Ibb & Obb – Rätselspaß für zwei

Ibb & Obb ist seit heute für die Nintendo Switch verfügbar. In diesem kleinen Puzzle-Spiel für zwei Spieler lauft ihr durch eine Welt und versucht, Diamanten einzusammeln, während ihr euch gegenseitig helft, Hindernisse und Objekte zu überwinden.

Das Indie-Spiel stammt vom Entwicklerteam Sparpweed Games und wurde am 6. August 2013 für die Playstation 3 veröffentlicht. Mitte 2014 erschien es auch auf Steam. Auf beiden Plattformen erhielt es seinerzeit relativ gute Kritiken. Schauen wir uns das Spiel also mal genauer an.

Die Story

Es gibt keine.

Ibb & Obb ist so einfach gehalten, wie man es sich nur vorstellen kann. Ziel des Spiels ist es, gemeinsam mit einem lokalen oder online Mitspieler die Level zu schaffen und alle Diamanten dabei einzusammeln. Es gibt keine Story, keine Dialoge, keine Einführung und keine Rahmenhandlung welcher Art auch immer. Der Titelbildschirm verrät uns den Namen des Spiels und somit gleichzeitig den der Protagonisten. Ibb ist das grüne Wesen, Obb das rosafarbene.

Das Gameplay

Gar nicht so einfach, da hinauf zu kommen

Ihr lauft von links nach rechts und helft euch gegenseitig auf Plattformen und über Abgründe hinweg. Die Welt kann von der Ober- und Unterseite erkundet werden. Durch Portale kommt ihr auf die jeweils andere Seite, wodurch sich auch die Schwerkraft für denjenigen ändert, der hindurchgewandert ist. Es gibt genau eine Sorte schwarzer Kugel-Gegner, die auf der jeweils anderen Seite weiß sind. Berührt ihr sie dort, sterben sie auf der gegenüberliegenden Seite und hinterlassen dort Diamanten. Diese solltet ihr sofort einsammeln. Je häufiger sie auf dem Boden aufprallen, bevor ihr sie einsammelt, desto mehr Punkte fehlen euch bei der Auswertung des Levels.

Hier sind wir nicht allzu gründlich gewesen. Es fehlen fast 50 Punkte

Im Laufe des Spiels kommen wenige zusätzliche Elemente hinzu, wie Trampolin-Plattformen oder Blasen, durch die ihr nach oben gleiten und so höhere Plattformen erreichen könnt. Diese Elemente bringen kaum Abwechslung ins Spiel. Hat man erst einmal die grundlegenden Sprünge begriffen, die man gemeinsam ausführen kann, kann man sich voll darauf konzentrieren, wie man alle Gegner besiegt und keinen Diamanten übersieht. Hin und wieder findet man z.B. einen Diamanten hinter einem Hintergrund-Element versteckt oder an einer hohen Stelle, bei der man ein wenig Knobeln muss, um heranzukommen.

Alles in Allem gibt es wenig Abwechslung im Gameplay. Hat man es einmal durch, gibt es auch keinen Wiederspielwert. Die größte Herausforderung ist, sich mit dem Partner neben sich abzusprechen. Wie das Spiel online mit einer fremden Person ohne (Voice-)Chat-Tool funktionieren soll, mag ich mir gar nicht ausmalen. Ich male mir hier eine Menge unkontrollierter Hüpferei aus, besonders, wenn einer der beiden Spieler das Game zum ersten Mal spielt und den Weg nicht kennt.

Die Präsentation

Ibb & Obb präsentiert sich mit absolut minimalistischer Grafik. Alle Figuren haben einfache Formen und alle Farben sind wässrig und verlaufen sich. Es gibt wenige Hintergrundelemente, diese geben dem Spiel aber ein Gefühl von Dreidimensionalität, welches ansonsten völlig fehlen würde. Dennoch ist die Grafik ansprechend und passt gut zum simplen Gameplay.

Ich vermute einfach mal, dass diese komischen Figuren Bäume sein sollen.

Die Musik ist genauso minimalistisch. Man nehme ein Keyboard, halte ein-zwei Tasten konstant gedrückt und plätschere hin und wieder wahllos auf die Tasten, um etwas zu erschaffen, das keine Melodie, aber auch kein Lärm ist. Es ist Hintergrundgeplätscher, wie man es vielleicht in neumodischen Yoga-Kursen oder Relax-Übungs-Apps finden könnte.

Ich habe nichts gegen entspannende Musik oder atmosphärische Hintergrundklänge. Ein Skyrim-Soundtrack mit Regenuntermalung gehört zu meinen häufigsten Streams, wenn ich am Schreiben bin. Aber das ist mir dann doch ein wenig zu simpel. Es ist zu unrhythmisch, um einen Ohrwurm zu erzeugen, aber es ist nicht unauffällig genug, um komplett ausgeblendet zu werden. Es ist einfach da – und das ist schade. Ein Soundtrack sollte mehr sein, als nur existent.

Am erschreckendsten fand ich jedoch, dass die Eingaben vereinzelt zeitverzögert beim Spiel ankamen. Das sollte bei so einem kleinen Spiel einfach nicht passieren, schon gar nicht, wenn man präzise Sprünge koordinieren muss.

Das Fazit zu Ibb & Obb

Pros:

  • Herausfordernde Plattform-Rätsel
  • Angenehme, minimalistische Grafik
  • spaßig im lokalen Multiplayer

Cons:

  • nerviger Soundtrack
  • quasi kein Wiederspielwert
  • manchmal Input Lag

Ganz ehrlich: Ibb & Obb ist kein schlechtes Spiel. Aber es ist auch kein Gutes. Es gehört zu der Sorte Spiel, die man an einem Abend gemütlich mit einem Kumpel durchspielt und dann vergisst. Dafür, dass es jedoch stellenweise unpräzise oder zeitverzögert die Eingaben annimmt, gibt es heutzutage überhaupt keine Entschuldigung. Den Vollpreis von 14,99 € ist es in meinen Augen nicht wert, aber wer auf ein Co-Op-Rätselspiel für zwischendurch Lust hat – und gerade nichts besseres zur Hand hat – kann mal in einem Sale zuschlagen.

Wer Lust auf ein entspanntes Singleplayer-Spiel hat, liest am besten gleich unseren Test zu The Touryst hinterher.

Das Testmuster wurde uns von Game Drive zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Roger Hogh 413 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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