ist und tauscht es aus. Mit angepassten Werten und Fähigkeiten kann der nächste Versuch schon viel erfolgreicher verlaufen.

Das Bild zeigt die Auswahlmöglichkeiten von vier Talenten des selbsterstellten Charakters.
Schaden, Vorbereitung oder Flinkheit?

Mir persönlich hat es immer Spaß gemacht, sämtliche Szenarien abzuwägen.
Damit wäre die Charakter-Erstellung abgeschlossen. Diese punktet mit Tiefgang und Flexibilität.

Eine gelungene wenn auch minimalistische Präsentation

Zu Anfang präsentiert man uns eine atmosphärische Sequenz. Doch stellt euch hier kein normales Video vor. Sondern eher comichafte Bilder, welche mit Musik und einer Sprecherstimme hinterlegt werden. Die Bilder sind aber nicht einfach star, sondern bewegen sich auch. Was auf der einen Seite minimalistisch wirkt, bietet auf der anderen Seite eine gelungene Abwechslung – es ist einfach ein zusätzliches Stilelement eingebettet. Die Zeichnungen sind darüber hinaus sehr schön anzusehen.

Beim Laden des nächstens Bereiches klärt uns eine Textbox über den weiteren Verlauf der Geschichte auf.

Das Bild zeigt eine comichafte Szene der Eingangssequenz. Zu sehen ist eine Frau an einem Laderfeuer initten eines Waldes.
Schöne Illustrationen begleitet durch tolle Sprecher und wunderschöne Musik

Grandioses Setting

Unsere Reise besticht durch wunderschöne und abwechslungsreiche Schauplätze: Ein versunkenes Schloss, ein verzauberter Wald, ein Königsgrab und sogar der Weltenbaum… Ich habe mich verliebt!

Im zweiten Gebiet erinnerte mich ein gewisser Baum an einen anderen sehr berühmten Baum der Videospielgeschichte. Auch weil die Aufgabe ähnlich gestrickt ist. Aber seht doch einmal selbst:

Das Bild zeigt einen großen sprechenden Baum in einem Wald. Das rechte Auge ist geschlossen, während das linke Auge offen ist und leuchtet.
Na, wer denkt da ebenfalls an den Dekubaum?

Dialoge sind in Operencia: The Stolen Sun komplett vertont. Hier findet sich eine weitere Sträke des Dungeon-Crawlers: Extrem kompetente Sprecher! Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob laienhafte oder hochkarätige Sprecher ein Abenteuer unterstreichen.
Ebenso beeindurckend ist die Charakterzeichnung an sich. Während der Dieb Jóska eloquent, scharfsinnig und tolerant ist, wirkt der Ritter Mezey eher introvertiert, aber dennoch stark entschlossen.
So bildet die gesamte Party eine bunte Vielfalt an Helden, welche keine Klischee-Abziehbilder darstellen. Das Ganze wirkt einfach sehr erwachsen und durchdacht. Sehr amüsant empfand ich die selbstironische, fast schon parodistische Situationsbeschreibungen der Charaktere.

Part 1
Part 2

Bei den Gesprächen stehen sich schlichtweg die Charakter-Artworks gegenüber und falls gewollt, stehen Untertitel bereit. Der sprechende Part ist hervorgehoben, während der passive Part verdunkelt ist. So sieht man stets, wer das Wort ergreift. Durch diesen Minimalismus entsteht ein leichter Hörspiel-Charakter, der die Fantasie anregt.

Das Bild zeigt einen Dialog zwischen König Attila und der Dame Réka.
Die Dialoge sind erstklassig vertont!

Durch die Bedienung an Mythologie und Historie merkt man den thematischen Anspruch der Entwickler, eine gediegene Spielwelt zu kreieren. Hier ist nicht einfach alles aus der Luft gegriffen und schnell zusammengeschustert, Im Gegenteil. Das Reich Operencia glänzt mit einer ausgeprägten Identität.
Unterstrichen wird die ganze Reise durch einen sehr stimmungsvollen Soundtrack, der sich nie zu stark aufdrängt und die Atmosphäre märchenhaft wirken lässt.
Etwas schade ist der Verzicht auf NPCs in der Spielwelt.

Lokalisierungsfehler

Was hingegen weniger märchenhaft wirkt, sind die deutschen Lokalisierungsfehler. Wenn etwa aus „Counter“ nicht „Konter“ sondern „Zähler“ oder „Kontaktiere den Feind“ als Aufforderung für einen Überraschungsangriff gemacht wird, ist das eher schwach. Des Weiteren sind mir mehrere Rechtschreibfehler und seltsame Beschreibungstexte der Kampfaktionen ins Auge gefallen. Selbst beim Kreismenü steht „Artifikate“ statt „Artefakte“, obwohl im Journal ebenfalls von „Artefakten“ die Rede ist.

Viele Texte könnten zudem für einige Spieler zu klein ausgefallen sein. Auf eine größere Ansicht umschalten kann man nicht.

Das Bild zeigt das Journal und einen Rechtschreibfehler unter dem Punkt "Kupferwald".
Links bei der Hand: „Notiz von einem Operencianischen Schmieds“

Die praktischen Lagerfeuer

Das Spiel speichert automatisch an gewissen Punkten. Wollen wir allerdings verschiedene Spielstände anlegen, so müssen wir ein Lagerfeuer aufsuchen. Doch erfüllt die Raststätte noch weitere Funktionen.

In diesem Dungeon-Crawler heilt ihr euch nur durch Levelaufstieg automatisch. Wollen wir uns abseits dessen regenerieren, so benötigen wir Feuerholz. Dieses finden wir entweder einfach so in der Spielwelt verteilt oder craften es, indem wir Truhen, Fässer und Bänke zerstören. Es ist daher sehr wichtig, seine Umgebung gut im Auge zu behalten, um sich für anstehende Kämpfe vorzubereiten. Ein schönes Detail an dieser Stelle ist das knackende Feuerholz im Menü.

Das Bild zeigt das Menü des Lagerfeuers.
In der Ruhe liegt die Kraft

Von Zeit zu Zeit triggern auch Dialoge zwischen den Helden, in welchen erlebte Dinge und anstehende Quests zur Sprache kommen. Ein schönes Detail sind die dazustoßenen Charakter-Artworks am Lagerfeuer im weiteren Spielablauf.

Ebenso können wir Tränke brauen, die uns stärken, heilen oder Gegner schwächen und verletzen. Der dazu benötigte Kessel steht allerdings nicht von Anfang an zur Verfügung.

Das Bild zeigt das Kessel-Menü des Lagerfeuers.
Im Kessel brauen wir nützliche Tränke

Wollen wir unsere Party verwalten und Charaktere miteinander tauschen, so tun wir dies ebenfalls am Lagerfeuer. Insgesamt haben wir die Wahl zwischen sieben Helden, wobei der Selbsterstellte nicht ausgetauscht werden kann. Bei einem Tausch erscheint die Frage, ob wir sämtliche Elemente von dem Helden entfernen wollen oder nicht. Eine praktische Funktion, wenn man die angelegten Ausrüstungsgegenstände anderweitig verwenden mag.

Das Bild zeigt alle Party-Mitglieder im Party-Menü.
Eine bunte Party

Reisegefährtin Eila macht gute Geschäfte

Gelangen wir an einen bestimmten Punkt der Story, lernen wir die Händlerin Eila kennen. Sie verkauft uns Ausrüstung, Rezepte und Feuerholz. Außerdem können wir auch unsere Items verkaufen. Eila weist uns regelmäßig darauf hin, wenn sie neue Waren im Sortiment hat. Sollte uns einmal das Feuerholz zur Regeneration ausgehen, so bietet sie stets drei Hölzer für jeweils 300 Münzen (relativ kleiner Beitrag) an. So brauchen wir als Abenteurer keine Bange haben, wenn wir nicht ganz so sparsam gewirtschaftet haben.
Die alte Dame ist jedenfalls ein wenig skurril, da sie sämtliche Gegenstände aus einem scheinbar leeren Beutel zieht…

Das Bild zeigt das Verkäufer-Menü von Eila. Unten links sieht man die Helden samt übergeordneter Werte und rechts die käuflich zu erwebenen Gegenstände.
Was sie so alles aus ihrem Beutel zieht…

Wollen wir eine Schnellreise unternehmen, so ist auch das am Lagerfeuer möglich. Praktisch ist zudem, dass wir verschiedene Lagerfeuer-Plätze in den jeweiligen Leveln anwählen können. Die zugehörige Weltkarte schaut sehr schön designt aus. Neben dem Namen bekommen wir Einblick darüber, was wir dort noch erledigen können.

Das Bild zeigt die Weltkarte von Operencia.
Die Weltkarte schaut toll aus und ist praktisch

Was gibt es für uns zu tun?

Besonders gefallen hat mir der Mix an Aufgaben innerhalb der Areale. Wir laufen nicht nur von A nach B, sondern müssen uns immer wieder kreativen Rätseln stellen, um voranschreiten zu können. Während wir manchmal einfach nur Gegenstände wie Gewichte suchen oder Schalter umlegen, erwarten uns des Öfteren Konstruktionen, die uns vor Denkaufgaben stellen.
Das Schöne dabei ist, dass wir häufiger Tipps in Form von hinterlassenen Schriften bekommen und die Lösung dadurch erkennen, dass wir diese richtig deuten. Die Rätsel sind oftmals sehr gut ausbalanciert. Sie halten uns nicht ewig auf, doch muss man sich dennoch kurz hineindenken.

Das Bild zeigt eine Konstruktion aus Weinfässern, welches ein Rätsel darstellt. Das Ziel ist die Ergreifung eines Schlüssels auf der rechten Seite.
Wie gelangen wir an den Schlüssel?

Das Spielerlebnis wird darüber hinaus durch Geschicklichkeitspassagen aufgelockert. Blitze, Falltüren, Bodenfallen und vieles mehr machen uns das Leben schwer. Auch unsere Augen werden durch falsche Wände, welche Geheimpassagen darstellen, auf die Probe gestellt.

Ebenso stellen uns ganz spezielle Geheimnisse auf die Probe. Es sind unsichtbare Notizen versteckt, die wir nur mit der Ampulle des Lichts und legendären Lichtquellen sehen können. Interagieren wir mit einer solchen Lichtquelle erscheint auf der rechten Seite des Bildschirms ein Stern. Leuchten weitere Zacken auf, bedeutet dies, dass wir dem Ziel näherkommen.

Auf der gesamten Karte können wir mehrere Truhen finden. Einige sehen wir sofort, andere wollen aber ausgegraben werden und gelten dann meistens als Geheimnis. Auf vielen Karten gibt es verschiedene Angaben: Geheimnisse, Truhenschlüssel, Karte (zu wie viel Prozent aufgedeckt) und die Anzahl der Lagerfeuer. So wissen wir immer genau, was man noch alles erreichen kann.

Levelaufstieg und Erfolge

In diesem fantasievollen Abenteuer erhalten wir Erfahrungspunkte für erfolgreich abgeschlossene Kämpfe, erfüllte Quests, aber auch für Erfolge. Ja, richtig gelesen: Dieses Switch-Game bietet Erfolge. Dazu gehört beispielsweise ein Level zu beenden oder alle Tränke zu brauen. Die Erfolge können wir alle im Menü vor Spielstart einsehen.

Allerdings existieren auch kleinere Erfolge, die uns ebenfalls mit Erfahrungspunkten versorgen. Decken wir 100% der Karte auf, besiegen alle Gegner und finden alle Truhen, erhalten wir auch dafür Erfahrung. Da ist es praktisch, dass alle sieben Party-Mitglieder simultan leveln, egal ob sie am Kampf teilnehmen oder nicht. Auch wenn sie sterben, gibt es Erfahrung.

Interessant ist: Wir können uns in Operencia nicht überleveln, sodass wir zu mächtig sind, weil die Gegner, die auf der Karte umherwandern, nach einem Sieg dauerhaft ausgelöscht sind. Somit sind Erfahrung und Attribut- sowie Talentpunkte begrenzt.

Nach erfolgreichen Kämpfen erhalten wir oft aber auch Ausrüstungsgegenstände, Gold und wertvolle Items zum Verkaufen. Da solche Wertgegenstände nur zum Verkaufen existieren, hätte man diese auch weglassen und stattdessen mehr Gold verteilen können. Aber gut, so bringt man etwas Abwechslung rein. In Truhen finden wir genannte Belohnungen ebenfalls – darüber hinaus aber auch noch Schlüssel und Schriften.

Artefakte, Tränke und Sprüche

Im Laufe des Abenteuers erhalten wir wichtige Gegenstände (Artefakte), deren Gebrauch unabdingbar ist. So erlangen wir beispielsweise eine Feder eines Greifen, den wir aus einem Holzkäfig befreien. Damit können wir dann schwere Gewichte schweben lassen und umpositionieren. Ein anderes Beispiel wäre eine Zauberschaufel, um die vorhin erwähnten vergrabenen Schätze zu bergen. Nach den ersten drei Schritten nach Einsatz der Schaufel bekommen wir angezeigt, ob wir uns nähern oder entfernen.

Das Bild zeigt das Königsgrab und die Ansicht der verbleibenden Meter nach Gebrauch der Zauberschaufel.
Wo ist der Schatz?

Ein sehr positiver Ansatz ist, dass wir nicht sofort alle Geheimnisse der Orte aufdecken können, da wir zunächst noch Artefakte benötigen, die wir im späteren Spielverlauf erhalten.
Somit motiviert uns das Spiel gekonnt, bereits abgeschlossene Schauplätze erneut aufzusuchen.

Als kleiner Negativpunkt ist hier allerdings auch anzumerken, dass man dadurch nicht immer genau weiß, welche Möglichkeiten man hat, etwas übersieht oder falsch handelt. Insgesamt fällt dies aber nicht zu stark ins Gewicht und man bekommt ein Gespür dafür.

Sowohl wichtige Items als auch gebraute Tränke und heilende Sprüche (Talente, die wir erlernt haben) werden in ein Kreismenü abgelegt und können von dort auf einen Hotkey gelegt werden. Tränke und Sprüche legen wir auf X ab, während Artefakte auf Y landen. Mit ZR rufen wir das Kreismenü auf.

Das Bild zeigt das Kreismenü, auf welchem Artefakte, Tränke und Sprüche abgelegt sind, welche man auf zwei Hotkeys legen kann.
Es ist etwas fummelig, an einige Slots heranzukommen…

Es kann natürlich sehr praktisch sein, sich außerhalb von Kämpfen zu heilen oder seine Energie wieder aufzufüllen.
Die Tränke allerdings bekommt man nicht einfach so, sondern muss auch dafür ein kleines Rätsel lösen. Wir erhalten eine Beschreibung, welche es zu dechiffrieren gilt. Es gibt drei Faktoren, die eine Rolle spielen: Zutat, Wirkung und Herkunft. Diese gilt es richtig anzuordnen. Die Rezepte dazu verraten uns aber nicht einfach nur stumpf, wie wir was mischen sollen, sondern umschreiben das Ganze so, dass wir wieder vor einer dezenten Denkaufgabe stehen.

Die Tränke können wir anschließend unseren Helden für den Kampf zuweisen. Pro Charakter ist allerdings nur ein Trank ausrüstbar. Daher sollte man auch hier gut abwägen.

Das Bild zeigt das Kessel-Menü beim Brauen eines Trankes. Links sind Beschreibungen, die es zu deuten gilt, in der Mitte leere Slots und rechts verschiedene Icons.
Es macht Spaß, die Rezepte zu deuten!

Das toll-sortierte Menü

Wie in jedem Taktik-RPG, in welchem man Mikro-Management betreibt, ist ein gut aufgeräumtes Menü Gold wert. Operencia: The Stolen Sun überzeugt hier mit einer üppigen und gut strukturierten Ausstattung.

Das Journal fungiert als Enzyklopädie von Operencia. Hier finden sich Informationen zu aktiven Aufgaben und abgeschlossenen Quests. Ein besonderes Highlight stellt für mich Jóskas Tagebuch dar. Hier notiert der eloquente und nachdenkliche Dieb alles Mögliche über Gegenstände, Begleiter, Standorte, allgemeine Feinde, spezielle Persönlichkeiten und mächtige Feinde. Damit erhalten wir sehr viel Hintergrundwissen in amüsant geschriebener Form.

Ein weiterer Punkt sind die Anmerkungen – Schriftstücke, die zurückgelassen wurden und uns Hinweise spendieren. Mal sind es klare Angaben und mal müssen wir auch hier wieder unser Köpfchen einschalten.

Der letzte Punkt wäre die Dialog-Aufzeichnung. Jedes gesprochene Wort ist hier vermerkt und sogar nach Leveln sortiert.

Das Bild zeigt das Journal, in welchem viele Informationen der Spielwelt gebündelt sind. Zu sehen ist Jóskas Tagebuch.
Toller Überblick über die Welt von Operencia!

Im Leitfaden hingegen finden wir quasi Erklärungen zu Gameplay-Mechaniken und weitere grundlegende Informationen zum Spielablauf. Es ist bei einem umfangreichen Spiel wie diesem hier äußerst praktisch, beispielsweise gewisse Begriffe und Mechaniken noch mal nachzulesen. Schön ist auch die Bebilderung der einzelnen Punkte.

Das Bild zeigt den Leitfaden, welcher grundlegende Spielinformationen bereithält. Geöffnet ist hier der Menüpunkt "Artefakte".
Sollten wir was vergessen, haben wir ja noch den Leitfaden

Unter dem Menü „Charaktere“ können wir Ausrüstung an- und ablegen, den Talentbaum und aktive wie passive Fähigkeiten sowie die Attribute inklusiver sämtlicher Werte überblicken. Auch hier wirkt der Dungeon-Crawler durchdacht. Sobald wir unsere Ausrüstung wechseln, sehen wir die Werte-Differenz und können dann abwägen, was wir bevorzugen.
Aufgrund des Präsentationsstils sieht man die angelegte Ausrüstung bei den Helden leider nicht.

Es ist manchmal recht knifflig für mich gewesen, mich für eine bestimmte Richtung zu entscheiden. Wir können natürlich nicht einfach alle Werte auf Maximum hauen, sondern müssen uns spezialisieren, was auch deutlich effektiver im Kampf ist – jeder mit seiner festen Rolle.

Gelungene Steuerung, sogar via Touchscreen

Die Steuerung ist recht eingägig, auch wenn man sich eventuell anfangs im Menü und bei dem Steuerkreuz samt Schnellzugriffen etwas vertun könnte. Auf den Schultertasten L und R drehen wir uns fix um 90° in die jeweilige Richtung und wenn wir den rechten Stick eindrücken, zentrieren wir unsere Blickrichtung. Einzig nervig ist die Auswahl im Kreismenü mit dem Stick. Es kann auch schon mal vorkommen, dass man aufgrund des Kachelsystems die Perspektive etwas falsch einschätzt, wodurch die Fortbewegung etwas hakelig wirken kann. Die Minimap unten links sollte da aber Abhilfe schaffen.

Besonders lobenswert finde ich an dieser Stelle die Implementierung der Touch-Steuerung. Gerade bei einem Dungeon-Crawler mit vielen Auswahlmöglichkeiten – sowohl im Kampf als auch im Menü – ist es sehr komfortabel, einfach direkt auf die Symbole und Schaltflächen klicken zu können. Die Fortbewegung klappt an sich auch gut. Wir ziehen mit dem Finger in die Richtung, in die wir uns fortbewegen wollen, drehen uns mit einem Wischer zur gewünschten Seite und halten gedrückt, wenn wir uns umschauen wollen. Zum Interagieren tippen wir einmal kurz auf den Bildschirm und zum Angreifen zweimal. Es ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, doch findet man sich da recht fix rein. Mag man nur gewisse Aktionen per Touch ausführen, so kann man anderes einfach weiterhin mit den Controller-Tasten erledigen.

Damit bietet die Nintendo Switch ein exklusives und gleichzeitig sehr sinnvolles Feature.

Ebenso können wir verschiedene Einstellungen beim Sichtfeld, der Bewegungsunschärfe und des Gamma-Wertes vornehmen.
Schön ist auch, dass das HD-Rumble-Feature Unterstützung findet. Mit an Bord sind die üblichen Audio-Einstellungen, viele verschiedene Sprachen und Untertitel-Optionen.

Zusammengefasst: Gut ausgestattet!

Die Technik von Operecnia: The Stolen Sun

Im Großen und Ganzen befinden wir uns hier auf einem sehr guten Niveau. Zen Studios benutzt die Unreal Engine 4 und zaubert den Dungeon-Crawler mit 1080p und 30 FPS auf die Nintendo Switch. Im Gegensatz zu anderen Plattformen sind Kantenglättung, Details und Auflösung natürlich weniger ausgeprägt, doch schaut der Titel dennoch echt überraschend gut auf der Hybrid-Konsole aus. Ebenfalls treten vermehrt Pop-Ups und längere Ladezeiten auf, die aber zu verschmerzen sind (Vor allem auch deshalb, weil man lange in den einzelnen Gebieten bleibt und Textboxen die Geschichte erläutern).
Sowohl Soundtrack als auch Soundeffekte klingen bis auf den Massenzauber des Typs Blitz (natürlich subjektiv) sehr gut. Vor allem die ganzen stimmungsvollen Umgebungsgeräusche tragen zur gelungenen Atmosphäre bei. Auch das tolle Art-Design beeindruckt durch einen märchenhaften Fantasy-Look gekonnt!

Echte Mankos

Zwei schwererwiegende Mankos habe ich dann allerdings doch anzumerken. Zum einen handelt es sich um massive Perfomance-Einbrüche im sogenannten Kupferwald des Spiels, nachdem wir eine bestimmte Quest (fünf Kupferzweige einschmelzen) erfüllt haben – Die Framerate sinkt in den Keller.

Da bricht die Performance ein

Und zum anderen die bisher größte Kritik: Ein Spielfehler, der das Weiterkommen verhindert. Im Abschnitt „Tief im Kupferwald“ war ich bei der Quest „Schneide einen Ast vom Drei-Zweig-Baum ab“. Bevor ich an diesen Baum herantreten konnte, fand überraschend ein Bosskampf gegen Boldizsár statt. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mich unbedingt regenerieren müssen. Der Kampf startete, ich bekam eine harte Attacke ab und wusste, ich habe keine Chance mehr auf einen Sieg. Also lud ich einen vorherigen Speicherstand.

Als ich dann an den Ort zurückkehrte, steckte der Boss im Boden fest und das Event (Der Dialog) blieb aus. Also näherte ich mich Boldizsár und blieb kurz an ihm stecken, bis ich mehrere Meter nach hintengeschoben wurde. Ansprechen konnte ich ihn nicht.
Leider half es auch nicht, andere Spielstände zu laden (automatisch gespeicherte) oder andere Dinge zu erledigen. Ein Spielneustart beseitigte dieses Problem auch nicht. Daraufhin habe ich den Support von Zen Studios kontaktiert, welcher das Problem an die Entiwcklungsabsteilung weiterreichte. Ob nun bald ein Patch mit einer Lösung des Problems erscheint, ist, Stand jetzt, nicht abzusehen.

Dadurch ist es mir nicht möglich, Operencia: The Stolen Sun zu beenden. Ich habe bereits fast 28 Spielstunden auf der Uhr. Da ich das Ende samt Kämpfen und Rätseln nicht sehen kann, ist die Wertung des Spiels mit Vorsicht zu genießen. Sollte Zen Studios diesen Fehler ausmerzen, bin gerne bereit, die Wertung nachträglich anzupassen und diesen Test damit zu erweitern.

Sehr ärgerlich und schade!

Schaut euch hier gerne den offiziellen Trailer zum Spiel an:

Einfach schön!

Fazit zu Operencia: The Stolen Sun

Pros

  • Interessante Charaktere
  • Tiefgründige Spielwelt
  • Hochkarätige Sprecher
  • Gelungenes Art-Design
  • Bezaubernde Atmosphäre
  • Eingängiges Gameplay
  • Sauber strukturiertes Menü
  • Umfangreiches, komplexes Kampfsystem
  • Toller Mix aus Erkundung, Kämpfen, Geschicklichkeitspassagen und Rätseln
  • Audiovisuell überraschend gut auf die Switch portiert
  • HD-Rumble und Touchsteuerung werden unterstützt
  • Umfangreich anpassbarer Schwierigkeitsgrad
  • Flexible Anpassungsmöglichkeiten
  • Humor besticht durch Selbstironie mit Parodie-Charakter
  • Motivation durch neue Artefakte, Schauplätze erneut zu besuchen

Cons

  • Bug, der ein Weiterkommen verhindert
  • Performance-Probleme im Kupferwald
  • Teils schlampige deutsche Lokalisation
  • Bildschirmtexte recht klein, keine Zoomfunktion
  • Spott-Fähigkeit dezent nervig
  • Keine NPCs in der Spielwelt
  • Stellenweise nicht ganz durchsichtig, was zutun ist (fehlendes Artefakt)

Der First-Person-Dungeon-Crawler Operencia: The Stolen Sun brilliert mit seinem gelungenen, rundenbasierten Kampfsystem und schafft einen tollen Mix aus verschiedenen Spielelementen in einer atemberaubend schönen Welt. Audiovisuell ist der Titel samt Switch-exklusiven Features gut auf die Hybridkonsole von Nintendo portiert worden.
Durch die tiefgründige Charakterzeichnung und die stimmige Atmosphäre unter den Helden bietet das Abenteuer auch was für die Lachmuskeln.

Lediglich die erwähnten, schwerwiegenden Mankos trüben den Gesamteindruck. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Operencia: The Stolen Sun um ein Spiel, das – gemessen an seiner Qualität – unverschämt unbekannt ist!

Das Testmuster wurde uns von Zen Studios zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Justin Aengenheyster 294 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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