Digital Foundry checkt das technische Grundgerüst von Overwatch auf der Nintendo Switch

Lange Zeit äußerte Blizzard, dass ein Nintendo Switch-Port ihres erfolgreichen Helden-Shooter gerne gesehen wäre.
Während nicht wenige Fans ein solches Projekt nach all der verstrichenen Zeit für begraben glaubten, wurde es schließlich doch während einer Nintendo Direct, direkt zu Anfang dieser, angekündigt.

Am 15. Oktober 2019 war es letztendlich soweit und auch die Nintendo-Community kann sich fortwährend virtuell als Held in einer Schießerei beweisen.

Der Port wurde vom Entwicklerstudio Iron Galaxy übernommen, welche sich für die Arbeit an der „Diablo III: Eternal Collection“ verantwortlich zeigen.

Digital Foundry
, welche sich darin spezialisiert haben, Spiele-Technologien unter die Lupe zu nehmen und Hardware-Reviews zu erstellen, ließen nicht viel Zeit verstreichen, bevor sie den Overwatch-Port analysierten.

Digital Foundry zeigt sich leicht enttäuscht

Im Vorfeld äußerte sich Blizzard über zwei wichtige technische Spezifikationen: Auflösung und Framerate. Während man von einer Auflösung von 900p im Dock- und 720p im Handheldmodus sprach, so wären 30 FPS ausreichend, um ein authentisches Overwatch-Erlebnis zu bieten und versicherte im gleichen Atemzug, dass dies eine flüssige Spielerfahrung sei.

So hebt Digital Foundry hervor, dass wir es bei Overwatch mit einer dynamischen Auflösung zu tun haben, die situationsabhängig vom angestrebten Ziel abweicht. Der Handheldmodus fungiert hier als technische Grundlage.

Interessant zu erwähnen ist dabei, dass die Switch-Version bei der Polygonanzahl der Charaktermodelle keine nennenswerten Abweichungen zu verzeichnen hat. Lediglich der Spiegeleffekt bei den Haaren entfalle auf der Nintendo-Plattform.

Bis auf den Spiegeleffekt und der Auflösung unterscheiden sich die Charaktermodelle nicht.

Anhand einer Szene, in die reingezoomt wurde, zeigt Digital Foundry die Differenzen zwischen den Hintergrunddetails bezüglich Schärfe und Beleuchtung. Natürlich steckt die Switch hier zurück, da sie den viel kleineren Arbeitsspeicher hat:

Aufgrund des geringeren Arbeitsspeichers sind Details weniger lebendig.

Die 30 Bilder pro Sekunde können ebenfalls nicht konstant in jedem Szenario gehalten werden, doch sei die Bildrate allgemein sehr stabil.
Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen der Erfahrung im Dock- und der im Handheldmodus.

So wurde das gleiche Szenario auf der Map „Hollywood Hangar“ miteinander verglichen. Im Mobilbetrieb fiel die Bildrate auf bis zu 23 FPS, was im Dockmodus so nicht zu verzeichnen war, auch wenn diese ebenfalls nicht konstant bei 30 FPS lag. Allerdings wird betont, dass auch die Handhelderfahrung meistens eine flüssige Spielerfahrung biete.

Allgemein fallen Umgebungsdetails und Effekte teilweise ganz raus oder sind stark limitiert vorzufinden.

Man vergleicht die Switch-Fassung mit den Low-Quality-Settings der PC-Version.
Allerdings fallen Unterschiede weniger stark im Handheldbetrieb auf, da wir auf einen kleineren Screen schauen.
Allgemein würden gewisse Abstriche leicht entschärft werden, wenn man im schnellen Geschehen ist und ohnehin weniger Zeit hat, auf Details zu achten. Immerhin befinden wir uns hier bei einem extrem schnellen Helden-Shooter

Bewegungssteuerung leider wenig zu gebrauchen

Auf spielerischer Seite horchten Fans auf, als Blizzard bestätige, dass die praktische Bewegungssteuerung Einzug erhält, doch leider wird diese als wenig gewinnbringend entlarvt. Die Bewegungen seien schwammig und ungenau und bieten somit keinen wirklichen Mehrwert.
Was in Splatoon 2 grandios funktioniert, ist in Overwatch nicht zufriedenstellend implementiert. Ja, man kann es nutzen, doch ist es schlecht optimiert.

In Splatoon 2 bietet die Bewegungssteuerung Vorteile, weil man sich schneller und präziser umschauen kann, was einem Spiel mit einer Maus eines PCs im Vergleich zur Sticksteuerung näherkommt.
Hoffnung gilt also, dass man sich der Gyro-Steuerung in Overwatch erneut annimmt.

Inhaltliche Differenzen?

Blizzards Ziel ist es, Unterschiede auf Inhaltsebene zu vermeiden – somit sollen Patches, saisonale Veranstaltungen und Updates auf allen Plattformen zeitgleich erscheinen.
Leider wird es in absehbarer Zeit weder Cross Play- noch Cross Save-Features geben.

Zusammenfassung

  • Reduzierung von 60 auf 30 FPS, die nicht konstant gehalten, aber meist erreicht werden (Handheldmodus schwächer)
  • Dynamische Auflösung von 900p im Dockmodus und 720p im Handheldbetrieb
  • Umgebungsdetails und verschiedene Effekte stark reduziert oder entfernt
  • Keine nennenswerten Unterschiede in der Polygonanzahl der Charaktermodelle (Spiegeleffekt bei Haaren fehlt)
  • Unzufriedenstellende Implementierung der Gyro-Steuerung
  • Keine Cross Play- oder Cross Save-Funktion
  • Meist flüssiges Spielerlebnis
  • Fehlende Details fallen im schnellen Geschehen nicht ganz so stark auf und im Handheldmodus wirkt alles weniger unscharf

Fazit

Während Iron Galaxy noch mit der Portierung von „Diablo 3: Enternal Collection“ für die Nintendo Switch begeistern konnte, so lässt Overwatch einen weniger geschliffenen Eindruck zurück, auch wenn der Titel gut spielbar ist. Schade ist allerdings, dass die Bewegungssteuerung nicht gut integriert wurde.

Hier könnt ihr euch den Beitrag von Digital Foundry noch mal genau anschauen:

Über Justin Aengenheyster 288 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

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