Cadence of Hyrule – Crypt of the Necrodancer feat. The Legend of Zelda [Test]

Als ich damals in der Nindie Direct von Cadence of Hyrule erfahren hatte, freute ich mich wie ein kleines Kind, nur um kurz darauf ein entmutigendes Gefühl zu bekommen, dass das Spiel vermutlich auf der Liste von „zu schwer, nicht abschließbar“ landen würde. Das Original Crypt of the NecroDancer wartet jedenfalls immer noch darauf, abgeschlossen zu werden.

Ich kann euch vorweg schon einmal beruhigen – das Spiel ist wesentlich leichter. Ich bin mangels Zeit noch nicht ganz durch, allerdings stehe ich schon im Schloss Hyrule und suche verzweifelt das allerletzte Herzteil, wie es sich für ein Legend of Zelda-Spiel gehört.

Doch fangen wir von vorne an…

Was für ein Spiel ist das überhaupt?

Cadence of Hyrule vereint buchstäblich das Beste aus zwei Spielen. Es sieht aus wie ein hübsches Gameboy-Zelda-Spiel, komplett mit fixem Bildausschnitt, geheimen Treppen und Höhlen, den aus Hyrule bekannten Monstern und Ebenen, Herzteilen (insgesamt 16 Herzen kann man zusammenbasteln) und und und. Es fühlt sich auch genauso an. Man findet, zufällig, verschiedene Hilfsmittel wie Bogen, Bumerang, Greifhaken etc. und deckt systematisch die Map auf. Kommt man an einen Gegenstand nicht ran, kann man später noch mal hin, wenn man das passende Ausrüstungsteil hat (da fällt mir gerade ein, wo das letzte Herzteil liegt 😅).

Das Spiel fühlt sich auch an wie Crypt of the NecroDancer. Sobald Gegner auf dem Bildschirm sind, müsst ihr euch zum Beat bewegen, euch die Bewegungsmuster der Monster merken, um sie dann im richtigen Moment oder von der richtigen Seite aus anzugreifen. Dafür findet ihr im Verlauf des Spiels Waffen mit unterschiedlicher Reichweite und Angriffskraft. In den Dungeons kommt das volle Crypt of the NecroDancer-Gefühl zurück, da ihr zufallsgenerierte Räume erkundet und auf jeder Ebene einen Händler findet, der euch hilfreiche Items verkauft, sofern ihr über genügend Rupees verfügt.

Falls ihr wissen wollt, wie Crypt of the NecroDancer im Test abgeschnitten hat, könnt ihr dies hier nachlesen.

Und wie passt das jetzt zusammen?

Die Heldin des ersten Teils, Cadence, ist aus irgendeinem Grund nach Hyrule teleportiert worden und erkennt, dass mit ihr wohl auch der rhythmische Kampf mitgekommen ist. In geübter Manier hüpft sie also durch die Ebene und sucht einen Weg zurück nach Hause. Ganz zu Beginn kann man entscheiden, ob man erst Link oder Zelda aufwecken möchte. Bis man dann den jeweils anderen gefunden hat, bleibt man erstmal bei dem Charakter.

Im Verlauf des Spiels trifft man immer mal wieder auf Cadence, die einem hilfreiche Gegenstände zur Verfügung stellt, bis sie irgendwann einsieht, dass sie so schnell nicht den Heimweg finden wird und sich dem Team ebenfalls anschließt. Gemeinsam wollt ihr nun Octavio stellen, der einige der Bewohner Hyrules mit seiner Musik eingeschläfert hat. Es gilt, seine vier Instrumente der Macht zu besiegen und unter eure Kontrolle zu bekommen, damit zum Schloss Hyrule zu gehen und ihm den Garaus zu machen.

So sieht die Karte aus. Man findet gelegentlich Items, die einem andere Items auf der Karte anzeigen – diese lassen sich aber ausblenden.

In Hyrule sind an verschiedenen Stellen Sheikah-Steine platziert. Berührt ihr sie zum ersten Mal, werdet ihr vollständig geheilt. Außerdem gibt euch Cadence irgendwann eine magische Laute, mit der ihr zwischen den einzelnen Steinen teleportieren könnt.

Solltet ihr das Zeitliche segnen – das wird definitiv passieren – kommt ihr zu einem Händler in der Zwischenwelt. Diesen könnt ihr aber auch ausstellen, falls ihr lieber gleich weiter ins Getümmel wollt. Bei diesem Händler könnt ihr allerdings z. T. ein paar ordentliche Waffen und Herzteile ergattern. Einige der Gegenstände, die ihr findet (z.B. Schaufeln und Fackeln) gehen mit der Zeit kaputt oder sind Zelda-typische Verbrauchsgegenstände wie Pfeile und Bomben.

Gibt es überhaupt Dungeons und Bosse?

Gut, dass ihr fragt. Es dürfen natürlich keine Dungeons fehlen. Diese sind zwar relativ klein gehalten, beinhalten aber eine Map, einen Kompass und einen großen Schlüssel, die gefunden werden wollen.

Hinter der goldenen Tür befindet sich dann ein großer Boss, der mit dem Instrument angreift, dass ihr gerade zurückholen wollt.

Leider fand ich bisher alle Bosskämpfe zu einfach, aber ich hab den Endboss ja noch vor mir.

Genug gelabert, wie wird gekämpft?

Solange kein Gegner auf der Bildfläche ist, könnt ihr euch nach Herzenslust bewegen. Die Musik ist ruhig und angenehm. Taucht aus irgendeinem Grund ein Gegner auf, seht ihr unten eine Beat-Anzeige und die Musik wird rockiger. Hüpft im Takt, trefft Gegner im Takt ohne getroffen zu werden und die Anzeige ändert die Farbe und ihr habt die Chance auf mehr Diamanten und Beute, nachdem ihr den letzten Gegner auf dem Feld besiegt habt.

Sollte euer Rhythmusgefühl dem einer Taktschnecke (whahaha, wie lahm) gleichen, könnt ihr den Beat auch einfach ausschalten. Die Gegner bewegen sich dann einfach, wenn ihr es auch tut. So könnt ihr ganz in Ruhe abschätzen, wann ihr wen angreift.

Apropos Musik!

Der Soundtrack ist einsame Spitze! Komponiert von Danny Baranowsky, sind es wohl rund 25 Remixe der beliebtesten Legend of Zelda-Tracks, allesamt äußerst stimmig und einladend genug, die ganze Zeit mit dem Kopf im Takt zu nicken. Die E-Gitarre wurde von Jules Corbyn, vielen bekannt als der Youtuber FamilyJules, eingespielt, der auf YouTube stolz ein Video darüber postete. Wem der Soundtrack des ersten Teils gefallen hat, wird vermutlich auch am zweiten nichts auszusetzen haben. Persönlich kann ich gar nicht genug von der Musik bekommen!

Fazit

Pros:

  • Es fühlt sich wie ein Rogue-lite Zelda mit Rhythmus an
  • Phänomenaler Soundtrack
  • Viel Liebe zum Detail

Cons:

  • Sobald man ein paar Herzen und die richtige Waffe hat, ist es zu leicht
  • Mit 5-10 Stunden Spielzeit relativ kurz, was jedoch auch zum Wiederspielen einlädt
  • Irgendwann werden die Diamanten wertlos, weil man einfach nicht mehr stirbt. Rupees sammeln sich dann genauso schnell nach, wie man sie verloren hat.

Das Spiel ist toll und in jeder Hinsicht eine Verbesserung zum ersten Teil. Es gibt sogar jederzeit die Möglichkeit, einen zweiten Spieler lokal hinzuzufügen, aber mangels motivierter Mitstreiter bleibt mir dieser Modus wohl verwehrt. Wer einem oder beiden Franchises etwas abgewinnen kann, sollte sich das Spiel nicht entgehen lassen. Für 25€ ist es zwar ein etwas teureres Indie-Game, aber was das Studio aus der Legend of Zelda-Lizenz gemacht hat, lässt hoffen, dass auch andere vernünftige Developer mal Crossover ausprobieren dürfen.

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Über Roger Hogh 52 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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