Heroland – spaßiges und etwas anderes JRPG für Switch

Heroland erschien am 3. Februar und wurde vom japanischen Entwickler ,,FuRys“ verwirklicht. Publisher ,,Marvelous“ setzte dann die Lokalisierung in Europa um. Dieser auf japanische Spiele fokussierte Publisher übernahm bereits die Veröffentlichung von Spielen wie Rune Factory oder Fate/Extella.
An der Entwicklung von Heroland waren erfahrene JRPG Entwickler beteiligt. Die Story stammt aus der Feder von Nobuyuki Inoue, der am legendären Secret of Mana mitwirkte. Takahiro Yamana leitete die Entwicklung und wirkte zuvor unter Anderem an Fantasy Life mit. Das Art-Design kommt von Nobuhiro Imagawa, welcher ebenfalls an Secret of Mana seinen Anteil hatte.
Das komplette Spiel bleibt dabei in englischer Sprache lokalisiert.

Auf dieser Insel findet unser Abenteuer statt

Freizeitpark mit Laien-Helden

Heroland stellt einen Freizeitpark dar, der auf einer tropischen Insel gelegen ist. Hier bekommen zahlende Kunden ein Abenteuer in einer Heldenrolle geboten. Wir übernehmen dabei die Arbeit eines Tour-Guides der dafür zu sorgen hat, dass die Quests erfolgreich verlaufen und die Kunden ihren Spaß dabei haben. Auf der Insel existieren Örtlichkeiten wie zwei Shops, ein Schmied, den Eingang in die Dungeons oder unsere, durch Einrichtungsgegenstände frei gestaltbare, Unterkunft. Allerdings beschränkt sich dieses Einrichten auf reine Dekoration, in Form als Beute erhaltene Monster-Wimpel und verschiedenen Möbeln. Einen Shop oder gar ein Crafting-System gibt es hierfür nicht.

Zum Bewegen auf der Insel selbst, wie auch später in den Dungeons, kommt hierbei nie das Steuerkreuz zum Einsatz. Wir begeben uns einfach durch Anklicken zu den gewünschten Örtlichkeiten. Dies ist zu Anfang vielleicht etwas ungewohnt, passt jedoch insgesamt ins Setting.

Dialoge werden stets humorvoll gehalten

JRPG mit dem besonderen Touch, dafür stark minimiert

Die Story des Spiels ist in Kapiteln aufgeteilt. Vor jedem Kapitel können wir das Büro besuchen, in dem eine Vorbesprechung stattfindet. Hier werden die Gegner, die zu erbeutenden Schätze und eventuell benötigte Items besprochen. Ein Dungeon als Attraktion muss schließlich geplant sein und die Kunden sollten ihn auch schaffen. Die Teilnahme an diesen Meetings ist jedoch nur optional und keine Pflicht. Alleine die Inhalte der Dialoge locken den Spieler dorthin, denn diese sind im gesamten Spiel sehr humorvoll gehalten. Nach jedem Kapitel schalten wir dann zusätzliche, benötigte Items und stärkere Waffen frei.

Vor den einzelnen Kapiteln können wir das Büro zwecks Vorbesprechung besuchen

Linearer Dungeon-Aufbau

Die Dungeons werden von bis zu vier auswählbaren Kunden bestritten. Diese führen die Kämpfe automatisch aus. Wir stehen im Hintergrund und passen auf, dass dies auch zum gewünschten Ende, dem Abschluss des Dungeon führt. Dabei kommt das aus anderen Spielen bekannte Active-Time-Battle-System zum Einsatz. Ist unsere Zeitleiste voll, bieten wir den Kunden durch Items wie Heiltränke Support, oder geben ihnen Ziele und Aktionen vor.

Der Aufbau der Dungeons selbst ist in einer Art „Plattform-Baum“ realisiert. Wir beginnen zum Beispiel auf einer ersten Plattform „Battle„, ist diese absolviert, folgt als nächstes Event, gefolgt von Boss. Am Ende warten dann noch der Tresor und der Exit. Wir erhalten dann nach erfolgreicher Quest unseren Lohn in Form der ,,$tarfish-Währung„. Mit dieser Währung kaufen wir dann in den Shops Items, oder lassen uns beim Schmied eine Waffe anfertigen. Diese Waffen wiederum können übrigens auch zerbrechen, sodass sie ständig mittels Item gepflegt werden müssen.

Machen wir unsere Abeit gut und die Kunden haben ihren Spaß, steigt unsere Beliebtheit bei ihnen. Soziale Kontakte und Interaktionen finden also ebenfalls ihren Weg in dieses Spiel. Steigt nämlich unsere Beliebtheit bei unseren Kunden, so schalten sich für diese Charaktere Sidequests frei.

Der lineare Aufbau der Dungeons schränkt ein

Stark minimierte RPG-Elemente

Aufgrund des umgesetzten Kampfsystems kann Heroland als eine Art taktisches RPG angesehen werden. Dabei bleiben die RPG-Elemente insgesamt stark minimiert zurück. Aufgrund eines mangelnden Crafting-Systems, sowie der beschränkten Auswahl an Waffen und Items, kann sich Heroland also beileibe nicht mit den „Großen“ dieses Genres messen. Das will es wohl auch nicht, denn der Fokus des Spiels liegt ganz klar in den Dialogen.
Für RPG-Profis bietet dieses Spiel keine Herausforderung. Zu simpel ist dafür der Aufbau gehalten, zu gewöhnlich die Mechaniken. Das erwähnte automatisch ablaufende Kampfsystem ist eine nette Idee, doch hätten diesem mehr Optionen und Möglichkeiten ganz gut getan. Dann hätte es sogar ein „echtes“ taktisches RPG werden können.
So wie sich das Spiel jetzt zeigt, kommt beim Thema RPG jedoch recht schnell Langweile auf.

Das Bild zeigt einen Kampf in Heroland.
Kämpfe verlaufen in einer Art taktischem Active-Time-System

Heroland glänzt mit sehr charmanter und humorvoller Umsetzung

Das Spiel entfaltet über seine humorvoll gehaltenen Dialoge einen sehr angenehmen Charme. Gleichzeitig macht genau das dann auch den Reiz des Spiels aus. Optisch stellen die Protagonisten Pappfiguren dar, die vor gezeichneten Hintergründen agieren. Das gesamte Setting ist an eine Art Brettspiel angelehnt, wobei dabei das Design eines Freizeitparks prägend ist. Man kann es dahingehend ein wenig mit Yoshis Crafted World vergleichen. Diese Optik fügt sich sehr gut ins Spiel ein und verleiht ihm neben den Dialogen seinen Charme. Darüber hinaus nimmt sich das Spiel während der Dialoge selbst nicht allzu ernst. Die Story ist ansprechend, jedoch auch nichts Außergewöhnliches. Es ist aber für die Abwechslung zwischendurch absolut ausreichend.

Eine Sprachausgabe existiert dabei nicht, das Gesprochene wird rein über Töne realisiert. Beispiel hierfür wären die Erwachsenen bei den Peanuts.
Die Musikausgabe ist einem tropischen Freizeitpark angepasst. Insgesamt fügt sich die Audioausgabe in das ungewöhnliche Setting des Spiels gut ein.

Pros:

  • Unterhaltsame Dialoge
  • Ansprechende optische Umsetzung
  • Hohe Motivation der einfachen aber humorvollen Story zu folgen
  • Die Vertonung passt gut ins Setting
  • Viel schwarzer Humor

Cons:

  • Stark minimierte RPG-Elemente
  • Die Kämpfe sind recht einfach gehalten
  • Durch mangelnde Herausforderung kommt Langweile auf
  • Sehr linear gehaltener Storyaufbau
  • Der reine Fokus auf den Dialog-Charme reicht auf Dauer nicht

Fazit:

Heroland und ich haben recht schnell festgestellt, dass es Liebe auf den ersten Blick ist. Jedoch nur bezogen auf den humorvollen Charme.

Das optische Setting und die Vertonung passen sehr gut, die Story dahinter ist ansprechend. Die Entwickler gaben sich kreative Mühe, bereits vorhandenen RPG-Mechaniken einen eigenen Charme zu verleihen. Diverse Lacher meinerseits können das bisher nur bestätigen, denn eine ordentliche Portion guter schwarzer Humor ist in den Dialogen oft eingeflochten.
Ein kleines Beispiel: Einer unserer Kunden ist ein LARP-Fan. Dementsprechend läuft er im Park als Biber verkleidet umher und nimmt so auch an Quests teil. Das führt dann während einer solchen zu einem köstlichen Dialog mit einem, sagen wir, sehr verzogenen und unsympathischen „Bengel“.

Starke Abstriche müssen hingegen bei den RPG-Mechaniken eingegangen werden, denn das Spiel setzt mehr auf den Unterhaltungswert der Dialoge. An die großen Genre-Vertreter kommt es also bei weitem nicht heran, großen Spaß kann man trotzdem mit dem Spiel haben. Wären jedoch mehr RPG-Elemente vorhanden und die Herausforderung höher, hätte dieses Spiel eine deutlich höhere Wertung verdient.

Das Testmuster wurde uns von Decibel PR zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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Über Christian Walter 24 Artikel
1978 konnten dank fleissiger Gamer die ,,Space Invaders" aufgehalten werden. Im gleichen Jahr erblickte ich das Licht der Welt. Im Jahre 1987 zog dann ein Atari 2600 in unserem Wohnzimmer ein. Fortan blieb ich in Form von diversen Systemen dem Phänomen Video- und Computerspielen treu. Nintendo nahm dabei in meinem Herzen immer einen besonderen Platz ein.

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