E3 2020 abgesagt – die Zukunft der Spielemessen

UPDATE:

Nun ist es auch von offizieller Seite bestätigt worden – die E3 2020 findet nicht statt. In der offiziellen Pressemitteilung der ESA entschuldigen sich die Veranstalter vielmals dafür, den Event aufgrund des Coronavirus ausfallen zu lassen, doch Sicherheit gehe vor. Der Veranstalter wird mit Ausstellern und Teilnehmern in Kontakt treten, um eine vollständige Rückerstattung zu gewährleisten. Des Weiteren überlegen sie bereits, wie sie daraus eine online-Erfahrung im Juni machen können, um dennoch die neuesten Industrie-Entwicklungen präsentieren zu können und bereiten sich darauf vor, das Konzept der E3 2021 komplett zu überarbeiten, um wieder mehr Bedeutung für die Medien, die Industrie und nicht zuletzt die Fans zu erlangen.

Das vollständige Statement findet ihr hinter diesem Link.

URSPRÜNGLICHER BEITRAG

Die E3 2020 findet laut einer ganzen Menge Quellen nicht statt. Was bedeutet das für die Zukunft der Spielemesse?

Woher stammt die Info?

Mehrere Quellen, die in engem Kontakt mit der Entertainment Software Asociation (ESA) in Kontakt stehen, sind an die Seite Ars Technica herangetreten und bestätigten, dass das Unternehmen die E3 für dieses Jahr absagen wird. Eigentlich sollte die Veranstaltung im Juni in Los Angeles stattfinden. Iam8bit, eigentlich beauftragt für Merchandise und die Eventpllanung, hat kurz nach Auftreten des Gerüchts seine Aufgaben niedergelegt.

Devolver Digital, einer der größten Indie-Publisher, teilte zeitgleich mit diesen Hinweisen einen Tweet, der die Leute auffordert, ihre Flüge und Hotelbuchungen zur E3 zu stornieren.

E3 in Schwierigkeiten

Bisher hat sich die ESA noch nicht dazu geäußert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Event lediglich verschoben wird, aber so verrückten Zeiten wie heute, in denen jede Menschenansammlung größer als 1 aus Angst vor Ansteckungsgefahr unterbunden und sich ein ganzes Land selbst unter Quarantäne stellt, erwarte ich keinen Aufschub.

Die E3 hatte ohnehin die letzten Jahre mit schwindenden Ausstellern zu kämpfen. Activision Blizzard nahm seit 2016 nur noch unregelmäßig teil. EA veranstaltete seit 2016 zeitgleich unabhängig von der E3 EA Play. Nintendo war zwar weiterhin jedes Jahr anwesend, zeigte jedoch schon seit einer Weile keine Keynote Events mehr, sondern nur noch eine Nintendo Direct. Und Sony fehlte letztes Jahr und hatte auch für 2020 bereits abgesagt, was umso verheerender war, wo doch die Playstation 5 noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Die Zukunft der Spielemessen

Mit der Absage der E3 2020 steht die Zukunft der E3 – und auch der anderen Spielemessen – in den Sternen. Immer mehr Entwickler und Publisher scheinen lieber ihre eigenen Events zu veranstalten oder präsentieren ihre Neuigkeiten in Live-Streams. Und wer will es ihnen verübeln? Die Technologie ist dazu da, genutzt zu werden. Live-Streams, Youtube-Videos, etc. sind eine unglaublich kostengünstige Alternative für alle Beteiligten. Außerdem besteht dann keine Gefahr, sich in wirklich dumme Schwierigkeiten zu bringen, wie der „Don’t you guys have phones“-Fauxpas von Blizzard.

Es kommen interessante Zeiten auf uns zu. Bleibt das Format E3 nun weiter bestehen, oder wird es in Zukunft eher ein Wochenende mit einem Streaming-Zeitplan geben? Soweit ich das sehe, gibt es kaum noch etwas, dass für eine Messe spricht, außer dem persönlichen Kontakt, dem Gefühl, mit anderen Gamern zusammen zu sein und als Entwickler live ein Feedback zu seinen neuesten Spielen zu erhalten. Aber auch das lässt sich heutzutage durch das Internet bewerkstelligen. Live-Sessions funktionieren, die Demos, die vor Ort gezeigt werden, könnten großflächig unter die Leute gebracht und somit viel mehr Feedback eingeholt werden. Alleine schon die wegfallenden Wartezeiten zwischen schwitzenden Spielern, nur um 15-Minuten eine Demo zu spielen, die vermutlich eh schon irgendwo gespoilert wurde, wären schon ein großer Pluspunkt.

Ein Umdenken in die digitale Richtung wäre meiner Meinung angebracht. Arbeitsplätze, die für die Veranstaltung vor Ort wegfallen würden, könnten durch neue Arbeitsplätze im digitalen Sektor aufgefangen werden.

Wie seht ihr das? Glaubt ihr, dass solche großen Veranstaltungen noch eine Zukunft haben? Welche Vor- und Nachteile gäbe es eurer Meinung nach, auf digitale Events umzusteigen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: ArsTechnica

Über Roger Hogh 733 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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