Fast RMX – Ein würdiger F-Zero-Ersatz?

Fast RMX macht Laune!

Nachdem in den letzten Monaten viele Games angekündigt und viele Spielereihen bedacht wurden, warten F-Zero-Fans noch immer darauf, dass Nintendo die Reihe wiederbelebt. Einst diente sie zur Veranschaulichung der technischen Leistungsfähigkeit verschiedener Systeme, doch seit dem GameCube scheint die Reihe mit dem GX-Ableger begraben zu sein. In Japan erschien ein Jahr später noch exklusiv F-Zero Climax für den Game Boy Advance.
Einziger Wermutstropfen bleibt bis heute eine thematische Strecke in Mario Kart 8 samt Blue Falcon-Kart.

Aus diesem Grund sprang mir der Future-Racer Fast RMX direkt im aktuellen Sale im Nintendo eShop ins Auge. Da ich bisher nur Gutes von diesem Titel vernahm, hatte ich große Lust, selbst einmal die Piste unsicher zu machen.

Das verantwortliche Entwicklerstudio ist Shin’en Multimedia, welches zuletzt mit The Touryst für Aufsehen sorgte. Bekannt dafür, schöne Optiken in tollen Artstyle zu verpacken und Systeme auszureizen.

Bei Fast RMX handelt es sich um eine aufpolierte und erweiterte Fassung des WiiU-Originals Fast Racing Neo. Offiziell handelt man den Titel als Nachfolger.

Das Bild zeigt die F-Zero-Strecke aus "Mario Kart 8", welche vom Design Ähnlichkeiten mit dem Racer "Fast RMX" aufzeigt.
Quelle: YouTube (XCageGame)

Neue Ansätze in Fast RMX

Future-Racer gibt es ja mittlerweile so einige. Von Wipeout über Redout bis Fallo… okay, stopp.
Die wohl mit Abstand beliebteste Future-Racer-Reihe ist und bleibt F-Zero. Doch was macht Fast RMX nun anders?

Fast RMX bietet den sogenannten Phasenwechsel. Jedes Gefährt verfügt über zwei verschiedene Antriebe. Auf den jeweiligen Strecken sind blaue und orangefarbene Boost-Streifen eingebaut. Je nachdem, welche Phase gerade aktiv ist, werden wir beim Überqueren dieser Boost-Passagen schneller oder langsamer. Um alles durch ultimative Geschwindigkeit verschwimmen zu lassen, müssen wir den gleichen Phasenantrieb nutzen, wie der Boost-Streifen vorgibt. Das Spiel bestraft den Spieler im Gegenzug mit einem Geschwindigkeitsverlust, wenn die Farben nicht übereinstimmen.

Es geht bei diesem Racer also nicht nur darum, sauber durch die Kurven und heil über Abgründe zu kommen, sondern auch darum, schnell schalten zu können und präzise Boosts praktisch zu nutzen. Das Ganze spielt sich recht unkompliziert und genau deshalb auch sehr intuitiv, ohne allerdings an Anspruch zu verlieren.

Das Bild zeigt einen blauen Boost-Streifen aus dem Racer "Fast RMX".
Das Blaue ist der Booststreifen

Noch mehr Boosts durch Turbokugeln

Auf der Strecke sind spezielle Kugeln verteilt, die unsere Turboleiste auffüllen. Setzen wir diese Kraft ein, katapultieren wir uns extrem schnell nach vorne. Treffen wir bei einem solchen Manöver unsere Kontrahenten, geraten sie ins Schleudern und verlieren an Speed. Das ist in etwa vergleichbar mit der Schleuderattacke aus F-Zero X. Nur, dass wir in diesem Fall keinen direkten Angriff mit unserem Gefährt ausführen.

Die Kugeln sind sinnvoll verteilt. Mal einfach mittig und mal weiter am Rand, sodass man ein gewisses Risiko eingehen muss, um sie zu ergattern. Da ist es natürlich praktisch, die Strecken mehrfach zu fahren, um sich solche Abfolgen einzuprägen.

Genauso gut sollte man sich die optionalen Routen merken. Es ist häufiger möglich, kleinere optionale Passagen entlangzufahren. Die Strecken bieten für verschiedene Geschwindigkeits-Niveaus unterschiedliche Routen. Nicht selten wird man bei einem Flug durch die Luft mit zusätzlichen Kugeln belohnt. Am Boden nutzt man dann als „Trostpreis“ ein paar Boost-Streifen oder muss sich mit weniger Kugeln begnügen.

Das Bild zeigt die Energiekugeln auf einer beweglichen Plattform aus dem Racer "Fast RMX".
Drei Energiekugeln vor uns!

Generelle Abläufe

In Fast RMX treten bei der Meisterschaft zehn Fahrer gegeneinander an. Schon beim Start fällt die erste Entscheidung. Denn wir können bei richtigem Timing verschiedene Stufen eines Starts hinlegen. Geben wir zu lange Gas, erleiden wir einen Fehlstart.
Fahren wir, ohne vorher den Motor anspringen zu lassen, einfach los, legen wir einen langsamen Start hin.
Dann gibt es noch den Superstart in zwei Ausprägungen. Einmal mit orangem und einmal mit blauem (bester) Boost.

Nach jedem Rennen sehen wir die zeitlichen Abstände der einzelnen Fahrer und eine Punktetabelle. Wir sehen also nach jedem Rennen, auf welchen Plätzen die Teilnehmer stehen. Natürlich erhält man mehr Punkte, je besser die Platzierung ist, die man erreicht hat.

Ist der Cup beendet, wird eine kurze Sieger-Sequenz eingeblendet. Die besten drei Fahrer genießen Prestige auf dem Siegertreppchen. Anschließend schalten wir bei Erfolg frischen Content frei.

Das Fahrgefühl in Fast RMX

Die große Stärke des Titels ist das unfassbar actionreiche Fahrgefühl. Wir fahren auf der Strecke, fliegen durch die Luft, weichen Hindernissen aus oder preschen mit dem Boost hindruch, rammen unsere Gegner und legen uns in die Kurven. All das fühlt sich nicht nur rasant, sondern auch spaßig an. Aktiviert man beispielsweise seinen Boost und fliegt über eine Schlucht zum nächsten Streckenabschnitt, leitet im Flug einen Phasenwechseln ein, um auf den blauen oder orangenen Booststreifen zu landen, nur um sich danach angespannt mit absurder Geschwindigkeit in die Kurve zu legen… dann ist das einfach befriedigend und aufregend!

Das Bild zeigt eine Flug-Passage aus dem Racer "Fast RMX".
Einmal abheben und Turbo aktivieren!

Abwechslungsreiche Strecken!

Fast RMX bietet viel Abwechslung auf der Rennpiste. Neben komplett unterschiedlichen Settings halten die Kurse mit fiesen Hindernissen auf Trab. Es ist nicht immer ratsam, einfach den Turbo zu zünden. Einige Passagen verlangen ein etwas behutsameres Vorgehen.

Mal sind es schwebende Container und mal riesige Roboterspinnen, die uns beim Rennen massiv beeinflussen. Ebenso sorgen spezielle Fahrbahn-Beschaffenheiten für Abwechslung. Eis lässt uns rutschen, während uns Wasser ein wenig abbremst und die Sicht behindert. Eiszapfen, anrollende Felsen oder Steine in der Wüste machen uns das Leben schwer.
Schön ist, dass man einige Hindernisse mit dem Turbo durchbrechen kann. Es lohnt sich also, diesen hin und wieder für bestimmte Passagen aufzusparen.
Einige Events abseits der Rennstrecken sorgen darüber hinaus für eine coole Atmosphäre. Da wäre als Beispiel ein riesieger Wurm zu nennen, der sich durchs Geschehen gräbt.

Wem das noch nicht reicht, kann sich des Weiteren auf aus dem Boden schießende Flammen, Laserstrahlen, sich bewegende Plattformen und vieles mehr freuen!

Insgesamt hat jede Strecke ihre Eigenheiten zu bieten, was bei einer Gesamtanzahl von 36 schon beachtlich ist.

Das Bild zeigt Hindernisse aus Eis aus dem Racer "Fast RMX".
Fahrt ihr gegen die Eissäulen, verliert ihr an Geschwindigkeit. Ihr könnt aber auch mit einem Turbo einfach durchpreschen!

Mit dem Turbo taktieren

Dadurch dass man nicht warten muss, bis sich die Turboleiste gefüllt hat, kann man boosten, wann man möchte. Wofür wir den Turbo einsetzen, sollte stets bedacht sein. Mag ich meinen Gegner rammen? Eine Abkürzung benutzen oder durch einen Luftsprung Kugeln abstauben? Einfach meinen Vorsprung auf einer geraden Passage ausbauen?
Das Ressourcen-Management ist komlexer, als es zunächst den Anschein machen mag. Gerade dann, wenn man die Kniffe der verschiedenen Strecken verinnerlicht hat.

Das Bild zeigt eine regnerische Strecke aus dem Racer "Fast RMX".
Erkennt ihr noch was?

Eingängiges Gameplay

Vorbildlich ist die freie Tastenbelegung des Titels. In den Grundeinstellungen geben wir mit der A-Taste Gas während wir auf „B“ bremsen. Wollen wir uns in die Kurve legen und diese somit schärfer fahren, drücken wir die Schultertasten „ZR“ und ZL“. Wer Lust auf einen Geschwindigkeitsrausch hat, aktiviert den Turbo auf „R“. Den Phasenwechsel leiten wir auf „X“ ein.

Auf dem Steuerkreuz (oben) passt man die Ansicht an. Eine Ego-Perspektive ist dem Spieler leider verwährt. Und das ist es bereits! Die Steuerung fällt somit herrlich unkompliziert aus. Das ist praktisch, da wir ja schließlich mit voller Konzentration über die Piste heizen. Das Geschwindigkeitsgefühl ist hier super umgesetzt.

Neigungssteuerung und HD-Vibration sind ebenfalls an Bord und gut integriert. Außerdem können wir bei Bedarf Anpassungen beim Sound, der Musik und der Grafik vornehmen.

Fast RMX ist eine stylische Augenweide

Wir haben es hier mit einem Racer von Shin’en Multimedia zu tun. Schon auf der WiiU lobte man den Vorgänger Fast Racing Neo für seine tolle Optik. Doch was ist denn nun so schön an dem Spiel?

Zunächst einmal sieht man trotz der hohen Geschwindigkeit genug Details, um sich gut orientieren, gleichzeitig aber auch die schöne Aussicht bestaunen zu können. Während der schnelle Puls und der triefende Speichel also Geschwindigkeit und Schönheit zelebrieren, ist es das Unterbewusstsein, welches an die Tür klopft. Hm, tolle Optik und rasante Action… fehlt da nicht noch was? Genau! Der Artstyle beeindruckt ebenfalls.

Der futuristische Sciene Fiction-Look passt perfekt zu dieser Art Racer, auch wenn er hier „glatter“ und weniger „markant“ als beim Urvater F-Zero wirkt. Über die Jahre erschienen eben schon mehrere Sub Genre-Vertreter und lassen Fast RMX dadurch ein wenig generisch wirken, eben weil man das Gefühl hat, sowas in der Art schon mehrfach gesehen zu haben, auch wenn die Qualität hier besonders hoch ist.

Gelungene Akustik

Gleich vorweg: Soundeffekte und Musik sind solide. Allerdings wirkt beides auf mich ein wenig steril und etwas unscheinbar. Da bin ich aus der F-Zero-Reihe einfach mehr gewohnt. Der Soundtrack unterstreicht zwar das Spielgeschehen, hat aber weder Ohrwurm-Charakter noch nötigt er zum Mitgrooven. Kurz gesagt: Es wirkt etwas generisch.

Der Kommentator/Sprecher macht hier einen guten Job, wenngleich er auch nicht an den Voice Actor aus dem N64-Klassiker Wave Race rankommt.
Nichtsdestotrotz ein positiver Aspekt!

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus den Credits mit dem Namen "Jack Merluzzi" des Voice Actors aus dem Racer "Fast RMX".
Kompliment an den Sprecher Jack Merluzzi!

Technisch eine Wucht

Fast RMX läuft bei 1080p in knackigen 60 FPS. Und das bei dem, was auf dem Bildschirm alles abgeht.
Ihr habt die Möglichkeit, den Racer auch lokal zu viert im Splitscreen zu zocken. Selbst hier werden noch bis zu 1080p geboten. Allerdings skaliert das Game die Auflösung niedriger, wenn viel auf dem Bildschirm passiert, um die 60 FPS halten zu können. Insgesamt sieht man natürlich schon, dass man sich den Bildschirm teilt. Nichstdestotrotz aus technischer Hinsicht echt saubere Arbeit von Shin’en Multimedia.

Sehr wichtig ist natürlich auch die Darstellung der Fahrzeuge. Diese sehen allesamt nicht nur stylisch aus, sondern erstrahlen in tollem Glanz und sind stets scharf zu sehen.

Schöne Lichteffekte bei Sonnenschein sowie atmosphärische Wettereffekte wie Regen und Wind runden den positiven Gesamteindruck ab.

Das Bild zeigt den Splitscreen-Modus mit vier Spielern aus dem Racer "Fast RMX".
Auch im Splitscreen zu viert läuft der Race stabil!

Es gibt aber auch kleinere Kritikpunkte. Beispielsweise sieht man im letzten Kameraschwenk vor Rennbeginn, dass der Titel anscheinend noch lädt, wodurch alles etwas pixeliger wirkt.

Des Weiteren sieht man, dass einige Texturen und Modelle recht simpel strukturiert sind, wenn man wirklich mal anhält oder langsam fährt. Da wir uns aber die meiste Zeit mit Höchstgeschwindigkeit bewegen, wirkt sich dies nicht negativ auf die Optik beim normalen Spielen aus.
Was da schon unschöner ist, sind die Crashes, wenn man gegen ein Hindernis fährt. Die nachfolgende Animation und die Explosion sehen nicht ganz so hochwertig aus.

Einige Schattenseiten von Fast RMX

Ein solch spannender Racer ist prädestiniert dafür, dass man bestimmte Szenen einfach aufnimmt und festhält. Leider bietet Fast RMX keine Aufnahmefunktion, was mich negativ überrascht hat. Screenshots sind aufgrund der schnellen Fortbewegung nicht selten recht unscharf. Auch gibt es keine Funktion, seine Rennen irgendwo zu speichern oder sich das Rennen erneut anzuschauen.

Ist ein Rennen vorbei, so zeigt man eine Tabelle mit den Zeiten der Teilnehmer. Da sich manchmal echte Kopf-an-Kopf-Rennen ereignen, ist es interessant, seine genauen Zeiten zu vergleichen. Die dafür vorgesehene Tabelle verschwindet leider automatisch. Da wäre es sinniger, wenn man den Spieler entscheiden lassen würde, wann es weiter zur Wertung geht.

Manchmal war es mir unergründlich, warum mich meine Gegner kurz vor dem Ziel überholt haben. Ich bin mir nicht sicher , ob es da mit rechten Dingen zuging. Stellenweise wunderte ich mich auch bei den Boost-Streifen. Wenn ich beispielsweise von Anfang bis Ende mit meinem Fahrzeug drüberheize, mich dann aber ein Gegner überholt, der danebenfährt, muss es entweder so sein, dass er extrem viel Turbo gezündet hat und dies noch schneller macht oder das Spiel manchmal „einfach möchte“, dass Gegner X zur Herausforderung schneller nach vorne kommt. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Eine sogenannte „Gummiband-KI“ konnte ich allerdings nicht feststellen.
Es ist aber löblich, dass man stets gefordert ist, seinen Turbo nicht zu lange aufzusparen.

Das Bild zeigt den Schriftzug "FAST rmx" in den Credits aus dem gleichnamigen Future-Racer.
Die stilisierte Schreibweise ist „FAST rmx“

Außerdem…

… kann es ärgerlich sein, wenn man kurz vor dem Ziel gerammt wird, aber eine längere Passage davor keine Events stattfinden – also keine Boost-Streifen, keine Kugeln oder andere Kniffe, sodass man dann zusieht, wie man verliert, ohne, dass man noch was tun kann. Dies ist aber eher seltener der Fall.

Leider bleibt der Fast RMX-Kosmos durch fehlende Charaktere oder eine Geschichte bzw. Hintergründe recht flach, auch wenn es sich hier um einen Racer handelt.

Eine Egoperspektive sowie ein Rückspiegel sind nicht vorhanden. Somit kann man sich schlechter auf nähernde Gegner vorbereiten. Ein Marker, der nahe Gegner anzeigt, oder eine akustische Warnung sind ebenfalls nicht vorhanden.

Dadurch, dass die Turbokugeln beim Einsammeln kurzzeitig verschwinden, sind sie stellenweise unmöglich zu ergattern, wenn man seinem Vordermann dicht folgt. Dies ist ein wenig unbalanciert, da der Fahrer, der eh schon vorne ist, seinen Vorsprung noch weiter ausbauen kann. Es wäre praktischer, wenn die Kugeln einfach nicht verschwinden würden. Sie erscheinen zwar erneut, doch dauert dies bei einer knappen Aufholjagd zu lange.

Man sollte sich vor dem Kauf darüber im Klaren sein, dass Fast RMX kein einfacher Racer ist. Schon auf dem Einsteiger-Level können Fehler zu unaufholbaren Rennen führen. Nicht selten habe ich keine Spur mehr des Erstlings gesehen, obwohl ich stetig aufholte.
Im Umkehrschluss erhält der erste Platz aber somit eine gewisse Wertigkeit und man muss für seinen Erfolg arbeiten. Des Weiteren werden gute Fahrkünste und Streckenkenntnis damit honoriert, dass fehlerhaftes Fahren viel Zeit kostet. Es gibt viele kleine Kniffe, die es zu bedenken gilt, wenn man die Spitze erklimmen und diese halten mag.

Das Bild zeigt die Erstplatzierung aus dem Racer "Fast RMX".
Strengt euch an!

Üppiger Content

Shin’en Multimedia brachte das Spiel zum Launch der Nintendo Switch auf den Markt. Die Strecken des Vorgängers Fast Racing Neo sind mit an Bord. Man fügte allerdings sechs weitere Strecken zum Release hinzu. Am 13. September 2017 spendierte man dem Titel ein kostenloses Inhaltsupdate mit sechs weiteren Rennkursen.
Somit kommt Fast RMX auf satte 36 Rennstrecken. Es gilt also zwölf Cups mit jeweils drei Strecken zu meistern.
Erzielt man eine gute Platzierung auf dem Siegertreppchen, schaltet man weitere Cups, neue Fahrzeuge, höhere Schwierigkeitsgrade, neue Modi und witzigerweise sogar die Credits frei (alle Cups gefahren).

Das Bild zeigt die zwölf Cups aus dem Racer "Fast RMX".
Eine Vielzahl an Rennkursen!

Zur Auswahl stehen uns dafür 15 Fahrzeuge mit jeweils unterschiedlichen Werten in Bezug auf Geschwindigkeit, Beschleunigung, Boost und Gewicht. Das Gewicht entscheidet dabei über das Handling. Leichtere Fahrzeuge sind komfortabler durch die Kurven zu fahren, erreichen meist aber nicht so starke Höchstgeschwindigkeiten. Der für mich amüsanteste Name eines Fahrzeugs war „Mech Guyva“.

Das Bild zeigt die Fahrzeugauswahl aus dem Racer "Fast RMX".
Die 15 Flitzer sehen nicht nur sehr unterschiedlich aus, sie spielen sich auch anders

Welche Modi bietet mir Fast RMX?

Wir können uns in mehreren Modi austoben, die ganz eigene Schwerpunkte haben. Neben dem standardgemäßen Grand Prix (Meisterschaft) fahren wir in Zeitrennen persönliche Bestzeiten, ohne dass uns andere Fahrer behindern.

Im sogenannten Hero-Modus erinnert das Spiel an F-Zero X. Hier wählt man einzelne Strecken aus und muss Erster werden. Klingt wie immer? Nun, allerdings kann euer Gefährt nun Schaden nehmen und auch explodieren. Geschieht dies, seid ihr raus. Kommt ihr einmal von der Strecke ab oder fahrt frontal vor ein Hindernis, ist es vorbei. Dieser Modus hat mir besonders gut gefallen, weil er sehr anspruchsvoll ist. Man ist noch angespannter als im normalen Grand Prix.
Es ist etwas schade, dass man nur einzelne Strecken und keine Cups in diesem Modus spielen kann, allerdings sind die Herausforderungen auch so gegeben.

Das Bild zeigt die verschiedenen Spielmodi aus dem Racer "Fast RMX".
Für Abwechslung ist gesorgt

Jeder noch so zarte Kuss mit der Streckenbande kostet euch wertvolles „Leben“. Das Spannende ist nun aber, dass euch die Boost-Streifen nicht einfach nur schneller fahren lassen, nein, sie füllen eure „Rüstung“ wieder auf. Genauso verhält es sich mit den kleinen Kugeln, die ihr für den Turbo benutzt. In gewisser Weise lehrt euch das Spiel somit vorsichtiger und vor allem genauer zu fahren. Prägt euch die Kurven, die Speed-Streifen und die Position der Turbokugeln also gut ein! Schafft ihr es dann, der „Hero“ zu werden, freut ihr euch. Ich selbst habe acht ganze Anläufe auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad gebraucht.

Das Bild zeigt den Gewinner des Hero-Modus aus dem Racer "Fast RMX".
Und die Freude ist groß!

Mehrspieler-Modi und Online-Dilemma

Beim reinen Multiplayer kann man echt nicht meckern. Der Titel ist, wie bereits erwähnt, mit vier „Freunden“ im Splitscreen spielbar. Außerdem gewährt euch der Racer, mit bis zu acht Leuten lokal gegeneinander zu fahren. Ebenso tretet ihr gegen maximal acht Gegner online an. Praktisch dabei ist, dass es einen separaten Online-Modus für Freunde gibt.

Während das Spiel gegen Freunde super funktioniert, gelangen wir nun an einen Punkt, den ich leider nicht ganz so präzise werten kann: Den Online-Modus. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass ich ein Nischen-Genre von einem kleinen Entwickler drei Jahre nach Release spiele. Ich konnte am frühen Nachmittag selbst nach zehn Minuten Wartezeit keine Mitspieler finden. Abends konnte ich dann auf zwei Strecken jeweils einen Gegner finden. Der Titel scheint online also kaum noch gespielt zu werden, was mich unter den genannten Umständen auch nicht wundert.

Das Bild zeigt die Streckenauswahl des Online-Modus aus dem Racer "Fast RMX".
Wir suchen uns zunächst eine Strecke aus

Leider keine guten Ergebnisse

Nichtsdestotrotz hat sowohl meine Recherche als auch meine Erfahrung bezüglich der Online-Rennen Probleme aufgezeigt. Meine Recherche hat ergeben, dass es das ärgerliche Problem gibt, dass man häufiger nicht gleichzeitig mit seinen Gegnern startet. Somit ist gar kein faires Rennen möglich.
Meine persönliche Erfahrung konnte dies in beiden Fällen ebenfalls bestätigen. Beim ersten Rennen, dachte ich, ich sei Erster, da die ganze Zeit niemand vor mir zu sehen war und ich direkt einen Turbostart hinlegte. Dann zeigte mir das Spiel plötzlich an, dass schon jemand im Ziel ist.
Beim zweiten Rennen war ich dann der „Privilegierte“. Ich hatte direkt einen sehr großen Vorsprung, woraufhin mein Gegner in der dritten Runde das Rennen verließ.

Somit kann ich den Online-Modus aufgrund von Recherche und Eigenerfahrung nur als mangelhaft einstufen, weil kein spaßiges Spielerlebnis möglich ist. Da dies zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht ausgiebig getestet werden kann, lasse ich dieses erhebliche Manko nicht zu stark in die Endwertung mit einfließen.

Das Bild zeigt den Warte-Screen des Online-Modus aus dem Racer "Fast RMX".
Zunächst wählen wir eine bevorzugte Strecke aus und warten erst mal kräftig…

Schaut euch gerne meine ersten Schritte an!

Ich habe meinen Ersteindruck von Fast RMX direkt in einem YouTube-Video festgehalten. Schaut doch bei Interesse gerne einmal rein:

From Zero to Hero!

Nutzt eure Chance: Der Future-Racer ist momentan im Nintendo eShop für gerade mal 13,99 € bis zum 19. April in der Frühjahrsaktion zu haben!

Fazit zu Fast RMX

Pros

  • Technisch brillant
  • Üppiger Content, dennoch unter 1 GB groß
  • Eingängiges Gameplay, tolles Fahrverhalten
  • Phasenwechsel als Feature gelungen
  • Rasantes Action-Feeling
  • Abwechslung im Setting, den Modi und Fahrzeugen
  • Hoher Wiederspielwert
  • Gelungener Mehrspieler
  • Coole Präsentation, guter Voice Actor

Cons

  • Mangelhafter Online-Part
  • Hero-Modus nicht als Cup spielbar
  • Nichts für Anfänger
  • Keine Aufnahmen möglich
  • Etwas generischer Look
  • Soundeffekte und Musik eher Mittelmaß
  • Welt ohne Geschichte und Hintergrund sowie Charaktere etwas flach
  • Keine Egoperspektive oder Rückansicht
  • Turbokugeln bei knapper Aufholjagd etwas unbalanciert

Fast RMX ist zwar kein F-Zero-Ersatz – der Titel dieses Tests ist natürlich eine rhetorische Frage.
Nichtsdestotrotz überzeugt der Future-Racer von Shin’en Multimedia mit umfangreichem Content und sehr viel Abwechslung. Der simple Phasenwechsel und das eingängige Gameplay lassen den Puls in die Höhe schießen.
Das rasante Fahrgefühl in derart hochwertig technischem Gewand sucht in diesem Genre seinesgleichen.

Der dürftige Online-Modus, die eher generische Soundkulisse in Kombination mit kleineren Macken und Schwächen sowie die Tatsache, dass man einen solchen Titel vom Look gefühlt schon oft gesehen hat, verwähren an dieser Stelle eine Top-Wertung.

Über Justin Aengenheyster 293 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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