[Montagsmeinung] Retail vs. digital

Hach ja, wir kennen sie alle. Die Überlegung oder gar Diskussion darüber, ob man ein Game nun als Retailvariante oder als Download kaufen soll.
Ich mag in diesem Beitrag verschiedene Aspekte beider Optionen beleuchten.

Ich persönlich gehöre theoretisch der Retailfraktion an, kaufe mir allerdings auch Games als Download, wenn kleinere Publisher dahinterstehen und/oder schlichtweg keine Retailfassung vorhanden ist.
Sollte ein Game zunächst ausschließlich als Download erscheinen, jedoch schon eine Retailfassung angekündigt oder einfach wahrscheinlich sein, so warte ich.

Der Retail-Reiz

An einer Retailfassung reizen mich mehrere Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen:

  • Die Verpackung schmückt meine Wohnwand mit einem schönen (Wende-)Cover. Nun könnte ich mir solche Spielhüllen bestellen und Cover ausdrucken, doch würde es dem Ganzen an Originilatät fehlen und somit für mich an Wert verlieren.
  • Sollte ich mein Spiel doch wieder verkaufen wollen, aus welchem Grund auch immer, so kann ich das auf sehr unkomplizierte Weise auch tun.
  • Wenn mich jemand aus meinem sympathischen Umkreis fragt, ob ich ihm/ihr mein Game ausleihen könnte, so kann ich mit „Klar!“ antworten.
  • Ich behalte mein Spiel in jedem Fall, ganz gleich was mit etwaigen Servern geschieht.
  • Der Einzel- sowie Onlinehandel bietet ständig sehr lukrative Rabatte an, sodass ich oft die Möglichkeit habe, ein gutes Angebot abzugreifen.
  • Physische Games erhalten oft eine Special/Limited Edition inklusive weiteren physischen Extras.
  • Das Gefühl, nach dem Kauf etwas in der Hand halten zu können.
  • Ich benötige weniger Geld, um mir zusätzliche Speichermedien zu kaufen.
  • Oftmals ist es möglich, die Games früher zu erhalten, auch ohne Contentersteller zu sein.
  • Ich kann eine Vorbestellung stornieren.
Was für eine Retail-Pracht!

Der Download-Reiz

Downloades hingegen haben ebenfalls Vorteile zu bieten:

  • Spiele pünktlich um 0:00 Uhr am Releasetag und das in jedem Fall, auch ohne darauf hoffen zu müssen, Games früher oder pünktlich geliefert zu bekommen oder abholen/kaufen zu können.
  • Habe keine Angst – dein Game geht nicht kaputt, selbst wenn es deinstalliert wird – lade es dir erneut herunter.
  • Dein Software-Schätzchen wird schneller aus dem internen Speicher geladen, was Ladezeiten verkürzt.
  • Entspann dich! Bleib bequem auf deiner Couch oder whatever sitzen oder liegen und starte jedes deiner Spiele komfortabel aus dem Switch-Menü heraus, ohne eine Cartridge tauschen zu müssen.
  • Spare Platz in deiner Wohnung.
  • Erhalte mindestens die doppelte Menge an „My Nintendo-Goldpunkte“.
  • Leiste einen kleinen Beitrag für die Umwelt.
  • Ebenfalls viele Angebote oder exklusiv als Download erhältlich.
Schön geordnet und schnell abrufbar.

Relevanz einzelner Vor- und Nachteile

Nun wird es zu beiden Kategorien bestimmt noch einige Pro- und Kontrapunkte geben. Die Seite, die nun mehr positive oder negative Aspekte hat, ist nicht gleich der Gewinner, denn jeder Konsument gewichtet die einzelnen Aspekte unterschiedlich.
So können viele meiner Punkte für euch gar keine Vor- und/oder Nachteile darstellen oder umgekehrt. Es sind auch Downloadcodes in einer Spielverpackung erhältlich.
Letztendlich gibt es hier keine intelligentere oder differenzierte Fraktion, da unsere Bedürfnisse eben anders ausfallen.

Der Wandel zum erhöhten Digitalkonsum

Nicht abstreiten lässt sich hingegen, dass die Zahl der Downloades über die Jahre stetig gewachsen ist. Zwar dominieren die Retailverkäufe nachwievor, doch hat sich der Anteil stark verschoben.
Der Nintendo eShop lockt regelmäßig mit attraktiven Angeboten und schüttet mindestens die doppelte Menge an Goldpunkten für Digitalkäufer aus.
Die Bequemlichkeit und der Komfort, den ein Download bietet, scheint ein gutes Argument dafür zu sein.
Leider gehen Unternehmen seit Jahren den Schritt, dass sie Retailpackungen weniger üppig bestücken als damals.
Es war ein verdammt schönes Damals. Ein Damals, in dem die Verpackungen noch richtig umfangreiche Spielanleitungen bereithielten, in denen man sich Geschichten, Anweisungen zur Steuerung oder auch Tipps und Tricks sowie Charakterbeschreibungen samt schönen Illustrationen anschauen konnte. Es war ein „heiliges“ Schmöker-Beiwerk, welches man gerne zur Hand nahm, um sich vorab schon mal in ein Spiel zu verlieben.
Des Weiteren gesellten sich noch Werbeflyer dazu, welche auf andere Games aufmerksam machten. Mal interessant, mal weniger.
Durch den Wegfall solch schöner Beschreibungen, die für viele die Verpackungen veredelten, sinkt die Attraktivität der Retailfassungen ein wenig weiter.
[Anmerkung]: Momentan bietet der Nintendo eShop einen riesigen Sale an, wo ihr tolle Angebote abstauben könnt, also schlagt zu, Leute!

Fazit

Egal ob physisch oder digital,
waltet Akzeptanz nicht zu schmal.
Beide Varianten wissen gekonnt zu reizen,
sodass wir Gamer unsere Geldbörsen spreizen.

Und nun viel Spaß beim Zocken!

Über Justin Aengenheyster 22 Artikel
Im Jahr 1992 erschien Mortal Kombat... und ich. Wir beide sind auf unsere Weise brutal. Ich für meinen Teil fahre brutal auf Videospiele ab und beschäftige mich gnadenlos mit verschiedenen Themen, um Gleichgesinnte zu informieren. Als treues Nintendokind befasse ich mich am liebsten auch mit Nintendospielen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*