Paper Mario: Spezielle Designs und Charaktere seit Sticker Star Geschichte, Produzent Kensuke Tanabe klärt auf

Kensuke Tanabe (EPD, Producer)

Paper Mario: Spezielle Designs sind Geschichte!

Viele Fans der Serie haben sich schon häufiger gefragt, warum die individuell designten Charaktere seit Paper Mario: Sticker Star nicht mehr erscheinen. Statt den bekannten Wesen eine eigene Persönlichkeit und eine ausgefallene Optik zu geben, präsentiert man seither lediglich generische Designs. Schon zuvor galt es als ungeschriebenes Gehemnis, dass Shigeru Miyamoto den Einwand erhob, doch bitte schlichtere Designs zu verwenden.

Nun haben wir eine offizielle Stellungnahme des Produzenten von Paper Mario: The Origami King. In einem Interview mit VGC ließ Nintendo-Veteran Kensuke Tanabe (welcher auch die Donkey Kong- und Metroid Prime-Serie beaufsichtigt) Folgendes verlauten:

Mario ist berühmt für seine ikonische Besetzung von Bösewichten. Können Sie über den neuen Bösewicht in diesem Spiel sprechen und wie Sie einen Charakter entwerfen, der neben Größen aller Zeiten wie Bowser und Kamek steht?

Tanabe: Seit Paper Mario: Sticker Star ist es nicht mehr möglich, Mario-Charaktere zu ändern oder originelle Charaktere zu erstellen, die das Mario-Universum berühren. Das heißt, wenn wir keine Mario-Charaktere für Bosse verwenden, müssen wir originelle Charaktere mit Designs erstellen, die das Mario-Universum überhaupt nicht einbeziehen, wie wir es bei Olly und den Schreibwaren-Bossen getan haben. Ob ein Charakter ein Allzeit-Hit wird oder nicht, liegt nicht an uns auf der Entwicklungsseite. Ich denke, es ist eher so, dass Charaktere, die Fans wirklich akzeptieren, auf diese Weise enden. Ich hoffe, dass die Origami-Geschwister in Paper Mario: The Origami King den Spielern in Erinnerung bleiben, auch wenn sie nur in diesem Titel erscheinen.

Produzent Tensuke Tanabe im Interview mit VGC
Das Bild zeigt ausgefallene Design von einem Bob-Omb und Yoshi aus dem Spiel "Paper Mario: Die Legende vom Äonentor".
Solche Designs sind Geschichte / Quelle: gutelaunetyp (YouTube)

Paper Mario: Spezielle Designs in Zukunft? Mit dieser Aussage dürfte klar sein, dass die Serie auch weiterhin bei den generischen Designs bleibt.

Man mag sämtliche Spieler abholen

An anderer Stelle äußerte sich Produzent Tanabe ebenfalls zum Spagat zwischen Fans und Neulingen der Serie:

Ist es schwierig, ein Gleichgewicht zu finden, das allen Paper Mario-Fans gefällt? Besonders Hardcore-Spieler, die mehr RPG-Elemente wie Erfahrungspunkte wollen, im Vergleich zu Gelegenheitsspielern, die eine ansprechende Erfahrung suchen?

Tanabe: Erstens ist Nintendos Philosophie bei der Erstellung von Spielen, dass wir Gelegenheitsspieler bei der Erstellung unserer Spiele nicht ignorieren. Dies gilt auch für Spiele wie die der Metroid Prime-Serie. Spiele, die auf den ersten Blick so aussehen, als ob sie sich nur an Core-Gamer richten. In diesem Sinne haben wir in der Paper Mario-Reihe viel Arbeit investiert, insbesondere in die Rätsellösungselemente der Spiele, damit sie auch den Core-Gamern Spaß machen können.

In Paper Mario: The Origami King müssen die Spieler beispielsweise die Schwachstellen von Bossen anhand ihrer Eigenschaften erraten und nach einer Lösung suchen, um sie zu besiegen. Andernfalls können sie diese Schlachten nicht gewinnen.

Dies ist schließlich ein Abenteuerspiel, also wäre es nicht richtig, wenn die Schlachten nicht auch ein Element zum Lösen von Rätseln hätten! (Natürlich haben wir auch ein System für Gelegenheitsspieler hinzugefügt, bei dem sie Münzen in Schlachten verwenden können, um Hilfe von den zuschauenden Toads zu erhalten.)

Ich denke jedoch, dass es schwierig ist, bestimmte Fans mit der Richtung des Abenteuerspiels zufrieden zu stellen, wenn sie Paper Mario-Spiele einfach als RPGs betrachten. Ich hoffe, dass jeder dieses Spiel offen spielen wird.

Produzent Tensuke Tanabe im Interview mit VGC
Das Bild zeigt Toads in verschiedenen Farben aus dem Spiel "Paper Mario: THe Origami King".
Paper Mario: Spezielle Designs? Take this! / Quelle: Nintendo (YouTube)

Keine zu komplexe Geschichten

Tanabe betonte, dass es wichtig sei, dass alle Spieler die Geschichten verstehen können. Man fokussiere sich eher darauf, einprägsame Momente zu erschaffen:

Wie stellen Sie sicher, dass die Geschichte ein breites Publikum anspricht? Und welche Herausforderungen stellen sich Ihren Autoren innerhalb des Mario-Franchise?

Tanabe: In Super Paper Mario führte die aufwändige Geschichte das Spiel vom Mario-Universum weg. Seit Paper Mario: Sticker Star verzichte ich auf zu komplizierte Geschichten. Persönlich mag ich Spiele mit Geschichten. Während der Produktion von The Legend of Zelda: A Link to the Past verwendeten wir ein System für Charaktereinstellungen und echte Gespräche, um die Geschichte zu erstellen, die eine Premiere für ein Spiel in einer Serie war. (Ich habe auch den Text für dieses Spiel geschrieben.)

Um zu Mario zurückzukehren, habe ich in Paper Mario: Color Splash eine komplizierte Geschichte vermieden, um nicht zu weit vom Mario-Universum entfernt zu sein und stattdessen ein Spiel mit unvergesslicheren Ereignissen angestrebt. Um den Spielern noch unvergesslichere Erlebnisse zu bieten, haben wir in Paper Mario: The Origami King einige andere Charaktere als den Partnercharakter festgelegt, die auch mit den Spielern durch das Spiel reisen werden. Insbesondere denke ich, dass Bobby (Bob-Omb) sich als ebenso denkwürdiger Charakter herausgestellt hat wie Olivia.

Produzent Kensuke Tanabe im Interview mit VGC
Das Bild zeigt das von bunten Bändern eingehüllte Schloss von Peach in der Luft. Mario und Olivia fallen hinab.

Nach der Nintendo Wii änderte sich einiges

In diesem Zusammenhang bedenke man, dass Paper Mario: Sticker Star fünf Jahre nach dem Wii-Ableger Super Paper Mario (Welches noch eine ausgefallenere Story bot) erschien. Der große Erfolg der Wii, welcher unter anderem durch den Ansturm der Gelegenheitsspieler zu erklären ist, könnte Nintendos Ausrichtung massiv beeinflusst haben. Zieht man beispielsweise Paper Mario: Die Legende vom Äonentor heran, sieht man mutige Designs und ausgefallene Geschichten und Charaktere samt erwachsenen und kontroversen Themen. Solche Elemente verwarf das Entwicklerteam und transfomierte die Serie immer weiter zu einem Action-Adventure, welches weniger Komplexität bietet.

Für nicht wenige Core-Fans der Reihe stellt dies ein Bruch der Serie dar. Nintendos Philosophie – immer etwas Neues zu erschaffen – scheint leider nicht alle zufriedenzustellen, im Gegenteil. Ob sich neue Fans an dem alten Stil gestört hätten, kann man im Nachhinein nicht sagen. Allgemein strukturiert man Paper Mario: The Origami King zugänglicher für sämtliche Altersklassen.

Unsere erste Gameplay-Session zum Origami-Trip

Schaut euch gerne unser Gameplay zum Flüsterforst aus dem Origami-Abenteuer an:

Gerne könnt ihr euch den dazugehörigen Beitrag durchlesen, in welchem ich euch meinen Ersteindruck schildere.

Wie steht ihr zu der Transformation der Paper Mario-Serie? Vermisst ihr alte Stärken oder seid ihr Neulinge? Eventuell seid ihr auch langjährige Fans und könnt das neue Abenteuer dennoch genießen. Oder ihr zählt zu den Neulingen, die von alten Stärken gehörbt haben und sich diese auch zurückwünschen. Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Quelle: VGC

Über Justin Aengenheyster 297 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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