“Spielen und spielen lassen!” – Montagsmeinung zu Sperrungen von Nintendo

Vielen Spielern wird das Thema Hacking und Modding von Videogames etwas sagen und vielen werden auch die Konsequenzen bewusst sein. Doch immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob diese gerechtfertigt sind. Daher möchte ich mich in der heutigen Montagsmeinung mal dem Thema “Sperrungen von Nintendo” widmen.

Diskussionen, Beleidigungen, Kreuzzüge

Ich orientiere mich am Beispiel der aktuellen Debatte in Animal Crossing: New Horizons, um das Thema aus meiner Sicht besser erläutern zu können. Wer die Infos rund um Animal Crossing überspringen möchte, kann einmal ganz runterscrollen zu “Montagsmeinung zum Thema Sperrungen”.

Der Grund für Diskussionen
Viele Spieler besitzen auf ihrer Insel sogenannte Sternensplitterbäume. Diese sind gehackt, aber wunderschön und extrem viele Spieler besitzen diese Items. Und da beginnt dann auch schon die Diskussion. Denn einige Spieler verbreiteten das Gerücht, dass der Besitz dieser Items ja nicht schlimm sei, sondern nur das persönliche Hacken oder Modden. Wer sich also so einen Baum schenken lässt, könnte nicht strafrechtlich herangezogen werden. Auch hierzu haben wir bereits eine Montagsmeinung verfasst und darauf hingewiesen, dass dies nicht stimmt.

Das Bild zeigt gehackte Bäume in "Animal Crossing: New Horizons".

Es gab also endlose Diskussionen, ob diese gehackten Items nun schlecht sind oder eben nicht und ob man diese als Cheat bezeichnen kann. Unsere Montagsmeinung dazu findet ihr hier.
Wie so oft gingen die Diskussionen auch unter die Gürtellinie und es hat sich eine ganze Bewegung gegen die gehackten Items gebildet und Spieler werden geächtet, geblockt und verfolgt.

Was ist der Auslöser für die neue Debatte?
Mit dem letzten Update am 30. Juli 2020 kam eine neue Funktion ins Spiel, die es ermöglicht eine Art “Kopie” der eigenen Insel auf eine Datenbank zu laden, die andere Spieler dann besuchen können. Das dient lediglich dazu, um inspiriert zu werden oder sich schöne Inseln anzuschauen. Man kann auf diesen Inseln nichts machen und es gibt auch kein Ranking oder Ähnliches. Doch jetzt bekommen Spieler gehäufter E-Mails von Nintendo, weil sie an Cheating- oder Modding-Vorgängen beteiligt gewesen wären. Mehr dazu findet ihr hier.

Wo liegt das Problem?

Es beginnen also neue Diskussionen, ob diese gehackten Items wirklich so schlimm sind. Im Endeffekt tun sie niemandem weh und erzielen in dem Sinne ja auch keinen unfairen Vorteil. Doch Nintendo greift durch und löscht alle Inseln mit eben diesen Spuren von Hacking und Modding aus der Datenbank raus. Im Anschluss gibt es noch eine Warnmail von Nintendo die Insel so nicht erneut hochzuladen.

Problem Nummer 1
Wieder gehen Falschinformationen durchs Netz, dass eben diese gehackten Items nicht schlimm wären und dass Nintendo eh nichts unternimmt. Doch das stimmt nicht. Nintendo wird definitiv Sperrungen vornehmen, da ihr ja gegen einen gesetzlichen Vertrag verstoßt, dem ihr freiwillig zugestimmt habt! Wenn ihr so eine E-Mail bekommen habt, dann nehmt das ernst! Hier noch einmal in den Worten des Streamers und YouTubers m00sician.

Absolute Video-Empfehlung!

Problem Nummer 2
Es hat sich mittlerweile eine ganze Community gebildet, die einfach aus Frust oder Langeweile andere Spieler melden. Das heißt, man kann auch gebannt werden ohne irgendetwas getan zu haben!

Problem Nummer 3
Nintendo bannt nicht nur Spieler, die an Cheating- oder Moddingvorgängen beteiligt waren. Obwohl “beteiligt” hier auch ein sehr dehnbarer Begriff ist.
Es verstößt bereits gegen die Verhaltensregeln und Nutzungsbedingungen, wenn du Designs und Bilder von anderen ausstellst. Seen in Mickey Maus-Form, Klamotten mit Zelda-Prints oder Bodendesigns, die ein anderer Spieler erstellt hat, all das ist streng genommen verboten!
Auch politisch motivierte Motive, wie die Regenbogenfahne, zählen dazu.

Wenn Nintendo also weiterhin so hart durchgreift, werden noch viel mehr Spieler eine Verwarnung bekommen.

Bitte, nehmt das ernst!

Wenn ihr also immer noch eure Insel in die Schlummer-Datenbank hochladen wollt, dann teilt den Code nur mit ausgewählten Spielern, wo ihr wisst, dass diese mit den “Verstößen” auf eurer Insel klarkommen! Denn Nintendo ist kein Unternehmen, das einfach mal aus Langeweile eine Verwarnung ausspricht und danach nichts weiter unternimmt!

So hat m00sician seine Insel mittlerweile komplett gelöscht und MiniMoli hat ihre aus der Schlummer-Datenbank genommen.

Ist eure Insel auch bereits gemeldet worden, dann entfernt entweder die betroffenen Inhalte, bevor ihr sie wieder hochladet oder ladet sie, so wie sie ist, noch mal hoch und teilt den Code dann nur noch mit ausgewählten Leuten!

Das Bild zeigt das Schlummerland in "Animal Crossing: New Horizons".

Montagsmeinung zum Thema Sperrungen

Es ist durchaus richtig, dass Nintendo ihr eigenes oder das geistige Eigentum Dritter schützen möchte und deswegen bei gehackten Items Sperrungen androht und eventuell auch umsetzt. Allerdings möchte ich das hier gerne etwas abstufen.

Wenn Sperrungen erfolgen, dann sollte Nintendo die gemeldeten Inseln und Spieler doch bitte persönlich prüfen und sich nicht nur auf die Reports von anderen Spielern verlassen!
Ansonsten sollte das Report-System einfach noch einmal überarbeitet werden. Andernfalls kann man ja auch gesperrt werden, ohne irgendetwas Verbotenes getan zu haben.

Sperrungen für Werbung hingegen finde ich maßlos übertrieben! Gesperrt zu werden, weil man in seinem Spruch “Folgt mir auf…” stehen hat oder irgendwo als Bodendesign, ist schon echt etwas überzogen. Auch die Verwendung von anderen Marken, wie Disney oder Co. sowie die Nutzung von Designs von anderen Spielern (wofür die ja eigentlich erstellt wurden) zu untersagen, finde ich unnötig.

Das trifft ja nicht nur auf Animal Crossing: New Horizons zu, sondern auf alle Spiele mit Online-Multiplayer! Ich lebe da ganz nach dem Motto “Spielen und spielen lassen!”!

Doch jetzt möchte ich eure Meinung zum Thema “Sperrungen von Nintendo” wissen! Findet ihr die aktuellen Maßnahmen übertrieben oder durchaus gerechtfertigt? Hinterlasst uns eure Meinung gerne in den Kommentaren!

Über Bonnie Scott 176 Artikel
Ich bin im Jahr der Spiele-Legenden (1999) zur Welt gekommen, was konnte ich da anderes werden als Gamer? Mit Super Mario 64 und Digimon World überlebte ich, bis ich meinen Nintendo DS erhielt. Neben Guitar Hero on Tour nistete sich der kleine springende Klempner in mein Herz. Seither besaß ich jedes Mario-Game, das ich ergattern konnte. Die Nintendo 64 und die PS1 stehen noch im Regal - neben der Nintendo Switch. Meine Reise führte mich weiter zu Animal Crossing und Breath of the Wild. Lasst uns gespannt warten, wie es weiter geht...

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*