Airheart – Angeln zwischen Piraten [Test]

Seit Kurzem ist der Twin-Stick-Shooter Airheart im Nintendo eShop erhältlich. Was tue ich nicht alles im Dienste der Gemeinschaft? Für unsere Leser und Social-Media-Freunde packe ich seit Kurzem Spiele-Genres an, um die ich bisher einen großen Bogen gemacht habe. Nicht einmal, weil ich sie nicht leiden kann, sondern weil sie mir bisher einfach am Allerwertesten vorbeigingen. Und was für Perlen ich dabei bereits entdecken durfte. 

Airheart zum Beispiel.

Warum? Das lest ihr hier!

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Lass uns Angeln gehen – wo ist dein Flugzeug?

In „Airheart“ spielt ihr eine junge Protagonistin, die den Geschichten ihres Großvaters alle Ehre machen möchte und den mächtigen Himmelswal fangen will. Denn statt gemütlich in einer Barke auf einem kleinen See zu schippern und stundenlang neben einer regungslosen Angel zu schlafen, geht es hier ums Fliegenfische-Fangen. 

Ein gutes Tutorial bringt euch erst einmal die Grundlagen bei, wenn ihr euch das erste Mal ins Cockpit stürzt. Wer’s gerne härter mag, kann das natürlich auch weglassen und alles so ausprobieren. Des Weiteren könnt ihr den einfachen Modus wählen, bei dem euer Schiff nicht komplett zerstört werden kann oder den Hardcore-Modus, bei dem ihr durchaus alles verlieren könnt, wenn ihr abstürzt.

Von hier aus kommt ihr in den Hangar, in die Werkstatt oder in den Shop. Kantenglättung wurde hier zwar der Kampf angesagt, aber in der Luft ist das Spiel wirklich hübsch.

Euer Flieger braust selbstständig vorwärts. Mit dem linken Stick dreht ihr ihn nach links oder rechts und mit dem rechten Stick lenkt ihr die Bordwaffe. ZR ist zum Schießen und ZL feuert die Harpune ab, ein wichtiges Hilfsmittel, wie ihr bald merken werdet.

Der Himmel ist voller kleiner Inseln, die in verschiedenen Ebenen übereinander gelagert sind. Zwischen ihnen tummeln sich Fischschwärme. Diese gilt es einzusammeln, dafür gibt es dann Geld. Es reicht, einfach über die Fische rüber zu fliegen und schon klingelt es in der Kasse. Auf jeder Ebene gibt es eine Insel, die als Rampe zur nächsthöheren Ebene dient, sofern gerade keine Gegner in der Nähe sind.

Je höher ihr kommt, desto mehr Inseln sehr ihr unter euch. Das sieht zwar hübsch aus, macht es aber auch schwerer, die Fische und Gegner zu erkennen. Pro-Tipp: Den großen Fisch da könnt ihr nicht einfach „überfliegen“, der ist zu fett.

Wie jetzt, Gegner? Ich dachte, wir fliegen Angeln?

Stellt euch jetzt bitte die Titelmusik zu Fluch der Karibik vor, denn Piraten sind im Anmarsch. Die Höhen und Weiten des Himmels sind voll finsterer Gesellen, die arme unbedarfte Flugangler gnadenlos vom Himmel schießen, um sich alle Fische selbst unter die Nägel zu reißen. Sie haben Flugzeuge in allen möglichen Größen und Kampfstärken, gepanzert, mit Raketen, Lasern, Flammenwerfern, Explosionsfässern und Hastenichgesehen. Und damit euch nicht langweilig wird, haben sie auf vielen Inseln Geschütztürme der gleichen Größenordnung platziert. Hurra, Angelausflug! Besiegt ihr die Gegner, lassen sie oftmals verschiedene Schrottteile zurück, die ihr einsammeln solltet. 

Hier kommt dann plötzlich die Harpune sehr gelegen. An größeren Türmen und Fliegern angebrachte Panzerplatten und Geschütze lassen sich mit einem gezielten Treffer einfach abreissen. Das bringt eine strategische Note ins Spiel. Wer geschickt genug ist, kann auch die herumfliegenden Piratenschiffe mit der Harpune einfangen und wehrlos hinter sich her ziehen. Prima, um sie dann selbst in Ruhe abzuknallen oder in Wände und andere Gegner zu schleudern. 

Das sieht jetzt schlimmer aus, als es ist. Die roten Flieger sind nur „kleine Fische“ im Vergleich mit manchen Bombern, auf die ihr später noch stoßt.

Hat man den Dreh erst einmal raus und kann gleichzeitig fliegen und schießen, ohne ständig gegen irgendeinen Felsen oder ein gegnerisches Flugzeug zu knallen, kämpft es sich hervorragend in der Luft. Als echter Abenteurer nehmt ihr die Herausforderung natürlich gerne an. Ziel ist, in die höchste Ebene zu kommen. Etwas, das mir bisher noch verwehrt geblieben ist, aber dahin werde ich mich noch durchbeißen.

Alle vier Ebenen trefft ihr auf einen Boss, der euch den Weg versperrt. Das ist ein Luftschiff von beachtlicher Größe und Zähigkeit, bis an die Zähne bewaffnet, gepanzert und von Unmengen kleiner Fliegen … äh… weiterer Piraten umschwirrt, die euch alle die Flügel stutzen wollen. Solltet ihr zu viel Schaden nehmen könnt ihr euch erst einmal zurückziehen und hoffen, dass ihr auf der Ebene noch einen goldenen Baum findet, der euch beim Durchfliegen eine Reparaturkiste preisgibt, die 10 Schadenspunkte heilt, oder ihr begebt euch in den Sturzflug zurück zur sicheren Basis.

Im Sturzflug müsst ihr den Inseln ausweichen, um weiteren Schaden zu vermeiden, und eure Landebahn treffen, um nicht vorbeizurauschen, sonst verliert ihr eine Menge an gesammelter Fracht.

Zurück im sicheren Hafen, was nun?

Seid ihr sicher wieder gelandet, könnt ihr euch entweder über den Hangar gleich wieder vollständig repariert in die Lüfte schwingen oder euch neue Flugzeugteile im Shop kaufen, oder in der Werkstatt aus eurem gesammelten Schrott neue Gegenstände selbst herstellen.

In der Werkstatt könnt ihr bis zu fünf Teile aus drei unterschiedlichen Kategorien kombinieren. Sollte der Versuch fehlschlagen, verliert ihr den Schrott nicht, sondern lediglich das Geld, das ihr fürs Basteln ausgegeben habt. Interessant ist hierbei die Ideenleiste am unteren Rand. Anhand der Gegenstände, die ihr gesammelt habt, gibt diese euch Hinweise darauf, was man damit aus wie vielen Teilen herstellen könnte. Natürlich wird euch nichts vorgesagt. Kombiniert ihr aber beispielsweise fünf Teile miteinander und liegt daneben, zeigt die Leiste euch über den Teilen anhand von ausgefüllten Kreisen an, wie viele Teile an der richtigen Stelle liegen. So braucht ihr nur die rot markierten Stellen ändern und es erneut versuchen.

Im Shop könnt ihr diverse neue Einzelteile, Waffen, Heckteile, Flügel etc. für euer Flugzeug kaufen. Diese kommen jeweils mit unterschiedlichen Statistikwerten wie Leben, Geschwindigkeit, Gewicht und Schussfrequenz daher und kosten mit steigenden Werten dementsprechend mehr. Die gekauften Teile könnt ihr dann im Hangar auswechseln, bevor ihr euch erneut in die Luft schwingt.

Und so fliegt ihr hinaus in die weite Welt, sammelt Fische und Schrott, versucht immer höhere Ebenen zu erreichen, begebt euch im Sturzflug wieder zurück zur Basis, bevor ihr in eure Einzelteile geschossen werdet und bastelt aus der gesammelten Beute ein besseres Flugzeug, um noch höher zu gelangen. Ihr fangt immer wieder auf der allerersten Ebene an. Lediglich die Bosse müsst ihr nicht erneut besiegen. Die Ebenen sehen ziemlich zufallsgeneriert aus, hier kann ich mich aber auch einfach täuschen, denn darauf kann ich bei dem Gewusel schlecht achten.

Mayday, Mayday!

Etwas gibt es leider doch zu bemängeln. Das Spiel ist nicht ganz bugfrei. 

Vereinzelt spielt schlichtweg keine Musik ab. Das ist sehr schade, denn der Soundtrack ist wirklich passend. Je höher man kommt, desto Action geladener wirken die Titel. Umso schlimmer, wenn beim Boss dann völlige Stille herrscht.

Aus einem mir bisher unerfindlichen Grund wechselt er vom TV-, zum Handheldmodus die Tastenbelegung. Im Handheldmodus ist A zum Auswählen und B steht für zurück. Am Fernseher war es plötzlich umgekehrt. 

Es gibt einen coolen Fotomodus, jedoch habe ich keine Taste gefunden, um tatsächlich ein Foto zu schießen, außer die Fototaste der Switch an sich.

Wie gerne hätte ich diesen schicken Schnappschuss meiner Flugschüssel ohne das Gitter aufgenommen.

Fazit 

Pros:

  • Tolle Atmosphäre
  • Tolle Musik
  • Hohe Motivation, die höheren Ebenen zu erreichen
  • Flüssig und ruckelfrei 

Cons:

  • Musik lädt manchmal nicht
  • Nicht bugfrei 
  • Wird bei vielen Gegnern, Inseln, Fischen und Geschossen schnell unübersichtlich 

Der letzte Twin-Stick-Shooter, den ich gezockt habe, war Nine Parchments. Da konnte man jedoch selbst laufen. Da der Flieger sich immer vorwärts bewegt, musste ich mich erst daran gewöhnen. Doch sobald ich den Dreh raus hatte, gab es für mich kein Halten mehr. Rauf, ballern, runter, reparieren, rauf und weiter kommen. So lob ich mir das. Da schaue ich gerne über ein paar kleinere Bugs hinweg. 

Wer ein schönes, actionreiches Spiel sucht, das er auch bequem unterwegs zocken kann, der kann bei Airheart bedenkenlos zugreifen. Eine klare Kaufempfehlung!

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Über Roger Hogh 52 Artikel
Baujahr 1987, begann bereits als Zwerg mit einem Sega Master System II zu zocken, der einzigen Nicht-Nintendo-Konsole, die er je besessen hat. Begeisterter Fan von guten Metroidvanias und The Legend of Zelda. Überwiegend Einzelspieler, aber man findet ihn gerne mal bei einer Runde Smash Bros, natürlich als Link.

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