Pokémon: Let’s Go, Pikachu! [Test]

Pokémon Let’s Go, Pikachu! bestellen:

Gastbeitrag von Andreas Thomas

Ich bin ein großer Pokémon-Liebhaber und als Kind war die Gelbe Edition immer mein Lieblingsspiel. Auf diesem Spiel basiert Pokémon Let‘s Go, Pikachu! Also für mich ein absolutes Muss, dieses Spiel zu spielen. Jedoch lohnt sich der Kauf?

Ist alles beim Alten?

Die Storyline von Pokémon Let‘s Go, Pikachu! bezieht sich auf die Gelbe Edition, also ist es in diesem Pokémon-Teil eure Mission die acht Arena-Orden zu sammeln, euren Pokédex zu vervollständigen, Team Rocket zu besiegen und letzten Endes die Top 4 zu schlagen. Wenn ihr mit der Story durch seid, endet das Spiel aber noch lange nicht. Ihr könnt noch einmal jeden Arenaleiter herausfordern (1x pro Tag möglich). Außerdem erscheinen überall in der Kanto-Region sogenannte „Meistertrainer“. Diese haben jeweils nur ein Pokémon trainiert, weshalb es für jedes einzelne Pokémon einen Meistertrainer gibt. Fordert ihr diese heraus, gibt es ein 1 vs. 1 Duell mit ihnen, bei denen ihr nur mit derselben Spezies antreten könnt, z.B. Glurak gegen Glurak.

Das Fangsystem

In Let’s Go, Pikachu! tretet ihr nicht mehr gegen wilde Pokémon an. Die Pokémon tauchen bei euch in der Nähe (Höhlen, im hohen Gras, Wasser, Luft) auf und ihr müsst auf sie zurennen, um sie mit Hilfe der Bewegungssteuerung zu fangen! Kämpfe finden also ausschließlich mit anderen Trainern statt. Ich hatte jedoch nie das Gefühl, zu wenig Kämpfe zu bestreiten. Ich empfand es eher als angenehm, nicht alle fünf Meter von einem nervenden Pokémon aufgehalten zu werden, welches ich nicht einmal fangen möchte. Somit hatte sich auch das Leveln der Pokémon verändert. Klar, ihr bekommt weiterhin durch Kämpfe eure EP, jedoch auch durch das Fangen der Pokémon. Diese werden beim Fangen auf das ganze Team verteilt, dadurch fällt das nervige (einzelne) Pokémon-Leveln weg. Die Box, wo ihr eure restlichen Pokémon lagert, habt ihr übrigens immer mit dabei. Also müsst ihr nicht mehr zum Poké-Center rennen, um sie am PC zu tauschen, sondern könnt dies ganz einfach über das Menü steuern.

Dadurch, dass die Pokémon frei in der Welt herumlaufen, wird die Kanto-Region endlich lebendig. Neben eurem Partner-Pokémon (Je nach Edition Pikachu oder Evoli) könnt ihr auch ein Pokémon von eurem Team aus dem Ball holen, mit dem ihr dann um die Welt reist. Einige dieser Pokémon könnt ihr sogar reiten, auf ihnen fliegen oder auf ihnen das Wasser überqueren.

Durch die Möglichkeit, mit euren Pokémon zu fliegen, schwimmen usw. bietet euch das Spiel auch neue Möglichkeiten Pokémon zu fangen. Beispielsweise könnt ihr durch Schatten erkennen, dass sich irgendwo über euch ein fliegendes Pokémon befindet. Um es zu fangen, müsst ihr nun ein Pokémon aus dem Ball holen, das fliegen kann. (Hier im Beispielbild Glurak). Nun müsst ihr auf das Pokémon zufliegen, um es fangen zu können.

Der Koop-Modus

Neu erschienen ist erstmals auch der Koop-Modus, welcher meiner Meinung nach leider noch unausgereift und somit kaum würdig ist, ihn zu erwähnen. Spieler 2 rennt durch die Welt, er kann allerdings von alleine keine Pokémon fangen, Items aufsammeln oder Trainerkämpfe starten. Dazu bleibt die Kamera stetig bei Spieler 1, ein Splitscreen-Modus gibt es nicht.
Außerdem ist für mich die Steuerung mit den Joy-Con sehr schwammig, sowohl im Einzelspieler- als auch im Koop-Modus, weswegen ich den Handheld-Modus eindeutig bevorzuge.

Grafik

Die Grafik ist, wie zu erwarten, für ein Pokémon-Spiel einfach sensationell. Im Vergleich zu anderen Nintendo Switch-Spielen ist die Grafik jedoch nichts Besonderes. Die Kamera lässt sich nicht bewegen und auch die Top-Down-Perspektive bleibt. Die Entwickler haben die Kanto-Region detailgetreu nachgebaut, nur die Sitzplätze in Arenen und deren Zuschauern wurden hinzugefügt, welche eine gute Atmosphäre schaffen.

Pokéball Plus

Pokéball Plus bestellen:

Dieses nette Zubehör ist durch die Bewegungssteuerung besonders für das Fangen von Pokémon geeignet. Dies ist aber nicht alles, denn er besitzt einen kleinen weißen Stick zur Steuerung, den man auch drücken kann. Dies repräsentiert die A-Taste. Zudem gibt es noch die rote Taste, welche als B-Button fungiert. Schüttelt ihr den Pokéball Plus, so wird die Eingabe der Y-Taste erkannt. Somit lässt sich das komplette Spiel mit diesem Ball spielen, jedoch ist das Spielen mit den Joy-Cons deutlich angenehmer. Durch den Pokéball Plus kommt aber natürlich ein cooles Feeling auf, denn dadurch fühlt man sich noch mehr im Spiel integriert. Jeder Ball enthält ein Mew, welches ihr im Spiel nicht fangen könnt. Somit ist er für den vollständigen Pokédex fast ein Muss.

VMs und TMs

Eine weitere Neuerung ist, dass es keine VMs mehr gibt! Ja es wurde abgeschafft, dass nervige Spiel mit den VMs und somit auch die Überlegung, wem ich eine VM erlernen lasse, da die Attacke niemals vergessen wird. Dadurch sind auch die typischen „VM-Pokémon“ Geschichte und man kann sich ein volles Team aus 6 wirklich brauchbaren Pokémon basteln. Die TMs bekamen auch eine Erneuerung: Man kann sie nun unendlich oft einsetzen, und nicht nur einmal wie gewohnt. Somit müsst ihr euch nicht mehr überlegen, wem ihr welche TM beibringt. TMs könnt ihr wie gewohnt kaufen, geschenkt bekommen oder durch herumliegende Pokebälle finden. Die VMs bekommt ihr wie aus der Gelben Edition gewohnt beispielsweise auf der MS Anne von dem Kapitän, mehr Orte möchte ich euch nicht verraten, da ich nicht spoilern möchte.

Euer Poké-Partner (Pikachu, Evoli)

Der Beziehungsaufbau zu eurem Partner-Pokémon ist eine sehr sinnvolle Angelegenheit. Ihr könnt mit Pikachu/Evoli spielen oder ihnen Beeren geben, um die Beziehung zu ihnen aufzubauen. Wenn die Beziehung zu eurem Partner-Pokémon gestärkt ist, kann es in Kämpfen gegnerischen Attacken öfters ausweichen und sich selbst von Statusveränderungen (z.B. Vergiftung, Paralyse, Verbrennung) heilen. Dadurch, dass es keine VMs mehr gibt, fragt man sich, wie man von A nach B fliegen kann oder wie man Höhlen durch Blitz erhellen kann. Hier hilft euch wieder euer Partner-Pokémon. Im Laufe des Spiels bekommt man anstatt VMs sogenannte „Geheime Techniken“ beigebracht, diese lernt aber nicht ihr, sondern euer Partner-Pokémon. Im ganzen Spielverlauf über sind die Menschen erstaunt, dass euer Pokémon die „geheimen Techniken“ erlernen kann, da es noch nie ein Pokémon gab, dass diese erlernen konnte. Also euer Pikachu/Evoli kann durch ein paar Hilfsmittel wie ein Surfbrett schwimmen, oder mit gefüllten Luftballons auf einem Stuhl fliegen und bringt euch somit an die Orte, zu denen ihr gelangen wollt. Außerdem könnt ihr eurem Partner-Pokémon Outfits anziehen, welche ihr im Verlauf des Spiels geschenkt bekommt oder auch kaufen könnt. Euch selbst könnt ihr auch jederzeit umziehen und ihr erhaltet meist auch gleiche Kleidungsstücke wie euer Partner-Pokémon, sodass ihr im Partnerlook durch Kanto ziehen könnt.

Diesmal wird dem Spieler die Entscheidung des Starter-Pokémons schon vor dem Kauf des Spieles genommen. Für welches Spiel entscheide ich mich? Es gibt zwei Entscheidungsträger: 1. Welches der beiden Pokémon mag ich lieber? Euer Starter Pokémon ist das ganze Spiel über auf euren Schultern (außer in Kämpfen), also sollte es das sein, welches ihr lieber habt. 2. Ein weiterer Unterschied der Spiele sind die zu fangenden Pokémon. Beispiel: In Let’s Go, Pikachu! könnt ihr Myrapla fangen, in Let’s Go, Evoli dafür Knofensa. Um euren Pokédex komplett zu füllen, müsst ihr also tauschen oder Pokémon von Pokémon Go auf eure Switch übertragen.

Legendäre/Mythische Pokémon

Auch in diesem Pokémon-Teil ist die Jagd auf legendäre Pokémon Bestandteil des Spiels. Wie in der Gelben Edition gibt es hier Lavados, Zapdos, Arktos und Mewtu, welche ihr wie gewohnt im Spiel selbst fangen könnt. Mewtu jedoch könnt ihr erst fangen, nachdem ihr die Top-4 und den Kanto-Champion besiegt habt. Mew ist auch vorhanden, jedoch bekommt ihr es nur durch Tauschen oder durch eine Übertragung via Smartphone durch Pokémon GO. Ähnlich ist es bei Meltan, denn ihr könnt Meltan ausschließlich durch Übertragung von Pokémon GO bekommen. Das Fangen der legendären Pokémon ist wie gewohnt nicht einfach, jedoch ist es mit genügend Hyperbällen und dem Meisterball machbar. Allerdings verläuft das Fangen der legendären/mythischen Pokémon anders ab als das Fangen „normaler“ Pokémon. Ihr müsst nämlich zuerst gegen das Pokémon kämpfen, bevor ihr es überhaupt fangen könnt! Zudem habt ihr für diesen Kampf nur fünf Minuten Zeit. Nach dem Sieg könnt ihr versuchen, das Pokémon zu fangen. Nachdem du Lavados, Arktos und Zapdos das erste Mal besiegt und gefangen hast, können sie mit viel Glück auch in der Wildnis auftauchen, jedoch ist es sehr selten sie anzutreffen.

Online-Tauschfunktion/Kämpfe

Die Online-Tauschfunktion ist für jeden Spieler wichtig, der seinen Pokedex vervollständigen will, da nicht alle Pokémon in Pikachu/Evoli enthalten sind. Jedoch ist das Tauschen wieder mit einem 3-stelligen Code versehen, dadurch also nur mit Freunden und Absprachen möglich. Ebenso die Kämpfe sind mit einem 3-stelligen Code. Für mich wäre eine weitere Option sinnvoll, dass man mit Randoms oder auch mit Spielern, die das andere Spiel besitzen, tauschen kann. Bei den Online-Kämpfen könnt ihr euch zwischen einem Doppel- oder Einzelkampf entscheiden. Außerdem habt ihr die Wahl zwischen normalen Regeln oder keinen Einschränkungen. Keine Einschränkung bedeutet, dass ihr mit den Pokèmon-Leveln gegeneinander antretet, die ihr tatsächlich habt. Bei den normalen Regeln werden alle Pokèmon-Level auf 50 gesetzt.

Verknüpfung mit Pokémon GO

Eine Verbindung mit eurem Pokémon GO-Konto ist erst ab Fuchsania City möglich. Hierbei müsst ihr euch zum nördlichen Go-Park begeben. Wichtig ist, dass ihr eure Switch und euer Smartphone mit demselben W-Lan verbindet! Nun müsst ihr via Pokémon Go und eurer Switch die beiden Geräte über die Optionen miteinander koppeln, danach kann das Übertragen der Pokémon losgehen. Ihr könnt eure Pokémon nur von Pokémon GO auf eure Switch übertragen, anders herum funktioniert es nicht. Hierbei geht ihr zum Rezeptionisten und wählt einfach einen beliebigen GO-Park aus, entscheidet euch für ein Pokémon, dass ihr übertragen wollt und die Übertragung kann beginnen. Nun könnt ihr in denjenigen GO-Park gehen und das übertragene Pokémon fangen, denn es ist nicht einfach in eurer Lagerbox, ihr müsst es wirklich erneut fangen. Erst nachdem es im Ball bleibt, gehört es tatsächlich euch. Wichtig ist: Ihr könnt nur Pokémon aus der 1. Generation übertragen! Legendäre Pokémon sind ausgeschlossen, genau wie Pokémon aus Events, z.B. Pikachu mit einem Hut oder Shiggy mit einer Sonnenbrille. Mew kann ebenfalls nicht übertragen werden. Bei den übertragenen Pokémon werden die Werte nicht übermittelt, sondern sie werden zufällig neu bestimmt. Also könnte ein sehr starkes Pokémon aus Pokémon GO bei der Switch ziemlich schwach werden. Darum solltet ihr euch sicher sein, welche Pokémon ihr übertragen wollt und welche nicht. Es gibt sogar eine Belohnung für das Übertragen der Pokémon: Ihr erhaltet eine „Wunschbox“ auf eurem Pokémon Go-Konto. In dieser Wunschbox befindet sich das mysthische Pokémon Meltan. Diese könnt ihr öffnen und es erscheinen (meistens) 10-20 Meltans die ihr fangen könnt. Diese Wunschbox könnt ihr alle vier Tage öffnen, wenn ihr auch alle vier Tage ein Pokémon auf die Switch übertragt.

Fazit

Pros

  • Schöne Gestaltung
  • Lebendige Kanto-Region
  • Gute Neuerungen des Spiels

Cons

  • Koop-Modus nicht ausgereift
  • Online-Tauschen/Kämpfen nur mit Freunden möglich

Alles in allem finde ich das Spiel sehr schön gestaltet und es überzeugt stark mit der lebendigen Kanto-Region und dessen Design. Die kleinen Neuerungen des Spiels empfand ich als sehr gelungen. Für mich eher nervige Faktoren – wie das Leveln der Pokémon, ständig auftauchende wilde Pokémon – wurden herausgenommen und dafür eine schöne Alternative geschaffen. Negativ bleibt der Koop-Modus im Gedächtnis, da der zweite Spieler keinen Nutzen hat, außer beim Fangen Bälle zu werfen. Außerdem finde ich das Online-Tauschen und -Kämpfen nicht perfekt ausgearbeitet. Da man einen dreistelligen Code eingeben muss, um zum Tauschen/Kämpfen zu kommen, braucht man auf der Switch somit den einen oder anderen Freund. Ich verstehe nicht, wieso man nicht einfach mit Randoms tauschen und kämpfen kann und es eine zusätzliche Funktion für Freundschaftskämpfe/tauschen gibt. Jedoch hat es sehr viel Spaß gemacht auf eine neue & alte Reise zu gehen, welche mit viel Nostalgie beschritten wurde.

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Über Marcel Eidinger 157 Artikel
Marcel ist im Jahr 1986 geboren, dem Jahr, wo seine Lieblings-Spielereihe ihren Ursprung hat: The Legend of Zelda. Mit seinen nun mehr als 30 Jahren Lebens- und ca. 25 Jahren Nintendo-Erfahrung versucht er euch mit Liebe und Leidenschaft auf dem Laufenden zu halten!

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