Warum der Hate um das MOBA Pokémon Unite?

Warum der Hate um das neue Pokémon-Projekt?

In diesem Blog versuchen wir einmal zu beschreiben, warum das erste MOBA der Pokémon Company auf so viel Missmut stößt. Falls ihr genauere Informationen zum Spiel haben wollt, schaut euch gerne unseren Enthüllungs-Beitrag dazu an.

Zunächst einmal mag ich mit einem kleinen Reminder vieler enttäuschter Fans bezüglich Pokémon Schwert und Schild starten. Game Freak tätigte verschiedene Aussagen, welche die Community recht schnell als notdürftige Ausreden vieler Missstände der neuesten Ableger der Hauptreihe entlarvte.
Neben technischen Aspekten kritisierten Liebhaber der Reihe den geringen Content – Beispiele sind hier der fehlende Nationaldex und das magere Postgame. Das Vertrauen bekam an dieser Stelle Ende letzten Jahres bereits die ersten Risse.
Kurz nach der Veröffentlichung kündigte Game Freak Erweiterungen an. Suboptimalerweise konterkarierten die neuen Inhalte vorangestellte Aussagen bezüglich der Balancing-Probleme und das Unternehmen geriert noch weiter in die Kritik.

Im Vergleich nahmen die Fans die Pokémon Let’s Go!-Ableger positiv auf. Was als schick anzusehen galt, wurde zugleich als nostalgischer Ausflug akzeptiert. So viel zur Ausgangslage.

Pokémon Presents fragwürdig strukturiert

The Pokémon Company veranstaltete zwei Livestreams. Unter dem Namen „Pokémon Presents“ präsentierte das Unternehmen am 17. Juni einige Neuheiten. Darunter ein frisches, globales Event und Mega-Entwicklungen für Pokémon Go!, die Zahnputz-App Pokémon Smile, das Café-Puzzle-Spiel Pokémon Café Mix und als großes Highlight Pokémon Snap.

Und auch wenn es hier enttäuschte Gemüter aufgrund bestimmter Erwartungshaltungen gab, so war der erste Livestream ein Erfolg. Bei fast 2,2 Millionen Aufrufen erntete der Beitrag über 100.000 Likes und nur knapp 7000 Dislikes. In den sozialen Medien schmunzelte man über die Zahnputz-App Pokémon Smile und fragte sich, ob diese denn wirklich nützlich sei. Allgemein kommentierte man diese Innovation aber nicht negativ oder böswillig. Pokémon Snap hingegen feierten viele Fans euphorisch, da der letzte Teil über 20 Jahre auf dem N64 zurückliegt. Besonders die schöne Optik scheint es vielen Zuschauern angetan zu haben. Auch freuten sich viele Stimmen darüber, das Bandai Namco die Entwicklung übernimmt.

Dass Pokémon Go! zusätzlichen Content bekommt und ein neues Puzzle-Spiel Einzug auf Switch und Smartphone erhält, ist ebenfalls nicht negativ zu bewerten.

Ein gelungener Livestream

Doch gab es da noch einen Punkt: So ziemlich jeder – natürlich auch The Pokémon Company – weiß, worauf die Fans besonders heißblütig warten. Zwei besondere Projekte stehen seit geraumer Zeit auf der Hypeliste: Ein Sinnoh-Remake (Pokémon Diamant/Pearl/Platin) und ein weiterer Let’s Go!-Ableger zur Johto-Region (Pokémon Silber/Gold/Kristall). Da solche Projekte in der Vergangenheit Erfolg feierten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Game Freak mit diesen Reihen fortfährt.

Warum der Hate? Deshalb!

Gegen Ende des ersten „Pokémon Presents“-Livestream äußerte der Präsident und CEO Tsunekazu Ishihara, dass da noch ein großes Projekt auf seine Enthüllung warte, nur um im nächsten Moment auf einen weiteren Livestream am 24. Juni zu vertrösten. Es klang zunächst so, als zeige man direkt, worum es sich handelt.

Nun gut, also begannen erneut wilde Spekulationen der Fans. Diesmal muss es ja eines der oben genannten, heißersehnten Projekte oder etwas ganz Besonderes sein. Denn immerhin titulierte man die Ankündigung als „großes Projekt“.

Dann war es so weit und das Einzige, was man zeigte, war ein MOBA im Stile von LoL (League of Legends) im Pokémon-Gewand. Auch wenn die Präsentation an sich gar nicht schlecht inszeniert war, so konnten viele Zuschauer die Situation nicht fassen. Denn danach endete der Livestream.
Ich nehme an, dass die gebrochene Erwartungshaltung und das Aufbauschen der schwerwiegenste Grund für die Bewertung des Livestreams war: 84.550 Likes und über 155.000 Dislikes. Dazu eindeutige Kommentare darunter. Für ein wenig Verwirrung sorgte der Umstand, dass es vor Kurzem viel mehr Dislikes waren und das Verhältnis ins Positive angeglichen wurde. Dahinter vermuten viele Fans einen Täuschungsversuch der Pokémon Company. Realistischer wäre an dieser Stelle allerdings ein Algorithmus von YouTube, welcher automatisch Wertungen von Fake-und Zweit-Accounts etc. löscht.

Kein gelungener Livestream

Ungünstiges Marketing

Die Aufteilung der Enthüllungen war ein Griff ins Klo. Hätte man alles in einer Präsentation gezeigt oder Pokémon Unite und Pokémon Snap getauscht, so kann ich mir vorstellen, dass der Hate zumindest deutlich weniger zum Tragen gekommen wäre. Natürlich gäbe es dann auch wieder enttäuschte Fans, doch die gibt es fast immer. So wäre der eine Livestream stärker auf Smartphones ausgelegt gewesen und das große andere Projekt hätte mit Pokémon Snap erfreut.
Doch dass man wartende Fans (genannte Projekte) erst auf kommende Woche vertröstet und dann so tut, als habe man das große Ding in der Tasche, nur um dann etwas zu zeigen, wonach kein Hahn gekräht hat und die Präsentation enden lässt, ist für viele Fans an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Nicht wenige Stimmen sprechen hier von unfairer Täuschung.

Warum der Hate für Pokémon Unite abseits dieser Gründe?

Doch selbst wenn wir alle aufgeführten Punkte einmal ausklammern, so bleibt ja noch das MOBA Pokémon Unite an sich. Für sich genommen ist es nämlich schon ein großes Projekt, da The Pokémon Company somit sein erstes MOBA herausbringt. Pokémon ist die erfolgreichste Entertainment-Marke der Welt – solche Schritte bei der beliebten eSports-Szene mit ähnlichen Titeln wie League of Legends (LoL) zu gehen, ist wirtschaftlich gar nicht dumm. Inwieweit sich Pokémon Unite verbreitet, steht noch in den Sternen. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass es sich entgegen den lauten, negativen Stimmen als großer Erfolg herausstellen kann.

Wir fassen euch in Kurzform mal einige Punkte zusammen, die für Unmut sorgen könnten:

  • Pokémon-Fans sind recht konservativ
  • Kooperation mit dem eher unbeliebten Tech-Giganten Tencent
  • Free2Start-Preismodell, Entwicklungen ungewiss
  • Erwartungshaltung stark gebrochen
  • Fans sehen hier eher Mainstream-Cashgrab
  • Zu wenige Details genannt

Schauen wir uns das Ganze erneut rein ökonomisch an, gibt es allerdings weitere Punkte, weshalb ein Erfolg gar nicht unwahrscheinlich ist:

  • Erscheint für Smartphones und die Nintendo Switch-Familie
  • Free2Start-Preismodell zieht extrem viele Spieler an
  • Crossplay-Funktion zwischen Smartphones und Switch-Konsolen
  • Neue Inhalte leicht zu generieren, bindet über langen Zeitraum
  • Einstiegshürde durch geringere Komplexität weniger hoch, Casual-tauglich – wahrscheinlich aber schwierig zu meistern („easy to learn, hard to master“)
  • Es ist Pokémon

Prognose für Pokémon Unite

Ich persönlich lehne mich mal aus dem Fenster und vermute, dass Pokémon Unite durch die Decke gehen wird. The Pokémon Company handelt in meinen Augen zwar absolut nicht nach den Herzen der Fans und fährt irreführendes Marketing, doch klingen die ökonomischen Aspekte einfach zu gut, als dass sich damit nicht viel Geld verdienen lässt. Man schaue in diesem Zusammenhang auf Mario Kart Tour fürs Smartphone, welches teilweise fragwürdige InGame-Käufe und Paywalls aufweist – die Leute kaufen aber wie verrückt.
Ich persönlich finde das MOBA nicht uninteressant und kann mir vorstellen, dass es echt Spaß macht. Doch steht es momentan im Schatten sämtlicher Kritik.

Ich bin gespannt, welches Projekt man uns als nächstes präsentiert und freue mich zumindest auf Pokémon Snap!

Schaut doch echt hübsch aus!

Wie ist eure Meinung zur Thematik? Handelt The Pokémon Company richtig für euren Geschmack oder habt auch ihr etwas zu kritisieren? Schreibt uns sämtliche Gedanken gerne in die Kommentare!

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Über Justin Aengenheyster 249 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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