Chaos auf Deponia – Der zweite Teil im Test

Chaos auf Deponia ist der zweite Teil der ursprünglichen Deponia-Trilogie, rund um den namensgebenden Schrottplaneten. Hierbei handelt es sich um klassische Point-and-Click-Adventures, wie aus den guten, alten Monkey Island-Zeiten. Verantwortlich für die Reihe zeichnet sich die deutsche Entwicklerfirma Daedalic.

Worum geht es bei Chaos auf Deponia?

Der zweite Teil schließt quasi nahtlos an den ersten Teil an. Die Verschwörung des elysianischen Militärs, dem Organon, wurde aufgedeckt und die Sprengung von Deponia verhindert. Rufus‘ Angebetete Goal ist auf dem Weg nach Elysium, Rufus selbst aber musste zurück nach Deponia. Dies konnte er natürlich nicht akzeptieren, weshalb er sich mit einem selbstgebauten Katapult direkt in Goals Rettungskapsel hinein feuert. Hier nun beginnt das neue Abenteuer, denn die Rettungskapsel ist zerstört und Rufus, Goal und ihr ehemaliger Verlobter Cletus, landen wieder auf dem Schrottplaneten Deponia. Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte aller Teile findet ihr hier.

Zu allem Überfluss hat die harte Landung Goals Gehirnimplantat geschadet, weshalb sich ihre Persönlichkeit nun in drei Teile gespalten hat. Die eine ist die vornehme, aber leicht zickige Lady-Goal. Dann gibt es noch die stets streitsüchtige und emanzipierte Krawall-Goal und zu guter Letzt, die sehr naive und leicht zu beeindruckende Baby-Goal. Diese drei Persönlichkeiten sind auf Data-Kassetten gespeichert und wer die passende Fernbedienung besitzt, der kann frei entscheiden, welche von Goals Persönlichkeiten gerade aktiv sein soll. Vielleicht nicht die beste Idee, so viel Verantwortung dem leicht dümmlichen, aber vollends von sich überzeugten Rufus zu überlassen.

Goal und Rufus finden sich auf dem Schwimmenden Schwarzmarkt wieder, einer Schrottinsel auf der sich allerlei zwielichtige Gestalten herumtreiben. Da Goal Rufus nun nicht mehr vertraut, steht er vor einer Mammutaufgabe. Er muss jetzt nämlich nicht nur eine, sondern gleich drei Goals von seinen edlen Absichten überzeugen.

Das Bild zeigt das Gesicht des Hauptdarstellers Rufus vor einer Ziegelsteinwand. Der Name Rufus ist eingeblendet
Der leicht vertrottelte, aber durchaus liebenswerte Hauptdarsteller

How to achieve your Goals?

Um dieser Aufgabe Herr zu werden, muss der verpeilte Hauptdarsteller erst einmal herausfinden, wie die einzelnen Persönlichkeiten zu überzeugen sind. Da Rufus im Besitz der Fernbedienung zu Goals Gehirnimplantat ist, wechselt er daher fröhlich zwischen ihren Persönlichkeiten hin und her. Die eine möchte von einen Gentleman zum Essen ausgeführt, die andere will mit den richtigen Worten erobert werden. Die dritte möchte, dass ihr euch dem Widerstand gegen den Organon anschließt.

Natürlich gestaltet sich das alles als wesentlich komplizierter als zunächst gedacht und benötigt eine Menge Gehirnschmalz und kreatives Querdenken. Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich bei der Deponia-Reihe um klassische Point-and-Click-Adventures. Das bedeutet normalerweise, dass ihr euren Cursor frei über den gesamten Bildschirm bewegen und mit bestimmten Gegenständen und Personen interagieren könnt. Für die Konsolenumsetzung von Chaos auf Deponia wurde diese gängige Steuerung ein wenig angepasst. So muss sich Rufus in der unmittelbaren Nähe des Gegenstandes oder der Person befinden, womit ihr interagieren möchtet. Sollten mehrere Interaktionsmöglichkeiten dicht beieinander liegen, wählt ihr mit dem Stick aus, womit ihr interagieren möchtet. Es ist also mehr ein „Get-near-and-Click-Adventure“

Das mag für Genre-Veteranen zunächst ein wenig umständlich klingen, man hat sich aber schnell daran gewöhnt. Leider resultiert aus dieser Mechanik allerdings ein anderes Problem, auf das ich später eingehen werde.

  • Das Bild zeigt den schwimmenden Schwarzmarkt
  • Das Bild zeigt das Innere der Hafenspelunke des schwimmenden Schwarzmarkts
  • Das Bild zeigt Rufus von hinten, wie er an eine Holztür klopft.

Deponia und seine Bewohner

Der Schwimmende Schwarzmarkt bietet, trotz des recht suspekt klingenden Namens, doch sehr vielfältige und unterschiedliche Schauplätze. So gibt es den Hafen, an dem ein geduldiger Angler einen Fisch nach dem nächsten an Land zieht. Es gibt die zwielichtige Hafenkneipe, in der ihr auf Mitglieder eines Widerstandes und sogar auf das unorganisierte Verbrechen trefft. Dann gibt es noch den Marktplatz, auf dem ein blinder Apotheker seiner Arbeit nachgeht und auch ansonsten reges Treiben herrscht. Ebenso findet sich eine dunkle Gasse mit Geheimversteck. Hier erhaltet ihr nur mit dem richtigen Klopfzeichen Einlass. Sogar ein Industriegebiet hat das Eiland zu bieten. Hier ist auch das Labor eures Freundes Doc. Dieser ist der einzige, der Goals „Gehirnschaden“ wieder reparieren kann, aber erst, wenn sie Rufus wieder vertraut. Auch ein Restaurant, in dem lediglich Schnabeltier serviert wird, könnt ihr auf der Schrottinsel finden.

An abgedrehten Charakteren mangelt es bei Chaos auf Deponia wahrlich nicht. So ist die Besitzerin des Waffenladens eine schieß- und streitsüchtige Person, die ihr Sortiment am liebsten an unliebsamen Kunden ausprobiert. Der Verkaufsroboter des Gadget-Shops hat den Laden scheinbar feindlich übernommen und den Besitzer kurzerhand in seinem Roboterkörper eingesperrt. Dem Widerstand könnt ihr nur beitreten, wenn ihr ein Mitglied im Schnick-Schnack-Schnuck besiegt!

Das Bild zeigt eine Textbox, die besagt, dass Rufus von einem Drachen getött wurde. Die Auswahlmöglichkeiten "Restore", "New Game" und "Quit" stehen zur Verfügung
Frauen sollte man nicht reizen

Der abgedrehte Humor lässt schnell erkennen, dass man sich Genre-Legenden wie die Monkey Island-Teile zum Vorbild genommen hat.

Sowohl die Dialoge als auch die zahlreichen Monologe, die unser Protagonist führt, schaffen es wirklich einem immer wieder ein Schmunzeln abzuringen. Rufus ist nun einmal wie ein pubertärer kleiner Junge, der gerne auch mal über anzügliche Worte kichert. Auch als ihr eine Person mit einem argen Sprachfehler trefft, muss er sich immer wieder zusammenreißen, um nicht lauthals loszuprusten. Das macht ihn sehr sympathisch und auch liebenswert.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Beim Thema Dialoge geht Chaos auf Deponia wieder ganz klassische Wege. Immer, wenn ihr mit einer Person sprecht, wird eine Dialogbox mit verschiedenen Dialogoptionen eingeblendet. Ihr könnt dann selbst entscheiden, was ihr als nächstes fragen oder sagen möchtet. Oft kommt ihr erst weiter, wenn ihr vorher mit einer bestimmten Person über ein bestimmtes Thema gesprochen habt. So erfahrt ihr erst im Gespräch mit eurem Kumpel Bozo, dass seine alte Freundin in der Stadt lebt. Er scheint immer noch etwas für sie übrig zu haben, traut sich aber zunächst nicht, noch einmal an ihre Türe zu klopfen. Wer könnte es ihm verdenken, handelt es sich bei seiner alten Freundin doch um die schießwütige Besitzerin des Waffenladens. Natürlich völlig uneigennützig, überredet Rufus ihn, es doch noch einmal zu versuchen.

Die Dialoge an sich sind größtenteils wirklich sehr abwechslungsreich und kreativ gestaltet. Jede Person auf Deponia hat seinen ganz eigenen Charakter, der durch die Dialoge sehr gut herausgearbeitet wird. Dadurch bekommen die unterschiedlichen Personen einen hohen Wiedererkennungswert. Was positiv auffällt, sind die unterschiedlichen Varianten, mit denen Rufus euch zu verstehen gibt, dass ihr gerade etwas sinnloses versucht. Wo andere Vertreter des Genres gerne immer wieder die selben Floskeln wie „Lieber nicht“ oder „Ich muss etwas anderes versuchen“ raus hauen, ist Rufus da wesentlich kreativer. Die Entwickler haben sich hier definitiv mehr Gedanken darüber gemacht, was der Spieler vielleicht als logisch ansehen könnte. Unser Protagonist erklärt uns dann, in einem verhältnismäßig langen Monolog, warum es zwar irgendwie Sinn macht, aber dann doch nicht.

Idee gut, Ausführung… naja

Dies ist zunächst ganz witzig, zumindest, wenn ihr euch gerade außerhalb eures Inventars bewegt. Hier könnt ihr nämlich jede gesprochene Zeile durch Drücken der B-Taste überspringen. Anders verhält sich dies, wenn ihr innerhalb eures Inventars etwas miteinander kombinieren wollt. Hält euch Rufus hier einen Vortrag darüber, warum etwas nicht funktioniert, müsst ihr euch dies von vorne bis hinten anhören. Die Möglichkeit, das Ganze zu beschleunigen, gibt es hier unverständlicherweise nicht. Gerade, wenn ihr nicht so recht weiter wisst und einfach mal etwas ausprobieren wollt, kann das schon ganz schön nervig sein.

Das Bild zeigt Rufus' Inventar. Darin befinden sich zwei Gegenstände.
Im Tutorial werden euch die Basics beigebracht

Rätsel-Chaos auf Deponia

Der wichtigste Aspekt bei Point-and-Click-Adventures sind natürlich die Rätsel! Davon gibt es auf Deponia jede Menge! In der Regel habt ihr irgendein Problem bzw. möchtet irgendein bestimmtes Ziel erreichen. Dies ist aber in den seltensten Fällen auf geradem Weg möglich. Wollt ihr beispielsweise Baby-Goal überzeugen, dass sie mit euch zu Doc geht, müsst ihr euch erst dem Widerstand anschließen.

Dazu müsst ihr erst einmal herausfinden, wo sich der Widerstand überhaupt trifft! Dies erfahrt ihr in einem Gespräch in der Spelunke. Natürlich könnt ihr aber nicht einfach so mitmachen. Erst müsst ihr ein Mitglied des Widerstandes im Schnick-Schnack-Schnuck besiegen.

Das geht aber nicht einfach mal so locker vom Hocker. Eure Finger könnten ja gezinkt sein! Ihr braucht einen offiziellen Turnierhandschuh, um spielen zu können! Diesen wiederum bekommt ihr im Unterschlupf des Unorganisierten Verbrechens, aber wie sollt ihr denn jetzt da rein kommen? Natürlich, indem ihr eine kaputte Brille auf das Periskop des Unterschlupfs setzt, so dass ihr nicht mehr vorher bemerkt werdet! Aber wie kam man denn jetzt an die kaputte Brille? Die gab es im Gadget-Shop, nachdem ihr sie dort in die Müllpresse geschmissen habt.

So oder so ähnlich laufen die Rätsel bei Chaos auf Deponia und auch bei den meisten anderen Genre-Kollegen ab. Allerdings sind einige Lösungen doch so arg verschachtelt, dass ihr viel Durchhaltevermögen braucht, um weiter voran zu schreiten. Dabei kann man nicht einmal sagen, dass die Lösungen unlogisch wären. Das sind sie in den allermeisten Fällen nämlich nicht. Jedenfalls werdet ihr euch das denken, wenn ihr die Lösung dann irgendwann kennt. Vorher jedoch werdet ihr das ein oder andere Mal der Verzweiflung nahe sein. Außer natürlich ihr ruft das Internet zur Hilfe!

Das Bild zeigt zwei lila leuchtende Portale. Dazwischen steht zweimal der Hauptdarsteller Rufus.
Noch ein Rufus?!

Steuerungs-Chaos auf Deponia

Der Grund dafür ist eine Mechanik, die ich zu Beginn bereits angesprochen hatte. Grundsätzlich ist die Steuerung und die Interaktion mit eurer Umwelt ganz gut gelöst. Ihr braucht nämlich nicht erst euer Inventar zu öffnen, um dann einen Gegenstand auszuwählen. Am unteren Rand eures Bildschirmes seht ihr nämlich ein kleines Fenster mit einem Gegenstand darin. Dies ist der Gegenstand, den ihr gerade angewählt habt. Möchtet ihr einen anderen benutzen, könnt ihr die Gegenstände aus eurem Inventar einfach mit Steuerkreuz links und rechts durchschalten. Steht Rufus in der Nähe des Gegenstandes, mit dem ihr euren benutzen wollt, braucht ihr nur noch X zu drücken. Soweit die Theorie.

Wie bereits erwähnt, kommt es nicht selten vor, dass mehrere Gegenstände dicht beieinander sind, mit denen ihr interagieren könnt. Jeder kennt die Situation in solchen Spielen. Ihr kommt einfach nicht weiter und euch gehen die sinnvollen Ideen aus. Also tut ihr das, was jeder Spieler tun würde. Ihr fangt an, alle Gegenstände aus eurem Inventar mit allem zu benutzen, was euch in die Quere kommt. Das ist ein absolut probates Mittel und hat schon tausenden von Spielern solcher Adventures weiter geholfen!

Hier gestaltet es sich aber als stellenweise echt mühselig. Habt ihr nämlich einen Gegenstand probiert, und schaltet zum nächsten aus eurem Inventar, kommt es immer wieder vor, dass auf einmal nicht mehr der Gegenstand in der Welt markiert ist, den ihr vorher markiert hattet! Plötzlich visiert das Spiel den Gegenstand daneben an. Rufus‘ darauffolgenden Monolog könnt ihr zwar beschleunigen, es nervt aber trotzdem irgendwann ungemein. Aus welchem Grund das Spiel das macht, bleibt ein Rätsel.

Steuerungs-Chaos auf Deponia II

Ebenfalls ein Rätsel ist die teils verzögerte Eingabe. Versucht ihr, Dialogoptionen zum Beispiel mit dem Steuerkreuz durchzuschalten, funktioniert das unheimlich langsam. Der Stick funktioniert wesentlich schneller, durch das Zurückfedern, passiert es aber gerne mal, dass ihr doch die falsche Option erwischt. Der darauffolgende Dialog, welchen man vielleicht schon mehrfach gehört hat, verhagelt einem den Spielspaß dann doch ein wenig.

  • Das Bild zeigt Goal in einem knappen Schnabeltier Outfit mit einer Bataka in den Händen
  • Das Bild zeigt Rufus in einem Ganzkörper-Schnabeltieranzug mit einer Bataka in den Händen.
  • Das Bild zeigt Rufus und Goal, wie sie sich in einer Arena gegenüberstehen.

Der beschwerliche Weg nach Elysium

So sprecht, kombiniert und rätselt ihr euch immer weiter voran. Zwischendurch gibt es auch das ein oder andere Minispiele zu absolvieren. Diese reichen von reinen Reaktionsspielchen bis zu echten Kopfnüssen. Solltet ihr darauf keine Lust haben, bietet euch das Spiel sogar die Möglichkeit, diese einfach zu überspringen. Sie bieten allerdings meist eine nette Abwechslung von den Teils verzwickten und verschachtelten Rätseln. Allgemein wünscht man sich an der ein oder anderen Stelle ein wenig mehr Hilfe vom Spiel. Klar, es soll einem nichts vorgekaut werden. Wenn man der Lösung eines Rätsel aber so nah ist, würde ein kleiner Hinweis des Protagonisten aber nicht schaden.

Ein weiterer Frustmoment kann entstehen, wenn ihr Gegenstände aus eurem Inventar kombiniert. Es folgt ein Monolog, den ihr nicht unterbrechen oder beschleunigen könnt. Da Rufus nun etwas anderes sagt als sonst, seid ihr schon in der freudigen Erwartung, etwas richtig gemacht zu haben. Oft ist das dann aber ein Trugschluss. Die eingangs erwähnten kreativen Alternativen zu „Lieber nicht“ oder „Ich muss etwas anderes versuchen“ werden dann schnell zu Resignation.

Ebenfalls sehr frustrierend kann es sein, wenn ihr euren Spielfortschritt verliert! Das Spiel führt zwar regelmäßig automatische Zwischenspeicherungen durch, auf diese könnt ihr aber nur zugreifen, wenn ihr auf „Weiterspielen“ klickt. Das manuelle Laden eines beliebigen automatischen Speicherstandes ist nicht möglich. Demnach solltet ihr nie ein neues Spiel starten, wenn ihr euer altes nicht vorher manuell abgespeichert habt. Tut ihr dies doch, dann gilt euer neues Spiel als letzter automatischer Speicherstand und euer alter Spielfortschritt ist dahin. Leider sehr unvorteilhaft gelöst.

Grafik und Sound

An der Grafik gibt es nicht viel zu meckern. Das Spiel präsentiert sich im netten 2D-Comic-Look, ganz im Stile der Vorbilder wie Monkey Island 3. Ganz selten gibt es mal kurze Zwischensequenzen zu sehen. In seltenen Fällen „verschluckt“ sich das Spiel mal und Rufus kann sich zwar weiter bewegen, die Bewegungsanimationen jedoch fehlen. Dies ist aber meist bereits damit behoben, dass ihr ein anderes Areal betretet.

Der Sound des Spiels ist zum größten Teil sehr gut gelungen. Sämtliche Texte werden von Sprachausgabe in diversen Sprachen begleitet. Auch das Einblenden von Untertiteln in verschiedenen Sprachen ist möglich. Die deutsche Sprachausgabe ist gut, wobei Rufus‘ englische Stimme meiner Meinung nach wesentlich besser zu ihm passt. Ein Highlight des Spiels ist definitiv der Sänger, der zwischen den Kapiteln immer eine gesungene Zusammenfassung des Geschehens gibt.

Das Bild zeigt einen Mann mit Schrotthut auf dem Kopf und einer selbstgebauten Gitarre in der Hand.
Der Sänger zwischen den Kapitel ist ein Highlight des Spiels!

Fazit

Pros:

  • Verrückte Charaktere
  • Abgedrehte Dialoge
  • Sehr guter Humor
  • Hommage an Genre-Klassiker wie Monkey Island
  • Fordernde Rätsel
  • Netter 2D Comic-Look

Cons:

  • Nervige Eingabeverzögerung / ungenaue Steuerung
  • Stellenweise unnötig lange Monologe, die nicht weiter helfen
  • Teilweise zu fordernde Rätsel
  • Ziele sind oft nicht klar/ zu wenig Hilfestellung
  • Unvorteilhaftes Speichersystem

Chaos auf Deponia ist ein gutes Spiel, welches mich an die glorreichen Zeiten von Monkey Island 3 etc. erinnert hat. Ein abgefahrener Humor gepaart mit einer zeitlosen 2D Comic-Optik funktioniert einfach fast immer! Es ist nicht zwingend erforderlich, den Vorgänger gespielt zu haben. Für komplette Adventure-Neulinge würde ich allerdings keine Empfehlung aussprechen. Dafür sind die Rätsel einfach zu verzwickt und verschachtelt. Die angesprochene Problematik mit der Steuerung trübt ebenfalls immer mal wieder den Spielspaß, da sie genau dann zum Tragen kommt, wenn man ohnehin schon nicht weiter weiß.

An bestimmten Stellen kommt ebenfalls Frust auf, wenn man eine Situation nicht richtig löst. Dann muss man es stellenweise erneut versuchen und sich teilweise ellenlange Dialoge mehrfach anhören. Es gab eine Situation im Spiel, da kostet es fast eine gesamte Minute, wenn man die falsche Dialogoption wählt. Wenn man es dann, wie ich, viermal falsch macht, dann sind fünf Minuten Lebenszeit einfach dahin! Der Humor des Spiels ist dafür noch einmal gesondert hervorzuheben. Lange hat es kein Spiel mehr geschafft, mir so oft ein Lächeln und sogar Lachen abzuverlangen. Für mich war es die erste Berührung mit einem Teil der Deponia-Reihe. Ich denke, ich werde die anderen Teile ebenfalls irgendwann spielen, aber erst müssen diese Wunden verheilen.

Das Bild zeigt die Zahl sieben.

Das Testmuster wurde uns von Marchsreiter Communications GmbH zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über Sebastian Broens 8 Artikel
Im Jahre 1984 geboren, habe ich 1991 auf dem guten, alten Game Boy meine ersten Erfahrungen in Sachen Nintendo und Gaming insgesamt gesammelt und bin seither nicht mehr davon weggekommen. Heute besitze ich außer dem NES und der WiiU so ziemlich alle Nintendo-Konsolen und diverse Handhelds die man hierzulande kaufen kann. Zu meinen Lieblingsspielen gehören die The Legend of Zelda-Teile, sowie Metroid und Fire Emblem. Besonders ans Herz gewachsen ist mir natürlich die Switch, da sie für mich einfach das Beste aus zwei Welten vereint. Ich kann nicht nur vor dem heimischen Fernseher, gemütlich auf der Couch zocken, sondern auch überall unterwegs. Außerdem ist die Switch für mich die perfekte Konsole, um auch einmal kleinere, unbekanntere Titel auszuprobieren, die ich euch in meiner Rubrik Schattenspiele gerne näher bringen möchte.

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