SteamWorld Quest [Test]

Steam World Quest ist ein strategisches Karten-Rollenspiel, welches in einer von Robotern bevölkerten Welt spielt. Aus dieser Situation gewinnt es den einen oder anderen Witz.

Witziger sind jedoch die Charaktere an sich. Anfangs spielt man mit der ritterlichen Armilly, welche teilweise überengagiert handelt, um endlich Mitglied der Heldengilde zu werden.

Ihr zur Seite steht die Zauberin Copernica, die zu Anfang nur einen Pilz finden möchte.

Ausserdem gesellt sich in der ersten Spielstunde der Mechaniker Galleo, der eigentlich nur in seinem Keller arbeiten will, zu der Heldengruppe. Auf den ersten Blick erinnert er schon stark an Minsc aus Baldurs Gate, welcher immer seinen Hamster dabei hatte, doch anstelle des Hamsters trägt Galleo seinen Vogel auf der Schulter. Er übernimmt die Rolle des Tanks der Gruppe.

Am Anfang steht ein Pilz

Der Spieler startet nach einer kurzen Sequenz direkt mit Armilly und Copernica ins Spiel, die auf der Suche nach einem besonderen Bovist sind. Im Wald lauern mehrere Gegner, welche das Spiel nutzt, um den Spieler behutsam Stück für Stück in das Gameplay einzuführen.

„Ich wähle Dich, Exodia!“ – „… Öhm, falsches Spiel…“ – „Oh…“

Das Spiel bietet geruhsame Rundenkämpfe. Ziel ist natürlich die Gegner zu besiegen, dies gelingt, indem man Karten auswählt, welche zufallsbasiert gezogen werden.

Manche Karten ermöglichen Angriffe, andere wieder Support wie z.B. 3drei Runden Angriff +1 oder Vergiftungen.

Jeder Charakter kann maximal acht Karten in seinem Deck haben und die Gruppe kann maximal zu dritt in den Kampf ziehen.

Je nach Stärke der Karte muss ein Tribut entrichtet werden, um sie ausspielen zu können.

Standardattacken kosten kein Zahnrad, sondern erschaffen eines, zu finden am oberen Bildschirmrand. Stärkere Attacken kosten jeweils eines oder mehrere Rädchen. Hat man kein Zahnrad übrig, so muss man aussetzen, eine normale Attackenkarte spielen oder zwei Mal pro Runde seine Karten von der Hand abwerfen, um eine Neue ziehen zu können.

Das Heldendorf brennt!

Nach erfolgreicher Pilz-Suche kehren Armilly und Copernica zurück zum Heldendorf, welches lichterloh brennt, ohne Anzeichen seiner heldenhafter Bewohner. Aber Nein! Ein wackerer Recke trotzte des Verschwindens, da er in seinem Lieblingsraum, dem Keller, Sachen reparierte. Galleo, unser Tank, schließt sich nach kurzer Unterredung der Heldengruppe an. Nun zu dritt, forschen die Helden weiter nach dem Verbleib der anderen Helden. Der Grund ist schnell gefunden: Der böse Kommandant Canary ließ alle anderen Helden entführen. Nach dem Sieg über ihn entfleuchen ihm noch zwei Sätze über seinen dunklen Gebieter… das Abenteuer beginnt. So gut, so Einheitsbrei.

„Ganz Mittelerde wird unter meiner Herrschaft stehen!“ – „Öhm, falsches Franchise…“ – „Oh…“

Die heiligen Felder, ein Golfplatz

Das Spiel versucht nicht durch epische Geschichten zu gefallen, sondern durch witzige Charaktere. Die Gespräche zwischen den Helden sind das Salz in der Suppe. Wenn Armilly schwärmt, wie toll doch die heiligen Felder der Heldengilde sind und Copernica trocken einwendet es wäre ein Golfplatz, was auch stimmt, fühlt man sich gut unterhalten. In fast jeder der Zwischensequenzen, die per 2D-Standbild erzählt werden, versuchten die Entwickler Humor einzubauen. Die Witze sind nie zum Weinen schlecht, entlocken dem Spieler aber meist auch nicht mehr als ein Lächeln. Auch die 2D-Hintergründe sind selten atemberaubend schön.

„Ich war einst ein Abenteurer, genau wie ihr, doch dann…“ – „Hör auf mit dem Mist!“ – „Menno…“

Leider geht der Dampf aus

Pros:

  • Sympathische Charaktere
  • Semi-taktisches Gameplay
  • Schicke 2D-Charakterzeichnungen

Cons:

  • Langatmiger Einstieg
  • Unspannende Geschichten
  • Unmotivierte Story
  • Langweilige 2D-Hintergründe

Das Spiel ist grundsolide, verliert sich aber irgendwann in Grinding. Außerdem lässt der Drang nach, das Ende sehen zu wollen. Weil die Geschichte mit ein paar Ausnahmen sehr vorhersehbar ist und die Charaktere, wenn man ihr Wesen erfasst hat, zu langweilig sind. Ich merke die Absicht der Entwickler dahinter, wie die Charaktere sein sollen und sie sind nett, aber leider nur nett. Dieses Spiel weckt eine Grundsympathie, aber nicht mehr. Abschließend kann ich das Spiel ruhigen Gewissens Menschen empfehlen, die Abends immer mal wieder was nebenbei spielen möchten, aber keine Lust auf eine epische Story der Marke Final Fantasy X haben. Das Spiel wird ganz klar seine Fans haben, doch für mich persönlich springt der Funke nicht ganz über.

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