Sakurai spricht über Home Office – Arbeit an Smash Ultimate DLC geht gut voran

In der wöchentlichen Ausgabe des Videospiel-Magazins Famitsu hat Masahiro Sakurai schon seit ein paar Ausgaben seine eigene Kolumne. Dieses Mal sprach er über die aktuellen Fortschritte bei der Entwicklung des Super Smash Bros. Ultimate-DLCs und die Herausforderung, von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Aussagen von Sakurai wurden von @Sephazon auf Twitter ins Englische übersetzt. Ich liefere euch hier die deutsche Übersetzung:

Super Smash Bros. Ultimate ist ein höchst vertrauliches Projekt und sollte gut geschützt sein. Darüber mache ich mir jedoch weniger Sorgen, als um die Ausbreitung von COVID-19. Die können wir durch weniger Kontakt untereinander verringern. Wir arbeiten ziehen hier gemeinsam am Strang, um zu überleben.

Bislang ist unsere Arbeit von zu Hause aus äußerst erfolgreich. Einige Mitarbeiter sollten belobigt werden. Es hilft sehr, dass das Pendeln weg fällt. Manche Mitarbeiter fahren zwei Stunden, um zur Arbeit zu kommen. Homeoffice ist also viel effektiver für sie.

Was ist mein erster Eindruck über Homeoffice? Zuerst einmal ist die Luft viel sauberer. Geschäftige Büros haben üblicherweise stickige Luft. Von der Heizung schwitze ich ständig. Aber zu Hause im eigenen Zimmer, kann man es sich so richtig bequem machen und sowohl die Temperatur, als auch die Luftfeuchtigkeit bestimmen.

Es ist außerdem ein Vorteil, natürliches Licht zu haben. Das Büro hat zwar viele Fenster, diese müssen aber immer verdeckt sein, damit niemand spionieren kann. Es ist sehr angenehm, die Morgen- und Abendsonne zu sehen.

Natürlich lockt die Versuchung, lieber zu zocken oder zu schlafen. Das stört aber nicht weiter. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns und man tendiert dazu, einfach weiterzumachen. Es ist nicht gut, Leute warten zu lassen. Das ist vergleichbar damit, E-Mails unterwegs zu beantworten. Man macht es einfach.

Ich arbeite und beantworte meine Korrespondenz bis Mitternacht. Trotzdem mache ich inzwischen geregeltere Pausen zum Essen und ein besseres Zeitgefühl.

Die aktuelle Arbeitssituation ist wird konstant verbessert. Ich habe die Übersicht über alles, was das Team macht und habe somit immer zu tun.

Es gibt eine Menge Dinge, die verbessert oder korrigiert werden müssen, damit alle Entwickler gut arbeiten können. Von zu Hause aus ist es allerdings schwerer, alle zu versammeln, sodass ich es ihnen erklären kann.

Die übliche Reaktion ist erst einmal eine Antwort-E-Mail. Da die Daten jedoch hoch komplex sind, werden diese immer länger. Manchmal ist einfach Live-Feedback nötig. Dafür halten wir dann Videokonferenzen ab, um uns auszutauschen. Das fühlt sich veraltet an, da wir uns alle den Termin einräumen müssen. Bei einer Familie mit Kindern wird das noch schwieriger.

Ich habe mir ein Mikrofon und eine Capture Card geholt und ein Studio eingerichtet. Dort kann ich das Spiel spielen und das Team live bei der Entwicklung unterstützen. Wenn ich jemanden anrufe, zeige ich das Gameplays oder des PCs, den ich überwache, nehme das ganze auf, lade es auf dem Server hoch und lasse es die anderen Mitglieder herunterladen.

Das System ist zwar neu, funktioniert aber super mit dem Team. Viel besser, als wenn ich es mit einer Kamera aufnehmen würde. Wir versuchen gerade herauszufinden, wie wir die Dateigrößen minimieren können, um weniger Bandbreite zu nutzen.

Momentan kommen wir problemlos voran. Allerdings entwickeln wir gerade nur einen DLC. Hätten wir das vollständige Spiel in diesem Zustand entwickeln müssen, wäre das sehr schwierig geworden.

Viele Künstler haben es gerade schwer, nicht nur in der Videospielbranche. Ich arbeite einfach fleißig weiter – nicht nur, um mir dann mehr Freizeit zum Zocken zu verdienen, sondern auch, um mehr an die frische Luft zu können, sobald die COVID-19-Gefahr zurückgegangen ist.

Masahiro Sakurai, Famitsu

Sakurai hat eine hervorragende Einstellung zum Homeoffice. Er arbeitet diszipliniert und motiviert mit dem Team zusammen und sucht konstant nach Lösungen, um die Arbeit von zu Hause noch effizienter zu gestalten.

Es ist außerdem schön zu wissen, dass jemand wie Sakurai, der mehrmals aufgrund von Überarbeitung ohnmächtig geworden ist, nun ein bisschen mehr auf sich achtet. Homeoffice scheint gar keine schlechte Lösung zu sein.

Falls ihr euch fragt, weshalb Sakurai noch nicht auf #FixUltimateOnline eingegangen ist – diese Kolumnen werden üblicherweise im Voraus geschrieben. Sollte es demnächst eine Reaktion darauf geben, teilen wir euch diese natürlich umgehend mit.

Wie findet ihr den Einblick in den Arbeitsalltag der Legende?

Quelle: NintendoSoup

Über Roger Hogh 509 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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