Grimvalor – Platform-Action mit viel Fantasy

Mit der Überschrift ist bereits das Grundsätzlichste zu Grimvalor gesagt. Wir haben es mit einem waschechten sidescrolling Hack n‘ Slash-Platformer nach Art von Castlevania zu tun. Allerdings bietet uns das Game neben der 2,5D-Optik noch andere modernisierte Elemente im Vergleich zum großen Vorbild. Das Game wurde von Direlight realisiert und erschien ursprünglich auf iOS und Andoid.

Erste Auswahl zu Beginn

Die erste Aufgabe im Spiel ist die Charakterwahl. Uns stehen hierfür entweder ein weiblicher oder ein männlicher Protagonist zur Verfügung. Danach erfolgt eine kleine Story-Einleitung. Kurz erklärt ist die Welt, welche wir zu erlösen gedenken, vom Bösen korrumpiert und verdreht. Ebenso der ehemalige gute und weise König Valor. Als Zerrbilder ihrer Selbst stellen seine ehemaligen Untertanen nun unsere Gegner dar. Unsere Aufgabe wird es also sein, die Welt wie sie dereinst war wieder herzustellen. Um dies zu erreichen, schnetzeln und springen wir uns zum Endboss. Und dies macht dabei noch sehr viel Spaß.

Das Bild zeigt den Bildschirm zur Charakterwahl in Grimvalor
Mit der Charakterwahl wird das Spiel eröffnet

Grundlegende Spielmechaniken von Grimvalor

Steuerung

Die Steuerung ist eingängig und mit ein wenig Übung meistern wir die schwersten Passagen. Das Spiel kann sehr fordernd sein, wird dabei aber nie unfair. Mit [Y] greifen wir Gegner mit dem Standardangriff an. Des Weiteren ist es der Aktionsknopf, wenn wir Gespräche führen wollen, Schalter umlegen, Kisten öffnen, oder Shop und Schmiede besuchen. Außerdem aktivieren wir mit dem Button die im Spiel verteilten Heilschreine. [X] dient zum Ausführen unseres aufgeladenen Schlages. Dieser leert eine Energieleiste, die sich durch das Besiegen von Gegnern wieder füllt. Der aufgeladene Schlag kann Bosse zu Boden hauen, oder auch mehrere Gegner gleichzeitig treffen.

Das Bild zeigt eine Sprungpassage in Grimvalor
Auf Sprungpassagen wie diese treffen wir oft in Grimvalor. Die leuchtenden Punkte in der Luft müssen wir per Standardangriff treffen. Dadurch können wir uns länger in der Luft halten und können somit größere Hindernisse überwinden

Zudem können wir so an bestimmten Stellen im Spiel Wände und Böden zerstören um versteckte Passagen zu erreichen. [B] lässt uns einen Sprung vollführen. Das Spiel fordert hierzu oftmals, die Funktion des Doppelsprunges in der Luft auszuführen. [A] lässt uns entweder am Boden oder in der Luft schnell vorangleiten. Außerdem dient der Button in Kämpfen dem Ausweichen. Mit [L] füllen wir unsere Lebensenergie auf. Dazu benötigen wir allerdings stapelbare und an Heilschreinen aufladbare Heilphiolen.
An Wänden kann unsere Spielfigur zu guter Letzt hochlaufen, indem wir einfach darauf zulaufen, was oft genug auch nötig ist.

RPG-Elemente

Grundsätzlich nutzt Grimvalor abgespeckte RPG-Elemente. Erfahrung sammeln wir durch Seelensplitter. Diese lassen entweder unsere Gegner fallen oder wir finden sie in zerstörbaren Kisten und Gefäßen. Seelensplitter dienen ebenfalls als Währung im Shop. Dieser ist durch einen Händler symbolisiert. Diesen suchen wir im sogenannten Nexus auf. Dieser Ort stellt eine Art Basis dar. Über ein Portal gelangen wir von dort auch in die einzelnen Stages per Schnellreise. Des Weiteren finden wir im Nexus eine Schmiede. Beim Händler können wir dazu mehrere Verbesserungen erwerben.

Das Bild zeigt einen der zahlreichen Bosse in Grimvalor
Der Boss Braker stellt eine Herausforderung dar, die allerdings zu schaffen ist

In der Schmiede sind Primär- und Sekundärwaffen oder Rüstungen zu erwerben.
Für Gegenstände aus der Schmiede werden allerdings seltenere Seelenscheiben nötig. Diese finden wir fast ausschließlich nur bei Zwischen- und Stage-Bossen. Durch die Gegenstände der Schmiede ändert sich nicht nur die Optik der Spielfigur, sondern es werden auch die Angriffswerte und die Lebensenergie erhöht. Beim Händler können wir ebenso Schmuckstücke erwerben. Diese erhöhen unsere Standardwerte oder verleihen Zusatzeffekte. Die Heilphiolen beispielsweise sind beim Händler zu erwerben und zu verbessern. Verbesserung heißt in diesem Fall, dass mehrere Heilungen möglich sind, bevor am Heilschrein wieder aufgeladen werden muss.

Grimvalor mit toll umgesetzter Action

Die Hack n‘ Slash-Funktion des Spiels ist sehr gut umgesetzt. Mit ein wenig Übung bewegen wir uns schlagend und ausweichend durch Horden von Gegnern. Oder aber wir überqueren Doppelsprung, Beschleunigung und Schlag ausführend große Hindernisse. All dies umgesetzt mit geschmeidigen Animationen und ohne Ruckeln und Zuckeln. Das Spiel selbst schafft hier das Kunststück, dabei weder zu einfach noch zu schwer zu werden. Einige Bildschirmtode sind zu durchleben, aber am Ende ist die Herausforderung stets zu meistern. Die Schwierigkeit wird durch geschicktes Platzieren der Gegner oder aber durch zu überwindende Hindernisse definiert. Ab und an sogar in Kombination miteinander. Dabei bleibt das Spiel fair und gönnt uns Spielern somit unsere Erfolgsmomente.

Das Bild zeigt ein angekettetes Schwert. An diesen Orten finden wir entweder seltene Gegenstände, oder aber es werden Fähigkeiten frei geschaltet. Diese Schwerter werden jedoch stets von Bossen beschützt.
Hier gibt es seltene Gegenstände oder Fähigkeiten zu finden. Doch Vorsicht, diese Schwerter werden von Bossen bewacht

Im Spiel gibt es zahlreiche versteckte Orte zu entdecken, die uns entweder mit seltenen Seelenscheiben oder gar mit Gegenständen belohnen. Letztere zu entdecken stellt aber fast immer eine Herausforderung dar. Schalter wiederum aktivieren Zugänge in die nächsten Stages oder andere Level innerhalb der Stages. Dies ist in jeder Stage notwendig.

Levelstruktur in Grimvalor

Jede der fünf Stages ist in mehrere Level unterteilt. Diese folgen nicht linear aufeinander, sondern in einzelnen Level gelangt man über entsprechende Wege in mehrere andere.

Das Bild zeigt den Stageaufbau von Grimvalor. Die einzelnen Level sind nicht linear angeordnet, sondern es gibt diverse Abzweigungen.
Hier sehen wir eines der fünf Stages. Wie zu sehen ist, sind die Level nicht linear aufeinander folgend

Stets gilt es dabei, Schalter umzulegen, um Zugänge zu öffnen und am Ende vor dem Stage-Boss zu stehen. Leider sind die Level dabei relativ klein gehalten, darüber hinaus auch oft mit Gegnern unterbevölkert.

Fordernde Bosse

Die Zwischen- und Stage-Bosse sind stets eine Herausforderung. Oftmals sind mehrere Bildschirmtode zu durchleben, bevor man sie geknackt hat. Allerdings weiß man immer warum – das Game wird dabei nie unfair. Es ist darauf zu achten, möglichst immer die aktuell besten Waffen und Rüstungen zu besitzen. Wobei hier die Primärwaffe die wichtigste Wahl ist. Ansonsten dauert der Kampf länger, was uns das Spiel nur unnötig schwer macht. Denn in den Kämpfen mit den Bossen sollte man die Steuerung beherrschen. Insbesondere ab Stage 3 ist intuitives ausweichen, springen, beschleunigen und angreifen wichtig, um den jeweiligen Boss zu schaffen. Dabei besitzen diese jeweils immer andere Fähigkeiten, wodurch jeder Boss für sich gesehen neue Taktiken von uns fordert.

Das Bild zeigt einen Zwischen-Boss in Grimvalor
Dieser Zwischen-Boss hat die ein oder andere Schweißperle gekostet

Die Lernkurve bleibt dabei jedoch immer angemessen, wodurch am Ende jeder Boss zu schaffen ist.

Optik und Akustik

Die 2,5D-Optik ist sehr ansehnlich gehalten. Mir hat sie auf Anhieb sehr gut gefallen. Die Hintergründe bleiben abwechselnd, die Animationen sind geschmeidig und passend. Ruckeln oder Clippingfehler fielen mir nicht auf. Selbst im dicken Gewusel bei auftretenden Horden von Gegnern läuft das Spiel flüssig. Die Akustik untermalt den guten Eindruck und gibt die generelle Stimmung des Spieles sehr gut wieder. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet.

Pros:

  • Sehr gut umgesetzte Action
  • Schwer, aber stets fair
  • Gute Balance zwischen Herausforderung und Erfolgsmoment
  • Optik und Akustik sehr gut
  • RPG-Elemente angemessen vorhanden

Cons:

  • Level etwas kurz geraten
  • Dabei auch oft gähnend leer
  • Versteckte Orte zu finden könnte motivierender sein

Fazit

Mir persönlich gefällt Grimvalor sehr gut. Die Kombination aus auftretenden Gegnern und Sprungpassagen ist klasse. Das Spiel ist stellenweise sehr fordernd, dafür bleibt es aber auch immer fair. Die RPG-Elemente runden das Ganze ab. Was mich stört sind die kurz geratenen Level. Hinzu kommt, dass diese oftmals sehr unterbevölkert wirken. Mehr Gegner und größere Level wären kein Fehler gewesen.
Dafür macht es einen Riesenspaß, sich mittels Beherrschung der Steuerung über größte Hindernisse zu manövrieren. Die Kämpfe sind – beherrschte Steuerung vorausgesetzt – ebenfalls eine tolle Erfahrung. Das Spiel gewährt uns dabei aber sehr angenehm die Steuerung mit der Zeit zu erlernen.
Grafik und Akustik sind sehr fein umgesetzt und abgestimmt. Hier gibt es nichts daran zu kritteln, dafür dass es ein Side-Scroller ist.

Das Testmuster wurde uns von Direlight zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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Über Christian Walter 79 Artikel
1978 konnten dank fleissiger Gamer die ,,Space Invaders" aufgehalten werden. Im gleichen Jahr erblickte ich das Licht der Welt. Im Jahre 1987 zog dann ein Atari 2600 in unserem Wohnzimmer ein. Fortan blieb ich in Form von diversen Systemen dem Phänomen Video- und Computerspielen treu. Nintendo nahm dabei in meinem Herzen immer einen besonderen Platz ein.

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